Pressemitteilung
14.01.2026
Nr. 6
Gerlach: Modellprojekt „HÄPPI“ bringt Digitalisierung in die Hausarztpraxis der Zukunft – Bayerns Gesundheitsministerin besucht Pilotpraxis in Würzburg und würdigt innovatives Versorgungsmodell in Bayern
Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach hat am Mittwoch in Würzburg eine Hausarztpraxis besucht, in der das Modellprojekt HÄPPI – „Hausärztliches Primärversorgungszentrum – Patientenversorgung Interprofessionell“ erprobt wird. HÄPPI ist ein Projekt des Bayerischen Hausärzteverbandes e.V. (BHÄV) und wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention mit rund 650.000 Euro gefördert.
Anlässlich des Abschlusses der sechsmonatigen Pilotphase betonte die Ministerin: „HÄPPI ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie moderne hausärztliche Versorgung heute gedacht werden kann: als starke Teampraxis mit intelligenten digitalen Lösungen. Genau solche innovativen Versorgungsstrukturen und neue Formen der Zusammenarbeit werden in Zukunft eine immer größere Rolle spielen. Deshalb fördern wir das Modellprojekt finanziell.“
HÄPPI setzt gezielt auf die Stärkung multiprofessioneller Teams. Qualifizierte nicht-ärztliche Fachkräfte übernehmen zusätzliche Aufgaben in der Versorgung, während Hausärztinnen und Hausärzte ihre medizinische Expertise stärker auf komplexe Fälle konzentrieren können. Gleichzeitig unterstützt der Einsatz digitaler Anwendungen eine bessere Organisation, Kommunikation und Koordination innerhalb der Praxis.
Gerlach erklärte: „Es geht darum, Verantwortung im Team gut zu verteilen und vorhandene Kompetenzen besser zu nutzen – ohne die medizinische Steuerung aus der Hand zu geben. Digitale Anwendungen helfen zusätzlich, Prozesse effizienter zu gestalten und die Versorgung noch besser zu koordinieren.“
Anja Tischer, Vorsitzende Bayerischer Hausärztinnen- und Hausärzteverband Bezirk Oberfranken, ergänzte: „Ein weiteres zentrales Ziel unsere Modellprojektes ist es, die Steuerung der Patientinnen und Patienten über die Hausarztpraxen weiter auszubauen. Damit leistet HÄPPI einen wichtigen Beitrag, um die medizinische Versorgung in Stadt und Land nachhaltig sicherzustellen.“
In das Projekt werden neun Hausarztpraxen aus Bayern einbezogen, bei denen die Umstrukturierung in eine „HÄPPI“-Praxis erfolgte. Die Pilotpraxen befinden sich in Grafenau, Harburg, Kranzberg, Lam, Nürnberg, Schönau am Königssee, Sigmarszell, Thurnau und Würzburg.
Dr. Florian Rasche, in dessen Würzburger Hausarztpraxis das Modell seit Juli 2025 erprobt wird, sagte: „Neben unserer Praxis betreuen wir zwei große Behindertenheime mit rund vierhundert Patientinnen und Patienten. Früher war ich drei bis vier Tage pro Woche viele Stunden vor Ort, was sehr an mir gezerrt hat. Als HÄPPI-Praxis arbeiten wir im Team, und ich teile mir die Visiten mit unserer Primary Care Managerin. Das hat auch meine Lebensqualität unglaublich gesteigert. Gerade weil ich eine Einzelpraxis leite, kann ich mir HÄPPI gar nicht mehr wegdenken.“
Das Projekt wird durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Augsburg begleitet. Dabei wird untersucht, wie praktikabel die neuen Abläufe im Alltag sind und welchen Nutzen sie für Praxisteams sowie Patientinnen und Patienten haben. Nach Abschluss der Pilotphase werden die Ergebnisse aus den einzelnen Hausarztpraxen nun ausgewertet.
Gerlach hob hervor: „Ich bin überzeugt, dass wir mit Projekten wie HÄPPI die richtigen Weichen für eine stabile, wohnortnahe und moderne Gesundheitsversorgung in Bayern stellen. Die Erkenntnisse aus der Pilotphase werden uns helfen, tragfähige Strukturen für die Zukunft zu entwickeln – zum Nutzen aller Bürgerinnen und Bürger im Freistaat.“
