Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Oberpfalz

Am 30. November 2015 hat Staatsministerin Melanie Huml in der Oberpfalz den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Marianne Dietl

Marianne Dietl hat sich als eine überaus verdiente Kraft des ambulanten Hospizdienstes des Caritasverbandes im Landkreis Tirschenreuth erwiesen. Bereits im Jahr 2002 nahm sie am ersten Vorbereitungskurs der Caritas für Hospizbegleiter teil. Seitdem arbeitet sie überaus engagiert, mit großem Elan, viel Empathie und Fingerspitzengefühl im ambulanten Hospizdienst mit. Sie übernahm seit Beginn der praktischen Einsätze 2002 zahlreiche Begleitungen am Sterbebett. In vielen Fällen ergaben sich längere Beziehungen, die oftmals über die eigentlichen Begleitungen andauerten und die für die Angehörigen außerordentlich hilfreich zur Verarbeitung des Erlebten waren.

Ein besonderes Geschick stellte Frau Dietl unter Beweis, als es darum ging, die Arbeit der ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen zu koordinieren, deren Tätigkeit nach außen darzustellen und auch immer wieder dafür zu sorgen, dass entsprechende Spendenmittel zur Finanzierung der Sachkosten zur Verfügung stehen. Frau Dietl übernahm im Herbst 2008 das Amt einer ehrenamtlichen Einsatzleiterin und Gruppenleiterin. Das Amt übt sie immer noch mit beispielhaftem Einsatz und viel Herzblut aus. Bezeichnend für ihre persönliche Bescheidenheit ist ihre Sichtweise, dass sie die Auszeichnung stellvertretend für alle ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen entgegen nimmt.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Marianne Dietl am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Carola Dirschka

Carola Dirschka gründete im November 2004 neben ihrer Beschäftigung als Altenpflegerin das „SeniorenNetzwerk Kümmersbruck“ und ist seit Beginn 1. Vorsitzende des Vereins. Inzwischen ist die Zahl der Mitglieder auf rund 100 Personen angewachsen und es konnten bislang mehr als 200 erfolgreiche Veranstaltungen durchgeführt werden. Die Vorträge und Referenten werden von Frau Dirschka ausgesucht und engagiert. Die Angebote von Informationen über Ernährung, Bankgeschäfte und barrierefreies Wohnen bis hin zu Rheumavorträgen und Demenzforen werden dankbar angenommen.

Frau Dirschka leistet auch direkt Hilfe in betroffenen Familien. Regelmäßig geht sie für ältere Menschen einkaufen, pflegt Bettlägerige und erledigt mit hilfsbedürftigen Menschen Arztbesuche. Sie organisiert das jährliche Landkreis-Demenzforum in den verschiedenen Gemeinden, setzt sich seit vielen Jahren für Menschen mit Demenz ein und hilft persönlich und mit großem Einsatz Angehörigen bei der Pflege. Darüber hinaus gibt sie telefonische Beratung, wenn es um das Thema „Pflegestufe“ geht. Frau Dirschka hat stets ein offenes Ohr für die Anliegen und Probleme kranker und hilfloser Menschen sowie deren Angehöriger und gilt als äußerst hartnäckig, wenn sie für Senioren etwas erreichen will.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Carola Dirschka am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Lieselotte Käss

Lieselotte Käss trat im Juli 2005 dem Hospizverein Stadt und Landkreis Schwandorf e. V. bei, der es sich zum Ziel gemacht hat, Schwerstkranke, Sterbende und trauernde Angehörige zu begleiten.

Seit 2008 ist Frau Käss Hospiz- und Trauerbegleiterin. Sie leitet Gesprächskreise und bietet ihre Hilfe in Einzelgesprächen mit Betroffenen und Angehörigen an. Als Beisitzerin ist sie ebenfalls Vorstandsmitglied im Verein. Frau Käss übt die schwere Aufgabe der Hospizbegleitung mit großem und einfühlsamen Engagement aus.

Auf Frau Kräss ist stets Verlass. Ihre Arbeit ist geprägt von Nächstenliebe und Menschenfreundlichkeit. Außerdem kümmert sie sich liebevoll um die Pflege ihres Ehemannes, den sie vor kurzem aus dem Pflegeheim geholt hat, um ihm wieder ein Leben zu Hause in familiärer Umgebung zu ermöglichen.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Lieselotte Käss am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Angela Krüger

Angela Krüger ist Gründungsmitglied des Hospizvereins Stadt und Landkreis Schwandorf e. V., der im Jahr 2004 gegründet wurde. Seit 2006 ist sie ehrenamtliche Hospizbegleiterin. Ihr ist es ein großes Anliegen, immer auf dem neusten Stand zu bleiben, weshalb sie regelmäßig an Fortbildungen teilnimmt.

