Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Oberpfalz

Am 19. Juli 2018 hat Staatsministerin Melanie Huml in der Oberpfalz den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Hochauflösende Bilder sowie ein Gruppenbild der Veranstaltung können Sie sich aus unserem Cloudservice herunterladen. Schreiben Sie uns eine E-Mail an: download@stmgp.bayern.de, dann erhalten Sie die Zugangsdaten zu unserem Cloudservice.

Cäzilia Huber-Mendl

Cäzilia Huber-Mendl ist äußerst engagiert und rührig in der Seniorenarbeit tätig. Bereits seit dem Jahr 2005 ist sie Vorsitzende der Arbeiterwohlfahrt (AWO) im Ortsverband Hemau. Ein Jahr später wurde sie zusätzlich Ausschussmitglied im AWO-Kreisverband. Diese beiden Ehrenämter führt Frau Huber-Mendl bis heute mit großem Interesse und Engagement aus.

Frau Huber-Mendl hat im Lauf der Jahre viele Projekte ins Leben gerufen. Außerdem kümmert sie sich liebevoll um die Bewohnerinnen und Bewohner des AWO-Seniorenheims in Hemau. Fast täglich ist sie dort präsent. Sie erledigt Einkäufe für die Bewohnerinnen und Bewohner und organisiert Seniorennachmittage, Ausflüge und andere Veranstaltungen.

Außerdem gestaltet Frau Huber-Mendl die Gottesdienste und Andachten mit. Sie ist sehr bemüht, den älteren Menschen so viel Abwechslung wie möglich zu bieten. Man spürt richtig, dass ihr das Wohlbefinden der Bewohnerinnen und Bewohner am Herzen liegt. Der Alltag im Seniorenheim kann an manchen Tagen sehr zäh verlaufen. Dem wirkt sie mit ihrem Engagement entgegen.

Auch die bereits verstorbenen Seniorinnen und Senioren vergisst sie nicht. Deshalb pflegt sie zusätzlich noch vier städtische Gräber ehemaliger Bewohnerinnen und Bewohner. Außerdem hat sie ein Hochbeet angelegt, um das sie sich regelmäßig kümmert.

Für das Seniorenheim ist Frau Huber-Mendl außerdem als Vertreterin beim AWO-Kreisverband in den Frühjahrs- und Herbst-Landesversammlungen aktiv.

Inge Köglmeier

Für Inge Köglmeier ist es eine Herzensangelegenheit, Menschen zu helfen. Daher engagiert sie sich gleich auf mehreren Feldern ehrenamtlich:

Mit viel Empathie begleitet Frau Köglmeier seit 2007 sterbende und schwerstkranke Menschen im Hospiz-Verein Regensburg. Sie versteht es, den Betroffenen in der schweren Zeit beizustehen und ihnen das Gefühl zu geben, nicht allein zu sein.

Im Jahr 2009 hat Frau Köglmeier an der Ausbildung zur Trauerbegleiterin des Katholischen Frauenbundes teilgenommen. Seitdem begleitet sie zusätzlich zu den kranken und sterbenden Menschen auch noch deren Angehörige. Dank ihrer einfühlsamen und zuverlässigen Art ist sie auch für die Angehörigen eine große Entlastung und Kraftquelle.

Im Rahmen des Hospizvereins Regensburg bietet sie sogenannte Trauergesprächskreise, offene Trauertreffs und das Trauercafé mit an.

Das ist aber noch nicht alles. Seit 2011 übernimmt Frau Köglmeier an den Abenden und Wochenenden für den Hospizverein die Rufbereitschaft auf dem Handy. Sie ist die erste Ansprechpartnerin für die Betroffenen, Angehörigen und Pflegekräfte. Mit großer Sorgfalt und dem richtigen Gespür für die Situation entscheidet sie, an wen sie die Anfragen jeweils weiterleitet.

Außerdem unterstützt Frau Köglmeier den Verein tatkräftig bei Trödelmärkten, Infoständen und Festen.

