Pressemitteilung
26.03.2026
Nr. 46
Gerlach will Pflegeinfrastruktur zukunftsfähig aufstellen – Innovative Pflegeprojekte bei großem Pflegekongress in Regensburg ausgezeichnet
Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach setzt sich dafür ein, dass die pflegerischen Versorgungsstrukturen im Freistaat zukunftsfähig aufgestellt werden. Anlässlich des vierten Pflegekongresses mit Preisverleihung für innovative Pflegeprojekte betonte Gerlach am Donnerstag in Regensburg: „Wir brauchen zukunftsfähige und dezentrale Lösungen im Pflegebereich, die insbesondere auch die häusliche Pflege stärken. Das ist mir ein wichtiges Anliegen, denn rund 83 Prozent der Pflegebedürftigen werden zu Hause betreut und versorgt.“
Gerlach fügte hinzu: „Die Aufstellung einer zukunftsfähigen Pflegeinfrastruktur kann nur als Teamleistung gelingen. Deshalb haben wir die beteiligten Akteure bei unserem Pflegekongress in Regensburg zusammengebracht – mit vielen Best-Practice-Beispielen für gelungene Pflegekonzepte.“
Der Pflegekongress „Gute Pflege. Daheim in Bayern“ fand im marinaforum in Regensburg statt. Dabei waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertretern unter anderem aus Pflegeeinrichtungen, Kommunen und kommunalen Spitzenverbänden sowie von den Pflegekassen. Vor Ort wurden aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse und gelungene Praxisbeispiele präsentiert. Besonders wegweisende Initiativen wurden im Rahmen des Wettbewerbs „Innovative Wege zur Pflege – Visionen für eine pflegegerechte Gesellschaft“ bei einer feierlichen Preisverleihung ausgezeichnet.
Die Ministerin erläuterte: „Mit dem diesjährigen Schwerpunkt ‚Visionen für eine pflegegerechte Gesellschaft‘ lag der Fokus des Wettbewerbs auf der Verbesserung der Lebensqualität von Pflegebedürftigen, ihren Angehörigen sowie von Menschen, die in der Pflege tätig sind. Der erste Platz ging in diesem Jahr an die Initiative ‚Gemeinsam für Pflege – Das Pflege-Camp‘ der Gesundheitsregionplus der Stadt und des Landkreises Aschaffenburg.“
Gerlach fügte hinzu: „Im Rahmen eines Praktikums erhalten Jugendliche ab 15 Jahren die Möglichkeit, einen Einblick in die verschiedenen Einsatzfelder von Pflegekräften zu gewinnen. Das ist eine großartige Initiative, denn sie macht Pflege für den jungen, engagierten Nachwuchs sichtbar – den wir dringend benötigen! Der Erfolg des Projekts zeigt sich bereits darin, dass sich laut Projektträger rund 23 Prozent der Teilnehmenden im Anschluss für eine Ausbildung in der Pflege entschieden haben.“
Gewinner des Wettbewerbs 2026:
- 1. Platz: „Gemeinsam für Pflege – Das einrichtungsübergreifende Pflege-Camp Aschaffenburg“
(Projektträger: GesundheitsregionPlus Landkreis und Stadt Aschaffenburg) - 2. Platz: „DorfVital 360°: Prävention und Pflege durch Gemeindegesundheitskräfte“
(Projektträger: Landratsamt Coburg) - 3. Platz: „FELIX – Das digitale Präventionssystem“
(Projektträger: Hello Mirrors)
Der Wettbewerb wurde zum zweiten Mal von der Koordinationsstelle Pflege und Wohnen durchgeführt. Die ersten drei Plätze sind mit einem Preisgeld zwischen 2.500 und 1.000 Euro dotiert. Drei weitere herausragende Projekte erhielten eine Auszeichnung ohne Preisgeld.
Die Ministerin ergänzte: „Daneben unterstützen wir mit unserem Förderprogramm ‚Gute Pflege. Daheim in Bayern‘ gezielt pflegerische Angebote in den Kommunen vor Ort. Insbesondere demographie- und finanzschwache Kommunen werden gefördert. Dabei erhalten die Kommunen maximale Flexibilität in der Umsetzung, denn sie kennen die individuellen Bedürfnisse vor Ort am besten. Ziel ist es, dass die Betroffenen ihre Eigenständigkeit möglichst lange bewahren und weiterhin am sozialen Leben teilnehmen können. In Bayern haben wir in diesem Jahr rund 24 Millionen Euro für das Förderprogramm veranschlagt.“
Gerlach unterstrich: „Ein wichtiger Hebel ist aus meiner Sicht außerdem das Thema Prävention. Denn viele Erkrankungen könnten durch wirksame Gesundheitsförderung verhindert oder verzögert werden – das würde den Pflegebedarf erheblich reduzieren. Regelmäßiges körperliches Training kann beispielsweise Muskelabbau und Gebrechlichkeit entgegenwirken.“
Der Freistaat hat das Programm „Gute Pflege. Daheim in Bayern“ bereits 2022 gemeinsam mit den kommunalen Spitzenverbänden, der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände und dem Landesamt für Pflege entwickelt und ein gemeinsames Strategiepapier zum Ausbau der Pflegeinfrastruktur beschlossen. Dieses enthält ein Maßnahmenbündel zur Stärkung und Schaffung bedarfsgerechter, pflegeorientierter Strukturen. Zudem hat sich die Bayerische Staatsregierung in den vergangenen Jahren intensiv für den weiteren Ausbau des Pflegeplatzangebots eingesetzt. Seit 2020 konnten im Freistaat etwa 8.900 Pflegeplätze mit rund 410 Millionen Euro gefördert werden.
Weiterführende Informationen rund um den Pflegekongress sind auf der Website des Bayerischen Gesundheitsministeriums verfügbar.
