Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Schwaben

Am 11. Juli 2016 hat Staatsministerin Melanie Huml in Schwaben den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Gerda Luise Beck

Im Jahr 1985 hat Gerda Luise Beck die „Diabetiker-Selbsthilfegruppe Nördlingen“ gegründet. Und seitdem leitet sie diese Gruppe als Vorsitzende mit ausgesprochenem Engagement. Diabetiker aus der Region erhalten dort umfassende Unterstützung bei der Bewältigung ihrer chronischen Erkrankung.

Wer mit ihr zu tun hat, schätzt ihr munteres, herzliches Wesen. Und dass sie so einfallsreich ist, wenn es darum geht, Diabetiker zu unterstützen und ihnen trotz der Krankheit ein erfülltes Leben zu ermöglichen.

Gerda Luise Beck organisiert und leitet nicht nur die monatlichen Gruppentreffen im „Hotel am Ring“, sondern auch

  • Fachvorträge zu aktuellen medizinischen Themen,
  • Kochkurse mit Anleitung zur gesunden Ernährung, und
  • Erste-Hilfe-Kurse mit wichtigem Wissen zum Verhalten in Notfällen.

Außerdem bot Gerda Luise Beck über Jahre Walking-Kurse und Wanderungen an und motivierte so zu mehr Bewegung.

Sie nahm regelmäßig mit einer Gruppe am Nördlinger Stadtlauf teil und hat 2012 den erfreulichen 1. Platz in der Kategorie „Sportlichste Hobbymanschaft“ erzielt.

Daniela Boecker-Franz

Seit über 15 Jahren ist Daniela Boecker-Franz ehrenamtlich im Verein „Hospiz-Gruppe Albatros Augsburg“ tätig und überwiegend in den Intensivstationen des Klinikums Augsburg im Einsatz.

Bei regelmäßigen Besuchsdiensten trifft sie schwerstkranke Patienten und ihre Angehörigen. Sie bietet ihnen in Krisensituationen Unterstützung und Beistand an. Zum Beispiel nach einem schweren Unfall, bei einer plötzlichen schweren Erkrankung oder nach einem Suizidversuch.

Mit einfühlsamen Gesprächen und unterstützenden Maßnahmen ist Frau Boecker-Franz für die Angehörigen eine wichtige Ansprechpartnerin, während sich das Pflegeteam und die Ärzte um den Patienten kümmern. Auf Wunsch der Angehörigen begleitet sie auch beim letzten Abschied-Nehmen vom geliebten Familienmitglied.

Frau Boecker-Franz besitzt eine besondere Gabe, wenn es um die Ausübung der Hospiz- und Trauerbegleitung bei sogenannten „Notfalleinsätzen“ geht. Mit ihrer herzlichen Art, gepaart mit tiefem Verständnis und langjähriger Erfahrung, bewirkt sie sehr viel Gutes. Sie übt ein emotional höchst belastendes Ehrenamt aus, was ihr aber, wie sie selbst sagt, auch viel zurückgibt.

Brigitte Engelhard-Lechner

Brigitte Engelhard-Lechner hat den unschätzbaren Wert der Hospizbewegung für schwerstkranke Menschen und ihre Angehörige erkannt. Seit 1997 engagiert sie sich in der Hospizarbeit und hat unzählige Stunden ihrer Freizeit für diese verantwortungsvolle Aufgabe investiert.

Zusammen mit einigen Pionieren hat sie zunächst in Füssen eine Hospizgruppe als Zweigstelle von Kaufbeuren gegründet. Durch zahlreiche Fort- und Weiterbildungen hat Frau Engelhard-Lechner sich im Lauf der Jahre ein unschätzbares Wissen im hospizlichen Bereich angeeignet.

Außerdem hat sich Frau Engelhard-Lechner im Jahr 2003 mit viel Herzblut im Pilotprojekt „Palliativversorgung im ambulanten Bereich – ein Netz der Begleitung“ engagiert.

Von 2004 bis 2007 hat sie in der Vorstandschaft des Hospizvereins Kaufbeuren mitgearbeitet.

Schließlich hat Frau Engelhard-Lechner im Jahre 2007 beharrlich und zielstrebig den Hospizverein Südliches Ostallgäu auf den Weg gebracht. Er deckt die Betreuung Sterbender im Altlandkreis Füssen ab und zählt heute stolze 200 Mitglieder. Inzwischen konnten 20 aktive Hospizbegleiterinnen gewonnen werden, die Sie zum Teil selbst ausgebildet haben. Dem unermüdlichen Engagement von Frau Engelhard-Lechner ist es zu verdanken, dass der Hospizverein so schnell aufgebaut werden konnte und einen so guten Ruf genießt.

