Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Niederbayern

Am 19. Dezember 2019 hat Amtschefin Ruth Nowak in Niederbayern den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Maria Brandl

Maria Brandl hat sich die Pflege ihres Ehemanns Helmut Brandl zur Lebensaufgabe gemacht. Von 2010 bis zu seinem Tod in diesem Jahr hat sie sich liebevoll und unermüdlich um ihn gekümmert. Ihr Mann war schwer krank und rund um die Uhr auf ihre Unterstützung angewiesen. An 365 Tagen im Jahr stellte Frau Brandl ihre eigenen Bedürfnisse und Wünsche zurück, um sich voll und ganz auf die Pflege ihres Mannes zu konzentrieren.

Sie musste nicht lange darüber nachdenken, ob sie diese Aufgabe übernimmt. Für sie war es selbstverständlich, ihren Ehemann zu versorgen und zuhause zu pflegen. Einen Pflegedienst hat sie nicht in Anspruch genommen. Denn, wie sie selbst gesagt hat, es sei ihr Mann – und das mache sie alleine.

Frau Brandl weiß, was es bedeutet, Tag und Nacht die Verantwortung für einen anderen Menschen zu tragen. Für alle seine Bedürfnisse und Belange da zu sein und auch zu erkennen, wenn sich der gesundheitliche Zustand verschlechtert.

Die menschliche Wärme, Liebe und Zuneigung, die sie ihrem Ehemann täglich entgegengebracht hat, ist mit dieser Auszeichnung nicht aufzuwiegen, aber es soll eine Anerkennung und ein Zeichen der Wertschätzung sein.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Maria Brandl und Amtschefin Ruth Nowak

Elisabeth Eberl

Elisabeth Eberl unterstützt seit 2006 tatkräftig das Betreuungsteam des Wohn- und Pflegezentrums St. Elisabeth in Regen.

Sie ist eine sehr empathische und aktive Persönlichkeit. Daher wurde sie 2009 zur sogenannten Vertrauensfrau bestimmt. Sie ist Ansprechpartnerin für jegliche Anliegen aller Bewohnerinnen und Bewohner, sowie der Angehörigen, Nachbarinnen und Nachbarn des Pflegezentrums. Des Weiteren ist sie seit 2011 die 1. Vorsitzende der Bewohnervertretung.

Frau Eberl wird von einigen als die „Heldin des Alltags“ im St. Elisabeth bezeichnet. Sie führt mit den Menschen sowohl lustige als auch ernste Gespräche. Ihr werden alle Sorgen und Nöte anvertraut, für die sie stets intensiv nach einer geeigneten Lösung sucht und diese meist auch findet. Sie besucht die Bewohnerinnen und Bewohner mindestens einmal im Monat. Bei solchen, die Probleme haben, sieht sie öfter einmal vorbei und erkundigt sich nach ihrem Wohlbefinden.

Ganz gleich welcher Anlass auf der Tagesordnung steht, Frau Eberl ist immer mit Freude engagiert. Sie unterstützt das Pflegeheim bei sämtlichen Geburtstagsfeiern, Festlichkeiten und anderen Freizeitaktivitäten. Vor allem auch zu den Gottesdiensten begleitet sie die Bewohnerinnen und Bewohner gerne.

Ihre Motivation für diesen großen Einsatz erklärt Frau Eberl so: „Im Leben darf man sich nicht zurückziehen, man ist nicht alleine auf der Welt. Man muss ein Licht setzen, wo Hilfe gebraucht wird.“ Das ist ein sehr schöner Satz, den sie genau so auch lebt. Und was zudem wichtig zu betonen ist: Sie erwartet dafür keinerlei Gegenleistung!

Für die Heimleitung und für das Pflegepersonal ist sie eine große Bereicherung und mittlerweile unverzichtbar. Sie bildet sozusagen das Scharnier zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und der Heimleitung. Und dafür sind ihr alle herzlich dankbar.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Elisabeth Eberl und Amtschefin Ruth Nowak

Eberhard Eckart

Eberhard Eckart hat sich um die liebevolle Pflege seiner Ehefrau Elsa Eckart verdient gemacht. Seine Ehefrau ist 2006 an Alzheimer erkrankt; einer Krankheit, die meist schleichend voranschreitet. So war es auch bei seiner Frau. Ihr körperlicher und geistiger Zustand verschlechterte sich zunehmend, bis sie ohne seine Hilfe nicht mehr zurechtgekommen ist.