Frau Krüger gilt als äußerst engagiert und zuverlässig, Nächstenliebe und ausgeprägte Menschenfreundlichkeit zeichnen sie aus. Als Schriftführerin ist Frau Krüger außerdem Mitglied der Vorstandschaft des Vereins.

Seit 15 Jahren leitet sie zudem die „Selbsthilfegruppe Krebs“ in Schwandorf. Außerdem engagiert sie sich seit fünf Jahren ehrenamtlich in der Bücherei des Marktes Schwarzenfeld und in der Kirchenverwaltung in Schwarzenfeld.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Angela Krüger am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Anna Merchant

Anna Merchant (bei der Verleihung wurde Frau Merchant aufgrund einer Erkrankung vertreten durch Wolfang Hiemer, Heimleiter des Caritas Altenheims in Amberg) ist seit über sieben Jahren im Caritas-Altenheim Marienheim Amberg ehrenamtlich tätig. Sie lernte die Einrichtung durch eine kurzfristige Anstellung im Marienheim im Jahr 2007 kennen. Sofort erkannte sie, dass gerade schwerstpflegebedürftige, demenzkranke Menschen, die sich nicht mehr mit Worten äußern können, besonders viel Zuwendung bedürfen – weit über das Zeitkontingent hinaus, das den hauptamtlichen Mitarbeitern zur Verfügung steht.

Fast täglich kommt sie in den Abendstunden ins Haus und leistet bei Schwerstkranken Hilfestellung beim Abendessen und bei der sozialen Betreuung. Ihre ruhige Art und ihr liebevoller Umgang wirken sich positiv auf die Stimmung unruhiger alter Menschen aus, die oftmals auch psychisch erkrankt sind.

Mit großer Geduld übernimmt Frau Merchant Arbeiten, die unangenehm aber dringend notwendig sind – wie z. B. Hilfe bei der Nahrungsaufnahme oder die Betreuung hochgradig dementer Bewohner, die beispielsweise um sich schlagen. Trotz ihrer stillen und bescheidenen Art ist ihre Arbeit im Haus deutlich spürbar: Bewohner und Mitarbeiter möchten den „guten Geist“ des Hauses nicht mehr missen.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Anna Merchant am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel". Bei der Verleihung wurde Frau Merchant aufgrund einer Erkrankung vertreten durch Herrn Wolfang Hiemer, Heimleiter des Caritas Altenheims in Amberg.

Ingeborg Mück

Ingeborg Mück hat 1995 den Hospizdienst im Landkreis Cham mit gegründet. Der Caritasverband Cham hat dafür die Trägerschaft übernommen. Frau Mück war an der Ausbildung der ersten Hospizhelfer beteiligt und hat viele Sterbebegleitungen durchgeführt. Durch ihre einfühlsame Art und ihr großes pflegerisches Wissen war sie vielen Sterbenden Trost und Hilfe. Auch für die Angehörigen war ihre Begleitung stets eine große Unterstützung.

Ab dem Jahr 2000 hat sie sich verstärkt der Trauerbegleitung gewidmet. Mit einem Team hat sie Gruppen für Trauernde geleitet und viele Menschen auf diesem schweren Weg begleitet. 2013 hat sich Frau Mück aus der aktiven Mitarbeit im Hospizdienst und der Trauerbegleitung verabschiedet, was aber längst nicht das Ende ihres Engagements bedeutete.

Sie ist weiterhin Ansprechpartnerin für die ehrenamtlichen Mitarbeiter und steht für telefonische Trauerbegleitung zur Verfügung. Zusätzlich war Frau Mück über 30 Jahre lang im Kreisverband Cham des Bayerischen Roten Kreuzes aktiv, selbstverständlich ehrenamtlich.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Ingeborg Mück am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Viktoria Niedermüller

Viktoria Niedermüller ist seit 2002 ehrenamtlich im Besuchsdienst tätig. Seit 2007 engagiert sie sich dort als Teamleitung. Sie übernimmt selbst Besuchsdienste bei älteren Menschen, steht aber auch als Ansprechpartnerin für die Teammitglieder zur Verfügung und koordiniert die Anfragen. Der Besuchsdienst ist ein wichtiges ehrenamtliches Angebot im Rahmen von „ReNeNa – Regensburgs netten Nachbarn“.

Mit dem Besuchsdienst unterstützt Frau Niedermüller ältere Menschen dabei, so lange wie möglich in den eigenen vier Wänden zu bleiben. Der Besuchsdienst ist eine ausgezeichnete Möglichkeit, die Teilhabe älterer Menschen zu gewährleisten, wenn diese nicht mehr mobil genug sind, um ihre Wohnung zu verlassen.

