Saal mit Leinwand Herzlich Willkommen beim Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2019

Der Bayerische Gesundheits- und Pflegepreis – Nominierungen 1 bis 10

Das sind die Nominierungen 1 bis 10 für den Baye­ri­schen Gesundheits- und Pfle­ge­preis 2019 in alphabetischer Reihenfolge der Projektnamen.

Logo Nominiert für den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2019 - Innovative Ideen für Bayern

Aktiv gegen Erschöpfung und Stress (AGES) – Der Erschöpfung aktiv begegnen – Stress vermeiden, Burnout vorbeugen

Projektträger: Zweckverband Thermalbad Birnbach

Das Projekt zielt darauf ab, ein neu konzipiertes Präventionsprogramm zur Stressvermeidung und Burnout-Prophylaxe – mit Gesprächsseminaren zur Psychoedukation und Aktivitätsschwerpunkt sowie einem Auffrischungskurs nach sechs Monaten – im bayerischen Kurort Bad Birnbach anzuwenden. Konzipiert wurde ein Präventionsprogramm, das entsprechend der infrastrukturellen Voraussetzungen des Kurortes Bad Birnbach einen Aktivitätsschwerpunkt aufweist. Bewusst wurden die Bewegungseinheiten „AquaFit“, „Aktiv mit Golf“ und „Meditatives Bogenschießen“ in das Präventionsprogramm eingebaut, um es den Teilnehmern zu ermöglichen, neue Sportarten kennenzulernen, Hemmschwellen abzubauen und so den Zugang zu alternativen Sportarten zu erleichtern. Das ortsgebundene Heilmittel Bad Birnbachs, das mit einer Auslauftemperatur von bis zu 70° C aus den fluoridhaltigen Natrium-Hydrogencarbonat-Chlorid-Thermen (Chrysanti- und Konradsquelle) geförderte Heilwasser, wurde in die Entspannungs- und Bewegungseinheiten eingebunden. Die Themen der psychoedukativen Gesprächsseminare orientieren sich an den Inhalten der Logotherapie (logos = Sinn) in der es darum geht eine Begleitung/Mithilfe in der Sinnsuche anzubieten, beispielsweise bei der Bewältigung belastender Lebenssituationen oder auch in verschiedenen Lebensphasen.

Drei Personen in der Therme.

Alt werden zu Hause

Projektträger: AOVE GmbH

Das Projekt „Alt werden zu Hause – wo denn sonst?“ wurde im Rahmen des Modellprojektes „Altenhilfekonzepte für kleine Kommunen“ entwickelt. Ziel ist es, alten Menschen ein möglichst langes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. Die AOVE-Koordinationsstelle „Alt werden zu Hause“ bietet hier eine Vielzahl an Unterstützungsangeboten, insbesondere für Senioren, pflegende Angehörige, aber auch für Menschen mit Handicap. Dafür stehen mehrere hauptamtliche Fachkräfte sowie eine Vielzahl speziell ausgebildeter Helfer zur Verfügung.

Zentrale Leistungen sind:

  • Unabhängige und trägerneutrale Beratung (inklusive Wohnanpassungs- und Demenz-beratung)
  • Regelmäßige Besuchs- und Begleitdienste
  • Vermittlung von Dienstleistungen
  • Professionelle Schulungen für pflegende Angehörige
  •  Aufbau von Netzwerken ehrenamtlicher und professioneller Angebote
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
Werbegrafik Alt werden zu Hause - wo denn sonst? www.altwerdenzuhause.de, Arbeitsgemeinschaft Obere Vils-Ehenbach AOVE
Arbeitszeitadaptierte Tagespflege für Senioren

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Ja

Arbeitszeitadaptierte Tagespflege für Senioren

Das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Regensburg, bietet Tagespflege zu den Zeiten an, zu denen sie gebraucht wird.

Arbeitszeitadaptierte Tagespflege für Senioren (Preisträger)

