Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Oberfranken

Am 29. November 2018 hat Staatsministerin Melanie Huml in Oberfranken den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Dr. Manuel Bobrich

Herr Dr. Bobrich geht schon in jungen Jahren mit gutem Beispiel voran und leistet Herausragendes für andere Menschen. Beruflich ist er seit Juni 2018 als Oberarzt in der Anästhesie im Spitalzentrum Biel in der Schweiz tätig. Davor hat er am Klinikum Bayreuth gearbeitet. Im Moment lebt er in der Schweiz und im oberfränkischen Breitengüßbach.

Neben seiner anspruchsvollen beruflichen Tätigkeit engagiert er sich ehrenamtlich für hilfesuchende Menschen. Im Jahr 2011, noch während seines Studiums, hat er sich der Hilfsorganisation „humedica“ angeschlossen. Die „humedica“ ist eine internationale Organisation, die seit ihrer Gründung im Jahr 1979 in über 90 Ländern humanitäre Hilfe leistet. In den letzten Jahren hat er mehrfach an Einsätzen dieser Hilfsorganisation teilgenommen.

Einer seiner ersten Einsätze im Jahr 2012 war auf den Philippinen, als dort ein Taifun zu großen Verwüstungen geführt hat. Mit viel Herz, hohem Verantwortungsbewusstsein und medizinischem Fachwissen war er für die verletzten und verzweifelten Menschen da.2014 war er bereits wieder auf den Philippinen im Einsatz, als der Taifun „Yolanda“ in Tacloban große Zerstörungen verursacht hat. Ein Jahr später hat er auf der Flüchtlings-Route in Serbien die Menschen medizinisch versorgt. 2016 folgte ein Einsatz in Griechenland in den Flüchtlings-Camps und im November 2017 im Erdbebengebiet des Iran.

Für ihn ist kein Einsatzgebiet zu gefährlich oder zu weit weg. Schon wenige Stunden nach einer Alarmierung sitzt er gemeinsam mit seinem Einsatzteam im Flugzeug. In erster Linie versorgt er die Betroffenen vor Ort mit medizinischer Hilfe und Medikamenten. Auch operative Eingriffe werden von Herrn Dr. Bobrich durchgeführt.

Unter den schwierigsten Bedingungen arbeitet er sich bis in abgelegene, schwer zugängliche Dörfer vor, um der dortigen Bevölkerung beizustehen. Man kann sich kaum vorstellen, was für körperliche und psychische Belastungen er immer wieder auf sich nimmt. Denn er muss zwangsläufig mit den Menschen das vielfache Leid, mit dem er vor Ort konfrontiert wird, durchstehen.

Er gibt diesen Menschen das Gefühl, von der Welt nicht vergessen zu werden. Meinen großen Respekt dafür. Herr Dr. Bobrich ist ein großartiges Beispiel für gelebte Nächstenliebe.

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Dr. Manuel Bobrich

Angelika Fuchs

Frau Fuchs engagiert sich seit über fünf Jahren ehrenamtlich als Vorständin der Seniorengemeinschaft Ehrenbürg – kurz SGE. Die SGE setzt sich für die Belange von Seniorinnen und Senioren im ländlichen Raum ein.

Seit der Vereinsgründung im Jahr 2013 verfolgt sie tatkräftig das Ziel, älteren Menschen einen selbstbestimmten Alltag in ihrer vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Ein sehr wichtiges Thema, denn wir alle werden älter. Und vermutlich wünschen sich die meisten von uns, ihren Lebensabend zu Hause verbringen zu dürfen.

Der SGE bietet Fahrdienste für die Seniorinnen und Senioren an. Außerdem ganz vielseitige Leistungen wie zum Beispiel das Erledigen von Besorgungen, die Begleitung bei Arztterminen und Behördengängen oder die Mithilfe bei der Gartenarbeit.

Darüber hinaus organisiert sie gemeinsame Ausflüge, um die Gemeinschaft zu stärken. Naturwanderungen, Kegelspiele oder ein Besuch auf dem bekannten „Annafest“ gehören zum abwechslungsreichen Freizeitangebot der Seniorengemeinschaft.

Im Fokus ihrer ehrenamtlichen Arbeit steht der Leitgedanke „daheim und füreinander“. So möchte sie der Landflucht entgegenwirken. Das ist ein sehr wichtiges Zeichen, das sie dadurch setzen.