Elisabeth Felder

Elisabeth Felder ist in der Sterbebegleitung tätig. Seit 1994 engagiert sie sich regelmäßig ehrenamtlich als Hospizhelferin im Hospizzentrum „Haus Brög zum Engel“ in Lindau. Hier hat sie auch den stellvertretenden Vereinsvorsitz inne. Außerdem arbeiten Sie für den Hospizdienst in der Asklepios Klinik in Lindau.

Ihr gesamtes hospizliches Engagement ist gekennzeichnet von Liebe und Achtung zu ihren Mitmenschen. Als Hospizbegleiterin bringt sie die Bereitschaft mit, sich selbst und ihre eigene Lebensgeschichte zu reflektieren und sich intensiv mit dem Thema Sterben und Tod auseinanderzusetzten. Bei allen Tätigkeiten ist ihr fachliches und emotionales Interesse an der hospizlichen Arbeit zu spüren.

Frau Felder ist das Paradebeispiel einer ehrenamtlichen Hospizhelferin, weil sie für jeden ein offenes Ohr hat. Liebevoll und einfühlsam geht sie auf die Sterbenden ein und unterstützt die Angehörigen. Ihre ruhige, unaufdringliche Art tut einfach gut.

Gleichzeitig ist Frau Felder ein Organisationstalent – das stellt sie unter anderem bei ihrer Arbeit als Einsatzleitung und im Organisationsteam unter Beweis.

Adolf Huber

Adolf Huber engagiert sich seit 1997 in der Katholischen Sozialstation Günztal mit Tagespflege St. Vinzenz.

Seit der Gründung der ambulanten Tagespflege und Betreuungsstätte St. Vinzenz in Westerheim widmet er seine Zeit und Energie pflegebedürftigen Menschen. Jeden Montag von 8 Uhr bis 13 Uhr ist er da: Herr Huber wirkt bei der Essensausgabe mit, singt, bastelt und liest mit den Senioren. Spaziergänge und andere Unternehmungen stehen ebenso regelmäßig auf dem Programm.

Dabei ist es sein Ziel, die Lebensqualität dieser Menschen durch Unterstützung und Selbstbestimmung zu erhalten und zu fördern. Durch seine Betreuung entlastet Herr Huber außerdem die pflegenden Angehörigen.

Den ihm anvertrauten Menschen vermittelt er das Gefühl der Geborgenheit und bringt gemeinsam mit allen anderen Ehrenamtlichen Leben in die Tagespflegeeinrichtung. Besonders zeichnet sich Herr Huber durch seine Uneigennützigkeit aus. Für ihn ist es selbstverständlich, für andere Menschen da zu sein. Deshalb sind sein Einsatz und seine Mitarbeit aus der Einrichtung nicht mehr wegzudenken.

Adela Klemisch-Kaiser

Adela Klemisch-Kaiser ist seit über 20 Jahren im „Senioren- und Pflegeheim Evangelische Hospitalstiftung Lindau“ ehrenamtlich engagiert. Ihre Besuche sind dort gar nicht mehr wegzudenken.

Frau Klemisch-Kaiser hilft zwei- bis dreimal im Monat bei Kaffee-Nachmittagen aus. Seniorinnen und Senioren, die nicht mehr so mobil sind, holt sie von den Zimmern ab und bringen sie anschließend wieder zurück. Frau Klemisch-Kaiser versorgt sie mit Kaffee und Kuchen und bereiten ihnen einen schönen Nachmittag.

Außerdem engagiert sich Frau Klemisch-Kaiser bei Besucherfesten und hilft spontan mit, wo zupackende Hände nötig sind.

Frau Klemisch-Kaiser hat einen sehr guten Draht zu alten Menschen, ist äußerst einfühlsam, herzlich und zuverlässig. Gerade deshalb wird ihr Engagement in der Einrichtung so geschätzt.

Marianne Liebner

Marianne Liebner hat sich durch ihre besondere Fürsorge in der Familie ausgezeichnet. 14 Jahre lang hat sie ihren Ehemann Wilhelm zuhause umsorgt und gepflegt – bis zu seinem Tod im März 2016.

Es war im Jahr 2002, als Frau Liebners Mann einen Schlaganfall erlitt. Ab da war er halbseitig gelähmt und auf den Rollstuhl angewiesen. Trotz ihres Alters hat Frau Liebner entschieden, ihren Mann zuhause zu versorgen und zu betreuen. Bei den pflegerischen Tätigkeiten hat sie lediglich morgens ein Sozialdienst unterstützt. Die letzten eineinhalb Jahre bis zu seinem Tod waren sicher auch ihre schwersten, denn ihr Mann war bettlägerig.

Frau Liebner hat sofort erkannt, dass die Vertrautheit und das Gefühl von Nähe im eigenen Heim für ihren Mann von unschätzbarem Wert sind. So war er bis zuletzt in die eigene Familie eingebunden.

