Pressemitteilung
03.09.2026
Nr. 129
Gerlach ruft zu konsequentem Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen auf – Bayerns Gesundheitsministerin zum Welttag der sexuellen Gesundheit am 4. September
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach hat zu einem konsequenten Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen (STI) aufgerufen. Gerlach verwies am Donnerstag anlässlich des Welttags der sexuellen Gesundheit am 4. September darauf, dass beispielsweise die Zahl der Syphilis-Erstdiagnosen in Bayern weiter hoch ist. In der Gruppe der heterosexuellen Kontakte war sogar ein leichter Anstieg zu verzeichnen – und zwar von 160 im Jahr 2024 auf 174 im Jahr 2025.
Gerlach betonte: „Unbehandelt kann Syphilis schwere Organschäden verursachen und das Gehirn angreifen. Es ist deshalb wichtig, intensiv über die Risiken aufzuklären. Dies gilt auch für krebserregende Humane Papillomviren (HPV). Denn HPV-Infektionen sind die Hauptursache für bestimmte Krebserkrankungen wie Gebärmutterhalskrebs.“
Bayerns Gesundheitsministerium hatte im Juli im Rahmen der 8. Bayerischen Impfwoche für die HPV-Impfung geworben. Im Freistaat sind nur die Hälfte der 15-jährigen Mädchen und nicht ganz ein Drittel der 15-jährigen Jungen vollständig gegen HPV geimpft. Aus diesem Grund setzt Bayern auch verstärkt auf HPV-Schulimpfaktionen. Erfolgreiche Modellprojekte der Gesundheitsämter in Rosenheim und Aschaffenburg können dabei als Vorbild für weitere Angebote im ganzen Freistaat dienen.
In Deutschland erkranken laut Robert Koch-Institut (RKI) jedes Jahr circa 3.000 Männer und circa 7.450 Frauen an Krebs durch HPV. Den größten Anteil hat dabei der Gebärmutterhalskrebs, an dem in Deutschland jährlich circa 4.300 Frauen erkranken. Bei Männern sind Tumoren im Mund- und Rachenraum mit circa 1.900 Neuerkrankungen pro Jahr am häufigsten. Die meisten dieser Erkrankungen wären durch eine frühzeitige Impfung im Kindes- und Jugendalter vermeidbar.
Die Zahl der gemeldeten HIV-Erstdiagnosen in Bayern blieb mit 581 im Jahr 2025 nahezu unverändert im Vergleich zum Vorjahr mit 589. Männer sind weiterhin am häufigsten betroffen. In der Gruppe der heterosexuellen Männer gab es einen leichten Anstieg der Diagnosen – und zwar von 62 im Jahr 2024 auf 72 im Jahr 2025. Eine HIV-Infektion und AIDS sind zwar mittlerweile behandelbar, aber noch immer nicht heilbar.
Von der Zahl der HIV-Erstdiagnosen zu unterscheiden ist die vermutete Zahl der HIV-Neuinfektionen, die jährlich vom RKI anhand einer Modellrechnung geschätzt wird. Diese berücksichtigt auch, dass zwischen einer Ansteckung mit dem HI-Virus und deren Diagnose einige Monate bis Jahre vergehen können. Für 2025 ist die Schätzung des RKI noch nicht verfügbar.
Herzstück der bayerischen Maßnahmen zur Förderung der sexuellen Gesundheit sind die Psychosozialen AIDS-Beratungsstellen. Sie organisieren Informations- und Aufklärungsveranstaltungen sowohl für die Allgemeinbevölkerung als auch für spezielle Zielgruppen. Außerdem unterstützen sie Betroffene von HIV/AIDS und anderen STI in ihrem Alltag und bieten Testmöglichkeiten und Beratung.
Der Schutz der sexuellen Gesundheit ist auch ein wichtiges Ziel von Bayerns Masterplan Prävention. Weitere Informationen dazu sind zu finden unter: https://www.stmgp.bayern.de/vorsorge/
