Saal mit Leinwand Herzlich Willkommen beim Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2019

Der Bayerische Gesundheits- und Pflegepreis – Nominierungen 11 bis 20

Das sind die Nominierungen 11 bis 20 für den Baye­ri­schen Gesundheits- und Pfle­ge­preis 2019 in alphabetischer Reihenfolge der Projektnamen.

Logo Nominiert für den Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis 2019 - Innovative Ideen für Bayern

Hospiz-Gemeinschaft Domicilium und Domicilium Akademie

Projektträger: Stiftung Domicilium e.V., Hospiz-Gemeinschaft Domicilium

Die Hospiz-Gemeinschaft Domicilium bietet hospizliche Versorgung in Form eines palliativ-betreuten Wohnens. Schwerkranke und ihre Angehörigen finden hier einen Ort für ein Leben in Geborgenheit und Fürsorge, mit psychosozialer und spiritueller Begleitung in familiärer Atmosphäre. Zu dem Konzept gehört eine 24-Stunden-Betreuung sowie die stetige Überprüfung und individuelle Anpassung der palliativ-medizinischen und pflegerischen Maßnahmen unter Berücksichtigung der Würde des Gastes. Die psychosoziale Praxis basiert auf der Biografie des jeweiligen Gastes, der frei über Maßnahmen entscheidet (Wahlfreiheit). Im Rahmen der Möglichkeiten wird die Selbstbestimmung unterstützt und gefördert.

Der Aufenthalt ist zeitlich unbegrenzt. Im Rahmen der Nachsorge erfahren die Hinterbliebenen eine psychologische und spirituelle Begleitung. Wir verstehen uns als Brücke zwischen stationärer und häuslicher Betreuung. Diese innovative Form ergänzt die hospizliche Versorgung und entlastet besonders den ländlichen Raum.

Beratungen sowie die Vermittlung einer umfassenden Sichtweise auf Leben und Sterben sind wichtige Bestandteile des Konzepts. Dazu gehören auch Fort- und Weiterbildungen. Die persönliche Auseinandersetzung mit der eigenen Vergänglichkeit schafft die Basis zur empathischen hospizlichen Begleitung.

Gesundheits- und Pflegepreis - Projekt: Hospiz-Gemeinschaft Domicilium und Domicilium Akademie

Hospiz- und Palliativversorgung für wohnungslose Menschen in München

Projektträger: Hospizdienst DaSein e.V.

Ziel des Projekts war es, wohnungslosen Menschen in München bessere und selbstverständlichere Zugänge zu hospizlich-palliativen Versorgungsangeboten zu schaffen. Hierzu wollten wir perspektivisch ein dauerhaftes, tragfähiges Netzwerk zwischen der Münchner Wohnungsnotfallhilfe und dem Hospizdienst DaSein aufbauen.

Unser Anliegen zielte zunächst darauf, Betroffene und Einrichtungen über das bestehende ambulante Versorgungsangebot mit seinen Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Im weiteren Verlauf, anhand der erlangten Kenntnisse über gegebene Umstände, sollten Möglichkeiten zur Verbesserung der aktuellen Situation entstehen. Hintergrund war es, unter Wahrung von Würde und Autonomie, wohnungslose Menschen so an ihrem Lebensende zu begleiten, wie – und insbesondere wo – sie dieses verbringen möchten. Unnötige Krankenhauseinweisungen am Lebensende sowie einsames und anonymes Versterben sollen künftig zunehmend vermieden werden.

Es zeichnete sich bereits zum Projektende ab, dass aus den aufgebauten Kontakten weitere Ansätze sowie Ideen für eine nachhaltige Zusammenarbeit im Sinne der Klienten der Wohnungslosenhilfe entstehen. Mit der projektbedingt gewachsenen Expertise in diesem Bereich werden wir auch weiterhin gezielt gesellschaftliche Aufmerksamkeit sowie Wege für das Recht auf Sterben unter würdigen Bedingungen, unabhängig von sozialen Umständen oder der bestehenden Lebenssituation, anstreben.

Projektteam Hospizdienst DaSein e.V.

Integriertes akutpsychiatrisches Versorgungsangebot

Projektträger: kbo Isar-Amper-Klinikum Fürstenfeldbruck

Im Rahmen der Eröffnung einer neuen kbo-Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie für die Landkreise Fürstenfeldbruck und Dachau im Jahr 2016 entwickelten wir ein integriertes akutpsychiatrisches Behandlungsangebot mit verschiedenen Settings, das für den einzelnen Menschen mit Hilfebedarf individuell passgenau zugeschnitten ist.

