Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Oberfranken

Am 12. September 2019 hat Staatsministerin Melanie Huml in Oberfranken den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Heinrich Edelmann

Heinrich Edelmann engagiert sich für Menschen mit Suchterkrankungen und für deren Angehörige. Seit 1987 ist er ehrenamtlicher Suchtkrankenhelfer beim Blauen-Kreuz, zunächst in Hof, dann in Berg. Derzeit ist er Vorsitzender und Gruppenleiter vom Blauen-Kreuz in Berg.

Mit viel Kompetenz und Einfühlungsvermögen hilft Herr Edelmann Personen, die Probleme mit Suchtmitteln haben oder die unter der Suchterkrankung eines Angehörigen leiden. Er begleitet suchtkranke Menschen in ein gesundes und suchtfreies Leben. Dabei liegt der Schwerpunkt seiner Arbeit im Bereich der Alkohol- und Medikamentensucht.

Als Gruppenleiter organisiert Herr Edelmann die wöchentlichen Gruppentreffen. Die Betroffenen werden durch individuelle Gespräche und durch Gespräche in der Gruppe dazu motiviert, abstinent zu werden und zu bleiben.

Dank seiner Hilfe setzen sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewusst mit ihrem Krankheitsverlauf auseinander. Dabei berücksichtigt Herr Edelmann immer ihre persönlichen Lebensgeschichten. Angehörige gelangen durch diese Gespräche zu einem besseren Verständnis für den suchtkranken Verwandten oder den Partner.

Wenn es nötig ist, stellt er auch unbürokratisch den Kontakt zu professionellen Hilfseinrichtungen her.

Mit Theaterbesuchen, Seminaren und Fortbildungen sorgt Herr Edelmann für reichlich Abwechslung in der Gruppe.

Auch ist ihm die Öffentlichkeitsarbeit sehr wichtig. Er besucht mit Mitgliedern des Ortsvereins einmal im Monat die Bezirksklinik in Rehau. Dort macht er auf seinen Verein aufmerksam.

Großen Wert legt Herr Edelmann auch auf die enge Zusammenarbeit mit der örtlichen evangelischen Kirchengemeinde.

Besonders am Herzen liegen ihm auch die sogenannte „aufsuchende Hilfe“. Über die Bezirksklinik oder auch über Kirchengemeinde kommt er in Kontakt mit den Suchtkranken. Da sich gerade Menschen mit Suchproblemen oft daheim zurückziehen, ergreift er mit einem Hausbesuch von sich aus die Initiative.

Unzählige Stunden seiner Freizeit hat Herr Edelmann für die verantwortungsvolle Aufgabe investiert, suchtkranken Menschen und ihren Angehörigen zu helfen. Sein persönlicher Einsatz ist geprägt von Lebenserfahrung und hervorragender sozialer Kompetenz.

Im Laufe der Jahre hat Herr Edelmann schon vielen Menschen helfen können. Er ist ein Vorbild für seine Mitmenschen.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Heinrich Edelmann durch Staatsministerin Melanie Huml

Gabriele Grünthaner

Gabriele Grünthaner engagiert sich seit 25 Jahren voller Tatendrang für Menschen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, kurz CED.

Aus eigener Betroffenheit heraus hat sie 1994 die Selbsthilfegruppe Morbus Crohn/Colitis ulcerosa Bayreuth-Kulmbach mitgegründet. Seitdem setzt sie sich als Leiterin ihrer Gruppe unermüdlich für andere Betroffene ein und unterstützt sie, wo es nur geht.

In den Anfängen bestand die Gruppe aus nur sechs Personen. Mittlerweile sind es mehr als 140 Mitglieder. Diese Mitgliederzahl ist beachtlich und zeigt, wie wichtig ihre Arbeit ist.

Frau Grünthaner weiß nur zu gut, dass viele Betroffene nach der ersten Diagnose oft überfordert und hilflos sind. Deshalb legt sie großen Wert darauf, immer für die Betroffenen telefonisch erreichbar zu sein, um auch von zu Hause aus Beratungsgespräche durchführen zu können.

Ihr Ziel ist es, dass die Mitglieder bei den regelmäßigen Treffen fachärztlich betreut und begleitet werden und dadurch wichtige Tipps und Informationen erhalten. In der Gruppe finden die Betroffenen Verständnis und praktische Alltagshilfen. Alleine das Wissen, mit seinem Problem nicht alleine zu sein, ist für viele eine unglaubliche Erleichterung und hilft ihnen bei der Bewältigung dieser schwierigen Lebenssituation.