Projektträger: Bayerisches Rotes Kreuz Tagespflege Neutraubling, Regensburg

Neutraubling bietet für ca. 15.000 Arbeitnehmer Schichtarbeitsplätze an. Da „herkömmliche“ Tagespflegen Öffnungszeiten zwischen ca. 7:30 Uhr und 16:30 Uhr anbieten, kann mit einer Tagespflege, die zwischen 6:00 Uhr morgens und 21:30 Uhr abends geöffnet hat, einem Versorgungsengpass vorgebeugt werden. Berufsbedingte Einschränkungen in der Pflege von Angehörigen versucht diese BRK-Einrichtung dadurch zu vermeiden, indem sie die Möglichkeit bietet, den pflegebedürftigen Seniorinnen und Senioren auch im Wechsel zwischen morgens und nachmittags/abends (analog dem Schichtmodell des pflegenden Angehörigen) eine teilstationäre Betreuung anzubieten. Wohl wissend, dass regelmäßige wiederkehrende Tagesabläufe insbesondere bei Demenzerkrankten wichtig sind, stellt diese Tagespflege für ca. 50 bis 60 pflege- oder betreuungsbedürftige Personen dennoch eine einzigartige und sinnvolle Alternative zu einer ansonsten evtl. unumgänglichen Heimaufnahme dar, da während der Arbeitszeiten der pflegenden Angehörigen keine ausreichende Betreuung möglich wäre. Die BRK-Tagespflege Neutraubling stärkt damit das Versorgungsprinzip „Daheim statt ins Heim“ durch arbeitsweltnahe und -freundliche Betreuungszeiten, die es allen Beteiligten ermöglicht, die Belastung der Familie so weit als möglich zu reduzieren.

Ärzte schnuppern Landluft

Projektträger: Ärzte schnuppern Landluft e.V.

Ärzte auf dem Land fühlen sich wohl und sind laut Umfrage sehr zufrieden mit ihrer Tätigkeit. Nichts desto trotz ist die medizinische Versorgung auf dem Land gefährdet, da sich kaum Nachfolger für Landarztpraxen finden. Studierende kommen während der Ausbildung kaum mit der ländlichen Medizin in Kontakt. Auch spielt die eigenverantwortliche Tätigkeit als Ärztin oder Arzt im Medizinstudium nur eine untergeordnete Rolle. Mit dem Verein Ärzte schnuppern Landluft e.V. möchten die beteiligten (Haus-) Ärzte angehende Ärzte für die Arbeit auf dem Land begeistern und die ärztliche Versorgung im Mittelfränkischen Raum langfristig sichern. Wir bieten Studierenden in jedem Abschnitt ihrer universitären Ausbildung ein umfassendes Angebot zur Aus- und Weiterbildung sowie Plätze für Praktika, Famulaturen, Blockpraktika und Praktisches Jahr. Auch nach dem Studium unterstützen wir den ärztlichen Nachwuchs. Neben der Möglichkeit einer Assistenzarztstelle in einer Praxis oder einer Klinik, kann auch die Ausbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin auch im Rahmen einer Verbundweiterbildung in den beiden Weiterbildungsverbünden „Weißenburg-Gunzenhausen“ und „ANregiomed Ansbach Dinkelsbühl Rothenburg“ absolviert werden. Die meisten Praxen unseres Vereins sind weiterbildungsbefugt.

Logo Ärzte schnuppern Landluft www.aerzteschnuppernlandluft.de

Das PFLEGEÜBUNGSZENTRUM (PÜZ)

Projektträger: Caritasverband für den Landkreis Rhön-Grabfeld e.V.

Bei Eintritt einer Pflegesituation stehen Patienten und Angehörige sehr oft hilflos der Situation gegenüber und wissen nicht, wie es weitergeht. Kurze Klinikaufenthalte, fehlende Pflegehilfsmittel, Unkenntnis von Leistungsangeboten, Koordination von Pflege und Beruf sind alles Fragestellungen die oft unvorbereitet auftreten. Was jetzt? Wie geht es weiter? Was muss Zuhause vorbereitet werden? Fallen Umbaumaßnahmen an? Wie komme ich zu Hilfen durch die Pflegeversicherung? Schaffen wir das überhaupt?

Genau an diesem Punkt setzt das Projekt „PFLEGEÜBUNGSZENTRUM“ an. Es entstehen zunächst zwei Wohneinheiten, modular und erweiterbar gestaltet. Das PÜZ wird als ambulante Einrichtung errichtet und soll Ängste und Unsicherheiten in Bezug auf eine eingetretene Pflegesituation nehmen. Pflegebedürftige können ähnlich einem Hotel vorübergehend einziehen und pflegende Angehörige können hier in einem geschützten, an die Häuslichkeit angelehnten Rahmen üben, ob und wie Pflege „ambulant vor stationär“ in der individuellen Situation umsetzbar ist. Durch professionelle Anleitung und umfassender Beratung werden die Kompetenz von pflegenden Angehörigen gestärkt und Wege aufgezeigt und Hilfen koordiniert, so dass die die Angehörigen mit ruhigem Gewissen und ohne jegliche Überforderung in die Pflegeversorgung zu Hause starten oder erkennen, dass eine Versorgung zu Hause nicht mehr möglich ist und andere Wohnformen gewählt werden müssen. Somit ist das PÜZ auch Schnittstelle zu teilstationären und stationären Einrichtungen.

