Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Mittelfranken

Am 24. November 2017 hat Staatsministerin Melanie Huml in Nürnberg den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Marianne Bardolf

Seit über 15 Jahren ist Marianne Bardolf als Heimbeirätin im Grete-Schickedanz-Heim in Fürth ehrenamtlich aktiv. Bis zu vier Mal wöchentlich freuen sich die Heimbewohnerinnen und -bewohner über ihren Besuch.

Sie hat immer ein offenes Ohr für die Anliegen der Heimbewohnerinnen und -bewohner. Mit Fingerspitzengefühl und großem Verhandlungsgeschick vertritt Frau Bardolf diese vor der Heimleitung.

Ihr großes Organisationstalent stellt sie bei der Koordination aller freiwilligen Helferinnen und Helfer des Besuchsdienstes unter Beweis. Auch bei Festen, Basaren und anderen Veranstaltungen wirkt sie bereitwillig mit.

Ein weiteres Ehrenamt, das Frau Bardolf bekleidet, ist die Mithilfe im Fürther Rot-Kreuz-Haus. Seit dem Jahr 2015 sind Sie dort aktiv und hilft bei Blutspendenaktionen. Sie versorgt die Blutspenderinnen und -spender mit selbst gebackenen Kuchen, Brötchen und Getränken und verteilt Urkunden und Geschenke.

Helga Laumer

Seit ihrem 20. Lebensjahr leidet sie an Morbus Bechterew, einer rheumatische Erkrankung, die schubweise und sehr schmerzvoll verläuft.

Doch sie hat sich keinesfalls davon unterkriegen lassen. Schon immer war sie eine begeisterte Sportlerin. Und sie hat ihr sportliches Talent im Kampf gegen die Erkrankung genutzt, um auch anderen Betroffenen zu helfen.

Sie hat die Übungsleiterlizenz C für „Behinderten- und Breitensport“ sowie die „Rehabilitationssport B-Lizenz mit der Fachrichtung orthopädische Behinderungen, Wirbelsäulenerkrankungen, Osteoporose und Morbus Bechterew“ absolviert.

Außerdem hat sie 20 Jahre lang den damals neu eingeführten Kurs „Wirbelsäulengymnastik“ des Vereins VITAL-REHA-Sport Hilpoltstein übernommen. Weitere acht Jahre hat sie die Softballtennisgruppe geleitet. Zudem ist sie seit 2001 als Sportabzeichenprüferin für Menschen mit Behinderungen tätig.

Was Frau Laumer aber im Gesundheitsbereich besonders auszeichnungswürdig macht: sie hat die Ortsgruppe Hilpoltstein der Deutschen Vereinigung Morbus Bechterew (kurz DVBM), Landesverband Bayern, im Jahr 2002 gegründet und leitet sie seither.

Sie weiß, dass es nicht immer einfach ist, mit der Krankheit umzugehen. Um andere Betroffene zu stärken und ihnen Rückhalt zu geben, trifft sich die Selbsthilfegruppe mit rund 33 Mitgliedern alle zwei Monate zum Erfahrungsaustausch.

Weiterhin ist es ihr besonders wichtig, dass alle Mitglieder immer auf dem neuesten Stand sind, was die Behandlungsmöglichkeiten der Krankheit betrifft.

Zwei Mal im Jahr lädt sie Referenten ein, die über aktuelle Entwicklungen und neue Erkenntnisse berichten. Sie bildet sich selbst  regelmäßig weiter und nimmt an Veranstaltungen des Landesverbandes teil.

Frau Laumer organisiert Aktivwochen mit sportlichen Betätigungen, wie Radtouren oder Wandern.

Selbst durch ihren Wohnsitzwechsel im Jahr 1999 von Hilpoltstein nach Eysölden hat sich ihr Engagement nicht verändert. Auch hier leitet Frau Laumer Gymnastikkurse in örtlichen Sportvereinen.

Ulrike Märtz

Frau Märtz wurde am 24. November 2017, bei der Verleihung des Weißen Engel, von ihrer Tochter vertreten.

Frau Märtz ist seit über zehn Jahren ehrenamtlich im Besuchsdienst der ökumenischen Seelsorge im Klinikum Fürth tätig.

