Ein Mitarbeiter steht vor der neu eingerichteten Schwerpunktpraxis in Deggendorf

Maßnahmen

Durch das Virus SARS-CoV-2 besteht weltweit, deutschlandweit und bayernweit eine sehr dynamische und ernst zu nehmende Situation. Da weder eine Impfung noch derzeit eine spezifische Therapie zur Verfügung stehen, müssen alle Maßnahmen ergriffen werden, um die Ausbreitung zu verlangsamen, damit die Belastung für das Gesundheitswesen reduziert und die medizinische Versorgung sichergestellt werden.

Wir wollen alles dafür tun, damit Kitas und Schulen weiter offen bleiben und die Bürgerinnen und Bürger ihrer Arbeit nachgehen können. Aber das geht nur, wenn jeder verantwortungsbewusst handelt und mitmacht. Denn die Infektionszahlen lassen keinen Zweifel: Die Lage ist weiterhin ernst!
Melanie Huml, Staatsministerin

Ältere Menschen und Risikogruppen schützen

Aufnahmestopp für stationäre Einrichtungen der Pflege und für Menschen mit Behinderung aufgehoben

In der Kabinettssitzung vom 19. Mai 2020 wurde beschlossen, dass der bislang bestehende grundsätzliche Aufnahmestopp für stationäre Einrichtungen der Pflege und für Menschen mit Behinderung ab dem 25. Mai 2020 unter Auflagen aufgehoben wird. Das Bayerische Gesundheitsministerium hat eine entsprechende Allgemeinverfügung erlassen. Wegen der besonderen Gefährdung von Pflegebedürftigen und der oft schweren Krankheitsverläufe erfordert diese Erleichterung jedoch zukünftig individuelle Aufnahmekonzepte der betroffenen Einrichtungen. Das stärkt auch die Verantwortung der Einrichtungsträger in der Corona-Pandemie.

Voraussetzung für eine Aufnahme sowie die Rückverlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern ist demnach ein einrichtungsindividuelles Schutz- und Hygienekonzept, das den größtmöglichen Schutz der Bewohnerinnen und Bewohner und des Personals gewährleistet. Zuweisende Einrichtungen können durch eine nachweislich angewandte Schutzisolation, Testungen und bei vorhandener Symptomfreiheit der künftigen Bewohnerinnen und Bewohner den Aufnahmeprozess nachhaltig unterstützen. Dies gilt auch für geplante Aufnahmen aus der Häuslichkeit und für Rückverlegungen.

Vor jeder Aufnahme von neuen Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeinrichtungen und in stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe (gemeinschaftliches Wohnen) sowie vor jeder Rückverlegung von Bewohnerinnen und Bewohnern nach einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus, einer Einrichtung der Vorsorge oder Rehabilitation soll eine molekularbiologische Testung auf das Coronavirus SARS-CoV-2 nach folgenden Maßgaben durchgeführt werden: Die Träger der jeweiligen Einrichtung sind gehalten, vor allen Neuaufnahmen oder Rückverlegungen Zeit und Ort für die Durchführung der Testung in Abstimmung mit der oder dem Betroffenen zu organisieren. Die Testung ist durch einen vom öffentlichen Gesundheitsdienst beauftragten Leistungserbringer vorzunehmen. Der aufnehmenden Einrichtung ist durch Vorlage des Testergebnisses zu bestätigen, dass keine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 vorliegt. Auf Testungen, welche im Krankenhaus oder auf eigene Initiative des oder der Betroffenen veranlasst wurden, kann zurückgegriffen werden. Das Vorliegen eines negativen Testergebnisses kann im Rahmen des Schutz- und Hygienekonzepts berücksichtigt werden, um im Einzelfall eine interessensgerechte Ausgestaltung der Maßnahmen zu gewähren.

Alle Personen, die sich in der Pflegeeinrichtung befinden, sollen einen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen; ausgenommen sind insbesondere Besucherinnen und Besucher, für die bereits nach anderen Vorschriften eine Maskenpflicht gilt und Bewohnerinnen und Bewohner, denen das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist. Alle Personen, die sich in der stationären Einrichtungen der Eingliederungshilfe befinden, sollen, soweit im Einzelfall möglich, einen mehrlagigen Mund-Nasen-Schutz (MNS) tragen; ausgenommen sind insbesondere Kinder bis zum sechsten Geburtstag, Bewohnerinnen und Bewohner, denen das Tragen eines Mund- Nasen-Schutzes aufgrund einer Behinderung oder aus gesundheitlichen Gründen nicht zumutbar ist und Besucherinnen und Besucher, für die bereits nach anderen Vorschriften eine Maskenpflicht gilt.

Ergänzend werden auch verdachtsunabhängige Testungen von Personal sowie von Bewohnerinnen und Bewohnern in Pflegeeinrichtungen intensiviert. Die getroffenen Maßnahmen unterliegen einer ständigen Evaluation und müssen situationsabhängig angepasst werden.

Die zuständigen Gesundheitsämter sowie die zuständigen Fachstellen für Pflege- und Behinderteneinrichtung Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) unterstützen und beraten die Einrichtungen bei Bedarf bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie.

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat entsprechende Handlungsempfehlungen zur Aufnahme in Alten- und Pflegeheime und stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung erarbeitet und zur Verfügung gestellt.

Staatsministerin Melanie Huml im Gespräch vor Ort mit Pflegekräften

Handlungsanweisungen für Alten- und Pflegeheime und stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe (gemeinschaftliches Wohnen)

Das Bayerische Gesundheitsministerium hat Handlungsanweisungen für Alten- und Pflegeheime sowie für stationäre Einrichtungen der Eingliederungshilfe entwickelt:

  • Jede Pflegeeinrichtung hat einen Pandemiebeauftragten zu benennen, der bei einem Infektionsgeschehen alle Maßnahmen koordiniert und Ansprechpartner für die Behörden ist.
  • Bereits bei dem Verdacht auf eine übertragbare Erkrankung müssen geeignete Präventions- und Schutzmaßnahmen eingeleitet werden.
  • Um Infektionsketten rasch unterbinden zu können, sieht das Konzept außerdem vor, betroffene Bewohnerinnen und Bewohner umgehend zu isolieren und/oder Erkrankte in Krankenhäuser oder andere Einrichtungen zu verlegen. Vor Ort arbeiten das Gesundheitsamt, das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) sowie die Fachstelle für Pflege- und Behinderteneinrichtungen – Qualitätsentwicklung und Aufsicht (FQA) – eng zusammen.

Zur Unterstützung der Strategien zur Eindämmung während der SARS-CoV-2-Pandemie in der Langzeitpflege wurde ein verbandsunabhängiges Expertengremium einberufen, dem Fachexperten unterschiedlicher Wissenschaftsdisziplinen, der Pflegepraxis sowie dem Pflegemanagement angehören. Die Fachexpertinnen und Fachexperten bewerten, im wöchentlichen Sitzungsturnus, Vorschläge für eine nachhaltige Implementierung von wirksamen Maßnahmen zur Vermeidung und Unterbrechung von Infektionsketten und erarbeiten Handlungsempfehlungen, unter Berücksichtigung der Perspektive von Personen mit Pflegebedarf und deren An- und Zugehörigen.

Die Handlungsanweisungen für Alten- und Pflegeheime und stationäre Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, die Leistungen der Eingliederungshilfe über Tag und Nacht erbringen, stellt das Bayerischen Gesundheitministerium zur Verfügung.

Ansprechpartner für häusliche Pflege

Pflegenden Angehörigen stehen neben der Pflegeberatung der Pflegekassen, Pflegestützpunkten und weiteren regionalen Beratungsstellen darüber hinaus die rund 100 Fachstellen für pflegende Angehörige für eine Beratung zur Verfügung. Diese seit 20 Jahren in Bayern existierenden Fachstellen haben sich als wichtige Anlaufstellen für pflegende Angehörige etabliert. Alle Fachstellen für pflegende Angehörige wurden vom Bayerischen Gesundheitsministerium auf die besondere Situation hingewiesen und gebeten, ihre Beratungen insbesondere per Telefon und E-Mail anzubieten, damit pflegende Angehörige ohne Ansteckungsrisiko auch weiterhin auf die Expertise zurückgreifen können.

Beschäftigungs- und Betreuungsverbot für Werkstätten für behinderte Menschen aufgehoben

Die tatsächlich geänderten Verhältnisse machen die Wiederaufnahme der regulären Beschäftigung und Betreuung in Werkstätten für behinderte Menschen möglich. Das Beschäftigungs- und Betreuungsverbot ist auf die Förderstätten begrenzt, in welchen eine meist besonders vulnerable Personengruppe betreut wird. In allen Interdisziplinären Frühförderstellen findet keine Therapie, Förderung und Beratung für Kinder und deren Familien statt, die einen unmittelbaren persönlichen Kontakt erfordert. In den Werkstätten für behinderte Menschen findet eine an die erforderlichen Hygiene- und Schutzmaßnahmen angepasste Beschäftigung und Betreuung für Menschen mit Behinderung statt. In den Einrichtungen sollen feste Arbeitsgruppen, wenn möglich unter Berücksichtigung der Fahrgruppen, gebildet werden. Ist eine feste Arbeitsgruppenbildung unter Berücksichtigung der Fahrgruppen nicht möglich oder nicht geeignet, stimmt die Einrichtung ein individuelles Konzept zur Bildung fester Arbeitsgruppen mit dem zuständigen Bezirk ab.

Details zu den einzelnen Regelungen finden Sie in der aktuellen Allgemeinverfügung zu Maßnahmen betreffend Werk- und Förderstätten für Menschen mit Behinderung, Frühförderstellen sowie Berufsbildungs- und Berufsförderungswerke.

Besuchsverbot in Alten- und Pflegeheimen, in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe  und in Krankenhäusern aufgehoben

Seit 29. Juni 2020 ist das allgemeine Besuchsverbot in Krankenhäusern und stationären Pflegeeinrichtungen, Intensivpflege-WGs, Altenheimen und Seniorenresidenzen sowie stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen aufgehoben und wurde durch die Besuchsregelungen der jeweiligen Einrichtung ersetzt. Dadurch können Einrichtungen deutlich mehr Besuche ermöglichen. Für Bewohnerinnen und Bewohner, ihre Angehörigen und Freunde bedeutet dies einen weiteren Schritt zu mehr Normalität. Gleichzeitig steht der Schutz der Gesundheit mit passgenauen Hygienekonzepten, der Maskenpflicht für alle Besucherinnen und Besucher und dem Gebot des Mindestabstands weiter an erster Stelle.

Demnach haben die Einrichtungen Schutz- und Hygienekonzepte auf der Grundlage der vom Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepte auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Schutz- und Hygienekonzepte, die nach dem 28. Juni 2020 fertiggestellt werden, sind von den Einrichtungen im Benehmen mit der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde auszuarbeiten.

Wesentliche Eckpunkte der Rahmenkonzepte sind

  • Einhalten von Mindestabständen und Hygieneregeln,
  • Berücksichtigung von Belangen der Bewohnerinnen und Bewohner bei Terminen,
  • Registrierung und Aufklärung beim Betreten,
  • bereichsbezogene Beschränkungen und Wege für Besucherinnen und Besucher,
  • sowie ein Betretungsverbot beim Vorliegen von Krankheitssymptomen.