Neben ihrer Tätigkeit im Hospizverein ist Frau Köglmeier auch noch als Seniorenbeauftragte der Stadt Neutraubling und als Seniorenbetreuerin aktiv. Auch im ehrenamtlichen Krankenhausbesuchsdienst der Pfarrei Neutraubling ist sie höchst engagiert.

Erika Meilinger

Erika Meilinger gehört bereits seit 1990 zu den fleißigen ehrenamtlichen Besuchsdienst-Damen der Seniorenresidenz „Pro Seniore“ in Wörth an der Donau. Zwei- bis dreimal wöchentlich besucht sie die Bewohnerinnen und Bewohner. Sie verteilt Schokolade, muntert die Menschen auf, hört zu und unterhält sich mit ihnen. Die Menschen freuen sich immer wieder, sie zu sehen.

Auch um die Probleme der älteren Menschen kümmert sich Frau Meilinger liebevoll. Wenn ihnen etwas auf dem Herzen liegt, spricht sie bei Bedarf mit der Heimleitung, um gemeinsam eine Lösung zu finden.

Außerdem war Frau Meilinger rund vier Jahre ehrenamtlich im Heimbeirat aktiv. Durch den Heimbeirat haben die Bewohnerinnen und Bewohner die Möglichkeit, in Angelegenheiten des Heimbetriebs mitzuwirken. So konnten die älteren Menschen bei der Heimordnung, dem Verpflegungsangebot und der Freizeitgestaltung ihre Vorstellungen einbringen.

Seit dem Jahr 2000 wirkt Frau Meilinger bei der Gestaltung der Gottesdienste in der Seniorenresidenz mit. Alle zwei Wochen findet dort ein Gottesdienst statt, an dem alle Bewohnerinnen und Bewohner sowie Gäste teilnehmen dürfen. Hoch motiviert verteilt sie das Gotteslob zum Mitsingen, liest die Fürbitten vor, kümmert sich um das Messgewand des Priesters und räumt am Ende alles wieder auf. Außerdem pflegt sie in vorbildlicher Weise die Schlosskirche, in der im Sommer die Gottesdienste stattfinden.

Robert Nießlbeck

Robert Nießlbeck hat sich 17 Jahre lang liebevoll um seine an Demenz erkrankte Ehefrau Kunigunde gekümmert und sie zuhause gepflegt. Die Demenzerkrankung hat im Jahr 2001 begonnen, als Kunigunde 65 Jahre alt war. Ihr gesundheitlicher und geistiger Zustand hat sich im Lauf der Jahre zunehmend verschlechtert. Knapp zehn Jahren lang war sie vollständig auf seine Hilfe angewiesen, bis sie im Mai 2018 verstarb.

Für Robert Nießlbeck war es als Ehemann keine Frage, diese fordernde und verantwortungsvolle Aufgabe zu übernehmen und für seine Ehefrau da zu sein. Er hat die häusliche Pflege komplett alleine bewältigt und auf einen professionellen Pflegedienst verzichtet. 24 Stunden täglich, rund um die Uhr, hat er sich liebevoll um seine Frau gekümmert. Er hat seine eigenen Interessen zurückgestellt, um sich voll und ganz auf die Pflege zu konzentrieren. Seine Frau hat all seine Zeit, Kraft und Aufmerksamkeit bekommen. Nur einmal im Jahr hat er sich Zeit für einen kleinen Urlaub gegönnt.

Um mit seiner Frau noch Ausflüge unternehmen zu können, hat sich Herr Nießlbeck trotz seines hohen Alters ein Fahrrad mit Motorantrieb angeschafft. Diese gemeinsamen Spritztouren haben seiner Frau sicherlich große Freude gemacht.

Anna Maria Pollinger

Anna Maria Pollinger übernimmt seit dem Jahr 2010 ehrenamtlich die Sterbebegleitung im Phönix Haus Parsberg und für die Menschen in ihrem Umfeld. Sie ist hauptberuflich als Pflegehelferin im Phönix Haus tätig. Anfang des Jahres 2017 hat sie sogar ihre Arbeitszeit dort reduziert, um noch mehr Zeit für ihr Engagement in der Sterbebegleitung zu haben.

