Patienten mit einer Ärztin im Wartezimmer.

Die elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung können seit 1. Januar 2015 nur noch bei Vorlage der elektronischen Gesundheitskarte erbracht werden. Wie sieht die Karte aus? Wozu dient die elektronische Gesundheitskarte? Welche Daten werden gespeichert? Antworten auf diese und andere Fragen zur neuen Gesundheitskarte erhalten Sie hier.

Was ist die elektronische Gesundheitskarte?

Die eGK hat die bisherige Krankenversichertenkarte (§291a SGB V) ersetzt. Ihre Einführung erfolgt im Zusammenhang mit dem Aufbau einer einheitlichen Telematik-Infrastruktur für das deutsche Gesundheitswesen. Sie ist ein wesentlicher Bestandteil für die Einführung umfassender IT-Anwendungen und Grundlage für die Kooperation und Vernetzung im Gesundheitswesen. Mit der Einführung der eGK und dem Aufbau der Telematikinfrastruktur beginnen der Ausbau der elektronischen Kommunikation im Gesundheitswesen und letztlich der Aufbau eines elektronischen Gesundheitsnetzwerks, das alle Beteiligten im Gesundheitswesen miteinander verbinden soll. Damit verbunden ist zusätzlich die Einführung des elektronischen Arztausweises, dem Heilberufsausweis.

Welche Daten werden auf dieser Karte gespeichert?

Die eGK enthält die Versichertendaten wie Name, Adresse, Krankenkasse und Versichertennummer des Karteninhabers.

Die eGK dient auch als europäische Krankenversichertenkarte. Sie wird in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union sowie in Island, Mazedonien, Serbien Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz akzeptiert.

Jeder und jede Versicherte erhält eine eigene eGK. Für die einfachere Identifikation ist sie grundsätzlich mit einem Lichtbild des oder der Versicherten versehen. So können Arztpraxen und Krankenhäuser den Missbrauch von Gesundheitskarten leichter als bisher verhindern.

Freiwillige Anwendungsmöglichkeiten

In den kommenden Jahren werden sukzessive freiwillige Zusatzfunktionen der eGK eingeführt. Auf Wunsch des oder der Versicherten muss die eGK zum Beispiel auch in der Lage sein, Notfalldaten zu speichern, verordnete Medikamente zur Prüfung der Arzneimitteltherapiesicherheit zu dokumentieren, sowie die Übermittlung elektronischer Arztbriefe und den Aufbau elektronischer Patientenakten zu unterstützen. Darüber hinaus soll künftig die verschlüsselte und damit sichere Speicherung von Behandlungsberichten, Impfungen oder Diagnosen ermöglicht werden.

Der Heilberufsausweis

Der Heilberufsausweis dient der Authentifizierung (elektronische Anmeldung im Netz), der Verschlüsselung von Daten und der digitalen Signatur. Diese Karte stellt das Gegenstück zur eGK dar. Der Heilberufsausweis ist ausschließlich für in den Gesundheitsberufen Tätige wie Ärzte, Apotheker oder Zahnärzte. Nur der elektronische Heilberufsausweis ermöglicht einen Zugriff auf Daten, die auf der eGK vorhanden sind.

Wie sicher sind meine Daten?

Die Daten der Patientinnen und Patienten sind vor unberechtigtem Zugriff geschützt!

Bei der Speicherung persönlicher Informationen auf einer Karte wie der eGK muss die Sicherheit der Daten gewährleistet sein. Daher wurde die Entwicklung auch eng vom Bundesdatenschutzbeauftragten begleitet. Mit der eGK sind sensible Daten erstmals verschlüsselt.

Mittels moderner Verschlüsselungsverfahren sind die Daten auf der neuen eGK vor unberechtigtem Zugriff sogar noch besser geschützt als auf der früheren Krankenversichertenkarte. Die Daten sind nur abrufbar, wenn zusätzlich zur eGK der Heilberufsausweis vorliegt. Über diesen Heilberufsausweis verfügen lediglich Personen wie Ärztinnen und Ärzte, Apothekerinnen und Apotheker, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Notärztinnen und Notärzte.

Dieses Zweikarten-Prinzip dient dem Schutz Ihrer Daten.

Zusätzlich erhalten Sie als Patient oder Patientin von Ihrer Krankenkasse eine sechsstellige PIN, mit welcher Sie dem Arzt Zugriff auf Ihre Daten erlauben oder verwehren können.

Der Heilberufsausweis dient neben der elektronischen Anmeldung im Netz, der Verschlüsselung von Daten und der digitalen Signatur.

