Pressemitteilung

08.07.2026

Nr. 94

Gerlach wirbt für innovative Wege in der Pflege – Bayerns Pflegeministerin anlässlich des Abschlusses des Modellprojekts „Pflege 2030“ in Karlsfeld

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach setzt sich für zukunftsweisende Konzepte zur Verbesserung der Rahmenbedingungen in der Langzeitpflege ein. Gerlach betonte am Mittwoch (8. Juli) anlässlich der Abschlussveranstaltung des Projekts „Pflege 2030“ in Karlsfeld im Landkreis Dachau: „Wir brauchen neue Ideen und Mut, um den strukturellen und personellen Herausforderungen in der stationären Pflege gerecht zu werden. Genau das hat sich das Modellprojekt ‚Pflege 2030‘ zum Ziel gesetzt und seine Ergebnisse heute im Haus Curanum vorgestellt – gebündelt in einem Praxishandbuch.“

Die Ministerin ergänzte: „Ziel des Projekts war es, die Personaleinsatzplanung und den Einsatz von Technik besser miteinander zu verbinden. Konkret ging es darum, Technik und digitale Prozesse so einzusetzen, dass Arbeitsabläufe optimiert werden können. Damit kann sich das Personal stärker auf die Pflegebedürftigen konzentrieren, wodurch die Qualität in Pflege und Betreuung langfristig weiter verbessert wird.“

Das Projekt mit einer Laufzeit von 36 Monaten wurde vom Bayerischen Gesundheitsministerium mit rund 3,1 Millionen Euro gefördert. Es wurde von der Korian Stiftung für Pflege und würdevolles Altern initiiert und im Haus Curanum in Karlsfeld erprobt. Weitere Projektpartner waren die Korian Deutschland GmbH, eine Arbeitsgruppe rund um Prof. Heinz Rothgang an der Universität Bremen sowie das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS).

Die Ministerin fügte hinzu: „Die Erfahrungen aus dem Projekt werden für alle Interessierten im Bereich der stationären Pflege in Bayern – und darüber hinaus – als Praxishandbuch zur Verfügung stehen und als Blaupause dienen. Das Handbuch bietet Orientierung und konkrete Ansätze für Einrichtungen, die ihre Strukturen weiterentwickeln möchten – immer angepasst an ihre jeweiligen Rahmenbedingungen.“

Das Praxishandbuch Pflege 2030 steht auf der Website der Korian Stiftung kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Gerlach unterstrich: „Das Projekt hat gezeigt, wie wertvoll echte Zusammenarbeit zwischen Praxis, Wissenschaft, Technologiepartnern und den Trägern vor Ort ist. Nur gemeinsam können Lösungen entwickelt werden, die im Alltag bestehen können.“

Bayern nimmt in diesem Bereich bundesweit eine Vorreiterrolle ein, denn daneben wurden auch drei weitere Modellprojekte zur Erprobung der gesetzlichen Vorgaben in der Personalplanung der Langzeitpflege vom Bayerischen Gesundheits- und Pflegeministerium gefördert.

Die drei weiteren Projekte im Überblick:

  • Die Hilfe im Alter gGmbH/Diakonie München und Oberbayern hat ein Projekt zur Entwicklung eines beziehungsorientierten Pflegesystems umgesetzt. Ziel war es, gute Rahmenbedingungen für Pflegekräfte mit einer hohen Lebensqualität für Pflegebedürftige in der stationären Altenhilfe zu vereinen.
  • In einem weiteren Projekt hat die Caritas St. Heinrich und Kunigunde gGmbH Bamberg ein innovatives Pflegeorganisationssystem an insgesamt 14 Pflegeeinrichtungen erprobt. Dabei wurden neu gestaltete Aufgaben- und Rollenprofile getestet – insbesondere unter Berücksichtigung der Rolle einer „Leading Nurse“.
  • In einem dritten Projekt untersuchte der Wohlfahrtsverband AWO (Arbeiterwohlfahrt e. V.) Maßnahmen der wertegeleiteten Personal- und Organisationsentwicklung. In insgesamt neun Pflegeeinrichtungen wurde die Umsetzung der Personalbemessung in Pflegeheimen in der Praxis getestet.