Handlungsempfehlungen für Besuche in Einrichtungen der Pflege und Menschen mit Behinderung

Handlungsempfehlungen für Besuche in Krankenhäusern

Ansteckungsgefahr eindämmen

Ansteckungsgefahr durch Mund-Nasen-Bedeckung verringern

Eine Alltagsmaske oder einen Schal vor Mund und Nase zu tragen, schützt die Mitmenschen, sich mit dem neuartigen Coronavirus anzustecken. Verpflichtend ist dies insbesondere

  • für Personen ab dem siebten Lebensjahr (das heißt ab dem sechsten Geburtstag),
  • bei der Nutzung von Verkehrsmitteln des öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs und den hierzu gehörenden Einrichtungen. Dies gilt für Fahr- und Fluggäste sowie für das Kontroll- und Servicepersonal, soweit es in Kontakt mit Fahr- und Fluggästen kommt.
  • bei der Nutzung der Schülerbeförderung im freigestellten Schülerverkehr,
  • für das Personal, die Kunden und ihre Begleitpersonen in Betrieben des Groß- und Einzelhandels und Einkaufszentren,
  • in Dienstleistungsbetrieben (soweit diese geöffnet sein dürfen) mit Kundenverkehr für das Personal, die Kunden und ihre Begleitperson, mit der Maßgabe, dass die Maskenpflicht entfällt, soweit die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt,
  • für das Personal, die Kunden und deren Begleitperson an Verkaufsstellen auf Märkten,
  • für das Personal, die Patientinnen und Patienten und ihre Begleitperson in Arzt- und Zahnarztpraxen und in allen sonstigen Praxen, in denen medizinische, therapeutische und pflegerische Leistungen erbracht werden, mit der Maßgabe, dass die Maskenpflicht entfällt, soweit die Art der Leistung sie nicht zulässt,
  • Teilnehmerinnen und Teilnehmer von Gottesdiensten und Zusammenkünften anderer Glaubensgemeinschaften, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden sowie
  • während des praktischen Fahrschulunterrichts und praktischen Fahrschulprüfungen.

Entsprechend einer Vereinbarung von Bund und Ländern wurde auch im Fernverkehr eine Maskenpflicht für Fahrgäste und Personal, soweit es in Kontakt mit den Fahrgästen kommt, eingeführt.

Erweiterte Maskenpflicht

Eine erweiterte Maskenpflicht unabhängig von Inzidenzwerten besteht

  • auf von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegenden stark frequentierten öffentlichen Plätzen, auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen einschließlich der Fahrstühle von öffentlichen Gebäuden sowie von sonstigen öffentlich zugänglichen Gebäuden, für die in dieser Verordnung keine besonderen Regelungen vorgesehen sind,
  • auf den Begegnungs- und Verkehrsflächen der Arbeitsstätte, insbesondere in Fahrstühlen, Fluren, Kantinen und Eingängen; Gleiches gilt für den Arbeitsplatz, soweit der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht zuverlässig eingehalten werden kann.

Allerdings sollte dennoch darauf geachtet werden, möglichst einen Abstand von mindestens 1,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Außerdem bleibt es bei den üblichen Hygiene-Regeln.

Ausnahmen für die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung

Ausnahmen für die Maskenpflicht gelten für

  • Kinder bis zum sechsten Geburtstag
  • Personen, die glaubhaft machen können, dass ihnen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung aufgrund einer Behinderung, aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich oder unzumutbar ist.

Das Abnehmen der Mund-Nasen-Bedeckung ist zudem zulässig, solange es zu Identifikationszwecken oder zur Kommunikation mit Menschen mit Hörbehinderung erforderlich ist.

Sofern die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften oder an Rezeptionen durch transparente Schutzwände aus Acrylglas o.ä. zuverlässig geschützt werden, entfällt für sie die Pflicht zum dauerhaften Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung.

Das Bayerische Gesundheitsministerium stellt unverbindliche Hinweise zu Schutzmasken und selbst hergestellten Masken zur Verfügung:

Hinweise zu Schutzmasken und selbst hergestellten Masken

Tipps zum richtigen Verwenden der Alltags-Maske finden Sie in unseren FAQs zur Mund-Nasen-Bedeckung. Die sogenannte Maskenpflicht ermöglicht als zusätzlicher Baustein Erleichterungen der Regelungen des öffentlichen Lebens, die anlässlich der Corona-Pandemie erlassen wurden.

Ansteckungsgefahr durch schrittweise Öffnung von Betrieben eindämmen

Freizeit- und Kultureinrichtungen

Institutionen und Einrichtungen, die der Freizeitgestaltung zuzuordnen sind, bleiben geschlossen:

Kulturstätten:

  • Museen, Ausstellungen, Gedenkstätten, Objekte der Bayerischen Verwaltung der staatlichen Schlösser, Gärten und Seen und vergleichbare Kulturstätten,
  • Theater, Opern, Konzerthäuser, Bühnen, Kinos und ähnliche Einrichtungen,
  • zoologische und botanische Gärten.

Freizeiteinrichtungen:

  • Der Betrieb von Freizeitparks und vergleichbaren ortsfesten Freizeiteinrichtungen ist untersagt. Freizeitaktivitäten dürfen gewerblich weder unter freiem Himmel noch in geschlossenen Räumen angeboten werden.
  • Spielplätze unter freiem Himmel sind für Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen geöffnet. Die begleitenden Erwachsenen sind gehalten, jede Ansammlung zu vermeiden und wo immer möglich auf ausreichenden Abstand der Kinder zu achten.
  • Stadt- und Gästeführungen, Berg-, Kultur- und Naturführungen sowie Führungen in Schauhöhlen und Besucherbergwerken sind untersagt.
  • Der Betrieb von Seilbahnen, der Fluss- und Seenschifffahrt im Ausflugsverkehr sowie von touristischen Bahnverkehren und Flusskreuzfahrten sind untersagt.
  • Die Öffnung und der Betrieb von Badeanstalten, Hotelschwimmbädern, Thermen und Wellnesszentren sowie Saunen ist untersagt.
  • Bordellbetriebe, Prostitutionsstätten, Spielhallen, Spielbanken, Wettannahmestellen, Clubs, Diskotheken, sonstige Vergnügungsstätten und vergleichbare Freizeiteinrichtungen sind geschlossen.

Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen zu verzichten. Das gilt im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge.

Messen, Kongresse und Tagungen

Messen, Kongresse und Tagungen können vorerst nicht mehr stattfinden.

Veranstaltungen, Versammlungen und Gottesdienste

Veranstaltungen

Vorbehaltlich speziellerer Regelungen in dieser Verordnung sind Veranstaltungen, Versammlungen, soweit es sich nicht um Versammlungen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes (BayVersG), Ansammlungen sowie öffentliche Festivitäten landesweit untersagt. Ausnahmegenehmigungen können auf Antrag von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde erteilt werden, soweit dies im Einzelfall aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist.

Jeder wird angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren und den Personenkreis möglichst konstant zu halten. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Wo die Einhaltung des Mindestabstands im öffentlichen Raum nicht möglich ist, soll eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In geschlossenen Räumlichkeiten ist stets auf ausreichende Belüftung zu achten.

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet

  • mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie
  • zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird.

Dies gilt nicht für berufliche und dienstliche Tätigkeiten sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, bei denen ein Zusammenwirken mehrerer Personen zwingend erforderlich ist.

Das Feiern auf öffentlichen Plätzen und Anlagen ist unabhängig von der Zahl der anwesenden Personen untersagt.

Gottesdienste

Für Gottesdienste gilt nach § 6 Satz 1 der 8. BayIfSMV), dass diese unter Einhaltung der folgenden Voraussetzungen zulässig sind.

Bei Gottesdiensten und Zusammenkünften gilt:

  • in Gebäuden bestimmt sich die zulässige Höchstteilnehmerzahl nach der Anzahl der vorhandenen Plätze, bei denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu anderen Plätzen gewahrt wird; zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ist, soweit diese nicht demselben Hausstand sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands, angehören, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird. grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern einzuhalten.
  • im Freien ist grundsätzlich zwischen Personen, die nicht demselben Hausstand sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands angehören, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird, ein Mindestabstand von 1,5 Metern zu wahren. Für die Besucherinnen und Besucher gilt Maskenpflicht, solange sie sich nicht an ihrem Platz befinden. Weiterhin muss ein Infektionsschutzkonzept für Gottesdienste oder Zusammenkünfte bestehen, das die je nach Glaubensgemeinschaft und Ritus möglichen Infektionsgefahren minimiert; das Infektionsschutzkonzept ist auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen .

Öffentliche Versammlungen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes

Bei Versammlungen unter freiem Himmel im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes (BayVersG) muss zwischen allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt und jeder Körperkontakt mit anderen Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern oder Dritten vermieden werden.

Die nach Art. 24 Abs. 2 BayVersG zuständigen Behörden haben, soweit dies im Einzelfall erforderlich ist, durch entsprechende Beschränkungen nach Art. 15 BayVersG sicherzustellen, dass

  • die Bestimmungen nach Satz 1 eingehalten werden und
  • die von der Versammlung ausgehenden Infektionsgefahren auch im Übrigen auf ein infektionsschutzrechtlich vertretbares Maß beschränkt bleiben; davon ist in der Regel auszugehen, wenn die Versammlung nicht mehr als 200 Teilnehmer hat und ortsfest stattfindet.

Jedenfalls ab einer Teilnehmerzahl von 200 Personen ist in der Regel Maskenpflicht anzuordnen.
Sofern die Anforderungen auch durch Beschränkungen nicht sichergestellt werden können, ist die Versammlung zu verbieten.

Versammlungen in geschlossenen Räumen im Sinne des Bayerischen Versammlungsgesetzes sind unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

  • Der Veranstalter hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass zwischen allen Teilnehmern grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten und jeder Körperkontakt mit anderen Versammlungsteilnehmerinnen und -teilnehmern oder Dritten vermieden werden kann.
  • Unter Beachtung der Anforderungen sind höchstens 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugelassen.
  • Der Veranstalter hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Gastronomie

Gastronomiebetriebe jeder Art sind untersagt. Zulässig sind die Abgabe und Lieferung von mitnahmefähigen Speisen und Getränken.

Die Abgabe von alkoholischen Getränken an Tankstellen und durch sonstige Verkaufsstellen und Lieferdienste ist in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr untersagt.

Der Konsum von Alkohol ist auf von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegenden stark frequentierten öffentlichen Plätzen in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr untersagt.

Betriebskantinen

Zulässig ist der Betrieb von nicht öffentlich zugänglichen Betriebskantinen, wenn gewährleistet ist, dass zwischen allen Gästen, die nicht demselben Hausstand sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands angehören, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird (, ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird. Der Betreiber hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Abgabe von Speisen und Getränken und Innen- und Außenbereich

Die Abgabe von Speisen und Getränken zum Verzehr an Ort und Stelle ist untersagt.

Diskotheken und vergleichbare Einrichtungen

Diskotheken und vergleichbare Einrichtungen dürfen nicht betrieben werden.

Hotellerie

Übernachtungsangebote dürfen von Hotels, Beherbergungsbetrieben, Schullandheimen, Jugendherbergen, Campingplätzen und allen sonstigen gewerblichen Unterkünften nur für glaubhaft notwendige, insbesondere für berufliche und geschäftliche Zwecke zur Verfügung gestellt werden.

Übernachtungsangebote zu touristischen Zwecken sind untersagt.

Für Übernachtungsangebote für berufliche und geschäftliche Zwecke gilt:

  • Der Betreiber hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass
    • zwischen Gästen, die nicht demselben Hausstand sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands angehören, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird ,
    • und zwischen Gästen und Personal grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.
  • Gäste, die nicht demselben Hausstand sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands angehören, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird, dürfen nicht zusammen in einem Zimmer oder einer Wohneinheit untergebracht werden.
  • Für das Personal im Servicebereich oder in Bereichen, in denen ein Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann, sowie für die Gäste, solange sie sich nicht am Tisch des Restaurantbereichs oder in ihrer Wohneinheit befinden, gilt Maskenpflicht; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal.
  • Der Betreiber hat ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines von den Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts für Beherbergungsbetriebe auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.
  • Der Betreiber hat die Kontaktdaten der Gäste zu erheben.