Seit dem Jahr 2008 ist sie als Patientenfürsprecherin äußerst engagiert. Sie hat stets ein offenes Ohr für die Ängste und Anliegen aller Patientinnen und Patienten. Durch ihr großes Einfühlungsvermögen gewinnt sie sehr schnell ihr Vertrauen.

Frau Märtz investiert viel Zeit in ihre ehrenamtliche Arbeit. Die Patientinnen und Patienten des Klinikums Fürth haben wöchentlich die Möglichkeit, mit ihr zu sprechen.

In Notfällen ist sie jederzeit schnell erreichbar und handelt ohne lange zu zögern. Ihre privaten Angelegenheiten stellt sie dafür häufig hinten an.

Die regelmäßige Weiterbildung ist ihr sehr wichtig. Sie besucht immer wieder Veranstaltungen und Seminare für Patientenfürsprecher.

Doch nicht nur das Fürther Klinikum profitiert von ihren Fähigkeiten. Häufig berät sie andere Krankenhäuser, die eine Stelle für Patientenfürsprecher einrichten möchten und bietet für sie Workshops und Vorträge an.

Im Oktober 2017 hat sie gemeinsam mit ihrer Kollegin am Klinikum Fürth ein regionales Treffen der Patientenfürsprecherinnen und Patientenfürsprecher in Mittelfranken veranstaltet.

Das war das erste regionale Patientenfürsprechertreffen überhaupt! Das Programm war spannend, es fand ein reger gegenseitiger Austausch statt.  Das ist sehr wichtig, dass sich Patientenfürsprecher auf regionaler Ebene kennenlernen und von den gegenseitigen Erfahrungen profitieren.

Friederike Nagel

Sie engagiert sich ehrenamtlich als „Laienhelferin“. „Laienhelfer“ sind Vertrauenspersonen, die psychisch kranke und psychisch behinderte Menschen dabei unterstützen, ihren Alltag zu bewältigen. Das geschieht beispielsweise durch Gesprächsangebote, Haus- und Krankenhausbesuche und durch die Unterstützung der Angehörigen.

Seit 1982 gehört sie zur ehrenamtlichen Laienhelfergruppe des Bezirksklinikums Ansbach. Damit, das sind 35 Jahre, ist sie eine der am längsten aktiven Helferinnen im Haus.

Mit Offenheit und ansteckender Fröhlichkeit geht Frau Nagel auf die Patientinnen und Patienten vor Ort zu.

In all den Jahren war sie auf den verschiedensten Stationen tätig. Seit dem Jahr 2004 besucht sie gemeinsam mit weiteren Laienhelferinnen und -helfern regelmäßig die Geriatrische Reha in Ansbach. Diese Besuchsstunden immer genau vorbereitet und durchdacht. Sie liest den Patientinnen und Patienten beispielsweise jahreszeitgerechte Geschichten vor und singt leidenschaftlich gerne Lieder mit ihnen.

Es ist ihr sehr wichtig, dass sich die Betroffenen untereinander austauschen. Sie ergreift meist die Initiative und regt die kranken Menschen zu Gesprächen an.

Weiterhin ist ihr der Besuch einzelner Patientinnen und Patienten des Soziotherapeutischen Wohnheims eine Herzensangelegenheit. Manche Bewohner des Wohnheims haben überhaupt keinen Außenkontakt mehr und warten oft sehnsüchtig auf Besuch von Frau Nagel.

Diese Menschen freuen sich immer sehr, wenn sie zu Besuch kommt und manchmal sogar kleine Geschenke verteilt. Mit Erzählungen aus dem eigenen Alltag bringt Frau Nagel die Menschen aus ihrer Isolation heraus. Ihre regelmäßigen Besuche sind hier von unschätzbarem Wert.

Elisabeth Padberg

Seit vielen Jahren engagiert sie sich ehrenamtlich als Hospizbegleiterin des Hospizvereins Fürth. Dort ist sie für ihre Sachkunde,stetige Einsatzbereitschaft und Vertrauenswürdigkeit bekannt und geschätzt.

Seit 1994 ist sie als Begleiterin und Betreuerin für den Hospizverein aktiv. Sie hat schwerstkranke und sterbende Menschen, und trauernde Angehörige begleitet.