Mit ihrer Willenskraft und emphatischen Art vermittelt Frau Grünthaner den Kranken, dass ein erfülltes Leben auch mit der CED-Erkrankung möglich ist. Wie sie auch selber sagt, ist ihre Selbsthilfearbeit für sie eine Herzensangelegenheit.
Man darf bei alledem nicht vergessen, dass zu den körperlichen Beschwerden der CED-Patientinnen und Patienten häufig eine enorme psychische Belastung hinzukommt. Sei es die Ungewissheit über die Herkunft der Krankheit, die Frage nach dem nächsten Schub und die damit verbundenen Existenzängste. Mit sehr viel Fingerspitzengefühl gelingt es Frau Grünthaner, die Ängste der Ratsuchenden aufzufangen und ihnen Wege aus Niedergeschlagenheit und Depression aufzuzeigen.
Selbsthilfegruppen sind für unser Gesundheitssystem sehr wichtig – vor allem, weil sich die Betroffenen von anderen Betroffenen oft noch ein bisschen besser verstanden fühlen.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Gabriele Grünthaner durch Staatsministerin Melanie Huml

Horst Hillmann

Horst Hillmann hat sich durch seine bewundernswerte Pflegeleistung herausragende Verdienste erworben.

Es war im Oktober 2010, als seine Ehefrau Helga einen Schlaganfall erlitt. Von diesem Zeitpunkt an war sie halbseitig gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen.

Trotz seines Alters hat Herr Hillmann sich entschieden, seine Ehefrau zu Hause zu versorgen und zu betreuen. Denn er hat sofort erkannt, dass es für seine Ehefrau von unschätzbarem Wert ist, weiterhin in und mit der Familie zu leben.

Jeden Tag und auch jede Nacht muss Herr Hillmann eine beachtliche Einsatzbereitschaft aufbringen.

Sein jahrelanger Einsatz war immer geprägt von Respekt, Verständnis und Rücksichtnahme. Eigene Bedürfnisse hat er stets zurückgestellt.

Über viele Jahre hat Herr Hillmann als leuchtendes Beispiel familiären Zusammenhalt vorgelebt. Wer wünscht sich nicht für den Fall einer schweren Krankheit einen geliebten Menschen an seiner Seite, der ohne Wenn und Aber für einen da ist? – Jemanden wie Herrn Hillmann!

Pflege zu Hause ist keine Selbstverständlichkeit. Man kann ihre Bedeutung und ihren Wert daher nicht oft genug betonen.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Horst Hillmann durch Staatsministerin Melanie Huml

Helga Kern

Helga Kern engagiert sich in vielfältiger Weise für das Gesundheitswesen und im sozialen Bereich.

Von 2008 bis Anfang 2019 hat sie die Alzheimer-Selbsthilfegruppe Kulmbach geleitet.

Alzheimer beziehungsweise Demenz ist eine bislang unheilbare Krankheit. Die Betroffenen verlieren nach und nach ihr Gedächtnis und ihre geistigen Fähigkeiten. Die Krankheit ist auch für die Angehörigen eine enorme Belastung.

Neben der ärztlichen Betreuung sind vor allem auch die Selbsthilfegruppen von unschätzbarem Wert.

Frau Kern hat all die Jahre liebevoll die monatlichen Gruppentreffen organisiert. Dadurch hat sie den Betroffenen und den Angehörigen die Möglichkeit gegeben, über ihre Sorgen und Ängste zu sprechen. Sie hat immer auch für abwechslungsreiche, bunte Programmpunkte gesorgt. Ob Experten-Vorträge oder gemütliche Musik-Veranstaltungen – ihr ist immer etwas Neues eingefallen.

Frau Kern hat dazu beigetragen, die Bevölkerung über die Krankheit Alzheimer beziehungsweise Demenz aufzuklären. Sie hat immer versucht die Krankheit und die Betroffenen dahin zu bringen, wo sie hingehören – in die Mitte unserer Gesellschaft. Gemeinsam mit anderen Mitgliedern der Alzheimer-Gesellschaft hat sie das Thema in die Schulen getragen, hat Vorträge gehalten und Informationsstände betreut.

Aktuell engagiert sich Frau Kern noch als Mitglied im Vorstand der Alzheimer-Gesellschaft Bayreuth-Kulmbach und als stellvertretende Vorsitzende des Kulmbacher Seniorenbeirats.

Zusätzlich unterrichtet sie, neben ihrer Tätigkeit am Beruflichen Fortbildungszentrum Kulmbach, Jugendliche ohne Lehrstelle. Auch diese Tätigkeit nutzt sie, um den Jugendlichen das Krankheitsbild Alzheimer beziehungsweise Demenz näher zu bringen.

