Pressemitteilung
10.09.2026
Nr. 134
Gerlach und Streeck warnen vor steigender Gefahr durch synthetische Drogen – Treffen von Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin und dem Drogenbeauftragten der Bundesregierung in Berlin
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach und der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, haben vor der steigenden Gefahr durch synthetische Drogen gewarnt. Gerlach betonte am Donnerstag: „Synthetische Drogen wie Fentanyl breiten sich in Deutschland weiter aus. Diese Substanzen, die künstlich im Labor hergestellt werden, sind extrem gefährlich. Sie führen oft zu Überdosierungen oder unvorhersehbaren Wechselwirkungen. Ihr Konsum ist völlig unkalkulierbar. Deshalb ist eine umfangreiche Aufklärung über die Risiken sehr wichtig.“
Gerlach und Streeck hatten sich am späten Mittwochnachmittag in Berlin zu einem Gespräch getroffen. Der Drogenbeauftragte unterstrich: „Der Drogenmarkt hat sich grundlegend verändert. Synthetische Drogen wie Fentanyl werden im Labor hergestellt, ihre Wirkstärke schwankt von Charge zu Charge, und sie lassen sich mit wenigen Klicks online bestellen. Selbst erfahrene Konsumenten können ihre Dosis nicht mehr sicher einschätzen. Deshalb steigen Überdosierungen und Todesfälle. Prävention, niedrigschwellige Hilfen und die Bekämpfung organisierter Kriminalität müssen enger ineinandergreifen als bisher. Nur so schützen wir junge Menschen vor diesen Märkten und eröffnen suchtkranken Menschen verlässliche Wege in Behandlung und Stabilisierung.“
Gerlach erläuterte: „Bayern hat in diesem Jahr begonnen, einen Landesknotenpunkt für das nationale Drogenmonitoring- und Frühwarnsystem ‚NEWS – National Early Warning System‘ einzurichten. Mit diesem System können gefährliche regionale Neuentwicklungen im Bereich psychoaktiver Substanzen frühzeitig erkannt und durch Warnmeldungen rasch an die relevanten Zielgruppen übermittelt werden.“ Auch vor kursierenden Drogen mit hochwirksamen Beimengungen soll gewarnt werden. Zudem leitet der Landesknotenpunkt Informationen an den nationalen Knotenpunkt weiter.
Die Ministerin fügte hinzu: „Der Freistaat Bayern investiert in diesem Jahr rund acht Millionen Euro in Suchtpräventions- und Suchthilfeangebote. Wichtig ist insbesondere eine spezialisierte und möglichst niedrigschwellige Unterstützung für Drogenkonsumierende, die sie in ihrer jeweiligen Lebenssituation gezielt erreicht.“
Streeck betonte: „Der Drogenmarkt verändert sich rasant, unsere Frühwarnsysteme brauchen bisher oft Wochen. Genau in dieser Lücke sterben Menschen. Wer schützen will, muss wissen, was gerade auf der Straße im Umlauf ist, und diese Information muss sofort bei den Konsumenten, in der Suchthilfe, bei den Rettungsdiensten und den Ordnungskräften ankommen. Deshalb ist es ein wichtiger Schritt, dass Ministerin Gerlach in Bayern das Monitoring- und Frühwarnsystem vorantreibt.“
Gerlach warb zudem für eine vollständige Rücknahme der Legalisierung von Cannabis zu Genusszwecken. Gerlach betonte: „Gerade für junge Menschen bedeutet der Cannabis-Konsum ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Depressionen, Angststörungen und Psychosen. Diese Gefahren dürfen nicht verharmlost werden. Deshalb muss die Cannabis-Legalisierung zu Genusszwecken von der Bundesregierung komplett zurückgenommen werden.“