Zusätzlich leitete Frau Niedermüller von 2003 bis 2012 das „Café Vergissmeinnicht“ für Demenzkranke und deren Angehörige.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Viktoria Niedermüller am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Gerd Schmücker

Gerd Schmücker ist seit vielen Jahren in der Suchthilfe aktiv und auf Grund seines ehrenamtlichen Engagements allseits geschätzt. Zwischen 1987 und 1998 war er im Kreuzbund e.V. aktiv und baute eine neue Gruppe auf. 2001 absolvierte Herr Schmücker die Weiterbildung zum Senior Trainer im Bundesmodellprojekt „Erfahrungswissen für Initiativen – EFI“. Seitdem ist er im Seniorenbüro der Stadt Regensburg verantwortlich für die Weiterbildung von ehrenamtlichen Helfern. Er ist Sprecher des EFI Kompetenzteams und kommissarischer Leiter des neuen Regensburger Netzwerkes Ostbayern EFI.

2002 initiierte er das Projekt „Suchtproblem im Alter“ im Seniorenbüro der Stadt Regensburg. Sein Durchhaltevermögen führte 2013 schließlich zu einer befristeten Projektstelle bei der Caritas-Fachambulanz für Suchtprobleme in Regensburg. Neben der dort angestellten hauptamtlichen Fachkraft sind Herr Schmücker und sein Helferteam weiterhin ehrenamtliche, tragende Kräfte in diesem Projekt. 2008 wurde er aktiv beim Aufbau einer neuen Selbsthilfegruppe „DALI Polytox“ und der Gründung eines Vereins. Seit 2013 engagiert sich Herr Schmücker im Arbeitskreis „Gesundheit im Alter“ des Gesundheitsamtes Regensburg. Auch hier versucht er immer wieder für das Thema Sucht im Alter zu sensibilisieren.

Zudem liegt ihm die Präventionsarbeit mit Schülern am Herzen. Mit seiner Unterstützung wurde das nachhaltige Projekt für Schulen „Suchtgedächtnis“ entwickelt und durchgeführt. Die hervorstechenden Eigenschaften von Herrn Schmücker sind seine Bescheidenheit, seine Hilfsbereitschaft und sein Durchhaltevermögen.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Gerd Schmücker am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Ferdinand Schwarzfischer

Ferdinand Schwarzfischer hat seit 2003 die schwierige Aufgabe der Leitung des Hospizdienstes der Caritas im Landkreis Cham inne. Als Einsatzleiter nimmt er die Anrufe und Anfragen zur Sterbebegleitung entgegen und übernimmt in der Regel den Erstbesuch bei Patienten und Angehörigen. Gemeinsam mit Ihnen wird der Bedarf ermittelt und ehrenamtliche Mitarbeiter des Hospizdienstes vermittelt.

Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig und hält Kontakt zu den Organisationen, z. B. dem Bayerischen Hospiz- und Palliativverband. Er bereitet die monatlichen Treffen der Hospizgruppe vor (Fortbildungen, gemeinsame Aktionen) und hält den Kontakt zu den Hospizhelfern.

Außerdem organisiert Herr Schwarzfischer die Ausbildung für neue Hospizmitarbeiter. In der Regel finden alle zwei Jahre neue Hospizhelferkurse statt. Mittlerweile wurden, dank Herrn Schwarzfischers unermüdlichem Engagement, bis zu 100 Hospizhelfer ausgebildet.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Ferdinand Schwarzfischer am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".

Reinhard Wührl

Reinhard Wührl ist ein verdientes Mitglied des Suchtarbeitskreises Regensburg, in dem er sich seit 2001 aktiv in der Arbeitsgruppe „Sucht und Arbeit“ engagiert. Er ist dort auch Vertreter des Plenums in der Untergruppe „Planungs- und Koordinierungsausschuss“. Auch in den Suchtarbeitskreis des Landkreises Tirschenreuth bringt er sich seit 2008 äußerst engagiert ein.

Seit 2012 ist er außerdem Mitglied der Arbeitsgruppe Prävention und kümmert sich dort um gemeinsame Präventionsveranstaltungen in Schulen und Betrieben und um die Öffentlichkeitsarbeit. Schlagzeilen wie „Koma-Trinken“ oder „Feiern, bis der Arzt kommt“ sind für ihn ein Anlass, entschlossen gegen das Suchtpotential vorzugehen. Im Jahr 2000 absolvierte er eine Ausbildung zum betrieblichen Suchthelfer und übt diese Funktion seit 2001 bei der Schott AG in Mitterteich aus. 2001 übernahm er auch die Leitung der Ortsgruppe Waldsassen der Anonymen Alkoholiker und arbeitet in der Gemeinschaft von Suchtkranken an Problemlösungen.

Besondere Bedeutung haben für Herrn Wührl Präventionsveranstaltungen in Schulen in Zusammenarbeit mit den Jugendsozialarbeitern auch außerhalb des Landkreises sowie regelmäßige Besuche auf der Entgiftungsstation des Bezirkskrankenhauses Wöllershof.

Staatsministerin Melanie Huml verlieh Reinhard Wührl am 30. November 2015 die Auszeichnung "Weißer Engel".