Mit viel Herzblut setzt sie sich dafür ein, dass die älteren Menschen in ihrem eigenen Heim bleiben können. Daher möchte sie „Senta“ – das sind Seniorentagesstätten für den niederschwelligen Bereich – in den Kommunen etablieren. Die Menschen müssen nicht pflegebedürftig sein, um dort Gesellschaft zu finden. Sie können dort gemeinsam kochen und einfach Zeit miteinander verbringen.

Frau Fuchs ist es wichtig, dass Seniorinnen und Senioren andere hilfsbedürftige ältere Menschen im Alltag unterstützen. In vielen Fällen kann dadurch der Umzug in eine Pflegeeinrichtung vermieden oder zumindest aufgeschoben werden.

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Angelika Fuchs

Ines Hofferberth

Seit mehr als elf Jahren ist Frau Hofferberth aktives Mitglied im Freundes- und Förderkreis der Kinderklinik Bamberg. Seit 2010 ist sie Vorsitzende des Vorstandes.

Dank ihres großen Engagements hat sie den Förderkreis weit voran gebracht und für mehr Bekanntheit bei der Bevölkerung und bei den Institutionen gesorgt. Durch ihre freundliche und offene Art findet sie immer wieder neue Förderer und Spender, die dem Verein gerne unter die Arme greifen.

Während ihrer bisherigen Amtszeit war es dem Förderkreis möglich, die Kinderklinik Bamberg mit über 170.000 Euro zu unterstützen. Eine beachtlich hohe Summe, die der Kinderklinik sicher sehr gut getan hat.

Besonders die „Kleinen“ – nämlich die Neugeborenen und vor allem die Frühchen – liegen ihr am Herzen. Im Rahmen des Förderkreises unterstützt sie auch die Aufklärung und Forschung zur Verhinderung des plötzlichen Säuglingstodes.

Unter ihrer Federführung besucht sie jedes Jahr an Weihnachten gemeinsam mit dem Förderkreis die Eltern der Frühgeborenen in der Klinik und bringen ihnen kleine Geschenke mit. Eine Geste, durch die sie Liebe, Glück und Geborgenheit vermittelt.

Sie hat auch dazu beigetragen, dass in Kürze sogar „Webcams“ in der Kinderklinik Bamberg installiert werden. Die „Webcams“ machen es den Eltern und Geschwistern möglich, von daheim aus das kleine Frühchen zu sehen.

Des Weiteren wurde im Jahr 2012 vom Freundes- und Förderkreis die Bernhard Lang Stiftung gegründet. Sie unterstützt psychisch kranke Kinder und Jugendliche. Die Initiative hierfür kam von Frau Hoffberth. Sie hat überall ihre Hände im Spiel, wenn es darum geht, anderen zu Helfen. Sie hat zudem ihre drei Töchter mit ihrem ehrenamtlichen Engagement angesteckt. Alle drei bekleiden unterschiedliche Ehrenämter. Mit ihrer herzlichen und positiven Art war sie schon für viele Menschen buchstäblich ein Engel.

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Huml und Ines Hofferbeth

Karlheinz Huber

Herr Huber engagiert sich in besonderer Weise seit vielen Jahren für den Besuchsdienst im Bezirkskrankenhaus Bayreuth. Der Besuchsdienst kümmert sich um die Patientinnen und Patienten, die keine Angehörigen haben oder nur sehr wenig Besuch bekommen.

Im Jahr 2005 hat er den ökumenischen Ausbildungskurs für Ehrenamtliche in der Krankenhausseelsorge in Bayreuth absolviert. Anschließend hat er seine Tätigkeit im Besuchsdienst der Seelsorge im Bezirkskrankenhaus Bayreuth begonnen und ist seitdem unermüdlich im Einsatz.

Ein besonderes Anliegen sind ihm die psychisch kranken Menschen, die straffällig geworden sind. Bis heute begleitet er zahlreiche Patientinnen und Patienten in der Forensik, dem sogenannten Maßregelvollzug. Einigen steht er sogar über mehrere Jahre hinweg zur Seite. Einmal pro Woche widmet er sich für mehrere Stunden dieser anspruchsvollen und verantwortungsvollen Aufgabe.

Je nachdem wie die Erkrankten eingestuft oder im Maßregelvollzug untergebracht sind, besucht er sie entweder im Besucherraum der Krankenstation oder begleitet sie bei Ausgängen auf das Gelände des Krankenhauses.

Er unternimmt auch gemeinsame Spaziergänge in die Stadt, sofern es erlaubt wird. Zum Beispiel ist er bei Lebensmitteleinkäufen, beim Reparieren einer Brille oder beim Kaffeetrinken dabei. Ihm liegt es auch am Herzen, mit seinen Schützlingen kulturelle Ausflüge zu machen.