Die Abgabe von alkoholischen Getränken an Tankstellen und durch sonstige Verkaufsstellen und Lieferdienste ist in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr untersagt.

Der Konsum von Alkohol ist auf von der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde festzulegenden stark frequentierten öffentlichen Plätzen in der Zeit von 22 Uhr bis 6 Uhr untersagt.

Möglich ist die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause beziehungsweise auf dem Zimmer.

Sport und Spielplätze

Spielplätze

Spielplätze unter freiem Himmel sind für Kinder nur in Begleitung von Erwachsenen geöffnet. Die begleitenden Erwachsenen sind gehalten, jede Ansammlung zu vermeiden und wo immer möglich auf ausreichenden Abstand der Kinder zu achten.

Sportausübung

Die Ausübung von Individualsporten ist nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt. Die Ausübung von Mannschaftssportarten ist untersagt.

Der Wettkampf- und Trainingsbetrieb der Berufssportlerinnen und Berufssportler sowie der Leistungssportlerinnen und Leistungssportler der Bundes- und Landeskader ist unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

  • Die Anwesenheit von Zuschauerinnen und Zuschauer ist ausgeschlossen.
  • Es erhalten nur solche Personen Zutritt zur Sportstätte, die für den Wettkampf- oder Trainingsbetrieb oder die mediale Berichterstattung erforderlich sind.
  • Der Veranstalter hat zur Minimierung des Infektionsrisikos ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und zu beachten, das auf Verlangen den zuständigen Behörden vorzulegen ist.

Der Betrieb und die Nutzung von Sporthallen, Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und anderen Sportstätten ist nur unter freiem Himmel und nur allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands erlaubt.

Handels- und Dienstleistungsbetriebe

Betriebe des Groß- und Einzelhandels mit Kundenverkehr und einzelne Ladengeschäfte

Für Betriebe des Groß- und Einzelhandels mit Kundenverkehr gilt:
  • Der Betreiber hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kundinnen und Kunden eingehalten werden kann.
  • Der Betreiber hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass die Zahl der gleichzeitig im Ladengeschäft anwesenden Kundinnen und Kunden nicht höher ist als eine Kundin beziehungsweise ein Kunde je zehn Quadratmeter Verkaufsfläche.
  • Für das Personal, die Kundinnen und Kunden sowie ihre Begleitpersonen gilt Maskenpflicht; soweit in Kassen- und Thekenbereichen von Ladengeschäften durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal.
  • Der Betreiber hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.
Für Einkaufszentren gilt:

Hinsichtlich der einzelnen Ladengeschäfte gelten dieselben Voraussetzungen wie für Betriebe des Groß- und Einzelhandels mit Kundenverkehr, ebenso für die verbindenden Kundenpassagen mit der Maßgabe, dass das Schutz- und Hygienekonzept die gesamten Kundenströme des Einkaufszentraums berücksichtigen muss.

Dienstleistungsbetriebe mit Kundenverkehr

Für Dienstleistungsbetriebe mit Kundenverkehr gilt, dass die Betreiberin beziehungsweise der Betreiber durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen hat, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kunden eingehalten werden kann. Für das Personal, die Kunden und ihre Begleitpersonen gilt Maskenpflicht; soweit in Kassen- und Thekenbereichen durch transparente oder sonst geeignete Schutzwände ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet ist, entfällt die Maskenpflicht für das Personal. Die Maskenpflicht entfällt auch, soweit die Art der Dienstleistung sie nicht zulässt. Die Betreiberin oder der Betreiber hat ein Schutz‐ und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen. Friseursalons sind unter denselben Voraussetzungen zulässig.

Dienstleistungen, bei denen eine körperliche Nähe zum Kunden unabdingbar ist, sind untersagt (zum Beispiel Kosmetikstudios, Massagepraxen, Tattoo-Studios).

Wochenmärkte

Gestattet sind Wochenmärkte und andere Märkte

  • zum Warenverkauf unter freiem Himmel,
  • die keinen Volksfestcharakter aufweisen und keine großen Besucherströme anziehen, insbesondere kleinere traditionelle Kunst- und Handwerkermärkte, Töpfermärkte und Flohmärkte.

Der Veranstalter muss ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage des von den Staatsministerien für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie und für Gesundheit und Pflege bekannt gemachten Rahmenkonzepts ausarbeiten. Der Betreiber hat durch geeignete Maßnahmen sicherzustellen, dass grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern zwischen den Kundinnen und Kunden eingehalten werden kann.

Es besteht Maskenpflicht für Kundinnen und Kunden sowie ihre Begleitpersonen. Für das Verkaufspersonal entfällt die Maskenpflicht, falls durch geeignete Schutzwände im Kassen- oder Thekenbereich ein zuverlässiger Infektionsschutz gewährleistet werden kann.

Unterhaltende Tätigkeiten, Festzelte und künstlerische Darbietungen sind nicht zulässig. Es gibt allerdings die Möglichkeit der Ausnahmegenehmigung durch die zuständigen Kreisverwaltungsbehörden.

Ansteckungsgefahr durch Quarantänemaßnahmen für Einreisende eindämmen

Die Einreise-Quarantäneverordnung (EQV) vom 5. November 2020 bestimmt, dass Personen, die in den Freistaat Bayern einreisen und sich innerhalb von zehn Tagen vor der Einreise in einem vom Robert Koch-Institut veröffentlichten Risikogebiet aufgehalten haben, verpflichtet sind, sich unverzüglich nach der Einreise auf direktem Weg in die eigene Wohnung oder eine andere geeignete Unterkunft zu begeben und sich für einen Zeitraum von zehn Tagen nach ihrer Einreise ständig dort abzusondern.

Eine Verkürzung der Quarantänedauer kann durch einen negativen Coronatest frühestens nach fünf Tagen erfolgen.

Die betroffenen Personen sind verpflichtet, die jeweils zuständige Kreisverwaltungsbehörde zu kontaktieren und auf ihre Verpflichtung zur häuslichen Quarantäne hinzuweisen. Die Kontaktaufnahme soll dabei vorrangig durch die Digitale Einreiseanmeldung erfolgen.

Davon nicht erfasst sind insbesondere Personen:

  • die beruflich bedingt grenzüberschreitend Personen, Waren und Güter auf der Straße, der Schiene, per Schiff oder per Flugzeug transportieren,
  • Personen, die in einem Risikogebiet ihren Wohnsitz haben und die sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder ihrer Ausbildung (umfasst auch den Schulbesuch) in den Freistaat Bayern begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren (Grenzgänger)
  • Personen, die im Freistaat Bayern ihren Wohnsitz haben und die sich zwingend notwendig zum Zweck ihrer Berufsausübung, ihres Studiums oder Ausbildung (umfasst auch den Schulbesuch)an ihre Berufsausübungs-, Studien- oder Ausbildungsstätte in ein Risikogebiet begeben und regelmäßig, mindestens einmal wöchentlich, an ihren Wohnsitz zurückkehren (Grenzpendler). Grenzpendler benötigen eine Bescheinigung des Arbeitgebers, Auftraggebers oder der Bildungseinrichtung, dass die Tätigkeit die zwingende Notwendigkeit ist.
  • deren Tätigkeit für die Aufrechterhaltung der Funktionsfähigkeit des Gesundheitswesens, der öffentlichen Sicherheit und Ordnung, der Pflege diplomatischer und konsularischer Beziehungen, der Funktionsfähigkeit des Rechtswesens, der Funktionsfähigkeit von Volksvertretung, Regierung und Verwaltung des Bundes, der Länder oder der Kommunen, der Funktionsfähigkeit der Organe der Europäischen Union und internationaler Organisationen zwingend notwendig ist,
  • die sich im Rahmen ihrer Tätigkeit als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Luft-, Schiffs-, Bahn- oder Busverkehrsunternehmen oder als Besatzung von Flugzeugen, Schiffen, Bahnen und Bussen außerhalb des Bundesgebiets aufgehalten haben,
  • die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst in das Bundesgebiet einreisen,
  • die sich weniger als 24 Stunden im Ausland aufgehalten haben und deren Aufenthalt im Ausland nicht der privaten Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung, einem Sportereignis, einer öffentlichen Festivität oder einer sonstigen Freizeitveranstaltung gedient hat,
  • die einen sonstigen triftigen Reisegrund haben; hierzu zählen insbesondere soziale Aspekte wie etwa ein geteiltes Sorgerecht, der Besuch des nicht unter dem gleichen Dach wohnenden Lebenspartners, dringende medizinische Behandlungen oder Beistand oder Pflege schutzbedürftiger Personen,
  • die ausschließlich zur Durchreise nach Bayern einreisen.

Weitere Ausnahmen und Details entnehmen Sie bitte der Einreise-Quarantäneverordnung (EQV). Voraussetzung für eine Ausnahme von der Quarantänepflicht ist jedenfalls immer, dass die betroffene Person keine Symptome hat, die auf eine Coronainfektion hindeuten.

Ansteckungsgefahr durch schrittweise Öffnung von Kindertageseinrichtungen und Schulen eindämmen

Kindertageseinrichtungen

Seit 1. September 2020 findet die Kindertagesbetreuung im Regelbetrieb statt. Kinder mit milden Krankheitssymptomen wie Schnupfen ohne Fieber können ab diesem Zeitpunkt wieder in ihre Kitas gehen. Das bedeutet, dass alle Kinder ihre Kindertageseinrichtungen (Kitas), Kindertagespflegestellen oder Heilpädagogischen Tagesstätten wieder regulär besuchen dürfen, sofern sie

  • keine Symptome einer akuten, übertragbaren Krankheit aufweisen (davon ausgenommen sind Kinder, die milde Krankheitssymptome, wie zum Beispiel leichter Schnupfen ohne Fieber, aufweisen),
  • nicht in Kontakt zu einer infizierten Person stehen beziehungsweise seit dem Kontakt mindestens 14 Tage vergangen sind und
  • keiner sonstigen Quarantänemaßnahme unterliegen.

Hier finden Sie ein Flowchart zum Vorgehen bei Erkrankungen in Schulen und Kitas (+Personal).

Es gilt weiterhin, ein Schutz- und Hygienekonzept zu beachten. Der Rahmen-Hygieneplan gibt Ziele sowie einen Orientierungsrahmen vor.

Das Konzept zur Wiederaufnahme des Regelbetriebs sieht Stufen bei Verschlechterung des Infektionsgeschehens vor. Dabei sollen zunächst vorrangig lokale Einschränkungen greifen, um die Einschränkungen für Familien möglichst gering zu halten bei bestmöglichem Infektionsschutz.

Stufe 1: Regelbetrieb bei stabilem Infektionsgeschehen

Die Kinder sollen mit möglichst wenig Einschränkungen die Kindertageseinrichtung beziehungsweise Kindertagespflegestelle besuchen können. Im Regelbetrieb müssen die Einrichtungen weiterhin ein Schutz- und Hygienekonzept einhalten, das sich an dem Rahmen-Hygieneplan Corona des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) orientiert. Ziel ist es, dass die Träger ihr Schutz- und Hygienekonzept vor Ort entsprechend der Personalausstattung, der Anzahl und der Größe der Räume sowie der Anzahl und des Alters der Kinder noch individueller ausgestalten können. Das schafft Flexibilität vor Ort. Zudem sollen offene Betreuungskonzepte wieder zugelassen werden.