Jede Akutstation, diagnosespezifisch unterteilt in Psychiatrie, Krise, Sucht und Gerontopsychiatrie, bietet neben der klassischen vollstationären auch ambulante und teilstationäre, sowie akut-ambulante Behandlung und Behandlung zuhause (Hometreatment). Innerhalb einer Behandlungsperiode sind Wechsel bedarfsgerecht zwischen den einzelnen Settings flexibel, ohne Wechsel des Behandlerteams, möglich.

Voraussetzung dafür ist es, dass alle Berufsgruppen des multiprofessionellen Teams in allen Settings gleichermaßen tätig sind. Der Berufsgruppe der Pflege mit den meisten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und der Möglichkeit einer flexiblen zeitlichen und inhaltlichen Einsatzplanung fällt dabei besondere Bedeutung zu.

Projektteam kbo Isar-Amper-Klinikum Fürstenfeldbruck

Kinderpalliativzentrum

Projektträger: Klinikum der Universität München, Kinderpalliativzentrum

Im Kinderpalliativzentrum am Klinikum der Universität München betreuen speziell in der Palliativversorgung von Kindern ausgebildete Ärztinnen und Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen, Seelsorgerinnen und Therapeutinnen schwerstkranke und sterbende Kinder und ihre Familien aus ganz Bayern. Mit der Eröffnung des Neubaus am Campus Großhadern im Jahr 2016, der dank der Unterstützung zahlreicher Spender und der Förderung durch die Deutsche Krebshilfe, die Sternstunden und die Bayerische Landesstiftung realisiert werden konnte, arbeiten das bereits 2003 gegründete ambulante Kinderpalliativteam und die neue Kinderpalliativstation Hand in Hand. Das erfahrene Team hat weit über 500 Kinder und Jugendliche zuhause betreut. Wenn die Versorgung zu Hause in schweren Symptomkrisen nicht mehr ausreicht, können die jungen Patienten nun in acht Einzelzimmern optimal palliativmedizinisch und -pflegerisch behandelt werden. Die Eltern können ihr schwerkrankes Kind rund um die Uhr begleiten, auch die Geschwister und sogar das Lieblingshaustier sind willkommen. In über 85 Prozent der Fälle konnte der Zustand des Kindes so verbessert werden, dass eine Rückkehr nach Hause möglich war. Inzwischen sind in Bayern sechs Kinderpalliativteams entstanden, die eine flächendeckende Versorgung im häuslichen Bereich für alle betroffenen Kinder und ihre Familien sicherstellen. Alle Teams kooperieren untereinander und mit dem Kinderpalliativzentrum im Rahmen der AG Kinderpalliativmedizin in Bayern.

Wohnzimmer im Kinderpalliativzentrum der Uniklinik München
Kleine Helden brauchen große Herzen

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Kleine Helden brauchen große Herzen

Das Projekt „Kleine Helden brauchen große Herzen“ schenkt Betroffenen eine Auszeit am Chiemsee von ihrem schweren Alltag.

Kleine Helden brauchen große Herzen: Pflegerisch begleitete Auszeiten für Familien mit chronisch kranken oder behinderten Kindern (Preisträger)

Projektträger: Kleine Helden – Verein und Stiftung, München

Die Organisation Kleine Helden veranstaltet pflegerisch begleitete Auszeiten für Familien mit chronisch kranken oder behinderten Kindern. Gegründet wurde der Verein Kleine Helden im Jahr 2001 von Kinderkrankenschwestern der Hauner‘schen Kinderklinik und deren Freunden.

Acht bis neun Mal im Jahr laden wir Familien an den Irmengardhof der Björn-Schulz-Stiftung ein, um ihnen eine Zeit der Erholung und des Krafttankens zu schenken. Ein Team von Kinderkrankenschwestern betreut die „kleinen Helden“ und ermöglicht so den Eltern eine Auszeit von den Sorgen und Ängsten um ihr Kind.

Neben verschiedenen Therapieangeboten unternehmen wir gemeinsame Ausflüge, die sich viele Familien mit einem kranken Kind nicht alleine Zutrauen würden. Durch die Begleitung von Fachpersonal fühlen sich die Eltern sicherer und können auch mit ihrem kranken Kind viele schöne Dinge erleben. Diese Erlebnisse sind für die gesamte Familie sehr bedeutend und bleiben oft bis über den Tod des Kindes hinaus in wertvoller Erinnerung.