Über zwölf Jahre lang hat Herr Eckart seine Ehefrau zuhause gepflegt und sich rührend um sie gekümmert. Tag und Nacht war er in Sorge um ihr Wohlbefinden. Bei allen Verrichtungen des täglichen Lebens hat er seiner Ehefrau die Unterstützung gegeben, die sie brauchte. Zusätzlich hat er sich auch noch um den Haushalt und das gemeinsame Haus gekümmert. Auch das musste ja erledigt werden.

Herr Eckart hat Großartiges geleistet, denn er hat seiner Ehefrau für eine lange Zeit erspart, dass sie ins Pflegeheim musste. Das ist heutzutage durchaus nicht mehr selbstverständlich und daher umso anerkennenswerter. Erst im Lauf der Zeit kam ihm ab und zu stundenweise ein Pflegedienst zur Hilfe. Und später ist eine Pflegehilfskraft bei ihm eingezogen, um ihm die Pflege seiner Ehefrau zuhause zu erleichtern.

Im Juli vergangenen Jahres ist seine Ehefrau in ein Pflegeheim in Bad Füssing umgezogen, weil es anders einfach nicht mehr möglich war.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Eberhard Eckart und Amtschefin Ruth Nowak

Maria Gierl

Seit 2003 besucht Maria Gierl ehrenamtlich jeden Sonntag das Senioren- und Pflegeheim Elisabethenheim in Viechtach.

Speziell am Herz liegen ihr die bettlägerigen Bewohnerinnen und Bewohner des Elisabethenheimes. Diese freuen sich immer wieder besonders, sie zu sehen. Frau Gierl spricht mit ihnen oder sitzt an manchen Tagen einfach nur bei ihnen und leistet Gesellschaft. Es tut den Menschen gut zu wissen, dass jemand bei ihnen ist – und sie nicht alleine und vergessen sind.

Zusätzlich hat Frau Gierl auch bei zahlreichen sterbenden und schwerkranken Bewohnerinnen und Bewohnern Bettwache gehalten und sie nicht alleine gelassen. Als gläubige Christin hat sie auch mit ihnen gebetet und ihnen Mut gegeben.

Um die Stimmung im Elisabethenheim immer wieder aufzuheitern, bringt sie jeden Sonntag ihren berühmten selbstgebackenen Hefezopf zur Kaffeerunde mit. Die Kaffeerunden gestaltet sie immerzu fröhlich mit und leistet tatkräftige Hilfe beim Ausschank.

Mit ihrer Anwesenheit sorgt Frau Gierl stets für gute Unterhaltung. Aber sie macht sich auch jederzeit nützlich und entlastet das Personal enorm. Mit gutem Beispiel hilft sie regelmäßig bei Feierlichkeiten und Festen des Jahreskreises mit. Sie ist sowohl für die Bewohnerinnen und Bewohner als auch für das Personal und die Heimleitung des Elisabethenheims eine wahre Bereicherung.

Aber auch die Bewohnerinnen und Bewohner im Pflegeheim im Ort Öster freuen sich über ihre Besuche. Auch dort ist Frau Gierl an manchen Tagen zu Besuch.

Ihr gekonnter Umgang mit älteren Menschen und ihre Hilfsbereitschaft machen ihre ehrenamtliche Leistung besonders wertvoll.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Maria Gierl und Amtschefin Ruth Nowak

Anneliese Gruber

Anneliese Gruber konnte die Auszeichnung leider nicht persönlich entgegennehmen. Bürgermeister Alfons Neumeier von der Gemeinde Salching wird die Auszeichnung für Frau Gruber mitnehmen und ihr persönlich überreichen.

