Pressemitteilung
16.07.2026
Nr. 102
Gerlach: Bayern verstärkt den Einsatz zur Eindämmung der Allergiepflanze Ambrosia – Bayerns Gesundheitsministerin übergibt Förderscheck über rund 168.500 Euro an die Stadt Nürnberg für das Modellprojekt „Bekämpfung der Ambrosia in der Region Nürnberg‘
Bayern verstärkt den Einsatz zur Eindämmung der Allergiepflanze Ambrosia. Darauf hat Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach anlässlich der Übergabe eines Förderschecks über rund 168.500 Euro an die Stadt Nürnberg für das Modellprojekt „Bekämpfung der Ambrosia in der Region Nürnberg (BARN)‘ hingewiesen. Die Ministerin betonte am Donnerstag: „Ambrosia ist weit mehr als nur ein Unkraut. Ihre Pollen gehören zu den stärksten Allergieauslösern. Schon kleinste Mengen können Heuschnupfen, Augenreizungen oder allergisches Asthma auslösen. Deshalb müssen wir die Ausbreitung der Pflanze konsequent eindämmen.“
Gerlach ergänzte: „Der Großraum Nürnberg gehört zu den Regionen in Bayern, die besonders stark von der Ambrosia-Pflanze betroffen sind. Deshalb unterstützen wir die Stadt Nürnberg mit rund 168.500 Euro. Mit dem Modellprojekt BARN wollen wir gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und vielen weiteren regionalen Partnern erproben, wie eine wirksame und flächendeckende Bekämpfung gelingen kann. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse können anderen betroffenen Kommunen in Bayern wertvolle Impulse liefern.“
Mit dem Modellprojekt BARN wird eine konzertierte und flächendeckende Strategie zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie im Stadtgebiet Nürnberg entwickelt. Stadtverwaltung, Fachbehörden und weitere regionale Partner bündeln ihre Maßnahmen, um bekannte Ambrosia-Bestände nachhaltig zu beseitigen. Je nach Standort kommen unterschiedliche Bekämpfungsmethoden wie beispielsweise das vollständige Ausreißen der Pflanzen, Mulchmahd oder Fräsen zum Einsatz. Die Erfahrungen aus dem Projekt werden anschließend in einem Leitfaden zusammengefasst, der auch anderen betroffenen Kommunen als Muster dienen soll. Das Projekt erstreckt sich über einen Zeitraum von 1,5 Jahren.
Oberbürgermeister Marcus König sagte: „Die Förderung durch das bayerische Gesundheitsministerium ist eine wichtige Unterstützung für Nürnberg. Sie ermöglicht es uns, die Ausbreitung der Beifuß-Ambrosie gezielt einzudämmen und damit frühzeitig gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung entgegenzuwirken. Gleichzeitig entwickeln wir gemeinsam mit unseren landwirtschaftlichen Betrieben und den Fachbehörden praxistaugliche Lösungen, die auch anderen Kommunen als Vorbild dienen können. So zeigen wir, wie Gesundheitsvorsorge, Klimaanpassung und der Schutz unserer Kulturlandschaft Hand in Hand gehen.“
Professorin Claudia Traidl-Hoffmann, Sonderbeauftrage des bayerischen Gesundheitsministeriums für Klimaresilienz und Prävention, erklärte: „Die Ambrosia-Pflanze ist eine invasive Art, die unserer Gesundheit schaden kann. Ihre Pollen zählen zu den stärksten Auslösern von Allergien. Sie machen den Schutzschild unserer Schleimhäute löchrig, auch bei Nicht-Allergikern. Deswegen kann auch bei Personen, die bisher keine Allergien haben, das Immunsystem scharf gestellt werden auf Ambrosia und eine Allergie bis hin zum Asthma entstehen. Umso wichtiger ist es, die Ausbreitung frühzeitig zu erfassen. Dafür brauchen wir ein verlässliches Monitoring, wie wir es in Bayern haben.“
Gerlach hob hervor: „Die Bekämpfung von Ambrosia ist ein wichtiger Baustein unseres Masterplans Prävention. Dort haben wir das Ziel gesetzt, die Gesundheit der Menschen unter den Bedingungen des Klimawandels besser zu schützen. Dazu gehört auch, die Ausbreitung der Ambrosia einzudämmen und dadurch Allergikerinnen und Allergiker zu entlasten.“
Die Ministerin ergänzte: „Die Ausbreitung von Ambrosia wird auch durch den Klimawandel begünstigt. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt zu handeln. Ambrosia sollte noch vor der Blüte entfernt werden – idealerweise bis Mitte oder Ende Juli. Wer die Pflanze jetzt mitsamt der Wurzel entfernt, verhindert, dass sie Pollen freisetzt und Samen bildet.“
Gerlach fügte hinzu: „Die Bekämpfung der Ambrosia kann nur erfolgreich gelingen, wenn alle mitmachen. Kommunen, Behörden, Grundstückseigentümer, Landwirtinnen und Landwirte sowie Bürgerinnen und Bürger tragen gemeinsam Verantwortung. Wer größere Ambrosia-Bestände entdeckt, sollte diese der jeweiligen Kommune bzw. dem Landratsamt melden. Einzelpflanzen können mit Handschuhen möglichst samt Wurzel entfernt und im Restmüll entsorgt werden. Jeder beseitigte Bestand hilft dabei, die weitere Ausbreitung einzudämmen und die Gesundheit vieler Menschen zu schützen.“