Die Kleinen Helden kümmern sich vor allem um Kinder, deren Krankheitsbilder in der Öffentlichkeit keine Lobby besitzen. Besonders am Herzen liegen uns auch die Geschwister. Kooperationspartner der Kleinen Helden ist der Irmengardhof der Björn-Schulz-Stiftung am Chiemsee.

Kollegiales Hilfeteam

Projektträger: Klinikum Bamberg, Psychiatrische Klinik

Jedes Ereignis, das einen Menschen unvorbereitet an die eigenen Grenzen der Bewältigung führt und das Gefühl von Sicherheit und Kontrolle bedroht, kann zur Traumatisierung führen und langfristig krank machen. Erstmals werden in einem bayerischen Großkrankenhaus Mitarbeiter, die ein belastendes Erlebnis im Rahmen ihrer Arbeit hatten, systematisch durch ein multiprofessionelles, kollegiales Hilfeteam aus fachlich geschulten Kräften unterstützt.

Ein multiprofessionelles Team aus geschulten Fachkräften der Berufsgruppen Diplompsychologinnen und Diplompsychologen, psychiatrischen Fachpflegekräften und Seelsorgern unterstützt bei der Verarbeitung von Belastungen durch Einzel- und Gruppengespräche. Hier werden Bewältigungsstrategien und weiterführende Hilfsangebote vermittelt, bei Bedarf auch selbst durchgeführt.

Die traumatisierten Mitarbeiter werden nach traumatisierenden Erlebnissen (zum Beispiel gewalttätigen Übergriffen, massiven Bedrohungen, schweren Krankheitsverläufen, Suizidideen oder Selbstmordversuchen) dabei unterstützt, die Ereignisse langfristig gesund zu verarbeiten. Der daraus resultierende angstfreie Umgang mit Patienten trägt entscheidend zu einer verbesserten Versorgung von Patienten mit schweren Krankheitsverläufen bei.

Göran Hajak

Göran Hajek

Linderung des Pflegenotstands in Bayern durch Gründung von PDSL-Sozialgenossenschaften

Projektteam: PDSL Genossenschaft eG i.G.

Erfahrene Pflegekräfte schließen sich zu regionalen Sozialgenossenschaften für Pflege mit dem Ziel zusammen, neben- oder hauptberuflich flexibel in den regionalen Pflegeheimen ihre Arbeitszeitreserven zur Linderung des Pflegenotstands einzusetzen. Die Sozialgenossenschaft übernimmt als heimübergreifende Koordinatorin in PDL-Funktion den Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage. Die Pflegedienste der Sozialgenossenschaft sind ausnahmslos selbständig als freiberufliche Honorarkräfte tätig.

Die Pflegedienste werden durch Outsourcing von der Führung eigener Büros entlastet und können sich voll auf die Pflege konzentrieren. Die Kosten der eingesparten eigenen Verwaltung und Organisation sowie des Factorings werden durch einen umsatzbezogenen Beitrag in Höhe von fünf Prozent der Honorare gedeckt.

Die Heime erhalten pro Monat durch die Factoringagentur nur je eine Sammelabrechnung für alle Dienstleister. Die externe PDL-Koordination sowie die Erleichterung durch die Sammelabrechnung vergüten die Heimleitungen der Sozialgenossenschaft gerne kostendeckend mit zehn Prozent der erwirtschafteten Pflegedienstumsätze. Die Leistungsabrechnung erfolgt wegen geringer Verwaltungskosten zu sozial verträglichen Preisen günstiger als Leiharbeit, also eine Win-Win-Situation für alle.

Bunte Blasen - Gestaltungselement zum Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis

mammaLIFE – neue Kur und Nachsorge bei Brustkrebs

Projektträger: Medizinische Fitness und Gesundheitssport Bad Tölz e.V.

An Brustkrebs erkrankte Frauen haben häufig ein hohes Bedürfnis nach Mitbestimmung und Beteiligung am Behandlungsverlauf. Gleichzeitig zeigt die onkologische Forschung der letzten Jahre, dass Faktoren des persönlichen Lebensstils einen erheblichen Einfluss auf die Prognose, Lebensqualität und allgemeine Gesundheit haben können.