Vor über 20 Jahren hat Frau Kern den Hospizverein Kulmbach mitgegründet. Über 10 Jahre lang war sie hier im Vorstand.

Sie hat außerdem die Kulmbacher Tafel mit aufgebaut und ist auch heute noch dort aktiv.

Eine lange und beeindruckende Liste, die einen spüren lässt, wie sehr Frau Kern ihre Ehrenämter zur Lebensaufgabe geworden ist. Es ist wirklich beeindruckend, was sie alles für das Gemeinwohl geleistet hat.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Helga Kern durch Staatsministerin Melanie Huml

Rosa Komander

Rosa Komander hat sich durch besondere Fürsorge gegenüber ihrer Familie ausgezeichnet. Seit 2010 pflegt sie ihren Ehemann Hubert in liebevoller und aufopferungsvoller Weise zu Hause.

Ihr Ehemann sitzt seit 2010 im Rollstuhl – Folge einer Oberarmgelenk-OP, bei der er die Narkose nicht verkraftet hat. Seitdem ist er rund um die Uhr auf Hilfe angewiesen. Im Laufe der Jahre hat sich sein gesundheitlicher Zustand verschlechtert. Auch an Demenz leidet er mittlerweile. Doch Frau Komander hat nie mit ihrem gemeinsamen Schicksal gehadert, sondern es als Lebensaufgabe angenommen.

Es war ihr unbedingter Wille, ihrem Ehemann die Vertrautheit und das Gefühl der Nähe im eigenen Heim spüren zu lassen. Fürsorglich ist sie Tag und Nacht für ihn da. Einen Angehörigen zu pflegen ist eine Aufgabe, die nicht nur körperliche Kraft kostet, sondern auch mit vielen Entbehrungen verbunden ist.

Außenstehende können sich nur vorstellen, wieviel Motivation und Kraft Frau Komander für die Betreuung und Pflege ihres Ehemannes jeden Tag aufs Neue aufwenden muss. Und das schon so viele Jahre lang.

Es ist beachtlich, dass Frau Komander das in ihrem hohen Alter alles so gut meistert.

Ihre Zuverlässigkeit, vor allem aber ihre liebevolle Art, trägt dazu bei, dass ihr Ehemann seine schwere Situation leichter ertragen kann.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Rosa Komander durch Staatsministerin Melanie Huml

Bärbl Luthardt

Bärbl Luthardt engagiert sich mit sehr viel Herzblut für Menschen mit Multipler Sklerose, kurz MS. Seit 26 Jahren leitet sie die Multiple Sklerose Selbsthilfegruppe Lichtenfels, die sie auch mit aufgebaut hat.

Ihre Gruppentreffen finden einmal im Monat im Mehrgenerationenhaus in Michelau statt. Derzeit zählt die Gruppe 18 Frauen und Männer.

Durch die regelmäßigen Treffen fördert Frau Luthardt den Erfahrungsaustausch unter den Erkrankten, aber auch den Kontakt zwischen den Angehörigen. Das macht allen Beteiligten Mut, die Herausforderung der Krankheit anzunehmen und sich vor allem gegenseitig zu unterstützen.

Ihre Gruppe zeichnet sich vor allem durch den guten Zusammenhalt und die gegenseitige Hilfsbereitschaft aus. Bei Frau Luthardt herrscht einfach eine herzliche Atmosphäre und jeder hat ein offenes Ohr für den anderen.

Besonders wichtig ist ihr auch, über die regelmäßigen Gruppentreffen hinaus, gemeinsame Tagesausflüge zu unternehmen. Tagesausflüge, die Frau Luthardt organisiert. Auch viele Menschen mit einem Rollstuhl können daran teilnehmen, da sie mit einem speziellen Bus befördert werden.

Außerdem trifft sich die Gruppe zu Faschingsnachmittagen, Oster- und Adventsfeiern und zu Bastelnachmittagen. Die Geselligkeit kommt bei Frau Luthardt auf jeden Fall nicht zu kurz.

Des Weiteren engagiert sie sich im Besuchsdienst im Wohn- und Pflegheim „Am Weidengarten“ in Lichtenfels. Auch hat sie 30 Jahre lang ehrenamtlich eine ältere Dame betreut.