Logo Pflege Übungszentrum PÜZ Rhön Grabfeld

Entwicklung und Erprobung einer innovativen texturmodifizierten Kost zur Prävention von Mangelernährung bei Kau- und Schluckstörungen

Projektträger: Seniorenwohnzentrum Max am Stadtpark, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU), Hochschule Weihenstephan Triesdorf (HWST)

Das Projekt wurde in den Senioreneinrichtungen „Max am Stadtpark“ und „Max am Rennweg“ der Arche Noris gGmbH in Nürnberg durchgeführt und ist ein interdisziplinäres Gemeinschaftsprojekt der Arche Noris, der HWST und der FAU.

Ziel war die Entwicklung und Erprobung einer optisch attraktiven, wohlschmeckenden, nährstoffangereichten konsistenzangepassten Kost für ältere Menschen mit Kau- und Schluckstörungen, die ausgehend von den lokalen Ernährungsgewohnheiten vor Ort produziert wird.
Basierend auf den Speiseplänen der Einrichtung wurden zunächst Rezepturen für die neue angereicherte und in ihre ursprüngliche Form gebrachte texturmodifizierte Kost entwickelt. Die Küchenmitarbeiter des Pflegeheims wurden in der Herstellung der Kost geschult, parallel dazu wurden Pflegemitarbeiter und betroffene Bewohner über die neue Kost informiert.

Anschließend wurde der Nutzen der neuen Kost bei Bewohnern mit Kau- und Schluckstörungen im Rahmen einer Studie unter Leitung der FAU untersucht. Nach der Umstellung auf die neue Kost wurden signifikante Steigerungen der Energie- und Eiweißaufnahme beobachtet, die auch am Ende der sechswöchigen Studienphase noch anhielten. Begleitend wurde eine positive Entwicklung des Körpergewichts festgestellt. Die neue Kostform wurde von allen Beteiligten – Bewohnern, Angehörigen, Pflegepersonal und auch von den Küchenmitarbeitern trotz anfänglichem Mehraufwand – mit Begeisterung aufgenommen.

eNurse®

Projektträger: Unternehmung Gesundheit Hochfranken GmbH und Co. KG

Die eNurse® ist eine speziell ausgebildete NäPa (Nicht-ärztliche Praxisassistentin). Sie übernimmt zeitintensive Hausbesuche auf Anordnung des Arztes und führt Leistungen im Rahmen der Delegation durch. Hauptziel des Projektes eNurse® ist es Ressourcen zu bündeln und Ärzte aktiv in ihrer täglichen Arbeit zu unterstützen.

Mit Hilfe von telemedizinischer Ausstattung ist es möglich die Technik der Arztpraxis auch in die Häuslichkeit des Patienten zu verlegen. Neben Blutzucker- und Blutdruckmessungen, kann die eNurse® ein 12-Kanal-Ruhe-EKG aufzeichnen, Sauerstoffsättigungs- oder auch Lungenfunktionsmessungen durchführen. Unterstützt durch die MediDOK mobile Lösung, kann sie die Untersuchungsergebnisse zeitgleich in die Praxis-EDV übertragen.

Speziell für die Umsetzung des Projektes eNurse® wurde MediDOK mobil entwickelt. So kann der Arzt direkt und zeitgleich auf die eNurse®-Daten in der Karteikarte des Patienten zugreifen, diese sofort auswerten und gegebenenfalls eine Therapie einleiten. In dringenden Fällen ist die eNurse® deutlich schneller vor Ort als der jeweilige Hausarzt.

Im Rahmen des eNurse® Projektes hat sich die UGHO auch mit der Video-Sprechstunde befasst. So kann der Arzt aktuelle Befunde direkt mit dem Patienten besprechen und im Notfall sofort eine Videosprechstunde aufbauen.

Bunte Blasen - Gestaltungselement zum Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis

„Helfen und selber gesund bleiben!“

Projektträger: Alzheimer Gesellschaft für den Landkreis Kelheim e.V.

Ziel des Projekts „Helfen und selber gesund bleiben!“ ist die Entlastung und Gesunderhaltung der pflegenden Angehörigen von Menschen mit Alzheimer oder einer anderen Form der Demenz.

Viele pflegende Angehörige erfahren die Pflegesituation als eine sehr schwere emotionale Belastung und drohen durch Überbelastung selber krank zu werden. Bis heute gibt es für diese pflegenden Angehörigen keine adäquaten professionellen Unterstützungsangebote, die die Lücke zwischen Selbsthilfegruppen und Psychotherapie überbrücken können.