Gerade für Patientinnen und Patienten im Maßregelvollzug sind seine Besuche sehr wichtig. Er gibt ihnen Stabilität und Halt und stärkt dadurch ihre Beziehungsfähigkeit. Auf diese Weise ermöglicht er ihnen etwas sehr Wichtiges: nämlich einen großen Schritt in Richtung Selbständigkeit und in ein straffreies Leben in Freiheit.

Als ehrenamtlicher Helfer hat er eine sehr wichtige Rolle, denn er übernimmt Aufgaben, für die das hauptamtliche Personal oft keine Zeit hat. Er führt mit den Patientinnen und Patienten ausführliche Gespräche und gibt ihnen das Gefühl von Vertrauen.

Bei allen ist er beliebt, weil er den Menschen neutral und ohne Vorurteile gegenüber tritt. Besonders zeichnet ihn aus, dass er geduldig und empathisch ist und immer ein offenes Ohr hat für Sorgen und Probleme der forensischen Patienten.

Was mich besonders bewegt: Er hält auch nach der Entlassung seiner Schützlinge den Kontakt aufrecht, manchmal kommt er sogar zu Besuch. Das zeigt, wie ihm diese Menschen ans Herz gewachsen sind!

Auch seine Ehefrau Hannelore hat schon den ein oder anderen „Wunschkuchen“ für seine Schützlinge gebacken und hält ihm auch sonst immer den Rücken frei.

Weil er ein sehr bescheidener Mensch ist, will er die Auszeichnung stellvertretend für alle anderen Helferinnen und Helfer des Besuchsdienstes im Bezirkskrankenhaus Bayreuth entgegennehmen.

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Karlheinz Huber

Gudrun Huber und Brigitte Kispert

Frau Huber und Frau Kispert engagieren sich seit Jahren gemeinsam für die Krebs-Selbsthilfegruppe in Schönwald. Im Frühjahr 1997 wurde die Selbsthilfegruppe für krebskranke Menschen gegründet. Von Anfang an waren beide Damen dabei und haben 2009 die gemeinsame Leitung der Gruppe übernommen. Eine wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe!

Besonders in der Anfangszeit war die Selbsthilfegruppe erste Anlaufstelle nach einer meist niederschmetternden Diagnose. Damals gab es noch große Informationslücken in Bezug auf die Krankheit, Therapiemöglichkeiten und Hilfsangebote. An dieser Stelle waren die beiden Damen da und haben den krebskranken Menschen diese Unsicherheit genommen. Mit großer Empathie haben Frau Huber und Frau Kispert die Betroffenen bestmöglich bei allen offenen Fragen beraten und tun das auch heute noch.

Jeden zweiten Mittwoch im Monat treffen sie sich mit den Gruppenmitgliedern. Diese Treffen sind ein Anker für die erkrankten Frauen und Männer in einer schweren Lebensphase. Außerdem sind beide Damen sehr gute und verständnisvolle Zuhörerinnen, sei es in Einzel- oder Gruppengesprächen.

Des Weiteren sorgen sie das ganze Jahr über für Abwechslung, um die Gruppenmitglieder wenigstens für ein paar Stunden auf andere Gedanken zu bringen. Sie unternehmen gemeinsam Ausflüge und organisieren stimmungsvolle Feiern zu verschiedenen Anlässen.

Für die beiden ist die Arbeit in der Selbsthilfegruppe eine Herzensangelegenheit.

Irene Potempka

Frau Potempkas Familie musste im Jahr 1995 einen schweren Schicksalsschlag verkraften, als ihr Sohn bei einem Autounfall ein Schädelhirntrauma erlitt. Ein halbes Jahr lang lag er im Koma.

Sie und ihr Mann Joachim kümmern sich seither mit ganzem Herzen um ihren Sohn und unterstützen ihn in jeder Beziehung. Sie hat sogar ihren Beruf aufgegeben, um ihn bei allen Krankenhaus- und Reha-Aufenthalten zu begleiten. Dank ihrer liebevollen und gezielten Rehabilitation ist es Bastian gelungen, sich vom Rollstuhl zu lösen und sich trotz verbliebener Einschränkungen zurück ins Leben zu kämpfen.

Über die Bewältigung ihres eigenen familiären Schicksals hinaus engagiert sie sich als Vorsitzende und Hauptorganisatorin der von ihr im Jahr 2001 gegründeten „Selbsthilfegruppe Kulmbach des Vereins Schädel-Hirnpatienten in Not“, und zwar in den Regionalen Verbandsgruppe Bayreuth/Kulmbach/Kronach. Denn ihr war es ein wichtiges Anliegen, sich auch für andere Betroffene stark zu machen.