Stufe 2: Eingeschränkter Betrieb bei verschlechtertem Infektionsgeschehen

Um auf steigende Coronavirus-Zahlen zu reagieren und eine Verbreitung des Virus zu verlangsamen, sollen Einschränkungen vorrangig lokal beziehungsweise regional begrenzt erfolgen. Zudem soll möglichst ein eingeschränkter Betrieb mit reduzierten Gruppengrößen möglich bleiben, dessen Rahmen die Träger ausgestalten können. Schließungen von Kindertageseinrichtungen bleiben das letzte Mittel und werden auf das infektionsschutzmäßig unbedingt nötige Mindestmaß begrenzt. Die Entscheidung über eine Reduzierung von Gruppengrößen und die anzubietende Notbetreuung trifft bei lokal begrenzten Ausbrüchen des Coronavirus das jeweils zuständige Gesundheitsamt, bei Bedarf in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt. Die individuelle Ausgestaltung der Betreuung erfolgt dann vor Ort von den Trägern in Abstimmung mit den Eltern, insbesondere dem Elternbeirat. So könnten die Kinder den Betreuungspersonen etwa in kleinen Gruppen fest zugeordnet oder die Betreuungszeiten der Kinder angepasst werden, etwa in Schichtmodellen.

Stufe 3: Eingeschränkte Notbetreuung bei starker Verschlechterung des Infektionsgeschehens

Wenn das Infektionsgeschehen sich stark verschlechtert, muss eine Notbetreuung in einer Art „Baukastensystem“ in Abhängigkeit vom jeweiligen Infektionsgeschehen angeboten werden. Auch hier erfolgt die Entscheidung, welche Gruppen in der Notbetreuung betreut werden, bei lokal begrenzten Ausbrüchen auf örtlicher Ebene nach einer vorgegebenen Priorisierung (zum Beispiel Kinder mit Eltern in kritischer Infrastruktur) durch das Gesundheitsamt, bei Bedarf in Abstimmung mit dem örtlichen Jugendamt. Sollte eine Einschränkung des Betriebs der Kindertagesbetreuung notwendig werden, sollen auch wieder Eltern-Betreuungsgruppen möglich sein, in denen sich mehrere Familien gegenseitig bei der privaten Betreuung der Kinder unterstützen können.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales.

Schulen

Schulen

Seit 8. September 2020 findet unter umfassenden Hygieneauflagen der Regelbetrieb in Schulen statt. Von zentraler Bedeutung ist dabei – neben einem Konzept zur Lüftung der Unterrichtsräume, dass das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckung (MNB) für alle Personen auf dem Schulgelände verpflichtend ist. Ausnahmen von dieser Pflicht sind in begründeten Fällen möglich.

Hier finden Sie ein Flowchart zum Vorgehen bei Erkrankungen in Schulen und Kitas (+Personal).

Unterricht und sonstige Schulveranstaltungen sowie die Mittagsbetreuung an Schulen im Sinne des Bayerischen Gesetzes über das Erziehungs- und Unterrichtswesen (BayEUG) sind zulässig, wenn durch geeignete Maßnahmen sichergestellt ist, dass dem Infektionsschutz Rechnung getragen wird.

Zu diesem Zweck haben die Schulen und die Träger der Mittagsbetreuung ein Schutz- und Hygienekonzept auf der Grundlage eines ihnen von den Staatsministerien für Unterricht und Kultus und für Gesundheit und Pflege zur Verfügung gestellten Hygieneplans (Rahmenhygieneplan) auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.

Ausgenommen von der Maskenpflicht sind

  • Schülerinnen und Schüler nach Genehmigung des aufsichtführenden Personals aus zwingenden pädagogisch-didaktischen oder schulorganisatorischen Gründen,
  • Schulverwaltungspersonal nach Erreichen des jeweiligen Arbeitsplatzes, sofern nicht weitere Personen anwesend sind.

Wird der Verpflichtung nicht nachgekommen, soll die Schulleiterin oder der Schulleiter die Person des Schulgeländes verweisen; für Schülerinnen und Schüler gilt dies nur ab der Jahrgangsstufe 5. Die zuständige Kreisverwaltungsbehörde kann in begründeten Einzelfällen Ausnahmen von der Maskenpflicht am Platz zulassen, soweit dies aus infektionsschutzrechtlicher Sicht vertretbar ist.

Weitere Informationen finden Sie hier:

Musikschulen

Unterricht an Musikschulen darf nur erteilt werden, wenn zwischen allen Beteiligten ein Mindestabstand von 1,5 Metern, bei Blasinstrumenten und Gesang ein Mindestabstand von 2 Metern gewahrt ist. Dies gilt entsprechend für Musikunterricht außerhalb von Schulen.

Fahrschulen

Für theoretischen Fahrschulunterricht, Nachschulungen, Eignungsseminare sowie theoretische Fahrprüfungen gilt, dass zwischen allen Beteiligten ein Mindestabstand von 1,5 Metern gewahrt werden muss. Es besteht Maskenpflicht, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen, sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz. Für Prüfungen gilt: Soweit die Einhaltung des Mindestabstands aufgrund der Art der Prüfung/des Unterrichts nicht möglich ist, sind gleichermaßen wirksame anderweitige Schutzmaßnahmen zu treffen. Für den praktischen Fahrschulunterricht und für praktische Fahrprüfungen gilt Maskenpflicht.

Hochschulen

Präsenzveranstaltungen an den Hochschulen sind unter folgenden Voraussetzungen zulässig:

  • Die Hochschule stellt durch geeignete Maßnahmen sicher, dass zwischen allen Beteiligten grundsätzlich ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird.
  • Es besteht Maskenpflicht, soweit der Mindestabstand nicht zuverlässig eingehalten werden kann, insbesondere in Verkehrs- und Begegnungsbereichen, sowie bei Präsenzveranstaltungen am Platz.
  • Unter Beachtung des Mindestabstandes und der Maskenpflicht sind zu Präsenzveranstaltungen höchstens 200 Personen zugelassen.
  • Die Hochschule hat ein Schutz- und Hygienekonzept auszuarbeiten und auf Verlangen der zuständigen Kreisverwaltungsbehörde vorzulegen.
  • Die Hochschule hat in diesem Konzept auch geeignete Maßnahmen vorzusehen, um eine Nachverfolgung von Kontaktpersonen zu ermöglichen.

Bibliotheken, Archive

In öffentlichen Bibliotheken einschließlich Leih‐und Hochschulbibliotheken sowie Archiven ist sicherzustellen, dass grundsätzlich zwischen den Nutzern ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten kann.

Elternhilfe Corona nach § 56 Abs. 1a IfSG

Antrag auf Entschädigung beziehungsweise Erstattung nach § 56 Abs. 1a des Gesetzes zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen (Infektionsschutzgesetz – IfSG)

Antragstellung

  • Ist die erwerbstätige sorgeberechtigte Person Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer, stellt den Antrag die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber.
  • Ist die erwerbstätige sorgeberechtigte Person Selbstständige oder Selbstständiger, stellt den Antrag die Selbstständige oder der Selbstständige selbst.

Anspruchsberechtigung

Ein Anspruch auf Leistungen nach § 56 Abs. 1 IfSG ist ab 30. März 2020 gegeben. Voraussetzung für den Anspruch auf Entschädigung beziehungsweise Erstattung nach § 56 Abs. 1a IfSG ist, dass für die erwerbstätige sorgeberechtigte Person keine anderweitige zumutbare Betreuungsmöglichkeit bestanden hat.

Nach § 56 Abs. 1a IfSG werden erwerbstätige Eltern von Kindern, die jünger als zwölf Jahre oder behindert und auf Hilfe angewiesen sind, entschädigt, wenn sie

  • aufgrund einer unter anderem zum Zweck der Eindämmung von Infektionen behördlich angeordneten zeitweisen Schließung von Betreuungseinrichtungen oder Schulen ihre Kinder selbst betreuen müssen, weil eine andere zumutbare Betreuung nicht möglich ist,
  • und sie dadurch ein Verdienstausfall erleiden.

Ausführliche Informationen zur Elternhilfe Corona nach § 56 Abs. 1a IfSG erhalten Sie hier.

Online-Antrag

Den Antrag auf Entschädigung beziehungsweise Erstattung nach § 56 Abs. 1a IfSG können Sie ganz bequem online stellen:

Bitte beachten Sie folgende Warnhinweise der Financial Intelligence Unit (FIU).

Vereinfachtes Zulassungsverfahren für die Landarztquote

Die Zulassung der Bewerberinnen und Berwerber zur Landarztquote ist– einmalig auf das Wintersemester 2020/2021 begrenzt – ausschließlich nach der in der ersten Stufe des Auswahlverfahrens ermittelten Rangliste erfolgt. Damit sollte eine Gesundheitsgefährdung der beteiligten Prüferinnen und Prüfer sowie Bewerberinnen und Bewerber bei Auswahlgesprächen ausgeschlossen werden.

Die Rangliste auf der ersten Stufe wurde aus den Ergebnissen eines strukturierten fachspezifischen Studieneignungstests ermittelt. Eine etwaige abgeschlossene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf und dessen Ausübung wurde ebenso auf der ersten Stufe des Auswahlverfahrens berücksichtigt. Berücksichtigt wurde auch eine mindestens einjährige Tätigkeit nach dem Bundesfreiwilligendienstgesetz oder dem Jugendfreiwilligendienstgesetz oder eine mindestens zweijährige aktive Ausübung einer ehrenamtlichen Tätigkeit, die über die besondere Eignung für den Studiengang Medizin Aufschluss geben.

Bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern werden für Studierende vorgehalten, die ein besonderes Interesse an der hausärztlichen Tätigkeit im ländlichen Raum haben –
das sind rund 110 Studienplätze jährlich. Dafür verpflichten sie sich, später mindestens zehn Jahre lang als Hausärztin oder Hausarzt in einer Region zu arbeiten, die medizinisch
unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist. Es ist zu erwarten, dass viele dabei eine enge Bindung an ihren Arbeitsort aufbauen und auch nach den zehn Jahren dortbleiben werden.

Die App ist unser digitales Gedächtnis im Kampf gegen die Pandemie. Sie merkt sich unsere Begegnungen – auch mit Menschen, die wir nicht persönlich kennen. Das können zum Beispiel Menschen sein, denen wir in Bus oder Bahn begegnen. Wenn eine Nutzerin oder ein Nutzer sich als infiziert meldet, schlägt die App Alarm und benachrichtigt alle seine aufgezeichneten Kontakte. Das ist ein großer Fortschritt bei der Suche nach Kontaktpersonen und unterstützt die wertvolle Arbeit unserer Gesundheitsämter ungemein.
Melanie Huml, Staatsministerin

Ansteckungsgefahr durch die Corona-Warn-App eindämmen

Die Corona-Warn-App ist ein Projekt der Bundesregierung. Basierend auf einer dezentralen Softwarearchitektur wird sie von den Unternehmen SAP und Telekom entwickelt.

Die App soll vor einer weiteren Ausbreitung von Covid-19 schützen, indem sie den „digitalen Handschlag“ zweier Smartphones dokumentiert. Die App ermöglicht es, Kontaktpersonen besonders schnell zu informieren, wenn sich jemand mit dem Coronavirus infiziert hat: Ist ein App-Nutzer positiv getestet und hat dies in der App angegeben, dann schickt die App eine Warnmeldung an alle Kontaktpersonen, die sich in den letzten zwei Wochen für mindestens 15 Minuten in der Nähe (ca. 2 Meter Abstand) aufgehalten haben.

Technisch nutzt die Warn-App den Kurzstreckenfunkstandard Bluetooth auf Smartphones, um zu messen, wie lange sich Nutzerinnen und Nutzer begegnen und wie groß der Abstand dabei etwa ist. Dafür tauschen die Geräte verschlüsselte Zufallscodes aus, die für 14 Tage auf dem Smartphone gespeichert werden. Infiziert sich eine Nutzerin beziehungsweise ein Nutzer mit SARS-CoV-2 und meldet dies in der App, berechnet diese das Infektionsrisiko und benachrichtigt alle gespeicherten Kontaktpersonen anonym.