Ziel des mammaLIFE-Projekts ist es, mit einem modernen Konzept die Krankheitsbewältigung und Gesundheitsförderung von Frauen nach einer Brustkrebserkrankung professionell und umfassend zu unterstützen. Das mammaLIFE-Konzept basiert auf bewährten gesundheitspsychologischen Theorien der Verhaltensänderung und besteht neben einer klassischen Kur aus einem sechsmonatigen Nachbetreuungsprozess:

  • Phase 1, Brustkrebs-Kompaktkur: die dreiwöchige Kompaktkur umfasst ausschließlich Maßnahmen, die die Rekonvaleszenz unterstützen und Lebensqualität bzw. Prognose von Brustkrebspatientinnen nachweislich verbessern. Während der Kompaktkur, die im Kurort Bad Tölz durchgeführt werden, soll die Grundlage für eine gesundheitsförderliche Lebensweise geschaffen werden.
  • Phase 2, Nachbetreuung: Die sechsmonatige Nachbetreuung dient der Aufrechterhaltung und Stabilisierung des neu gelernten Gesundheitsverhaltens. Dazu wird auf moderne Methoden wie zum Beispiel eine eigens entwickelte App, telefonische Beratungsgespräche oder einen Coaching-Kalender zurückgegriffen.
Logo mamma LIFE. Mein Leben leben
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Mobile GaitLab – Kontinuierliche Ganganalyse zur Sturzprävention und Therapieunterstützung

Projektträger: Portabiles HealthCare Technologies GmbH

Bewegungserkrankungen wie Parkinson oder Multiple Sklerose erfordern eine patientenindividuell abgestimmte Therapie, um kostenintensive Stürze oder schubartige Verschlechterungen zu vermeiden. Anhand von kontinuierlich aus dem Alltag erhobenen Gangcharakteristika kann der Krankheitsprogress und die Wirksamkeit von Medikamenten widergespiegelt werden, was eine frühzeitige und personalisierte Therapieanpassung erlaubt.

Mobile GaitLab besteht aus Sensoren, die in die Schuhe der Patienten integriert werden und den Gang kontinuierlich vermessen. Der behandelnde Arzt oder eine Tele-Nurse kann täglich über eine telemedizinische Plattform auf Reports über das Aktivitätsprofil und berechnete Gangparameter zugreifen. Mit Algorithmen des maschinellen Lernens wird „mobile GaitLab“ in Zukunft auch in der Lage sein, Ereignisse (zum Beispiel „Freezing“ bei Parkinson, „Fatigue“ bei Multipler Sklerose) vorherzusagen.

Für Patienten erhöht sich mit einer individuell auf sie ausgerichteten Therapie die Lebensqualität. Ihre Mobilität bleibt länger erhalten und sturzbedingte Verletzungen und Krankenhausaufenthalte lassen sich vermeiden. Für das Gesundheitssystem sind hohe Einsparpotenziale zu erwarten, da sich etwa 30 Prozent der Stürze verhindern ließen, wenn dem Arzt das steigendes Sturzrisiko seines Patienten bekannt wäre.

Ninos Kinderhaus Amberg – Ein Zuhause für intensivpflegebedürftige Kinder

Projektträger: Amicus – Ambulante Intensivpflege Ninos Kinderhaus

Ninos Kinderhaus Amberg ist für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsenen vorgesehen, die aus verschiedenen Gründen nicht, nicht mehr oder noch nicht im elterlichen Wohnumfeld betreut werden können, da sie durch eine Behinderung und/oder Erkrankung an eine intensive pflegerische Betreuung und ggf. Dauerbeatmung gebunden sind.

Wir möchten diesen Kindern ermöglichen, in einem familiären und kindgerechten Umfeld zu leben, wo sie sich geborgen und zuhause fühlen und durch individuelle Förderung ein möglichst normales und aktives Leben führen können. Sie sollen bei uns ein Umfeld finden, in dem auf ihre persönlichen Bedürfnisse, ihre besonderen Einschränkungen, aber auch Ressourcen und Fähigkeiten eingegangen wird, wo sie mit ihrer Persönlichkeit gesehen und angenommen sind, individuell gefördert, gefordert und eingeladen werden am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen.

Die betroffenen Kinder leben kurz- oder langfristig im Kinderhaus und erhalten dort rund-um-die-Uhr ortsgebundene häusliche Pflegedienstleistungen sowie eine spezielle auf die Bedürfnisse angepasste pädagogische Betreuung. Sie und ihre Familien, Geschwister und Familienangehörigen stehen im Mittelpunkt der täglichen Arbeit. Wichtig ist, dass sich jedes Kind in seinem persönlichen Entwicklungstempo entfalten kann und dass sein persönliches Umfeld mit einbezogen wird.

Logo mit Maulwurf: Ninos Kinderhaus Amberg
Bunte Blasen - Gestaltungselement zum Bayerischen Gesundheits- und Pflegepreis