Sie hat in der Zeit nach dem Autounfall ihres Sohnes selbst festgestellt, dass es in der Region praktisch keine Adressen oder Anlaufstellen für Schädel-Hirnpatienten gab – geschweige denn Unterstützungsmöglichkeiten für die Angehörigen. Das hat sie dazu veranlasst, eine Selbsthilfegruppe zu gründen.

Heute finden Betroffene bei ihr Halt und Hilfe. Sie beginnt ihre ehrenamtliche Tätigkeit schon beim Auffangen der Betroffenen, zum Beispiel nach einem Unfall. Sie hilft den Menschen und Angehörigen mit Informationen über stationäre Versorgung, Physiotherapie und technische Hilfen. Aber vor allem gibt er den Betroffenen Mut und Hoffnung während des langen Rehabilitationsprozesses.

Alle zwei Monate findet die Selbsthilfegruppe im großen Kreis für die Betroffenen und ihre Angehörigen statt. Dazwischen gibt es noch einen kleinen Kreis, mit dem sie sich hin und wieder zum Frühstück und zum Kaffee trifft. Sie verbringen Zeit miteinander, reden und essen gemeinsam und tauschen sich über Neuigkeiten aus. Die Mitglieder kommen nicht nur aus dem Kulmbacher Raum zu ihr. Selbst aus Wunsiedel, Kronach, Lauf, Bamberg, Nürnberg und sogar aus Thüringen treffen Menschen ein, die Hilfe bei ihr suchen und auch finden.

Zusätzlich verbringt sie abends stundenlang am Telefon und ist so jederzeit für ihre Schützlinge erreichbar.

Sie spricht den Betroffenen, aber auch den Angehörigen unglaublich viel Mut zu. „Wenn Zuversicht die Ängste besiegt, werden wir staunen, wie viele Situationen wir meistern können“. Das ist der Leitspruch ihrer Selbsthilfeorganisation.

Über die Jahre hinweg sind viele Freundschaften entstanden, die in schwierigen Zeiten über Nöte, Probleme und Rückschläge hinweghelfen. Und das ist ihr und ihrem herausragenden Helfergeist zu verdanken!

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Irene Potempka

Ingeborg Reiß

Frau Reiß ist bereits seit über drei Jahrzehnten ehrenamtlich im Besuchsdienst des Klinikums Bayreuth aktiv. Was für eine lange Zeit! Sie hat einen Vorbereitungskurs absolviert und ihre ehrenamtliche Tätigkeit direkt im Anschluss daran begonnen. Ihr ist eine Krankenstation zugewiesen, die sie vorbildlich und eigenständig als Ergänzung zur Krankenpflege betreut.

Mindestens drei Stunden pro Wochen widmet sie sich der verantwortungsvollen Aufgabe und nimmt zusätzlich regelmäßig an Besprechungen mit den Fachkräften teil. Auch an Fortbildungen ist sie immer interessiert und erweitert ihr Wissen gerne.

Sie besucht die Patientinnen und Patienten entweder im Besucherraum oder auf ihren Krankenzimmern. Ihre fürsorgliche und liebevolle Art hat sicher positiven Einfluss auf die Genesung der Kranken. Außerdem ist sie die Ansprechpartnerin für alle, die keine Angehörigen haben oder kaum Besuch erhalten.

Gerade auch in solchen Fällen, in denen Patientinnen und Patienten aufgrund einer schwerwiegenden Diagnose emotional stark belastet sind, ist sie eine wichtige Bezugsperson. Es fällt den Betroffenen oft schwer, mit ihren Angehörigen darüber zu reden. Deshalb vertrauen sie sich meist Frau Reiß an.

Sie hört den Menschen zu, gibt ihnen Kraft und baut sie wieder auf. Auch Sorgen und Probleme in der Klinik bespricht sie mit den Patienten ausführlich und gibt Anregungen weiter.

Sie übernimmt in der Bayreuther Klinik eine äußerst wichtige Funktion und wird sowohl von den Patienten als auch vom Pflegepersonal sehr geschätzt. Jeder freut sich über die Zeit, die sie dort verbringt!

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Ingeborg Reiss

Gudrun Sandler

Frau Sandler hat im Jahr 2005 die Regionalgruppe Kulmbach/Bayreuth des Arbeitskreises der Pankreatektomierten gegründet und leitetdie Regionalgruppe bis heute. Ihre Selbsthilfeorganisation betreut Patienten, deren Bauchspeicheldrüse aufgrund einer Tumorerkrankung entfernt wurde. Rund 1.500 Mitglieder sind in den bundesweit 60 Regionalgruppen organisiert.