Um Missbrauch und Fehlalarme zu verhindern, muss ein positives Testergebnis verifiziert werden – mittels eines QR-Codes oder einer teleTAN. Den QR-Code erhält die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer bei der Probenentnahme für den Test. Die Nutzerin beziehungsweise der Nutzer kann dann über den QR-Code den Test in der App registrieren. Sobald das Ergebnis vorliegt, wird es automatisch abgerufen und auf dem Smartphone angezeigt. Alternativ kann das Testergebnis über eine telefonische Hotline verifiziert werden. Nach Plausibilitätsprüfung wird eine teleTAN zur Eingabe in der App erzeugt.

Die App lässt dabei keine Rückschlüsse auf die Nutzerinnen und Nutzer zu. Sie speichert weder Namen noch Telefonnummern oder Standorte. Sie funktioniert ohne Anmeldung. Die anonymisierten Daten werden lediglich dezentral auf dem Smartphone gespeichert und nach zwei Wochen gelöscht. Behörden und Betreiber der App haben keinen Zugriff auf die Nutzerdaten.

Gegenüber den Gesundheitsämtern besteht darüber hinaus weiterhin die Pflicht zur Meldung der Infektion, die üblicherweise vom Arzt oder Testlabor weitergegeben wird.

Besonders schnelle Information über eine potenzielle Ansteckung ist das aktuell beste Mittel, um das Corona-Virus einzudämmen. Die Empfehlung lautet, sich nach einer Warnmeldung auf Corona testen zu lassen, doch die Entscheidung liegt allein bei den App-Nutzerinnen und -Nutzern.

Die App kann ab sofort im Apple-Store und Play-Store heruntergeladen werden. Mehr Informationen zur Corona-Warn-App finden Sie bei der Bundesregierung.

Weiterführende Informationen zur Funktionsweise der App finden Sie hier:

Kontaktpersonen der Kategorie I, Verdachtspersonen und positiv getestete Personen isolieren

Kontaktpersonen der Kategorie I

Darunter zählen Personen, denen das Gesundheitsamt mitgeteilt hat, dass sie aufgrund eines engen Kontakts zu einem bestätigten Fall von COVID-19 Kontaktpersonen der Kategorie I sind. Die Entscheidung, wer als Kontaktperson der Kategorie I gilt, erfolgt auf Basis der geltenden Kriterien des Robert Koch-Instituts.

Kontaktpersonen der Kategorie I müssen sich

  • unverzüglich
  • und bis zum Ablauf des 14. Tags nach dem vom Gesundheitsamt mitgeteilten letzten Kontakt mit einem bestätigten COVID-19-Fall in Isolation begeben, sofern keine anderweitige Anordnung des Gesundheitsamtes erfolgt.

Das Gesundheitsamt nimmt die Kontaktdaten auf und belehrt die Kontaktpersonen unverzüglich schriftlich oder elektronisch über die einzuhaltenden Maßnahmen.
Wenn die betroffene Person Krankheitszeichen zeigt, die mit einer SARS-CoV-2-Infektion vereinbar sind, muss diese das Gesundheitsamt unverzüglich telefonisch zu kontaktieren.

Maßnahmen während der Isolation von Kontaktpersonen der Kategorie I

Kontaktpflege durch das Gesundheitsamt

Das Gesundheitsamt soll den Kontakt mit der Kontaktperson der Kategorie I aktiv aufnehmen und pflegen. Die Kontaktaufnahme erfolgt per Telefon, hilfsweise durch elektronische Kommunikationsmittel wie zum Beispiel E-Mail oder andere digitale Medien.

Tagebuch

Während der Zeit der Isolation hat die Kontaktperson der Kategorie I ein Tagebuch zu führen. In diesem soll soweit möglich und soweit vorhanden

  • zweimal täglich die Körpertemperatur,
  • der Verlauf von Erkrankungszeichen,
  • allgemeine Aktivitäten
  • und der Kontakt zu weiteren Personen festgehalten werden.

Auf Verlangen des Gesundheitsamtes hat die Kontaktperson der Kategorie I Informationen aus dem Tagebuch mitzuteilen.

Untersuchungen

Während der häuslichen Isolation hat die Kontaktperson der Kategorie I Untersuchungen (zum Beispiel ärztliche Konsultationen und Diagnostik) und die Entnahme von Untersuchungsmaterial durch Beauftragte des Gesundheitsamtes an sich vornehmen zu lassen. Dies betrifft insbesondere Abstriche von Schleimhäuten und Blutentnahmen.

Gefährdung des Geschäftsbetriebs

Gefährdet die Isolation die Aufrechterhaltung des Geschäftsbetriebs in einem Unternehmen der kritischen Infrastruktur oder im Dienstbetrieb einer Behörde, obwohl alle organisatorischen Möglichkeiten ausgeschöpft wurden, so kann im Einzelfall unter Beachtung von Auflagen zur Einhaltung der Infektionshygiene zum Schutz anderer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von der Anordnung der Isolation abgewichen werden.

Die Entscheidung trifft das zuständige Gesundheitsamt gegebenenfalls nach Rücksprache mit dem betriebsärztlichen Dienst und der Betriebs- oder Behördenleitung.

Verdachtspersonen

Darunter zählen Personen, die Erkrankungszeichen zeigen, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion hindeuten, und für die entweder das Gesundheitsamt eine Testung auf SARS-CoV-2 angeordnet hat oder die sich aufgrund der Erkrankungszeichen nach ärztlicher Beratung einer Testung auf SARS-CoV-2 unterzogen haben.

Sobald das Gesundheitsamt eine Testung anordnet, müssen sich Verdachtspersonen unverzüglich in Isolation begeben. Sofern eine solche Anordnung nicht erfolgt ist, müssen Verdachtspersonen unverzüglich in Isolation begeben, nachdem die Testung vorgenommen wurde.

Das Gesundheitsamt oder die Ärztin beziehungsweise der Arzt, die beziehungsweise der die Beratung vor der Testung vornimmt, informieren die Verdachtsperson schriftlich oder elektronisch über die Verpflichtung zur Isolation.

Wenn sich bei Verdachtspersonen der Gesundheitszustand verschlechtert, haben sie das Gesundheitsamt unverzüglich telefonisch zu kontaktieren.

Positiv getestete Personen

Darunter zählen Personen, die Kenntnis davon haben, dass eine – mit Wirkung ab dem 19. August 2020 (=Inkrafttreten der Allgemeinverfügung zur Isolation von Kontaktpersonen der Kategorie I, von Verdachtspersonen und von positiv auf das Coronavirus getesteten Personen vom 18. August 2020) – vorgenommene Testung auf SARS-CoV-2 ein positives Ergebnis aufweist. Eine positiv getestete Person kann nur sein, wer weder Kontaktpersonen der Kategorie I noch Verdachtspersonen ist.

Sobald die positiv getestete Personen ein positives Testergebnis erhalten, müssen sie sich unverzüglich nach Kenntniserlangung des positiven Testergebnisses in Isolation begeben. Die Stelle, welche das Testergebnis bekanntgibt, informiert die positiv getesteten Personen schriftlich oder elektronisch über die Verpflichtung zur Isolation. Die positiv getestete Person ist verpflichtet, sich beim zuständigen Gesundheitsamt zu melden und über das Testergebnis zu informieren.

  • 01

    Was gilt während der Isolation?

    Bleiben Sie in der Wohnung

    Sie müssen sich in einer Wohnung oder einem anderweitig räumlich abgrenzbaren Teil eines Gebäudes isolieren und dürfen während der Zeit der Isolation die Wohnung nicht verlassen, sofern das Gesundheitsamt dem nicht ausdrücklich zustimmt. Sie dürfen sich zeitweise in einem zur Wohnung gehörenden Garten, einer Terrasse oder eines Balkons alleine aufhalten. Verdachtspersonen dürfen die Wohnung für die vom Gesundheitsamt angeordnete Testung verlassen.

  • 02

    Was gilt während der Isolation?

    Halten Sie Abstand

    In der gesamten Zeit der häuslichen Isolation muss eine räumliche oder zeitliche Trennung von anderen im Hausstand des Betroffenen lebenden Personen sichergestellt sein.

    • Eine „zeitliche Trennung“ kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass die Mahlzeiten nicht gemeinsam, sondern nacheinander eingenommen werden.
    • Eine „räumliche Trennung“ kann zum Beispiel dadurch erfolgen, dass sich die betroffene Person in einem anderen Raum als die anderen Hausstandsmitglieder aufhält.
  • 03

    Was gilt während der Isolation?

    Empfangen Sie keinen Besuch

    Während der Isolation darf die betroffene Person keinen Besuch von Personen empfangen, die nicht zum selben Hausstand gehören. Das Gesundheitsamt kann im begründeten Einzelfall eine andere Entscheidung treffen.

  • 04

    Was gilt während der Isolation?

    Halten Sie Hygieneregeln ein

    Das Gesundheitsamt belehrt die betroffene Person und gegebenenfalls auch die weiteren im Hausstand lebenden Personen und informiert hinsichtlich geeigneter Hygiene- und Schutzmaßnahmen, insbesondere zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung der Infektionen. Die Hygiene- und Schutzmaßnahmen sind stets zu beachten.

Wann gilt die Isolation als beendet?

Kontaktpersonen der Kategorie I

Negatives Testergebnis

Liegt bei den betroffenen Personen kein positives Testergebnis auf das Vorhandensein von Coronavirus SARS-CoV-2 vor, endet die häusliche Isolation,

  • wenn der enge Kontakt zu einem bestätigten COVID-19-Fall mindestens 14 Tage zurückliegt
  • und während der Isolation keine für COVID-19 typischen Krankheitszeichen aufgetreten sind.
    Hierüber entscheidet das Gesundheitsamt.
Positives Testergebnis

Im Fall eines positiven Testergebnisses endet die Isolation

  • bei asymptomatischem Krankheitsverlauf frühestens zehn Tage nach Erstnachweis des Erregers,
  • bei leicht symptomatischem Krankheitsverlauf frühestens zehn Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Hierüber entscheidet das Gesundheitsamt.

Verdachtspersonen

Negatives Testergebnis

Bei Verdachtspersonen endet die häusliche Isolation,

  • wenn ein negatives Testergebnis vorliegt,
  • spätestens jedoch mit Ablauf des fünften Tages nach dem Tag der Testung.
    Das negative Testergebnis ist auf Verlangen der Verdachtsperson schriftlich oder elektronisch zu bestätigen.
Positives Testergebnis

Ist das Testergebnis der Verdachtsperson positiv, wird die Isolation fortgesetzt und das zuständige Gesundheitsamt trifft die notwendigen Anordnungen. Die Isolation endet

  • bei asymptomatischem Krankheitsverlauf frühestens zehn Tage nach Erstnachweis des Erregers,
  • bei leicht symptomatischem Krankheitsverlauf frühestens zehn Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Hierüber entscheidet das Gesundheitsamt.

Positiv getestete Personen

Bei positiv getesteten Personen endet die Isolation

  • bei asymptomatischem Krankheitsverlauf frühestens zehn Tage nach Erstnachweis des Erregers,
  • bei leicht symptomatischem Krankheitsverlauf frühestens zehn Tage nach Symptombeginn und Symptomfreiheit seit mindestens 48 Stunden.

Das zuständige Gesundheitsamt trifft die notwendigen Anordnungen und entscheidet über die Beendigung der Isolation.

Medizinisches Personal bereithalten und verteilen

Medizinisches Personal auf Abruf gesucht

(Angehende) Medizinerinnen und Mediziner auf Abruf gesucht!

Zur Bewältigung der Corona-Pandemie verstärkt das Bayerische Gesundheitsministerium die Vorbereitungen für den zusätzlichen Bedarf an Medizinerinnen und Medizinern.

