Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Niederbayern

Am 07. September 2017 wird Staatsministerin Melanie Huml in Niederbayern den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verleihen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Helga Behler

Frau Helga Behler engagiert sich seit fast sieben Jahren ehrenamtlich in der Einrichtung „Seniorenwohnen Lugerweg“ in Bad Abbach. Einmal in der Woche bietet sie dort ein unterhaltsames und abwechslungsreiches Bewegungsprogramm an.

Durch dieses Engagement hat sie all die Jahre dazu beigetragen, dass die Bewohnerinnen und Bewohner möglichst ihre Selbstständigkeit behalten und ihren Alltag sinnstiftend gestalten. Für Frau Behler steht im Vordergrund, dass die Senioren solange wie möglich fit bleiben.

Mit ihrer sportlichen, offenen und freundlichen Art bringt sie nicht nur Schwung, sondern auch Abwechslung in den Alltag der Einrichtung. Frau Behler beeindruckt vor allem durch Sportsgeist, Menschlichkeit und Durchhaltevermögen.

Aushändigung an die Stellvertretende des Landrates Hannelore Langwieser stellvertretend für Helga Behler

Rosa Maria Dietl

Frau Rosa Maria Dietl zeichnet sich durch ihre besondere Fürsorge für ihre Familie aus. Seit vielen Jahren pflegt sie ihren Ehemann in liebevoller und aufopferungsvoller Weise zuhause.

Trotz intensiver Pflege hat sich der Gesundheitszustand von Herrn Dietl im Laufe der Jahre leider verschlechtert. Seit über zehn Jahren ist er bettlägerig und zunehmend dement. Doch Frau Dietl hat nie mit dem Schicksal ihres Mannes gehadert, sondern dies als ihre Lebensaufgabe angenommen.

Fürsorglich ist sie Tag und Nacht für ihn da. Das ist eine Aufgabe, die nicht nur körperliche Kraft kostet, sondern auch mit vielen Entbehrungen verbunden ist. Regelmäßiges Durchschlafen, Urlaub oder Ausflüge gehören für Frau Dietl schon seit vielen Jahren der Vergangenheit an. Aber sie nimmt das alles klaglos in Kauf. Es ist ihr unbedingter Wille, ihrem Ehemann die Vertrautheit und das Gefühl der Nähe im eigenen Heim spüren zu lassen.

Außenstehende können sich kaum vorstellen, wie viel Motivation und Kraft sie für die Betreuung und Pflege jeden Tag aufs Neue aufwenden muss. Und das schon seit so vielen Jahren.

Aushändigung an die Stellvertretende des Landrates Barbara Unger stellvertretend für Rosa Maria Dietl

Gerhard Elsner

Fast acht Jahre lang pflegte Herr Gerhard Elsner seine bettlägerige und an Demenz erkrankte Ehefrau bis sie im April 2016 nach langem Leiden verstorben ist.

Ohne zu zögern hat er diese Hilfe vollkommen alleine geleistet, obwohl er selbst schon 85 Jahre alt war, als seine Frau pflegebedürftig wurde. Nur für die morgendliche Pflege nahm er die Unterstützung von einem Pflegedienst in Anspruch.

In Anbetracht seines Alters und trotz enormer Belastungen hat er die Herausforderung herausragend gemeistert. Vor allem durch seine zuverlässige Art und seine große Geduld trug er dazu bei, dass seine Frau diese schwere Situation leichter akzeptieren konnte.

Pflege zuhause ist keine Selbstverständlichkeit und ihre Bedeutung kann nicht oft genug betonen. Der Weiße Engel kann Herr Elsner aufopfernden Einsatz, zwar nicht entlohnen, jedoch ist er ein sichtbares Zeichen für seine außergewöhnliche Pflegeleistung und damit für praktizierte Nächstenliebe.

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Aushändigung an Gerhard Elsner

Dr. Adolf Hiergeist

In der Herzsportgruppe des Turnvereins Wallersdorf engagiert sich Herr Dr. Adolf Hiergeist seit über 25 Jahren ehrenamtlich als ärztlicher Betreuer.

Die Sportgruppe ist für Menschen gedacht, die etwa einen Herzinfarkt oder ähnliche Erkrankungen erlitten haben. Dort trainieren sie ihr Herz, verbessern ihre Ausdauer und erlangen eine neue Körperwahrnehmung.