Aufopfernd und voller Liebe war sie Tag und Nacht für ihn da – eine Aufgabe, die mit vielen Entbehrungen verbunden war. Selten konnte sie durchschlafen, und eigene Interessen sind immer mehr in den Hintergrund gerückt.

Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft Frau Liebner immer wieder aufs Neue aufgebracht hat.

Frau Liebner ist ein großartiges Beispiel für tätige Fürsorge und bedingungslose Bejahung der Familie. Es ist sehr schön, dass das Ehepaar Liebner im Februar 2016 nach 65 Jahren Ehe noch die „Eiserne Hochzeit“ zusammen erleben durfte.

Monika Möckl

Monika Möckl engagiert sich seit 2007 einmal wöchentlich in der Patientenbücherei des Klinikums Augsburg und betreut dort den Bücherwagendienst in der Kinderklinik.

Frau Möckl ist mit einer Auswahl an Kinderbüchern in der Station unterwegs und bringt damit Abwechslung in die Krankenzimmer und den Klinikalltag. Besonders für die Betreuung und Versorgung der kranken Kinder ist ihre Arbeit von unschätzbarem Wert.

Frau Möckl liegt es am Herzen, sich einzelnen Kindern in der Kinderklinik ganz persönlich anzunehmen. Mit überaus großem Einsatz engagiert sie sich für todkranke Kinder. Sie hilft ihnen mit ihrer lebensbejahenden Einstellung, das oft schwere Schicksal zu tragen und zu ertragen.

Besonders beeindruckend war die Typisierungsaktion für ein leukämiekrankes zehnjähriges Mädchen aus Stadtbergen, die Frau Möckl mit zwei Mitstreiterinnen von der Deutschen Knochenmarkspende organisiert hat. Unter dem Motto: „Hilfe für Lisa und andere“ haben sie eine beispielhafte Hilfsaktion zur Gewinnung neuer Stammzellenspender initiiert. Die große Resonanz auf diese Aktion und die Anteilnahme am Schicksal des Mädchens waren überwältigend. Über 4.000 Menschen folgten dem Aufruf und ließen sich registrieren. Erfreulicherweise wurde sogar ein passender Spender für Lisa gefunden.

Christine Seifried

Christine Seifrieds beeindruckenden Einsatz ist es maßgeblich zu verdanken, dass die „Hospiz-Gruppe Albatros Augsburg“ eine so professionelle Trauerbegleitung anbieten kann.

Frau Seifried hat den Arbeitsbereich „Trauer“ der Hospiz-Gruppe vor rund 25 Jahren maßgeblich aufgebaut. Als ausgebildete Trauerbegleiterin trägt sie dazu bei, dass er ständig erweitert und professionalisiert wird.

Außerdem leitet Frau Seifried den Gesprächskreis für Trauernde. Hier haben Betroffene die Möglichkeit, ihre Erfahrungen auszutauschen und ihren tiefen Schmerz auszudrücken.

Zu ihren weiteren Aufgaben gehört die Einzelbetreuung von Trauernden. Frau Seifried kümmern sich auch um Menschen, die nicht in eine Gruppe gehen möchten oder zusätzlich Einzelgespräche brauchen.

Durch ihr großes Einfühlungsvermögen und ihre Stärke, trauernde Menschen so anzunehmen wie sie sind, finden die Betroffenen Trost und Zuwendung – und oft auch wieder neue Wege ins Leben zurück. Frau Seifried zeichnet sich vor allem durch Verlässlichkeit und Beständigkeit aus und bietet trauenden Menschen dadurch großen Halt.

Erich Weinzierl

Erich Weinzierl hat sich nach einer überwundenen schweren Krankheit entschlossen, Menschen mit seiner Zeit Freude zu schenken. Deshalb engagiert er sich als ehrenamtlicher Helfer im „Senioren- und Pflegheim Lindau-Reutin“. Mittlerweile ist er dort schon seit etwa 14 Jahren sehr aktiv und als „helfende Hand“ nicht mehr wegzudenken.

Herrn Weinzierl ist es eine Herzensangelegenheit, dass die Seniorinnen und Senioren soweit wie möglich ihre Selbstständigkeit beibehalten und ihre Fähigkeiten trainieren. Deshalb geht er mit den Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern nach draußen, wenn sie alleine nicht mehr das Haus verlassen können. Er übt mit ihnen das Treppengehen. Bewohnerinnen und Bewohner, die auf die Benutzung des Rollstuhls angewiesen sind, fährt er spazieren.

Auch bei Bewohnerfesten ist er stets präsent und hilft tatkräftig mit. Auf ihn ist einfach Verlass.

Herrn Weinzierls große Gabe ist, dass er sehr liebevoll und wertschätzend mit älteren Menschen umgeht. Gerade deshalb freuen alle sich immer sehr über seinen Besuch.