Pressemitteilung

04.09.2025

Nr. 165

Gerlach: 185 Medizinstudienplätze über Landarzt- und ÖGD-Quote vergeben – Großes Interesse an Programmen zur Stärkung der medizinischen Versorgung auf dem Land 

Bayern hat in diesem Jahr so viele Medizinstudienplätze über die Landarztquote vergeben wie noch nie. Darauf hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach am Donnerstag hingewiesen. Sie betonte: „Mit dem bevorstehenden Semesterstart können über die Landarztquote 172 künftige Landärztinnen und Landärzte ihr Studium beginnen. Dabei haben wir die Quote bewusst erhöht, um die medizinische Versorgung auf dem Land weiter zu stärken. 13 Studienplätze gehen zudem über die ÖDG-Quote an Kandidatinnen und Kandidaten, die nach dem Abschluss als Medizinerinnen oder Mediziner im Öffentlichen Gesundheitsdienst arbeiten werden.“

Gerlach ergänzte: „Der Arztberuf ist und bleibt einer der Top-Berufswünsche für viele junge Menschen. Mit der Landarztquote ermöglichen wir diesen Berufswunsch denjenigen, die genau dort arbeiten wollen, wo wir sie am dringendsten brauchen und kein 1,0er-Abi haben.“

Seit Einführung der Landarztquote im Jahr 2020 haben bereits 571 Studierende ein Studium über die Quote aufgenommen. Zum Wintersemester 2025/26 kommen nun weitere 172 dazu. Dabei haben sich in diesem Jahr über 500 Interessierte beworben. Die Landarztquote sieht vor, dass bis zu acht Prozent aller Medizinstudienplätze in Bayern für Bewerberinnen und Bewerber vorgehalten werden, die später für mindestens zehn Jahre eine hausärztliche oder kinder- und jugendärztliche Tätigkeit aufnehmen – und zwar in einer Region, die unterversorgt oder von Unterversorgung bedroht ist.

Über die ÖGD-Quote haben mittlerweile 70 Studierende einen Studienplatz erhalten. Zum Wintersemester 2025/2026 kommen 13 dazu. Für Studierende der ÖGD-Quote werden 1,8 Prozent vorgehalten. Sie verpflichten sich entsprechend zu einer Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst. Das Programm läuft seit 2021.

Die Ministerin erläuterte: „Die an den Studienplätzen Interessierten müssen sich in einem zweistufigen Auswahlverfahren des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit durchsetzen. Am Ende ist die persönliche Eignung ausschlaggebend. Nachgewiesen werden kann diese beispielsweise durch eine vorhandene Ausbildung in einem Gesundheitsberuf oder ehrenamtliches Engagement beim Rettungsdienst oder Wohlfahrtsverbänden.“

Die ersten Hausärztinnen und -ärzte werden nach ihrem Studium und der fachärztlichen Weiterbildung voraussichtlich im Jahr 2031 ihre Arbeit aufnehmen. Die ersten Absolventinnen und Absolventen der ÖGD-Quote werden voraussichtlich im Jahr 2029 ihre Tätigkeit im Öffentlichen Gesundheitsdienst in Bayern aufnehmen.