Tag und Nacht ist Frau Pollinger verlässlich für die schwerstkranken und sterbenden Menschen da. Auch an ihren freien Tagen sieht sie es als selbstverständlich an, für ihre Schützlinge zur Verfügung zu stehen. Aber nicht nur die Betroffenen liegen ihr sehr am Herzen, sondern auch die trauernden Angehörigen.

Das Thema Sterbebegleitung zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben. Wo immer es nötig ist, bietet sie ihre Hilfe und Unterstützung an. Egal ob es sich um die Angehörigen einer Mitarbeiterin handelt oder um ihre eigenen Bekannten: Frau Pollinger ist immer für die Menschen da, wenn ein Sterbefall vorherzusehen ist.

Frau Pollinger besitzt außerdem die besondere Gabe, zerstrittene Familien wieder zusammenzuführen. Schon oft hat sie schwierige Familiensituationen erlebt, in denen die Eltern und Kinder keinen Kontakt mehr miteinander hatten. Durch ihre liebevolle Art und die Einbindung der Angehörigen in den Sterbeprozess hat sie die Menschen wieder zusammen gebracht. Was für ein Geschenk, wenn in der letzten Lebensphase Versöhnung geschieht und jemand in Frieden sterben kann.

Frau Pollinger ist auch die Zeit nach der Bestattung ganz wichtig. Einmal pro Quartal führt sie mit einer Kollegin aus dem Hospizverein einen Gedenknachmittag für die Verstorbenen durch. Dieses letzte Abschiednehmen ist sowohl für die Angehörigen als auch für sie selbst stets ein wichtiger Tag.

Rita Reiter

Rita Reiter weiß, dass die Hospizarbeit für unsere Gesellschaft von unschätzbarem Wert ist. Daher engagiert sie sich seit über zehn Jahren für die Hospizinitiative der Caritas Sozialstation Nittenau-Bruck. Mit viel Herz steht sie den schwerstkranken und sterbenden Menschen auf ihrem letzten Lebensweg bei. Sie spricht mit ihnen, hört zu oder ist im Stillen präsent – je nachdem, wie die Situation es erfordert. Sowohl für die Betroffenen, als auch für die Angehörigen ist sie damit äußerst hilfreich und wohltuend.

Auch die weiteren Hospizkoordinatorinnen wissen Frau Reiters Unterstützung sehr zu schätzen. Durch ihre langjährige Erfahrung und durch mehrere Lehrgänge im Hospizbereich ist sie eine kompetente Entlastung für das Personal.

In Oberviechtach gibt es jedes Jahr einen offenen Gottesdienst für die Trauernden und Hinterbliebenen. Diesen Gottesdienst organisiert und gestaltet Frau Reiter tatkräftig mit. Auch die musikalische Leitung und die feinfühlige Auswahl der Texte übernimmt sie.

Des Weiteren ist Frau Reiter auch in ihrer Gemeinde Niedermurach eine sehr engagierte Person. Seit August 2015 ist sie dort als Seniorenbeauftragte tätig und organisiert unter anderem die Seniorentreffs.

Außerdem war Frau Reiter jahrelang im Pfarrgemeinderat aktiv. Obwohl sie diese Tätigkeit derzeit niedergelegt hat, veranstaltet sie trotzdem die dortigen Maiandachten mit, bastelt Kerzen für Beerdigungen und singt im Kirchenchor.

Brigitta Schöner

Brigitta Schöner engagiert sich seit vielen Jahren in vorbildlicher Weise für krebskranke Frauen. Seit dem Jahr 2004 ist sie Mitglied des Fördervereins Frauengesundheit Oberpfalz in Amberg. Bereits fünf Jahre später hat sie den Vorsitz des Fördervereins übernommen. Seitdem ist sie unermüdlich im Einsatz. Der Verein hat das Ziel, mit alternativen Behandlungen die Lebensqualität der Krebspatientinnen zu steigern.

