Pressemitteilung
08.07.2026
Nr. 93
Gerlach: Impfquoten bei bayerischen Einschulungskindern weiterhin auf hohem Niveau – Bayerns Gesundheitsministerin anlässlich des neues Gesundheitsreports über den Impfstatus bayerischer Kinder
Die Impfquoten bei bayerischen Einschulungskindern liegen weiterhin auf hohem Niveau. Auf dieses Ergebnis des neuen Gesundheitsreports „Update Impfstatus der Kinder“ des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach am Mittwoch in München verwiesen. Gerlach betonte: „Es ist erfreulich, dass die Impfquoten bei eingeschulten Kindern in den letzten Jahren nicht nur stabil geblieben, sondern zum Beispiel bei Masern, Mumps und Röteln sogar gestiegen sind. Trotz dieser positiven Entwicklung bleibt es unser dringendes Anliegen, den Impfschutz in Bayern noch weiter zu steigern.“
Der neue Gesundheitsreport des LGL fasst erstmalig alle Impfdaten der in Bayern zum Schuljahr 2023/2024 eingeschulten Kinder zusammen. Bei Masern, Mumps und Röteln stiegen die Impfquoten von jeweils gut 92 Prozent zum Schuljahr 2018/2019 auf rund 97 Prozent zum Schuljahr 2023/2024.
Im Hinblick auf die für alle Kinder im Alter von 9 bis 14 Jahren empfohlene HPV-Impfung waren im Jahr 2024 laut Kassenärztlicher Vereinigung Bayerns aber nur 49 Prozent der 15-jährigen Mädchen und 29 Prozent der 15-jährigen Jungen vollständig geimpft. Auch hier ist seit einigen Jahren eine Zunahme zu sehen.
Die Ministerin betonte: „Die HPV-Impfung bleibt daher ein wichtiger Schwerpunkt der bayerischen Gesundheitsprävention und ist Hauptthema der diesjährigen 8. Bayerischen Impfwoche vom 3. bis zum 12. Juli. Eine Impfung hier kann fast vollständig vor einer Infektion mit den häufigsten krebsauslösenden HPV-Typen schützen.“
Prof. Dr. Christian Weidner, Präsident des LGL, ergänzte: „Die HPV-Impfung schützt nicht nur die geimpfte Person, sondern senkt auch das Infektions- und damit Erkrankungsrisiko für spätere Partnerinnen und Partner. Je mehr Kinder geimpft sind, desto deutlicher reduziert sich langfristig die Zahl der HPV-bedingten Krebserkrankungen in Deutschland.“
Die Impfquoten für Kinderlähmung (Polio), Diphtherie, Tetanus, Haemophilus influenzae Typ b (Hib) und Keuchhusten fielen laut Daten der Schuleingangsuntersuchung um rund ein Prozent niedriger aus als in den Vorjahren, verbleiben damit aber weiterhin auf einem hohen Niveau (Beispiel Impfquote Kinderlähmung 2023/2024: 94,6 Prozent, Impfquote Diphtherie 2023/2024: 94,3 Prozent).
Gerlach erläuterte: „Bei dieser Datenerhebung sind auch Angaben von jüngeren Kindern im Alter zwischen vier und fünf Jahren enthalten, da Kinder im Rahmen der reformierten Schuleingangsuntersuchungen nun früher untersucht werden. Dies kann sich in den geringfügig niedrigeren Quoten widerspiegeln. Da fehlende Impfungen oftmals nachgeholt werden können, sind mit zunehmendem Alter der Kinder wieder höhere Impfquoten zu erwarten.“
Auch bei der Impfung gegen die durch Zecken übertragbare Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) hat der Gesundheitsreport noch Nachholbedarf ergeben. Hier wiesen erst 42 Prozent der bayerischen Einschulungskinder eine abgeschlossene Grundimmunisierung (bestehend aus drei Impfungen) auf, obwohl fast ganz Bayern als FSME-Risikogebiet eingestuft ist.
Weitere Ergebnisse des Berichtes:
- Wie in den Vorjahren gibt es kaum Geschlechtsunterschiede bei den Impfquoten der Einschulungskinder.
- Die Impfquoten von Kindern mit Migrationshintergrund unterscheiden sich nur geringfügig von den Impfquoten der Kinder ohne Migrationshintergrund.
- Wie in den Vorjahren zeigen sich leichte regionale Unterschiede. Die Impfquoten von Kindern in Oberbayern und Niederbayern liegen leicht unter dem bayerischen Durchschnitt.
Der Gesundheitsreport „Update Impfstatus der Kinder“ 2026 ist im Bestellshop der Bayerischen Staatsregierung verfügbar. Hier geht es zu aktuellen Informationen zu Schutzimpfungen (darunter Masern, Mumps, Pertussis, Pneumokokken oder HPV).
Weitere Informationen:
Gesundheitsbehörden sind gesetzlich verpflichtet, die Gesundheit der Bevölkerung zu beobachten und zu bewerten. Für Bayern übernimmt auf Landesebene das LGL diese Aufgabe in Abstimmung mit dem zuständigen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP). Die Daten sind die Basis für Präventionsmaßnahmen und Gesundheitsförderung. Gesundheitsreporte und Informationen zur Gesundheit der bayerischen Bevölkerung veröffentlicht das LGL auch in seiner Gesundheitsberichterstattung.