Das Projekt besteht aus der Entwicklung und Erprobung von drei innovativen psychologisch-pädagogischen Unterstützungsangeboten:

  1. Gefühls-Werkstatt: Ein Training worin pflegende Angehörige lernen deren belastenden Emotionen wie zum Beispiel Angst, Wut, Scham, Schuld, in konstruktiven Emotionen umzusetzen.
  2. Umgang mit Konflikten: Ein Training worin pflegende Angehörige lernen besser mit Konflikten in der Pflegesituation umzugehen.
  3. Familienkonferenz: Familien-Mediation mit und in der Familie, wenn Konflikte in der Familie bezüglich der Pflegesituation drohen.

Die drei Angebote werden ergänzt mit einer telefonischen Anlauf- und Koordinationsstelle für Pflegende Angehörige. Die Evaluation des Projekts wird durchgeführt durch den Lehrstuhl für Pädagogik II der Universität Regensburg.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Alzheimer Gesellschaft Landkreis Kelheim

Hightech made in Franken: Revolution für die Brustbildgebung

Projektträger: AB-CT-Advanced Breast-CT GmbH

Statistisch gesehen wird jede achte Frau im Laufe ihres Lebens an Brustkrebs erkranken. Erfreulicherweise sind in den letzten Jahren die Lebenserwartung und -qualität der Betroffenen gestiegen. Dennoch sind generell die Heilungschancen am größten, wenn der Krebs noch nicht gestreut hat. Früherkennung kann Leben retten. Das junge Erlanger Medizintechnikunternehmen AB-CT hat mit nu:view den weltweit ersten Brust-CT-Scanner auf den Markt gebracht, der auf Spiral-CT-Technologie basiert.

nu:view zeichnet sich durch eine sehr hohe Bildauflösung bei niedriger Strahlendosis und kurzen Scanzeiten aus. Erstmals können mit nur einer Aufnahme alle Teile der weiblichen Brust (sowohl das Weichgewebe wie auch die Verkalkungen) in echter 3D-Darstellung präzise erfasst werden. Dies ermöglicht Radiologen bereits in einem frühen Stadium eine gesicherte Diagnose – selbst in Fällen, bei denen klassische Verfahren an ihre Grenzen stoßen.

Neben der technischen Innovation stand bei der Entwicklung von Anfang an der Patientenkomfort im Fokus: Die Untersuchung der Brust erfolgt bequem in Bauchlage ohne Kompression, ist also vollkommen schmerzfrei für die zu untersuchende Patientin. Aufgrund der signifikanten Vorteile für Ärzte und Patientinnen hat der in Franken entwickelte und gefertigte Brust-CT-Scanner das Potenzial, die Brustbildgebung weltweit zu revolutionieren.

nu:view-Scanner

Hörbücher von Angehörigen/Zugehörigen

Projektträger: Gemeinnützige Krankenhausgesellschaft des Landkreises Bamberg mbH

Bei diesem Projekt geht es primär um die Steigerung des Wohlbefindens von Patienten, sowohl im Langzeit-stationären Bereich, als auch im akut medizinischen Bereich. Angehörigen Arbeit ist ein wichtiger Bestandteil unserer täglichen Aufgaben, oft wissen sie nicht wie sie noch für ihre Lieben da sein können, wenn sie nicht mehr zu Hause sind.

Dieses Projekt schafft eine einfache Möglichkeit, etwas Gutes für seinen geliebten Menschen zu tun, ohne besondere pflegerische Kenntnisse und auch über größere Entfernungen hinweg. Es werden kurze Geschichten aufgenommen und daraufhin den Patienten zur Verfügung gestellt, diese können sie zum Einschlafen anhören, oder immer dann, wenn sie eine tröstliche Stimme brauchen.

Mal ist es ein Märchen, welches der Patient aus seiner Kindheit kennt, mal erzählt der Partner eine Geschichte wie die gemeinsame Reise begann. Für Patienten, welche keine Angehörigen mehr habe werden Pflegekräfte in Betracht gezogen, welche den jeweiligen Patienten schon seit langer Zeit begleiten, und somit auch vertraute Gefühle wecken.

Oftmals sind es die einfachen Dinge die bei unserem Mitmenschen großes bewirken können. Die Stimme eines geliebten Menschen kann wie eine Umarmung wirken, gerade für Demenzerkrankte in akut Häusern ist es oftmals schwierig, sie befinden sich in einer fremden hektischen Umgebung und wissen selbst nicht genau warum. Gerade ihnen könnte ein Einschlaf-Ritual, begleitet durch eines dieser Hörbücher, sehr helfen.

Bunte Blasen - Gestaltungselement zum Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis