Digitale Fachanwendung ÖGD – Gemeinsam für eine digitale Zukunft im Gesundheitsamt

Die Digitalisierung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) in Bayern geht mit großen Schritten voran. Ein wichtiger Baustein ist die Einführung einer einheitlichen Fachanwendung ÖGD. Ziel ist es, die tägliche Arbeit in den Gesundheitsämtern nachhaltig zu erleichtern und die Digitalisierung dauerhaft zu stärken.

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Was ist die Fachanwendung ÖGD?

Die Digitale Fachanwendung ÖGD ist eine zentrale Software-Lösung für die Aufgaben der Gesundheitsämter. Sie entsteht in enger Zusammenarbeit mit den bayerischen Gesundheitsämtern und basiert auf einer angepassten Version der in Baden-Württemberg entwickelten Anwendung ÖGDigital. Diese Kooperation ermöglicht einen schnelleren Einstieg, minimiert Entwicklungsrisiken und senkt die Kosten. Beide Bundesländer profitieren von der gemeinsamen Weiterentwicklung und können Synergien optimal nutzen.

Für Bayern sind insgesamt neun Fachmodule geplant, ergänzt um sogenannte „Shared Services“ – das sind zentrale Unterstützungsdienste wie Kalender oder Checklisten, die über alle Module hinweg genutzt werden können.

So läuft die Einführung ab

Die Einführung der Fachanwendung ÖGD erfolgt Schritt für Schritt und wird zentral koordiniert:

  1.  GAP-Analyse: Seit Oktober 2025 stimmen wir die Anforderungen der bayerischen Gesundheitsämter und Regierungsbehörden mit dem bestehenden System aus Baden-Württemberg ab. Anpassungen werden nach dem Motto „so einheitlich wie möglich, so individuell wie nötig“ bewertet und priorisiert.
  2. Testphase: Ab Frühjahr 2026 testen zunächst ausgewählte Gesundheitsämter und Regierungen die angepasste Anwendung in geschützter Umgebung (Rolloutstufe 1). Die Rückmeldungen aus dieser Phase fließen direkt in die Verbesserung der Software ein.
  3. Pilotierung: Ab dem 2. Quartal 2026 erfolgt der Pilotbetrieb der weiterentwickelten Fachanwendung durch weitere Gesundheitsämter und Regierungen bereits mit echten Daten (Rolloutstufe 2).
  4. Umstieg: Nach erfolgreicher Pilotphase ist ab Ende 2026 beziehungsweise Anfang 2027 der schrittweise Wechsel von den bisherigen Anwendungen auf die neue Fachanwendung ÖGD geplant. Der gesamte Prozess erfolgt sukzessive für jedes Fachmodul.

Dabei sind Gesundheitsämter aus allen Regierungsbezirken eingebunden, um die Anwendung praxistauglich für unterschiedlichste Rahmenbedingungen zu gestalten. Das Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) sowie das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) bringen ihre Expertise aktiv ein.

Die GAP-Analyse – der Startschuss zur Einführung

Mit der GAP-Analyse wurde der Grundstein für die Einführung der Fachanwendung gelegt. Sie dient dazu, die Unterschiede zwischen der Software aus Baden-Württemberg und den spezifischen Anforderungen in Bayern strukturiert zu erfassen. So stellen wir sicher, dass die neue Anwendung landesspezifische Besonderheiten berücksichtigt und dennoch möglichst einheitlich ist.

Die GAP-Analyse wird für jedes geplante Fachmodul einzeln durchgeführt und umfasst folgende Schritte:

  1. Identifikation grundlegender Unterschiede: Mit den Expertinnen und Experten des LGL und des Staatsministeriums werden gesetzliche und prozessuale Unterschiede dokumentiert.
  2. Anforderungssammlung: Mitarbeitende aus den Gesundheitsämtern testen die Module und erfassen Rückmeldungen, Fragen und Änderungswünsche zentral über ein Ticket-System.
  3. Validierung und Priorisierung: Arbeitsgruppen aus den Gesundheitsämtern diskutieren in Workshops die modulspezifischen Anforderungen und priorisieren die Anpassungsbedarfe. Über einen abgestimmten Mitzeichnungsprozess erfolgt abschließend eine Validierung der Ergebnisse, in Form sog. User Stories, durch die Arbeitsgruppen sowie LGL und StMGP.

Dieses Vorgehen ermöglicht eine strukturierte und transparente Entwicklung – für eine möglichst effiziente und alltagstaugliche Lösung im ÖGD.

Würfel gestapelt

Projektaufbau

Die Einführung der Fachanwendung ÖGD ist ein gemeinsames Projekt des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Pflege und Prävention und des Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Die Umsetzung wird durch das EU-Programm „NextGenerationEU“ teilfinanziert.

ÖGD Würfel waagerecht
Logo Finanziert von der Europäischen Union Next Generation EU