Pressemitteilung

03.12.2025

Nr. 235

Bayern fördert „Kompetenzcenter Pflege“ in Kronach mit 2,8 Millionen Euro – Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Gerlach: Leuchtturmprojekt für die pflegerische Versorgung im Freistaat

Bayern fördert das neue „Kompetenzcenter Pflege“ im Landkreis Kronach mit rund 2,8 Millionen Euro. Damit treibt Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach den Ausbau der pflegerischen Versorgung in ländlichen Regionen weiter voran. Gerlach betonte am Mittwoch in München anlässlich der zweiten Fördertafelübergabe für das „Kompetenzcenter Pflege“: „Das ‚Kompetenzcenter Pflege‘ ist ein bislang einzigartiges Leuchtturmprojekt in der pflegerischen Versorgung mit Strahlkraft für ganz Bayern. Ich freue mich, dass sich der Landkreis mit der Errichtung des neuen Kompetenzcenters auf den Weg gemacht hat, um die Pflege vor Ort zukunftsfähig zu gestalten. Denn der demographische Wandel ist im Landkreis Kronach mit 77 Pflegebedürftigen pro 1.000 Einwohnern besonders ausgeprägt. Bayern unterstützt diese wegweisende Initiative nun mit einer weiteren Förderung bei der Umsetzung. Im Rahmen unserer Förderrichtlinie ‚GutePflegeFöR‘ stellen wir dem Kompetenzcenter Kronach rund 2,8 Millionen Euro zur Verfügung.“

Die Konzeption und wissenschaftliche Begleitung des komplexen und bayernweit einzigartigen Projekts, das viele Partner umfasst, wurden vom Freistaat bereits im Sommer dieses Jahres gefördert.

Das Kompetenzcenter wird seinen Betrieb voraussichtlich im Frühjahr 2026 aufnehmen. Ein Regelbetrieb ist ab Mitte 2027 geplant. Daneben wird eine kontinuierliche Weiterentwicklung angestrebt, um das Kompetenzcenter langfristig zukunftsfähig aufzustellen. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der wissenschaftlichen Begleitung werden auch als Blaupause für weitere Landkreise zur Verfügung gestellt.

Die Ministerin erläuterte: „Das Kompetenzcenter soll zur zentralen Beratungs- und Koordinierungsstelle für Bürgeranfragen zum Thema Pflege werden und verfügbare Pflegeressourcen transparent aufzeigen. Besonders begrüße ich den Einsatz von über den Landkreis verteilten und damit nahe am Menschen tätigen Pflegelotsen – auch bekannt als ‚Gemeindeschwestern‘. Sie sind Ansprechpartner für Fragen rund um das Thema Pflege und ein Bindeglied zu Hilfeleistungen. So können sie etwa helfen, individuelle Versorgungslücken aufzudecken und zu schließen, indem sie aktiv auf Pflegebedürftige und von Pflegebedürftigkeit bedrohte Menschen zugehen. Zudem werden Themen wie die Digitalisierung der Pflege und die Fachkräftesicherung im Rahmen des ‚Kompetenzcenters Pflege‘ mitgedacht und vorangetrieben.“

Gerlach fügte hinzu: „Ich begrüße ausdrücklich, dass digitale Hilfsmittel sinnvoll genutzt werden, um Abläufe effizienter zu gestalten. Beispielsweise erhalten Bürgerinnen und Bürger über eine digitale Plattform rund um die Uhr Zugang zu Informationen über Pflegeangebote, Fördermöglichkeiten, Schulungen und weitere Unterstützungsangebote – auch außerhalb der Öffnungszeiten der zentralen Beratungsstelle. Ein integrierter Chatbot kann zudem rund um die Uhr Fragen beantworten. Das spart wertvolle Zeit, die für die Pflege eingesetzt werden kann.“

Die Ministerin unterstrich: „Das ‚Kompetenzcenter Pflege‘ in Kronach ist ein positives Beispiel dafür, wie ein Landkreis die pflegerische Versorgung vor Ort aktiv gestaltet. Bislang ist im Rahmen unserer Förderrichtlinie ‚GutePflegeFöR‘ kein vergleichbares landkreisweit gedachtes Versorgungskonzept eingegangen. Ich rufe daher ausdrücklich auch andere Kommunen dazu auf, sich mit innovativen Ideen auf den Weg zu machen!“