Die Entfernung der Bauchspeicheldrüse hat erhebliche Auswirkungen auf das tägliche Leben der Betroffenen. Sie kennt den langen Leidensweg der Gruppenmitglieder aus eigener Erfahrung. Daher ist sie eine wertvolle Stütze für die Mitglieder der Regionalgruppe Kulmbach/Bayreuth.

Sie zeigt den Betroffenen, wie man mit der Krankheit leben kann und finden passende Hilfsmöglichkeiten. Die regelmäßigen Gruppentreffen sind wichtig für einen Austausch untereinander und das Gefühl, nicht allein mit der Krankheit zu sein.

Doch es sind nicht nur die Gruppentreffen. Sie ist auch telefonisch jederzeit für die Betroffen da und spricht lange mit ihnen. Sogar private Besuche zu Hause oder im Krankenhaus unternimmt sie regelmäßig, um den Menschen Halt zu geben.

Darüber hinaus betreut sie an Informationstagen für Krebspatienten den Infostand der Regionalgruppe. Sie klärt über ihre Tätigkeit und den Zweck der Gruppe auf und erläutern die mögliche Bewältigung der schwierigen Lebenssituationen, die sich durch die Krankheit ergeben. Die gleiche Aufgabe übernimmt sie auch in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Bayreuth, wenn dort Infoveranstaltungen stattfinden.

Große Resonanz fand im November 2017 ein Benefizkonzert mit dem Musikverein Marktleugast in der St. Hedwig-Kirche Kulmbach anlässlich des Welt-Pankreaskrebs-Tages. Vorbildlich konnte sie für die segensreiche Arbeit der Regionalgruppe finanzielle Unterstützung erwerben.

Außerdem hat sie in der Öffentlichkeit auf die schwierige Lebenssituation der Betroffenen aufmerksam gemacht. Neben dem attraktiven musikalischen Programm gab es an diesem Abend auch grundlegende Informationen zur Arbeit der Selbsthilfegruppe und ausreichend Raum für Begegnungen.

Trotz ihrer eigenen schweren Erkrankung hat sie Kräfte mobilisiert, um anderen zu helfen. Das ist sehr beeindruckend.

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Gudrun Sandler

Herta Schauer

Frau Schauer ist eine sehr musikalische Frau und leitet seit fast 20 Jahren ehrenamtlich die Singstunde für die Bewohnerinnen und Bewohner des evangelischen Brigittenheims in Pegnitz. Das Brigittenheim ist ein Alten- und Pflegeheim mit 141 Plätzen.

Begonnen hat sie mit den Singstunden, als im Jahr 1999 ihr Ehemann in das Brigittenheim gekommen ist. Ihr Mann ist leider im Jahr 2006 verstorben, doch sie führt die berühmte Singstunde bis zum heutigen Tag weiter fort.

Unter der Woche trifft sie sich jeden Nachmittag mit den Seniorinnen und Senioren an der Singecke, um gemeinsam zu musizieren. Die Singecke des Brigittenheims wurde sehr ansprechend mit Notenbildern an der Wand und gemütlichen Sofas gestaltet.

Sie besitzt einige dicke Ordner voll mit Liedtexten, für die nun extra mehr Stellplatz freigemacht wurde. Liebevoll wählt sie daraus das Repertoire für den jeweiligen Nachmittag aus. Meist kennen die Sängerinnen und Sänger die vertrauten Texte auch schon auswendig und lassen sich gerne an frühere Zeiten erinnern. Auch Angehörige nehmen immer wieder an der Singstunde teil.

Das gemeinsame Singen stärkt nicht nur die Gemeinschaft der Bewohnerinnen und Bewohner untereinander, sondern fördert zusätzlich auch die Gesundheit. Es ist immer wieder erstaunlich, wie plötzlich Menschen beginnen mitzusingen oder mitzusummen und aus sich herausgehen, die sonst ganz im Stillen sitzen oder sich kaum bewegen können.

Das ist für die Bewohnerinnen und Bewohner eine ganz wertvolle Geste! Sie kennt die meisten aus der Runde schon viele Jahre lang und wissen, wer zum Beispiel Hilfe beim Umblättern oder auch mal ein aufmunterndes Wort braucht.

Verleihung des Weißen Engels Oberfranken in Bamberg am 29.11.2018 - Ministerin Melanie Huml und Herta Schauer