Wolfgang und Günther Hetzler

Wolfgang und Günther Hetzler sind Zwillinge – und Zwillinge stehen bekanntlich für „Zusammenhalt“. Die beiden haben bei der Pflege ihrer demenzkranken Mutter Hedwig Hetzler sehr zusammengehalten. Das hat sie sicherlich auch noch mehr zusammengeschweißt.

Im Jahr 2005 haben die Brüder ihre Mutter nach einem vierwöchigen Krankenhausaufenthalt zu sich nach Hause geholt. Die Krankheit verschlechterte sich zusehends. Dennoch kam eine Pflegeunterkunft für sie nicht in Frage.

Um die Pflege ihrer Mutter selbst zu übernehmen, hat Günther Hetzler seine Tätigkeit bei einer Bank aufgegeben und sich selbstständig gemacht. Es war ihm nun möglich, tagsüber von zuhause aus zu arbeiten. Seine Mutter war dementsprechend nie alleine. Am frühen Abend kam dann sein Bruder Wolfgang Hetzler nach Hause und hat ihn abgelöst.

Frau Hetzler konnte nicht mehr alleine aufstehen und war rund um die Uhr auf Pflege angewiesen. Wolfgang und Günther Hetzler haben jegliche Versorgungsaufgaben für ihre Mutter übernommen und sich rührend um sie gekümmert. Im April 2018 ist sie leider verstorben.

In den zwölf Jahren der Pflege haben sie nicht einmal einen Pflegedienst in Anspruch genommen. Sogar nachts haben sie ihre Mutter nicht alleine gelassen. Wolfgang Hetzler hatte extra im Wohnzimmer geschlafen, damit er schnell mitbekam, wenn etwas nicht stimmte.

Wolfgang und Günther Hetzler sind sicherlich des Öfteren an ihre Grenzen gestoßen, denn die häusliche Pflege ist nicht leicht. Sie ist heutzutage auch bei weitem nicht mehr selbstverständlich. Dennoch haben die Brüder für ihre Mutter ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt und ihr trotz der Erkrankung ein Leben in Würde geschenkt. Ihr wichtigstes Anliegen war, dass es ihrer Mutter gut geht und sie lange in ihrem gewohnten Umfeld bleiben konnte.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Wolfgang und Günther Hetzler mit Amtschefin Ruth Nowak

Heidi Lattermann

Heidi Lattermann ist seit rund 15 Jahren im Hospizverein Straubing als ehrenamtliche Sterbebegleiterin aktiv. Seit einigen Jahren übernimmt sie auch noch die Einzeltrauerbegleitung.

Mit großem Engagement und Einfühlungsvermögen begleitet Frau Lattermann schwerstkranke und sterbende Menschen auf ihrem letzten Lebensweg. Sie ist zu jeder Zeit für ihre Schützlinge erreichbar. Wenn es nötig ist, sogar nachts. Und sie nimmt sich immer viel Zeit.

Doch nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für die Angehörigen ist sie eine enorme Entlastung und Kraftquelle.

Ganz besonders engagiert sich Frau Lattermann im örtlichen Seniorenzentrum Mitterfels. Hier wünschen sich viele Menschen ihre Betreuung und Begleitung. Die Menschen vertrauen ihr und teilen mit ihr Ängste und Sorgen.

Im Rahmen des Hospizvereins hat sie entsprechende Basis- und Intensivkurse besucht und wurde in den unterschiedlichen Themenbereichen ausgebildet. Im Lauf der Jahre hat sie sich hervorragend weitergebildet und ein besonderes Gespür für die Bedürfnisse der Schwerstkranken und ihre Angehörigen entwickelt.

Ein einfaches Ehrenamt hat Frau Lattermann sicherlich nicht. Es kostet sie selbst viel Kraft. Viele ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und -begleiter sagen, dass ihnen dieses Ehrenamt auch sehr viel zurückgibt.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Heidi Lattermann und Amtschefin Ruth Nowak

Maria Mauer

Maria Mauer ist es zu verdanken, dass 1991 der Pfarrcaritas-Verein Pfarrkirchen gegründet wurde. Als Mitgründerin war sie dort lange als Kassiererin tätig. Bis heute ist sie noch in der Mitgliederverwaltung aktiv.