Man merkt es Frau Luthardt an, dass ihr gesamtes Handeln darauf abzielt, anderen Menschen zur Seite zu stehen und dazu beizutragen, ihnen den Alltag leichter und angenehmer zu machen. Auf sie ist einfach Verlass.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019, Bärbl Luthardt durch Staatsministerin Melanie Huml

Uwe Rendigs

Uwe Rendigs herausragendes Engagement gilt krebskranken Kindern. Seit 2010 ist er Vorsitzender der Stiftung für krebskranke Kinder Coburg.

Schon zu häufig hat er erlebt, welche gravierenden Auswirkungen die Krebserkrankung eines Kindes für das gesamte familiäre Umfeld haben kann. Daher ist es ihm zu einer Herzensangelegenheit geworden, krebskranke Kinder und ihre Eltern zu unterstützen. Herr Rendigs fördert mit seiner Stiftung Projekte, die das Ziel haben, Heilungschancen, Behandlungsmethoden und die Lebensqualität von krebskranken Kindern zu verbessern.

Über die Jahre hinweg hat unermüdlich ein funktionierendes Netzwerk aufgebaut. Herr Rendigs arbeitet eng mit Banken, mit psychosozialen Betreuungsstellen, mit Kliniken und mit Krankenkassen zusammen. Auch bei Arbeitgebern setzt er sich für Lösungen ein, die der individuellen Situation der betroffenen Familien bestmöglich gerecht werden. So viel Einsatz ist alles andere als selbstverständlich!

Erfreulicherweise ist seine Stiftung auch über die Region Coburg hinaus helfend tätig. Zum Beispiel in den Landkreisen Lichtenfels, Kronach und Haßberge.

Mit den Kliniken Erlangen, Würzburg und Jena hat Herr Rendigs eine besonders enge Verbindung. Seine Stiftung unterstützt die Forschungsprojekte der Kliniken mit ansehnlichen Geldbeträgen.

Außerdem betreut Herr Rendigs mit seiner empathischen und vertrauensvollen Art die zahlreichen Spenderinnen und Spender.

Sein weiteres Steckenpferde ist die Öffentlichkeitsarbeit und die Kontaktpflege mit Firmen und Institutionen.

Darüber hinaus setzt sich seine Stiftung für den Aufbau einer Knochenmarkspenderdatei sowie Fortbildungsmaßnahmen im onkologischen Bereich ein.

Herr Rendigs ist in Coburg und Umgebung als Motor der Stiftung für krebskranke Kinder Coburg bekannt und nicht mehr wegzudenken.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Uwe Rendigs durch Staatsministerin Melanie Huml

Dr. Heike Schulz

Dr. Heike Schulz ist mit ganzem Herzen und all ihrer Kraft für psychisch erkrankte Menschen da.

Im Hauptberuf waren sie für lange Jahre Leiterin des Sozialpsychiatrischen Dienstes der Diakonie Bayreuth. Durch die Inspiration einer Künstlerin ist sie auf die Idee gekommen, mit Kunst psychisch erkrankten Menschen zu helfen.

Da Frau Dr. Schulz eine Frau der Taten ist, hat sie ihre Idee sogleich in ein sozialpsychiatrisches Angebot umgesetzt. So hat sie 2008 ehrenamtlich den Kreativladen „Rote Katze“ gegründet. 2016 wurde er als Verein eingetragen. Seither leitet sie den Verein für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.

Mittlerweile hat der Verein mehr als 80 Mitglieder, weitere 40 Personen unterstützen die Arbeit mit regelmäßigen Spenden.

An jedem Werktag ermöglicht Frau Dr. Schulz den Teilnehmerinnen und Teilnehmen, die Räumlichkeiten der ehemaligen Bäckerei Hübsch aufzusuchen. Sie haben die Möglichkeit, sich dort mit anderen Betroffenen zu treffen und ihre kreativen Begabungen auszuleben – oder auch erst zu entdecken oder zu entwickeln.

Das Angebot ist kostenlos. Es wird zurzeit ein bis zwei Mal pro Woche von circa sechs bis zwölf Personen wahrgenommen.

Ihre Schützlinge erleben durch die Beteiligung an Gemeinschaftsarbeiten und Ausstellungen auch außerhalb des Ateliers Wertschätzung und Anerkennung.

Von ihren Mitmenschen wird Frau Dr. Schulz vor allem aufgrund ihrer fröhlichen und verständnisvollen Art geschätzt, daneben wegen ihres Mutes, neue Wege zu gehen.