Bei vielen Patientinnen und Patienten ist die Angst vor einem Rückschlag während des Sports jedoch groß. Eine fachkundige Anleitung ist daher besonders wichtig für die Herr Dr. Hiergeist als Mediziner für die Herzsportler während seiner Übungseinheiten verantwortlich ist.

Er beurteilt die Leistungsfähigkeit und legt die individuelle Belastungsgrenze der Teilnehmerinnen und Teilnehmer fest. Zusammen mit dem Übungsleiter wählt er die Trainingseinheiten aus und überwacht die Kondition der Sportlerinnen und Sportler.

Die Herzsportgruppe fühlt sich von Herr Dr. Hiergeist sehr gut betreut und wäre ohne sein Engagement nicht realisierbar. Dieses Ehrenamt übt er neben seiner hohen beruflichen Beanspruchung durch seiner Arztpraxis mit besonders großer Leidenschaft aus.

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Aushändigung an Dr. Adolf Hiergeist

Barbara Hundschell

Im Jahr 2014 hat Frau  Barbara Hundschell im DONAUISAR-Klinikum Deggendorf den Besuchsdienst gegründet, den sie seither voller Tatkraft leitet. Auf Grund ihres grünen Kittels, den sie stets bei ihren Besucht trägt, bekam sie den Spitznamen „Grüner Engel“.

Etwa fünf Stunden in der Woche ist Frau Hundschell im Klinikum im Einsatz. Ihre Stärken liegen dabei nicht nur in der Organisation des neunköpfigen Teams, sondern auch in der Betreuung der Patientinnen und Patienten selbst. Für sie ist es wichtig die Menschen am Krankenbett zu besuchen und ihnen das Gefühl zugegeben nicht alleine zu sein. Vor allem diejenigen, die wenig oder gar keinen Besuch von Angehörigen oder Freunden bekommen, wissen das sehr zu schätzen.

Mit großer Aufmerksamkeit geht sie auf die persönlichen Bedürfnisse der Kranken ein und leistet damit oftmals einen wertvollen Beitrag zur Genesung. Viele Menschen benötigen einfach eine liebevolle Bezugsperson wie Frau Hundschell, die zuhört, unterhält oder einfach nur da ist. So konnte sie vielen den oftmals belastenden Aufenthalt im Krankenhaus erleichtern.

Frau Hundschell ist aber nicht nur eine sehr gute Gesprächspartnerin, sondern zeichnet sich auch durch praktische Unterstützung aus. In der Klinik erledigt sie z. B. kleinere Besorgungen oder agiert als Vermittler zwischen Patientinnen und Patienten, dem Sozialdienst oder den Krankenhausseelsorgern.

Frau Hundschell ist mit sehr viel Herzblut engagiert und stets dort zur Stelle, wo helfende Hände gebraucht werden.

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Aushändigung an Barbara Hundschell

Waltraud Mitterweger

Im Besuchsdienst des Caritas Wohn- und Pflegezentrums St. Elisabeth in Regen engagiert sich Frau Waltraud Mitterweger seit mehr als zehn Jahren.

Es ist ihr eine Herzensangelegenheit, älteren Menschen mit ihrem Besuch eine Freude zu machen und durch ihre Anwesenheit füllt sie für die Bewohnerinnen und Bewohner so manche Stunde eines langen Tages mit Leben.

Bei ihren Besuchen schenkt sie Aufmerksamkeit, geht auf persönlichen Bedürfnissen ein und vermittelt den Bewohnerinnen und Bewohnern das Gefühl nicht alleine zu sein.

Des Weiteren unterstützt Frau Mitterweger die Heimbewohnerinnen und -bewohner bei alltäglichen Dingen und hilft bei Veranstaltungen.

Zur Freude aller hat sie das mittlerweile traditionelle Sommerfest des Wohn- und Pflegezentrums ins Leben gerufen. Außerdem organisiert sie regelmäßig Musizierkreise.