Gleichzeitig leitet Frau Schöner seit vielen Jahren die Selbsthilfegruppe „Von Frau zu Frau“, die der Bayerischen Krebsgesellschaft angeschlossen ist. Die Gruppe betreut Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind. Durch die Gruppe können diese Frauen Kontakte knüpfen und praktische Erfahrungen austauschen.

Frau Schöner hat stets ein offenes Ohr für die Betroffenen. Wenn die einmal eine schlechte Phase haben, dann ist sie für sie da, ermutigt die Frauen und gibt ihnen wieder Kraft.

Durch Frau Schöners Engagement hat sie dazu beigetragen, dass Projekte wie beispielsweise das „Offene Atelier für Frauen mit Krebs“ umgesetzt werden konnten. Das Projekt findet zweimal wöchentlich gemeinsam mit der Kunsttherapeutin Michaela Peter statt. Die kreative Therapie erleichtert es Betroffenen, sich zu öffnen und ihre Gefühle auszudrücken. Das Angebot kommt bei den Patientinnen sehr gut an, deshalb arbeitet das Klinikum St. Marien Amberg seit mehr als sieben Jahren mit der Kunsttherapeutin und ihrem Förderverein zusammen.

Außerdem ist Frau Schöner regelmäßig im Klinikum St. Marien Amberg anwesend, um mit anderen Betroffenen zu sprechen. Sie hilft den Menschen sehr, ihre Erkrankung anzunehmen und sie zu vielleicht sogar zu überwinden.

Ehepaar Lydia und Hermann Simml

Lydia und Hermann Simml sind beide ein Vorbild durch ihre unerschütterliche Liebe und Aufopferungsbereitschaft. Seit dem Jahr 1983 – also seit über 30 Jahren – pflegen sie durchgehend ihren Sohn Markus. Markus ist seit einem Motorradunfall schwerstbehindert und auf jegliche Hilfe im Alltag angewiesen.

Das Ehepaar hat ohne zu zögern seine eigenen Interessen und Wünsche zurückgestellt, um ihrem Sohn ein Leben in der vertrauten Umgebung zu ermöglichen. Es ist bewundernswert, wie sie auf ihre persönliche Freizeit verzichten, um für ihr Kind da zu sein.

Die Pflege ihres Sohnes umfasst alle gewöhnlichen Verrichtungen des Alltags. Das Ehepaar Simml kümmert sich rund um die Uhr um Markus, Tag und Nacht. Liebevoll unterstützen sie ihn und sind immer für ihn da. Einen Pflegedienst nehmen sie bis heute nicht in Anspruch.

Ihre Leistung ist auch deshalb so beachtlich, weil sie beide bereits das achtzigste Lebensjahr überschritten haben und Frau Simml selbst unter gesundheitlichen Beeinträchtigungen leidet. Neben der Sorge für Markus hat das Ehepaar noch sechs weitere Kinder großgezogen.

Monika Wilzek

Monika Wilzek spendet Trost, wo keine Heilung mehr in Sicht ist. Seit mittlerweile über 17 Jahren ist sie für den ambulanten Hospizdienst Weiden-Neustadt ehrenamtlich tätig. Sie vermittelt den Sterbenden und Schwerstkranken ihre Nähe und Aufmerksamkeit. Die Menschen vertrauen sich ihr gerne an.

Im Hospizverein wird Frau Wilzek als wichtige Ansprechpartnerin für komplexe Fragen und Probleme gesehen. Die Betroffenen kommen gerne mit ihren Anliegen zu ihr, weil sie keine noch so herausfordernde Situation scheut. Es tut den Betroffenen einfach gut, in einer solch schwierigen Lebensphase eine starke Person an der Seite zu haben.

Im Hospizbereich braucht man sehr viel Feingefühl und Empathie. Und genau diese beiden Eigenschaften zeichnen Frau Wilzek aus.