Fest steht: Ohne ihr unermüdliches und selbstloses Engagement gäbe es diese tolle und gut funktionierende Einrichtung in Bayreuth nicht.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Dr. Heike Schulz durch Staatsministerin Melanie Huml

Birgitt Stang-Farnung

Dass die Hospizarbeit für unsere Gesellschaft von besonderer Bedeutung ist, weiß Birgitt Stang-Farnung nur zu gut. Deshalb engagiert sie sich seit 1998 ehrenamtlich im Hospizverein für den Landkreis Forchheim.

Seit 21 Jahren betreut sie schwerstkranke und sterbende Menschen und kümmert sich auch um die Angehörigen. 21 Jahre ist eine sehr lange Zeit. Eine lange Zeit, in der Frau Stang-Farnung schon sehr viele schwerstkranke und sterbende Menschen bis zum Ende ihres Lebens begleitet hat.

Dank ihrer einfühlsamen Art gelingt es Frau Stang-Farnung, mit schwerstkranken Menschen über Tod und Sterben zu sprechen. Sie schafft es, in der letzten Lebensphase für sie da zu sein. Sie hört zu, ohne zu urteilen, redet und schweigt – je nachdem, wie die Situation es erfordert. Für die Betroffenen ist sie eine Kraftquelle – und ein Trost.

Liebe und Achtung gegenüber Mitmenschen kennzeichnet ihr gesamtes Engagement. Bei allem, was Frau Stang-Farnung tut, strahlt sie eine tiefere innere Ruhe und doch gleichzeitig viel Kraft und Stärke aus. Sie ist da, wenn man sie braucht – sehr oft auch spontan und kurzfristig. Sie scheut sich auch nicht vor schwierigen Situationen – sei es in der Pflegeeinrichtung oder bei den Patientinnen und Patienten daheim.

Frau Stang-Farnung hat einige Jahre als Beirätin und Schriftführerin die Geschicke des Hospizvereins mitgestaltet.

Sie ist darüber hinaus ein echtes Organisationstalent. Zum Beispiel kümmert sie sich liebevoll um den jährlich stattfindenden zweitägigen Weihnachtsbasar des Hospizvereins.

2011 hat Frau Stang-Farnung die Weiterbildung zur Kinderhospizbegleiterin absolviert und begleitet seitdem schwerstkranke Kinder und ihre Familien – eine unglaublich wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe.

Es waren viele Stunden, die sie in all den Jahren für die Hospizarbeit im Einsatz war – in einem Bereich, der auch emotional sehr anspruchsvoll ist.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Birgitt Stang-Farnung durch Staatsministerin Melanie Huml

Schwester Felicitas Weigel

Schwester Felicitas Weigel war Leiterin des Kindergartens in Hallstadt und engagiert sich ehrenamtlich für soziale Belange.

Besonders am Herzen liegen ihr kranke und alte Menschen. Aus ihrem christlichen Grundverständnis heraus hilft sie in vielfältiger Weise schnell und unbürokratisch.

Regelmäßig besucht Schwester Felicitas kranke Menschen zu Hause oder im Krankenhaus. Gerade Alleinstehenden vermittelt sie dadurch das Gefühl, nicht alleine zu sein.

Außerdem fährt sie mit ihrem Auto ältere und gehbehinderte Menschen zum Beispiel zum Arzt, ins Krankenhaus und in die Apotheke.

Für alte und kranke Menschen, die das Haus nicht mehr verlassen können, erledigt Schwester Felicitas die Einkäufe und Behördengänge. Bis vor einiger Zeit hat sie nebenbei auch noch Essen ausgeliefert.

Praktische Hilfe leistet Schwester Felicitas auch beim Ausfüllen von Formularen und in allen möglichen schwierigen Lebenslagen.

Die von ihr betreuten Menschen schätzen es sehr, dass sie sich Zeit für sie nimmt – dass sie ihnen zuhört, sich mit ihnen unterhält und vielleicht auch mal einen guten Ratschlag gibt.

Außerdem hilft Schwester Felicitas Menschen bei der Wohnungssuche in Hallstadt und in Bamberg und sie engagiert sich mit tätiger Nächstenliebe für Asylbewerberinnen und Asylbewerber.

Seit Jahrzehnten schenkt sie im Stillen und von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen ihre Zeit und ihre Kraft, um ihren Mitmenschen zu helfen.

In ihrer Heimatstadt Hallstadt weiß man allerdings genau, wer im Hintergrund die Fäden in der Hand hat. Auf jeden Fall ist ihr gesamtes Handeln geprägt von Respekt, Mitgefühl und Liebe zu den Menschen.

Verleihung Weißer Engel Oberfranken Selb am 12.09.2019 an Schwester Felicitas Weigel durch Staatsministerin Melanie Huml