Das Bayerische Gesundheitsministerium bittet gemeinsam mit der Bayerischen Landesärztekammer (BLÄK) alle Medizinerinnen und Mediziner, die derzeit nicht in medizinische Versorgungsstrukturen eingebunden sind, um ihre Unterstützung. Auch Medizinstudierende sind dabei willkommen. Zugleich werden alle Arztpraxen, Medizinische Versorgungszentren, Gesundheitsämter, Betreiber von Bürgertelefonen oder Ähnliches gebeten, ihren Bedarf an zusätzlicher ärztlicher Mitarbeit zu melden. Um die Kapazitäten unserer ärztlichen Versorgung zu erhöhen und bereits tätige Medizinerinnen und Mediziner zu entlasten, gibt es ein Meldeportal der Bayerischen Landesärztekammer. Dort werden freiwillige Ärztinnen und Ärzte, die derzeit nicht in medizinische Versorgungsstrukturen eingebunden sind, sowie Medizinstudierende erfasst, die in der Corona-Pandemie stationär helfen wollen, falls es nötig sein wird.

Dafür wird der Zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung auf das nächste Jahr verschoben. Medizinstudierende in Bayern sollen sich angesichts der Corona-Pandemie auch ohne das Zweite Staatsexamen sofort in der Gesundheitsversorgung einbringen und gleichzeitig ihr Studium erfolgreich fortsetzen können.

Pflegepersonal auf Abruf gesucht!

Auch Pflegekräfte, die derzeit nicht in ihrem Beruf tätig sind, werden dazu aufgerufen, während der Corona-Pandemie mitzuwirken und sich zu einem Einsatz bereit zu erklären. Das Bayerische Gesundheitsministerium bittet deshalb in Zusammenarbeit mit der Vereinigung der Pflegenden in Bayern alle Personen mit einer Ausbildung oder Erfahrung in einem pflegerischen Beruf sowie Medizinisch-technische Assistentinnnen und Assistenten (MTRA, MTLA) und Medizinische Fachangestellte (MFA) um ihre Unterstützung.

Melden Sie sich für einen möglichen Einsatz, falls Not am Mann oder an der Frau ist, bei der Vereinigung der Pflegenden in Bayern.

Unermüdlichen Einsatz des Personals anerkennen

Bonus für Pflege- und Rettungskräfte

Die Pflegenden unter anderem in Krankenhäusern, in Alten- und Pflegeheimen sowie stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe leisten in der derzeitigen Krisensituation Herausragendes. Während andere Beschäftigte von Zuhause aus arbeiten können, sind die Pflegenden an der Front. Als Zeichen der Anerkennung dieses außergewöhnlichen Engagements leistete der Freistaat Bayern den Betroffenen eine einmalige finanzielle Zuwendung. Am 9. Juni hat Staatsministerin Melanie Huml den 100.000. Förderbescheid zum bayerischen Corona-Pflegebonus in Nürnberg ausgehändigt. Die Antragstellung war bis 30. Juni 2020 möglich.

Den Bonus bekamen Pflegekräfte in Krankenhäusern, Rehabilitationskliniken, Alten- und Pflegeheimen, stationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung (Beschäftigte, die körperlich eng an und mit Menschen mit Behinderung arbeiten) und ambulanten Pflegediensten sowie Notfallsanitäterinnen und -sanitäter und Rettungsassistentinnen und -asstistenten. Wer regelmäßig mehr als 25 Stunden pro Woche arbeitete, erhielt 500 Euro. Berechtigte, die regelmäßig 25 Stunden pro Woche oder weniger arbeiteten, erhielten 300 Euro.

Die Finanzierung erfolgte aus dem Sonderfonds Corona-Pandemie. Wer Anspruch auf die Prämie hatte, konnte bis 30. Juni 2020 einen Antrag beim Landesamt für Pflege (LfP) stellen. Benötigt wurde lediglich eine Bestätigung des Arbeitgebers.

Bis zur Antragsfrist am 30. Juni um Mitternacht:

  • waren 351.248 Anträge beim Landesamt für Pflege eingegangen,
  • wurden über 181.000 Anträge vollständig bearbeitet,
  • wurden 80 Millionen Euro an Pflegerinnen und Pfleger ausbezahlt.

Im Haushalt sind insgesamt 131,6 Millionen Euro für den Corona-Pflegebonus veranschlagt.

Staatsministerin Melanie Huml begrüßt und unterstützt den Vorschlag, den Bundes-Pflegebonus auch auf Pflegekräfte in Kliniken auszuweiten. Es ist richtig, die Anerkennung nicht nur auf Mitarbeiter in Alten- und Pflegeeinrichtungen zu begrenzen, sondern auch Pflegekräfte in anderen Bereichen zu unterstützen. Deswegen hat Bayern schon im Mai entschieden, den bayerischen Pflegebonus von bis zu 500 Euro auch Pflegekräften in Krankenhäusern, Behinderteneinrichtungen sowie ambulanten Pflegediensten zukommen zu lassen.

„Corona-Bonus“ für den Öffentlichen Gesundheitsdienst

Am 29. Oktober 2020 hat der Ministerrat beschlossen, dass allen mithelfenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in staatlichen und kommunalen Gesundheitsämtern, den Regierungen, des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, des Landesamts für Pflege sowie des Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege für ihre herausragenden Leistungen im Zusammenhang mit der Bewältigung der Corona-Pandemie eine einmalige Zahlung (Corona-Bonus) in Höhe von 500 Euro als Leistungsprämie gewährt werden soll.

Insgesamt profitieren damit rund 6.800 Personen. In Summe sind dafür 3,5 Mio. Euro aus dem Corona-Sonderfonds vorgesehen.

Beim Öffentlichen Gesundheitsdienst liegt seit Beginn der Pandemie vor etwa acht Monaten eine der Hauptlasten bei den Bemühungen zur Eindämmung des Coronavirus. Die Aufgaben sind vielfältig, umfassend und zeitintensiv. Zum Arbeitsbereich zählen beispielsweise die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und Infektionsketten (Contact Tracing), die Überwa-chung von Quarantänemaßnahmen und die Beratung bei der Erstellung von Hygienekonzep-ten.

Verpflegung des Personals in Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen

Verpflegungskosten für das Personal in Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen konnten durch den Freistaat Bayern erstattet werden. Um eine möglichst unbürokratische Umsetzung des Ministerratsbeschlusses zu gewährleisten, wurden die Kosten der Verpflegung aller Beschäftigten in folgenden Einrichtungen übernommen:

  • Krankenhäusern
  • Universitätskliniken
  • Rehabilitationskliniken
  • Alten-, Pflege-und Behinderteneinrichtungen (einschließlich ambulanter Pflegedienste und einschließlich stationärer Einrichtungen für Kinder und Jugendliche mit Behinderung)
  • Privatkliniken mit Zulassung nach § 30 GewO

Die Maßnahme sollte für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen greifen, da auch alle ihren Teil zur Bewältigung der Pandemie beitragen. Somit waren ärztliches und pflegerisches Personal genauso umfasst wie Verwaltungspersonal und alle anderen Berufsgruppen wie zum Beispiel Ergotherapeutinnen und -therapeuten oder Reinigungspersonal. Ferner galt die Unterstützung auch in Einrichtungen und für ambulante Pflegedienste, die keine COVID-19-Patientinnen und -Patienten versorgen.

Die Antragstellung war bis 15. Juni 2020 möglich. Erstattet wurde die Verpflegung des Personals im Rahmen der Arbeitszeit. Je Mitarbeiterin oder Mitarbeiter erhielt die Einrichtung eine pauschale Erstattung in Höhe von 6,50 Euro täglich.

Ambulante Versorgung auf hohes Patientenaufkommen vorbereiten

Einsatz von „Versorgungsärzten“

Um die ambulante Arztversorgung in Bayern im Katastrophenfall sicherzustellen, wurde in jedem Landkreis und in jeder kreisfreien Stadt eine Medizinerin oder ein Mediziner mit dem Titel „Versorgungsarzt“ eingesetzt. Dieser hatte die Aufgabe, zur Bewältigung des Katastrophenfalls eine ausreichende Versorgung im jeweiligen Zuständigkeitsbereich mit ärztlichen Leistungen und entsprechender Schutzausrüstung zu planen und zu koordinieren. Der Versorgungsarzt ist unmittelbar an die örtliche Katastrophenschutzbehörde angebunden. So wurden vom Versorgungsarzt beispielsweise Schwerpunktpraxen für die Untersuchung und Behandlung von COVID-19-Patientinnen und -Patienten und die Rekrutierung des hierfür erforderlichen Personals geplant und koordiniert. Mit der Feststellung des Endes des Katastrophenfalls ist die Funktion der Versorgungsärzte wieder entfallen.

Einrichtung von Schwerpunktpraxen und Testzentren

Schwerpunktpraxen hatten insbesondere das Ziel, Arztpraxen von COVID-19-Verdachtsfällen zu entlasten, um Praxispersonal sowie Patientinnen und Patienten besser zu schützen. Durch die Konzentration der Untersuchung und Behandlung von Infektpatientinnen und -patienten sollten damit weniger Personen unmittelbaren Kontakt mit potenziell SARS-CoV-2-infizierten Patientinnen und Patienten haben als bei einer Behandlung durch viele Praxen. Nicht zuletzt ermöglichte die Einrichtung von Schwerpunktpraxen auch einen ressourcenschonenderen Einsatz zum Beispiel von Schutzausrüstung als bei einer gleichmäßigen Verteilung auf alle Arztpraxen. Mit dem Ende des Katastrophenfalls, das im Wesentlichen durch einen stetigen Rückgang der Infektionszahlen bedingt wurde, sind die von den Versorgungsärzten geplanten und koordinierten Schwerpunktpraxen zwischenzeitlich wieder weggefallen.

Testzentren wurden zunächst während der Ausrufung des Katastrophenfalls eingerichtet, um Arztpraxen von SARS-CoV-2-Fällen zu entlasten sowie Kontaktpersonen zu testen. Mit Ende des Katastrophenfalls wurde diese Maßnahme zunächst eingestellt, der bedarfsweise Weiterbetrieb oder eine zeitnahe Reaktivierung wurde aber ermöglicht.

Stationäre Versorgung auf hohes Patientenaufkommen vorbereiten

Einsatz von „Ärztlichen Leitern“

Aufgrund der steigenden Corona-Zahlen und stärkeren Auslastung der Krankenhäuser entschieden hat das Bayerische Gesundheitsministerium erneut die bewährten Strukturen zur Steuerung der Patientenströme eingesetzt. Dabei wird auf die „Ärztlichen Leiter Krankenhauskoordinierung“ zurückgegriffen, um die Bettenbelegung noch effizienter zu lenken und auch damit die Kliniken zu unterstützen. Ziel ist, auf diesem Weg wie im Frühjahr eine Überlastung der Krankenhäuser durch COVID-19-Erkrankte zu verhindern und die reguläre Versorgung aufrechtzuerhalten.

Die Ärztlichen Leiter sind ein Bindeglied zwischen den Krankenhäusern und bekommen weitreichende Entscheidungsbefugnisse: Ihre Aufgabe ist es, die Verteilung der Patienten auf die Klinken und Reha-Einrichtungen zu koordinieren. Dafür können sie unter anderem die Verlegung von Patienten veranlassen und COVID-19-Schwerpunktkrankenhäuser bestimmen.

Die Ärztlichen Leiter sollen in allen 26 Rettungsleitstellen in Bayern zum Einsatz kommen. Sie werden bei den Zweckverbänden für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung (ZRF) eingesetzt und vom Landrat oder Oberbürgermeister ernannt, der den Vorsitz des ZRF führt.