Im Jahr 2004 war Frau Mauer maßgeblich am Aufbau der Caritas-Cafés in den beiden Caritas-Altenheimen in Pfarrkirchen beteiligt. Die Cafés dienen dem Austausch zwischen den Bewohnerinnen und Bewohnern und auch den Angehörigen. Jeden ersten und dritten Samstag im Monat ist sie seither in einem der beiden Cafés und hilft mit.

Die älteren Damen und Herren der Caritas-Altenheime sind Frau Mauer sehr ans Herz gewachsen. Daher ist sie seit 2004 auch regelmäßig im Besuchsdienst vor Ort tätig. Mit großer Leidenschaft organisiert sie Feste und Ausflüge mit und begleitet diese auch gerne selbst.

Frau Mauer ist immer da, wenn Not an der Frau ist. Ihre Hilfsbereitschaft und Gutmütigkeit zeichnet sie sehr aus. Die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich immer, sie zu sehen.

Seit 2009 ist sie auch noch als Mitglied in der Bewohnervertretung aktiv. Ihre Offenheit und Vertrauenswürdigkeit wird von den Menschen äußerst geschätzt. Sie hat immer ein offenes Ohr für sämtliche Anliegen und Probleme. Und auch wenn die Bewohnerinnen und Bewohner nur jemanden zum Reden brauchen, ist sie gerne da und nimmt sich viel Zeit.

Frau Mauer engagiert sich ebenfalls für Bedürftige. Sie hilft bei der Organisation und Verteilung der Weihnachtszuwendungen der Pfarrcaritas in Höhe von rund 50 Euro an Bedürftige mit. Gerade an Weihnachten – dem Fest der Liebe – ist es doch eine besondere Freude, den Menschen etwas zu schenken. Zumal sie diese Menschen zuhause oder in den Pflege- oder Seniorenheimen besucht.

Frau Mauer engagiert sich leidenschaftlich im Frauenbund. Jeden ersten Dienstag im Monat veranstaltet sie mit weiteren Helferinnen und Helfern Seniorennachmittage. Sie übernimmt vor Ort die Dekoration und ist regelmäßig aktiv bei Ausflügen dabei.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Maria Mauer und Amtschefin Ruth Nowak

Roswitha Straßer

Roswitha Straßer ist heute hier, weil sie sich um die fürsorgliche Pflege ihres Ehemannes Peter Straßer verdient gemacht hat. Leider ist ihr Ehemann in diesem Jahr verstorben.

Ihr Ehemann Peter Straßer erlitt im Jahr 2006 einen Schlaganfall und musste für lange Zeit im Krankenhaus bleiben. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus durfte er wieder zu Frau Straßer nach Hause. Dennoch hatte sich ihr gemeinsames Leben seit dem Schlaganfall stark verändert.

Ihr Mann lag im Wachkoma. Er war durchgehend auf ihre Unterstützung und ihre Fürsorge angewiesen. Rund elf Jahre lang war sie jederzeit für ihn da und hat seine Pflege übernommen.

Natürlich musste Frau Straßer weiterhin zur Arbeit gehen. Daher hat sie täglich eine einstündige Unterstützung von einem Pflegedienst erhalten, um ihrer Halbtagsbeschäftigung weiterhin nachgehen zu können. Der Großteil der Pflege lag dennoch bei ihr.

Jahrelang hat sie ihre persönlichen Bedürfnisse fast gänzlich zurückgestellt und sich aufopferungsvoll um ihren Ehemann gekümmert. In all den Jahren ist sie mit ihrem Ehemann immer voller Respekt, Verständnis und Rücksichtnahme umgegangen. Sie hat ihm viel Aufmerksamkeit und Zeit geschenkt und es ihm ermöglicht, bis zu seinem Tod zuhause zu leben.

Weißer Engel Niederbayern am 19.12.2019, Roswitha Straßer und Amtschefin Ruth Nowak

Hochauflösende Fotos von der Verleihung „Weißer Engel Niederbayern 2019“ stehen ab 20. Dezember 2019, 11 Uhr im Downloadbereich zur Verfügung. Für die Zugangsdaten senden Sie bitte eine E-Mail an download@stmgp.bayern.de.