Aushändigung an Waltraud Mitterweger

Anna Stadler

Im Dezember 1997 erlitt der Ehemann von Frau Anna Stadler einen Schlaganfall wodurch er zu einem Pflegefall wurde. Die Betreuung und die Pflege übernahm Frau Stadler von Anfang an, damit ihr Ehemann weiterhin die Vertrautheit und das Gefühl von Nähe im eigenen Zuhause erleben konnte. Als ihr Mann in der Folge noch an Parkinson und Demenz erkrankte, nahm sie auch diese Herausforderung klaglos an.

Durch Ihre aufopferungsvolle Pflege hat sie ihm ermöglicht, dass er bis zu seinem Tod im November 2016 im Kreise seiner Familie sein konnte.

Ihr jahrzehntelanger Einsatz war dabei immer geprägt von Respekt, Verständnis und Rücksichtnahme. Eigene Bedürfnisse hat sie stets zurückgestellt.

Aushändigung an Anna Stadler

Heinrich Stadler

Die Hospizarbeit ist für die Gesellschaft von unschätzbarem Wert. Deshalb engagiert sich Herr Heinrich Stadler seit 2011 ehrenamtlich im Hospizverein Landkreis Freyung-Grafenau.

Er betreut schwerstkranke und sterbende Menschen und kümmert sich auch um deren Angehörige sowohl zuhause, im Krankenhaus, in der Pflegeeinrichtung, als auch auf der Palliativstation selbst.

Auf Grund seiner einfühlsamen Art gelingt es ihm mit den betroffenen Personen über den Tod und das Sterben zu sprechen und diese in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Je nach Situation hört Herr Stadler einfach zur, spricht mit den Personen oder steht ihnen einfach bei in dieser schweren Zeit. Für die Angehörigen ist er dadurch eine Entlastung und Kraftquelle.

Weit über 1.500 Stunden leistete er in leistete er einen wertvollen Dienst in diesem emotional höchst forderndes Ehrenamt.

Aushändigung an Heinrich Stadler

Maria Straßer

Es ist Frau Maria Straßer zu verdanken, dass es seit 2012 in Spiegelau eine Selbsthilfegruppe für Personen gibt, die an chronischen Schmerzen, genauer an Fibromyalgie, leiden. Seither leitet sie diese Gruppe mit ausgesprochen großem Engagement.

Trotz Ihrer eigenen Erkrankung ist sie unermüdlich für andere Betroffene da und unterstützt diese.

Einmal im Monat wird ein Gruppentreffen von Frau Straßer organisiert. Dort finden die Betroffenen Raum und Zeit um Erfahrungen auszutauschen und sich über Therapiemöglichkeiten zu informieren. Sie machen sich gegenseitig Mut, die Herausforderungen der Krankheit anzunehmen, sind füreinander da und geben sich damit Halt.

Zugleich arrangiert sie für die Gruppe Informationsfahrten zu verschiedenen Fachvorträgen in Kliniken oder zu Ärzten. Als Leiterin der Gruppe nimmt sie selbst auch regelmäßig an Fortbildungen teil.

Darüber hinaus ist sie seit 2014 als Behindertenbeauftragte Ihrer Heimatgemeinde in einem weiteren Ehrenamt aktiv.

Aushändigung an Maria Straßer

Sieglinde Witzlsperger

Frau Sieglinde Witzlsperger umsorgte und pflegte über 10 Jahre lang fürsorglich ihren Ehemann bis zu seinem Tod im Januar 2017. Er war schwer pflegebedürftig und war rund um die Uhr auf fremde Hilfe und Unterstützung angewiesen.

Obwohl sich Frau Witzleben und ihr Ehemann sich nur noch schriftlich mit einander unterhalten konnten und sie selbst gesundheitliche Probleme hatte, ermöglichte sie ihren Ehemann den Verbleib im eigenen Heim durch häusliche Pflege. Einen Pflegedienst hat sie dabei nicht in Anspruch genommen. Eigene Belange und Wünsche hat sie immer wieder zurückgestellt.

Durch ihrer Liebe und ihrer Kraft hat Frau Witzlsperger die schwere Zeit für ihren Ehemann erheblich erleichtert.

Aushändigung an den Landrat Peter Dreier  stellvertretend für Sieglinde Witzlsperger

Die Fotos vom „Weißen Engel Niederbayern 2017“ stehen zum Download in einer Cloud zur Verfügung. Für die Anmeldedaten senden Sie bitte eine E-Mail an Download@stmgp.bayern.de.