Ausbau von Intensivbehandlungsplätzen mit Beatmungsmöglichkeit

Um zusätzliche Kapazitäten zu schaffen, wurden die Krankenhäuser verpflichtet, alle geeigneten Maßnahmen zum Ausbau insbesondere der Intensivbehandlungsplätze mit Beatmungsmöglichkeit zu ergreifen. Die Krankenhäuser in Bayern konnten die Intensivkapazitäten mit Beatmungsmöglichkeit deutlich erhöhen. Die Finanzierung erfolgte mit Unterstützung des Bundes in Form einer Bonuszahlung von 50.000 Euro pro neu geschaffenem stationären Intensivbehandlungsplatz mit Beatmungsmöglichkeit, wobei die Schaffung der zusätzlichen Kapazitäten zur bedarfsgerechten Verteilung in Bayern durch das Bayerische Gesundheitsministerium genehmigt werden musste.

Einrichtung von Coronavirus-Hilfskrankenhäusern

Um zusätzliche stationäre Kapazitäten in bevölkerungsreichen Regionen, Regionen mit hoher Zahl Erkrankter oder regionaler Überlastung der Krankenhäuser zu erschließen, wurden in Regionen mit hohen Erkrankungszahlen Hilfskrankenhäuser möglichst in örtlicher Nähe zu einem bestehenden Krankenhaus eingerichtet und dem jeweils nächstgelegenen Krankenhaus organisatorisch zugeordnet. Planung und Aufbau organisierten die Katastrophenschutzbehörden vor Ort.

Liquiditätssicherung der Krankenhäuser sicherstellen

Mit der Allgemeinverfügung des Bayerischen Gesundheitsministerium vom 19. März 2020 wurden Einrichtungen der stationären Versorgung zur Verschiebung elektiver Eingriffe und geplanter Behandlungen verpflichtet. Vorrangig war die Behandlung von Patientinnen und Patienten, die an COVID-19 mit einem schweren Krankheitsverlauf litten, bzw. deren stationäre Versorgung aus medizinischen Gründen unaufschiebbar war. Um Einnahmeausfälle aufgrund des Rückgangs abrechenbarer stationärer Leistungen auszugleichen, wurden durch das COVID-19-Krankenhausentlastungsgesetz Ausgleichszahlungen des Bundes ab dem 16. März 2020 geregelt.

Anspruchsberechtigt sind zugelassene Krankenhäuser nach § 108 SGB V, Rehakliniken nach § 111 Abs. 2 SGB V und Einrichtungen, mit denen ein Versorgungsvertrag nach § 111a Abs. 1 SGB V (Einrichtungen des Müttergenesungswerks oder gleichartige Einrichtungen). Die Ausgleichszahlungen für COVID-19 bedingte Minderbelegungen werden auf Antrag der Einrichtung auf der Grundlage wöchentlicher Meldungen beim Landesamt für Pflege (LfP) gewährt. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) stellt dem LfP die erforderlichen Finanzmittel zur Verfügung, das diese an die Einrichtungen verteilt. Anträge können weiterhin beim LfP gestellt.

Da im März 2020 vom Bund beschlossenen Ausgleichzahlungen nicht ausreichten, um die Einnahmeausfälle der stationären Einrichtungen zu kompensieren, wurden auf Bundes- und Landesebene ergänzende Liquiditätshilfen beschlossen.

Die Bayerische Staatsregierung hat hierbei im erforderlichen Umfang nachgesteuert und ihrerseits Hilfsprogramme aufgelegt:
Konkret werden stationäre Einrichtungen vom Freistaat Bayern unterstützt, die zur Bewältigung der Corona-Pandemie bereitstehen, aber keine oder unzureichende Ausgleichszahlungen vom Bund erhalten. Das betrifft Reha-Einrichtungen und reine Privatkliniken mit akutstationärer Versorgung. Zusätzlich werden die Leistungen aller Einrichtungen bei der Versorgung von COVID-19-Erkrankten mit einer Sonderzahlung besonders gewürdigt.

Weitere Informationen und Unterlagen zur Antragsstellung finden Sie hier:

Liquiditätssicherung der Einrichtungen der stationären Versorgung

Staatsministerin Huml in der Pressekonferenz der Staatskanzlei

Stufenplan zur flexibleren Auslastung der Krankenhauskapazitäten

Noch vor dem Höhepunkt der Krise wurde Krankenhäusern und Einrichtungen der Vorsorge und Rehabilitation mit Allgemeinverfügung vom 19. März 2020 verboten, Behandlungen durchzuführen, die medizinisch vertretbar verschoben werden konnten. Nach deutlichem Rückgang der Infektionszahlen wurde den Einrichtungen schrittweise die Rückkehr zum Normalbetrieb ermöglicht. Durch die Allgemeinverfügung vom 8. Mai 2020 wurde zunächst ein Stufenplan zur flexibleren Auslastung der Krankenhauskapazitäten umgesetzt. Danach wurde es Krankenhäusern grundsätzlich wieder erlaubt, aufschiebbare Behandlungen durchzuführen; gleichzeitig musste in zugelassenen somatischen Krankenhäusern jedoch ein individuell anpassbarer Teil, mindestens jedoch 15 Prozent der Kapazitäten für die Behandlung von COVID-Patienten freigehalten werden.

Mit Beendigung des Katastrophenfalls wurden die Vorhaltepflichten vollständig mit Wirkung vom 17. Juni 2020 aufgehoben und damit sämtliche Einschränkungen des stationären Betriebs beendet. Krankenhäuser bleiben aber weiterhin verpflichtet, sich stets für eine erneute Freihaltung von Kapazitäten bereitzuhalten und die Hygieneauflagen zu erfüllen.

Materialengpässe mildern

Bereitstellung von Beatmungsgeräten und Schutzausrüstung sowie Ausbau von Diagnosekapazitäten

Wegen der Gefahr einer Zunahme von beatmungspflichtigen Patientinnen und Patienten war das Bayerische Gesundheitsministerium damit befasst, zusätzliche Beatmungsgeräte zu besorgen. Bislang wurden über 1.400 Geräte vom Freistaat Bayern beschafft (Stand: 7. August 2020). Zahlreiche Auslieferungen sind erfolgt – gut 900 Beatmungsgeräte von Land und Bund sind bereits an Krankenhäuser in Bayern ausgeliefert. Die Beatmungsgeräte stammen von unterschiedlichen Lieferanten.

Zudem unterstützte das Bayerische Gesundheitsministerium die Krankenhäuser, die über eigene Kontakte geeignete Geräte selbst bestellt haben, wenn diese bis 30. Juni 2020 ausgeliefert wurden. Bisher wurden Kostenerstattungen von insgesamt rund 12,4 Millionen Euro für rund 650 Beatmungsgeräte an die Krankenhausträger ausbezahlt.

Derzeit gibt es in Bayern insgesamt rund 3.200 Intensivbetten mit invasiver Beatmungsmöglichkeit sowie rund 1.600 weitere Intensivbetten (Stand: 6. August 2020). Für den Fall eines erneuten Anstiegs des Infektionsgeschehens können kurzfristig weitere Intensivkapazitäten von den Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden.

Zur Unterstützung der bayerischen Krankenhäuser in der Corona-Pandemie wurden zudem insgesamt 34 Computertomografen beschafft, die gezielt für die Erkennung und Behandlung von Coronavirus-Patientinnen und -Patienten genutzt werden können. Denn bei der Diagnose der Patientinnen und Patienten mit einem Verdacht auf eine Coronavirus-Erkrankung leistet die Computertomografie (kurz: CT) wertvolle Hilfe. Mit den hochauflösenden Aufnahmen der Lunge kann die Viruserkrankung wesentlich schneller festgestellt werden und ermöglicht eine sichere Diagnose. Die Zuteilung der CT-Geräte erfolgt flächendeckend in Bayern für Krankenhäuser der Maximal- und Schwerpunktversorgung sowie für Covid-Schwerpunktkliniken in Hotspotgebieten, bei denen zum Zweck der Covid-19-Diagnostik ein dringender Bedarf an einem (zusätzlichen) CT-Gerät besteht.

Die Bayerische Staatsregierung arbeitete intensiv daran, noch mehr zertifizierte Schutzausrüstung zu besorgen. Außerdem wurde die Schaffung von zusätzlichen Produktionskapazitäten in Bayern in Kooperation mit den bayerischen Unternehmen vorangetrieben. Seit Beginn der Corona-Pandemie hat der Freistaat Bayern nahezu 100 Millionen Stück PSA (Persönliche Schutzausrüstung) verteilt (Stand: 9. Juni 2020).

Der Bayerischen Staatsregierung ist es gelungen, den Bedarf an Persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Medizinprodukten durch eine zentrale Beschaffung durch das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) zu decken. Diese zentrale Beschaffung wurde deswegen zum 30. Juni 2020 grundsätzlich eingestellt. Um die Versorgung mit PSA und Medizinprodukten aber auch zukünftig bei potentiell ausfallenden Lieferbeziehungen jederzeit sicherstellen zu können, hat die Bayerische Staatsregierung am 21. Juli 2020 beschlossen, ein Bayerisches Pandemiezentrallager zu errichten. In diesem werden ausreichend PSA und Medizinprodukte vorgehalten, um den Bedarf für sechs Monate bei einem schweren Pandemieverlauf zu decken. Hiermit soll sichergestellt sein, dass auch eine etwaige zweite Welle der Corona-Pandemie bewältigt werden kann.

Infizierte frühzeitig erkennen, Infektionsketten bestmöglich eindämmen

Containment-Strategie

Die weitere Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 zu verlangsamen und die Anzahl der täglichen Neuerkrankungen an COVID-19 soweit wie möglich zu reduzieren: Das ist das Ziel der strikten Containment-Strategie des Freistaats.

Kernelemente des Containments – der Begriff steht für „Eindämmung“ oder „Eingrenzung“ – sind die frühzeitige Erkennung und Isolierung von Infizierten, ihren engen Kontaktpersonen und von Verdachtsfällen durch strikte Quarantänemaßnahmen. Abhängig davon, wo der Ausbruch erfolgt, sind diese verbunden mit einem gestuften Vorgehen zum Schutz der Bevölkerung, beginnend mit lokalen Maßnahmen bei Ausbruchsgeschehen in einzelnen Einrichtungen oder Gruppen bis hin zu weiterreichenden Beschränkungen, wenn COVID-19-Fälle regional verteilt und Infektionsketten unklar sind.

Wesentlich für ein erfolgreiches Containment ist die Bayerische Teststrategie mit ihrem breit angelegten Testangebot, der schnellen Durchführung von Tests auf SARS-CoV-2 und der kurzfristigen Mitteilung der Ergebnisse.

Bayerische Teststrategie

Die Staatsregierung verfolgt zur Eindämmung der Corona-Pandemie ein umfassendes und ambitioniertes Testkonzept, das auf den Dreiklang der Ziele „Schutz, Sicherheit und Prävention“ setzt. Diese Ziele wurden in der Sitzung des Ministerrates am 16. Juni 2020 beschlossen und seitdem fortlaufend erweitert und konkretisiert.

Die Bayerische Teststrategie

  • umfasst ein Testangebot für jedermann, mit dem in Bayern wohnende Personen die Möglichkeit erhalten, sich unabhängig von einer bestehenden Symptomatik durch eine Vertragsärztin beziehungsweise einen Vertragsarzt testen zu lassen.
  • sieht systematische Testungen von Bewohnerinnen und Bewohnern beziehungsweise Patientinnen und Patienten sowie Beschäftigten in Einrichtungen mit vulnerablen Personengruppen, wie Einrichtungen der ambulanten und stationären Pflege, Altenheimen, voll- und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung, in der ambulanten Eingliederungshilfe sowie in Krankenhäusern, vor.
  • sieht Reihentestungen von Lehrkräften und Schulpersonal sowie Fach- und Ergänzungskräfte im weiteren Sinn in Kindertageseinrichtungen vor.
  • umfasst Testungen von Kontaktpersonen und bei Ausbruchsgeschehen.