Versichertenkarte im Lesegerat mit Patientin im Hintergrund.

Welche Bedeutung hat die eGK für mich als Patientin bzw. Patient in Zukunft?

Beispielbild für eine elektronische Gesundheitskarte.Aktuell enthält die eGK die Informationen, die auch auf Ihrer früheren Krankenversichertenkarte gespeichert waren. Das sind Name, Adresse, Krankenkasse und Versichertennummer des Karteninhabers.

Medizinische Daten werden derzeit nicht auf dem Chip der Karte gespeichert. Allerdings ist die eGK auf künftig geplante Anwendungen ausgelegt.

Welche Anwendungen soll es bald geben? Und wie profitieren Sie davon? Wir erklären Ihnen einige der wichtigsten Neuerungen, die in den nächsten Jahren schrittweise eingeführt werden. Vorher werden die Anwendungen erprobt. Im Laufe des Jahres 2016 finden erste Erprobungen auch in der Testregion Südost (Bayern und Sachsen) statt.

Prüfen/ Aktualisieren der Versichertenstammdaten

Die eGK kann mit Unterstützung des Versichertenstammdatendienstes der jeweiligen Krankenkasse die hinterlegten Stammdaten automatisch auf Richtigkeit und Aktualität prüfen. Stammdaten sind Name, Adresse, Krankenkasse und Versichertennummer des Karteninhabers. Deswegen braucht man nach einem Umzug oder einer Namensänderung durch zum Beispiel Heirat keine neue Karte mehr.

Notfalldatenmanagement

Versicherte haben die Möglichkeit, freiwillig bestimmte Daten, die im Notfall relevant sind oder sein könnten auf ihrer Karte zu speichern. Dazu gehören beispielsweise Informationen über bestehende Arzneimittelunverträglichkeiten, Schwangerschaft oder sonstige Allergien. Auch die Kontaktdaten von im Notfall zu verständigenden Personen können auf Ihrer eGK hinterlegt werden. Auf diese Daten haben der Arzt oder Notfallsanitäter auch Zugriff, wenn Sie nicht mehr mitwirkungsfähig sein sollten. Damit im Notfall diese Daten auch wirklich zur Verfügung stehen, können sie im Gegensatz zu allen anderen medizinischen Daten auch ohne vorherige Eingabe der PIN gelesen werden.

Elektronische Kommunikation

Patientenakten oder Befunde werden aktuell noch weitestgehend auf dem Postweg übermittelt. Der Versand per Post kann einige Zeit in Anspruch nehmen. Wichtige Informationen stehen daher nicht immer zeitnah zur Verfügung. Des Weiteren müssen die Daten in der Praxis digitalisiert werden, um sie weiter zu verarbeiten. Die elektronische Kommunikation soll das Versenden von Befunden und weiteren Dokumente auf sicherem und rechtsverbindlichem Weg zwischen Ärzten ermöglichen.

Die elektronische Fallakte

Zum Teil erfolgt die Behandlung einer Patientin oder eines Patienten durch mehrere Leistungserbringer im Gesundheitssystem, zum Beispiel Praxen, Apotheken, Krankenhäuser und Rehabilitationseinrichtungen. Die Leistungserbringer könnten über die eGK eine gemeinsame Behandlungsdokumentation anlegen – die elektronische Fallakte. Das erleichtert den Austausch von Informationen wie Diagnosen, Testergebnisse und Krankheitsgeschichte und dient somit einer effizienten Behandlung.

Arzneimitteltherapiesicherheit

Sie können sich dazu entscheiden, Daten über Arzneimittel, die Sie einnehmen, auf der eGK zu speichern. Das hat den Vorteil, dass Fachkräfte in Apotheken, Krankenhäusern oder Praxen unter Berücksichtigung der Medikamente, die Sie bereits regelmäßig einnehmen, das passende Medikament für Sie auswählen können. Die Gefährdung, die von Wechselwirkungen unterschiedlicher Arzneimittel ausgehen kann, wird dadurch erheblich verringert.

Gesellschaft für Telematik – gematik

Die Einführung der eGK obliegt der Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte mbH (gematik) in Berlin, die auf Bundesebene von der Selbstverwaltung im Gesundheitswesen gegründet wurde (§291b SGB V). Sie hat die technischen Vorgaben einschließlich eines Sicherheitskonzepts erstellt, Inhalt und Struktur der Datensätze für deren Bereitstellung und Nutzung festgelegt sowie die notwendigen Test- und Zertifizierungsmaßnahmen sichergestellt. Über die technischen Spezifikationen können Sie sich auf der Internetseite der gematik informieren.