Von 2005 bis 2012 war Frau Padberg außerdem als Schriftführerin und Vorstandsmitglied des Hospizvereins Fürth tätig.

Ihr war es besonders wichtig, die Angehörigen in ihrer Trauer aufzufangen. Im Jahr 2009 hat sie die Leitung der Trauergruppe des Hospizvereins Fürth übernommen.

Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit im Hospizbereich hat sie sich für die Seniorenarbeit und für die Integration behinderter Menschen eingesetzt. Auch hier hat sie aufopferungsvolle Arbeit geleistet, Ausflüge und Reisen organisiert und begleitet.

Es ist beeindruckend mit welcher Energie Frau Padberg sich ihren Ehrenämtern gewidmet hat. Da sie selbst schwer erkrankt ist, musste sie ihre ehrenamtliche Tätigkeit etwas reduzieren.

Siegrid Ursula Rösner

Frau Siegrid Ursula Rösner könnte am 24. November nicht anwesend sein und wurde von Frau Ursula Rufershöfer vertreten.

Siegrid Rosner hat vor über zehn Jahren die Selbsthilfegruppe für die seltene Erkrankung „IC – Interstitielle Cystitis“ gegründet. Diese Gruppe ist deutschlandweit immer noch die einzige für diese Krankheit. Am 13. Mai 2017 hat sie ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert.

Interstitielle Cystitis ist eine chronisch verlaufende, nicht bakterielle Harnblasenentzündung. 90 Prozent der Betroffenen sind Frauen, aber es werden auch immer mehr Männer diagnostiziert.

Für Betroffene, die sich für die Selbsthilfegruppe interessieren, ist Frau Rosner die erste Ansprechpartnerin. Das ist eine große Verantwortung, denn der erste Kontakt entscheidet oft, ob die Betroffenen sich helfen lassen, oder nicht.

Darüber hinaus steht sie als Kontaktperson der Kontakt- und Informationsstelle „kiss“ in Nürnberg jederzeit zur Verfügung.

Häufig übernimmt sie die Moderation der Gruppentreffen und lädt Referenten ein, die für die Betroffenen Vorträge halten.

Um ihr Wissen immer wieder aufzufrischen, nimmt sie regelmäßig an Fortbildungen und Seminaren teil.

Zudem sorgt sie dafür, dass sich die Selbsthilfegruppe bundesweit mit anderen Gruppen vernetzt, die sich mit ähnlichen Krankheitsbildern befassen.

Um die Selbsthilfe weiter zu stärken, hat Frau Rosner vor ungefähr zwei Jahren an einer ausführlichen Schulung zur sogenannten „In-Gang-Setzerin“ für Selbsthilfeaktive teilgenommen.

In ihrer Funktion als „In-Gang-Setzerin“ gibt sie anderen Selbsthilfegruppen während der Anfangszeit Starthilfe, bis die Gruppe stabil ist und auf eigenen Beinen stehen kann.

Außerdem unterstützt sie die Selbsthilfegruppen ganz gezielt im Hinblick auf Kommunikation, Organisation und den Gruppenprozess. Dadurch gibt sie den neuen Gruppen Orientierung und Sicherheit.

Gerhard Roth

Ihm war es schon immer wichtig, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein. Vor vielen Jahren hat Herr Roth sich zum ehrenamtlichen Suchtkrankenhelfer ausbilden lassen.

Er engagiert sich für suchtkranke Menschen und ist im Jahr 2000 dem sogenannten „Blauen Kreuz“ in Ansbach beigetreten.

Der Verein Blaues Kreuz Ansbach setzt sich seit Jahren für die Belange von Suchterkrankten ein. Er besteht aus über 100, hauptsächlich ehrenamtlichen, Mitgliedern.

Im Rahmen seiner Vereinstätigkeit betreut Herr Roth eine Gruppe betroffener Menschen in Roßtal. Mit großem Willen und Einfühlungsvermögen unterstützt er die Menschen.

Er weiß, dass es für die Betroffenen wichtig ist, in der Zeit der Therapie nicht allein gelassen zu werden. Daher ist er nicht nur zu den Gesprächszeiten, sondern auch jederzeit privat erreichbar.

Zudem leitet er einmal im Monat Gruppenstunden im Bezirkskrankenhaus Ansbach. Auch in der Fachklinik Weihersmühle ist er aushilfsweise tätig. Dort unterstützt er die Suchthilfeeinrichtung in seinem Heimatort Großhabersdorf.