Contact Tracing Teams

Contact Tracing Teams (CTT) sind Kernelement der Strategie zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Sie unterstützen die Fachkräfte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) dabei, SARS-CoV-2-positiv getestete Personen beziehungsweise leichte COVID-19-Fälle und ihre engen Kontaktpersonen frühzeitig zu identifizieren, zu isolieren und zu überwachen. Mit der Containment- und Tracing-Strategie soll die bestmögliche Eindämmung, Rückverfolgung und Unterbrechung von Coronavirus-Infektionsketten erreicht werden.

Das Bayerische Gesundheitsministerium will die sogenannten Contact Tracing Teams in den Gesundheitsämtern weiter ausbauen. Vorgesehen ist, dass pro 20.000 Einwohnerinnen und Einwohner ein fünfköpfiges Team eingesetzt wird. Für Bayern würde das 3.250 Personen bedeuten. Die Contact Tracing Teams sollen vor Ort bei der Ermittlung und Nachverfolgung von Kontaktpersonen sowie bei der Überwachung der Quarantäne mitarbeiten. Dabei arbeiten die Teams in den Gesundheitsämtern mit und nutzen deren Erfassungs- und Dokumentationsmethoden. Die Arbeit erfolgt überwiegend mobil, meist von den bisherigen regulären Arbeitsplätzen oder aus dem Home-Office.

An der Akademie für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (AGL) erhalten die neuen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Vorbereitung auf ihren Einsatz seit dem 6. April 2020 Online-Schulungen. Anschließend werden die Teams dann über die örtlichen Besonderheiten und Vorgehensweisen durch das Gesundheitsamt am Einsatzort eingewiesen.

Der Ministerrat hat am 10. August 2020 beschlossen, die beim Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) die bestehende „Taskforce Infektiologie“ zu einer schlagkräftigen Einheit auszubauen. Die Taskforce soll die örtlichen Gesundheitsämter bayernweit bei größeren örtlichen Ausbruchsgeschehen jederzeit zur Unterstützung zur Verfügung steht. Für die „Taskforce Infektiologie“ sollen 80 neue Stellen bereitgestellt werden.

Online-Plattform BaySIM („Bayerisches System für Infektionskettenmanagement“)

Mit der bayerischen Containment- und Tracing-Strategie wird die bestmögliche Eindämmung, Rückverfolgung und Unterbrechung von Coronavirus-Infektionsketten angestrebt. Die Unterstützungs-Software für die Gesundheitsämter BaySIM („Bayerisches System für Infektionskettenmanagement“) unterstützt die personalintensive Kontaktermittlung, Kontaktnachverfolgung und Quarantäneüberwachung nun auch digital.

Über diese Online-Plattform können infizierte Personen und deren Kontaktpersonen einfach von den Behörden erfasst werden. Außerdem können Infizierte selbstständig Symptom-Checks durchführen und diese Daten an die Gesundheitsbehörden übermitteln.

Mit BaySIM stellt der Freistaat den bayerischen Gesundheitsämtern eine zeitgemäße, gemeinsam nutzbare Online-Plattform zur Verfolgung von Infektionsketten kostenlos zur Verfügung. Im Mai begann der Roll-Out-Prozess mit Pilotierung und den Schulungen an den Gesundheitsämtern.

Derzeit können 31 bayerische Gesundheitsämter mit BaySIM arbeiten. Weitere 40 Gesundheitsämter wurden zudem für den Einsatz von BaySIM geschult (Stand: 16. Oktober 2020).

Digitalisierung birgt ein großes Potenzial bei der Krisenbewältigung. Die zentrale Online-Plattform BaySIM ermöglicht eine überregionale Zusammenarbeit der bayerischen Gesundheitsbehörden. Außerdem wird Doppelarbeit bei der Erfassung von Kontaktpersonen über Landkreisgrenzen hinweg vermieden und der Datenfluss an übergeordnete Stellen beschleunigt und erleichtert.

Belastungsspitzen vermeiden

Kontaktbeschränkung statt Ausgangsbeschränkung

Am 29. Oktober 2020 hat der Ministerrat pandemiebedingt weitere einschränkende Maßnah-men beschlossen, die vom 2. November an bis zum 30. November 2020 gelten.

Jeder wird angehalten, die physischen Kontakte zu anderen Menschen auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren und den Personenkreis möglichst konstant zu halten. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Metern einzuhalten. Wo die Einhaltung des Mindestabstands im öffentlichen Raum nicht möglich ist, soll eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. In geschlossenen Räumlichkeiten ist stets auf ausreichende Belüftung zu achten.

Der gemeinsame Aufenthalt im öffentlichen Raum, in privat genutzten Räumen und auf privat genutzten Grundstücken ist nur gestattet

  • mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie
  • zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt höchstens zehn Personen nicht überschritten wird.

Dies gilt nicht für berufliche und dienstliche Tätigkeiten sowie für ehrenamtliche Tätigkeiten in Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, bei denen ein Zusammenwirken mehrerer Personen zwingend erforderlich ist.

Darüber hinaus gehende Gruppen feiernder Menschen auf öffentlichen Plätzen, in Wohnungen sowie privaten Einrichtungen sind untersagt.

Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf nicht notwendige private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge. Übernachtungsangebote im Inland werden nur noch für notwendige und ausdrücklich nicht touristische Zwecke zur Verfügung gestellt.

Bußgeldkatalog Corona-Pandemie

Das Bayerische Gesundheitsministerium und das Bayerische Innenministerium haben einen Bußgeldkatalog zu Verstößen gegen die Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus erlassen. Wer gegen die Pflicht zur Mund-Nasen-Bedeckung verstößt, muss mit 250 Euro Geldbuße rechnen, die bei mehrmaligen Verstößen verdoppelt werden kann. Der Bußgeld-Katalog steht allen Verwaltungsbehörden in Bayern als Richtschnur zur Verfügung. Diese sind für den Erlass der Bußgeldbescheide zuständig. Die bayerische Polizei kontrolliert die Einhaltung der Regelungen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Gesundheitsministerin Melanie Huml appellieren eindringlich, die Regeln unbedingt einzuhalten. Um das gefährliche Coronavirus bestmöglich einzudämmen, müssen Verstöße konsequent sanktioniert werden.

Präventive Vorkehrungen treffen

Bayerisches Corona-Impfkonzept

Der Ministerrat hat am 27. Oktober 2020 ein Bayerisches Impfkonzept beschlossen. Für die Umsetzung des Impfkonzepts stellt die Staatsregierung für Sofortmaßnahmen zunächst rund 100 Mio. Euro zur Verfügung.

Zu den Inhalten des Konzepts gehören die Verteilung des Impfstoffs und die Logistik für das Impfen. Das Konzept legt zudem fest, welche Personengruppen sich vorrangig impfen lassen können. Hintergrund ist, dass der Impfstoff voraussichtlich nicht sofort flächendeckend für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird. Deshalb ist eine Priorisierung des Angebots in der Anfangsphase notwendig.
Vorgesehen ist auf freiwilliger Basis zunächst eine Impfung für:

  • besonders vulnerable Gruppen wie Menschen hohen Alters, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Betreute sowie Bewohnerinnen und Bewohner in stationären und teilstationären Einrichtungen für Menschen mit Behinderung;
  • Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko etwa aufgrund ihres Berufs (insbesondere medizinisches und pflegerisches Personal);
  • Berufsgruppen aus sensiblen Bereichen der kritischen Infrastruktur wie Polizei, Feuerwehr und Gesundheitswesen;
  • Menschen mit einem erhöhten Infektionsrisiko aufgrund äußerer Umstände wie zum Beispiel beengte Wohnverhältnisse.

Für die gezielte Impfung in der Anfangsphase plant die Bayerische Staatsregierung Impfzentren analog zu den lokalen Testzentren. Aufbau und Betrieb wird durch die Kreisverwaltungsbehörden erfolgen. Zusätzlich sind in allen Landkreisen und kreisfreien Städten mehrere mobile Impfteams geplant, die zum Beispiel in Alten- und Pflegeheimen und bei eingeschränkt mobilen vulnerablen Gruppen zum Einsatz kommen sollen.

Die EU beziehungsweise Bundesregierung beschafft den Impfstoff.

Zusätzlichen Vorrat an Impfstoff für die Grippesaison bereithalten

Bayern wappnet sich frühzeitig für den Start der nächsten Grippesaison im Herbst. Die Staatsregierung bestellt beim Öffentlichen Gesundheitsdienst für Bayern rund eine halbe Million Impfdosen gegen die saisonale Influenza 2020/2021. Damit soll eine mögliche höhere Nachfrage im Herbst nach Grippeimpfstoff bedient werden können.

Expertinnen und Experten gehen davon aus, dass nach den Erfahrungen in der Corona-Pandemie das Interesse an einer Impfung gegen die saisonale Influenza in der kommenden Saison steigen dürfte. Die Grippeimpfung kann helfen, im Herbst die Krankenhäuser vor Überlastung zu schützen, wenn sonst zahlreiche Influenza-Erkrankte mit Covid-19-Patienten einer möglichen zweiten Corona-Welle zusammentreffen würden.

Strategischen Grundstock aufbauen

Die ausreichende Verfügbarkeit von Persönlicher Schutzausrüstung und medizinischen Geräten ist entscheidend für die Bewältigung der Corona-Pandemie. Der Ministerrat hatte daher am 26. Mai 2020 beschlossen, die Beschaffung von Persönlicher Schutzausrüstung und medizinischen Geräten zur Errichtung eines strategischen Grundstocks fortzusetzen. Damit ist der Materialbedarf bis zu sechs Monate bei starkem Pandemiegeschehen gesichert. Am 21. Juni hat der Ministerrat den Aufbau eines Bayerischen Pandemiezentrallagers beschlossen. Mit diesem strategischen Grundstock kann in künftigen Krisensituationen konsequent und schnell gehandelt werden. Das Bayerische Pandemiezentrallager wird OP-Masken, Pflege-/OP-Kittel, FFP2- und FFP3-Masken, Schutzanzüge, Infektionshandschuhe und Augenschutzbrillen umfassen.

Sofortiges und entschiedenes Handeln bei Ausbruchsgeschehen sicherstellen

Corona-Koordinator

Der Ministerrat beschließt am 10. Augsut 2020, einen „Corona-Koordinator“ der Staatsregierung einzusetzen. Dieser soll sämtliche, pandemiebedingte Maßnahmen bündeln, koordinieren und deren Umsetzung gewährleisten. Zum „Corona-Koordinator“ wird der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei, Staatminister Dr. Florian Herrmann, MdL, bestimmt.

Koordinierungsgruppe Corona-Pandemie

Corona-Ausbruchsgeschehen erfordern sofortiges und entschiedenes Handeln. Dabei gilt es, vor Ort alle Kräfte der Gesundheits- und Sicherheitsverwaltung, der Hilfsorganisationen und des Gesundheitswesens effizient zusammenzuführen und zu koordinieren. Der Ministerrat begrüßt die durch die Staatsministerien für Gesundheit und Pflege sowie des Innern, für Sport und Integration beabsichtigte Einrichtung einer „Koordinierungsgruppe Corona-Pandemie“ an jeder Kreisverwaltungsbehörde. Zu ihren Aufgaben gehörenunter anderem

  • die umgehende Organisation von Reihentestungen in betroffenen Betrieben und Einrichtungen,
  • die konsequente Umsetzung von Quarantänen und Kohortierungen gegenüber asymptomatischen infizierten Personen und Kontaktpersonen,
  • Absperrungen und die Organisation von Testangeboten für die Bevölkerung.

Die „Koordinierungsgruppen Corona“ stehen unter der Leitung der Landrätin oder des Landrats beziehungsweise der Oberbürgermeisterin oder des Oberbürgermeisters unter Einbeziehung der Fachexpertise von Gesundheitsamt, Polizei, nicht-polizeilicher Gefahrenabwehr und gegebenenfalls der Bundeswehr. Zur Abstimmung der Maßnahmen sollen neben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns auch Vertreter der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte als ärztliche Koordinatoren eingebunden werden.