Wolfgang Schmidt

Seit dem 01. Juli 2008 wird er auch „Engel in Blau“ genannt. Seither gehört er der gleichnamigen ehrenamtlichen Institution des Klinikums Ansbach an. „Engel in Blau“ sind Damen und Herren, die die Patientinnen und Patienten mit kleinen Hilfsdiensten unterstützen. Als solcher steht Herr Schmidt dem Klinikum Ansbach regelmäßig zur Verfügung.

Mit großem Organisationstalent und sehr viel Empathie erledigt er verschiedene Tätigkeiten für die Patienten. Er informiert sie beispielsweise über Besonderheiten des Klinikums, über Gottesdienste und andere Veranstaltungen. Kleinere Botengänge oder die Vereinbarung von Terminen gehören ebenfalls dazu.

Er übernimmt das Wegweisen im Eingangsbereich des Klinikums. Er hilft bei der Ankunft und Entlassung und packt auch manchmal das Gepäck aus und ein.

Auch die seelische Unterstützung seiner „Schützlinge“ ist ihm wichtig; Vorlesen, Spazierengehen, zuhören und erzählen. Außerdem spielt Herr Schmidt, hauptsächlich für Demenzkranke, Mundharmonika. Ihnen hilft der Klang der Musik oft.

Sein Ehrenamt verrichtet er regelmäßig, seit langer Zeit.

Gertrud Schmohl

Seit mehr als 25 Jahren ist Frau Schmohl im Caritas-Altenheim St. Albertus-Magnus in Stein ehrenamtlich engagiert.

Gemeinsam mit zwei weiteren Damen organisiert sie dort wöchentlich ein Kaffeekränzchen für die Bewohnerinnen und Bewohner.

Sie weiß, wie sich der Alltag im Seniorenheim in die Länge ziehen kann – wenn wenig Besuch kommt, das Lesen anstrengend ist und das Fernsehprogramm nicht gefällt.

Das Kaffeekränzchen bringt etwas Abwechslung ins Haus.

Sie ist eine aufgeschlossene und offene Persönlichkeit und geht gerne auf Menschen zu. Diese Herzlichkeit wissen die Bewohnerinnen und Bewohner sehr zu schätzen.

Sie ermöglicht es den Bewohnerinnen und Bewohnern ihre sozialen Kontakte innerhalb des Seniorenheims zu pflegen und miteinander auszutauschen.

Damit die Bücherei des Seniorenheims übersichtlicher ist, hat sie sich die Mühe gemacht, sämtliche Bücher zu katalogisieren.

Das hat Zeit und Mühe gekostet, aber sie hat das gerne für die Heimbewohnerinnen und -bewohner getan.

Marianne Zeilinger

Die Hospizarbeit ist für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Deshalb hat Frau Zeilinger 1995 den Hospizverein Neustadt a. d. Aisch mitgegründet.

Seit rund 22 Jahren steht sie dem Hospizverein als aktive und zuverlässige Hospizhelferin zur Verfügung. Sie betreut schwerstkranke und sterbende Menschen in ihrer letzten Lebensphase und kümmert sich um ihre Angehörigen.

Ihre Empathie und einfühlsame Art wird von allen sehr wertgeschätzt.

In der Klinik Neustadt a. d. Aisch hat sie fünf Jahre lang in der Sterbebegleitung mitgearbeitet. Das dort gewonnene Wissen hat sie bei der Hospizbegleiter-Ausbildung von 2010 bis 2011 aufgefrischt.

Sie bemüht sich, immer auf dem neuesten Stand zu bleiben. Deshalb nimmt Frau Zeilinger weiterhin regelmäßig an Fortbildungsmaßnahmen des Hospizvereins teil.

Derzeit begleitet sie liebevoll eine 94 Jahre alte Dame im Pflegeheim der AWO, ebenfalls in Neustadt a. d. Aisch. Sie ist Kraftquelle und eine große Bereicherung für ihre Patientinnen und Patienten, sowie für die Angehörigen.

Dieses Ehrenamt ist sicherlich nicht immer einfach und erfordert viel Kraft und Einfühlungsvermögen.