Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Unterfranken

Am 29. April 2019 hat Staatsministerin Melanie Huml in Unterfranken den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

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Marion Benz

Marion Benz hat sich durch ihre bewundernswerte Pflegeleistung herausragende Verdienste erworben.

Voller Liebe und Fürsorge hat sie sich von 2003 bis 2017 um ihre Eltern Anna und August Ebert gekümmert und sie bis zu ihrem Tod gepflegt.

2003 wurde ihrem Vater das linke Bein und der rechte Fuß amputiert. Er war deshalb auf ständige Hilfe angewiesen.

Frau Benz übernahm die Versorgung und Pflege ihres Vaters bis zu seinem Tod 2014. Ab 2010 hat sie dann noch zusätzlich ihre Mutter Anna gepflegt, die 2017 verstorben ist. Ihre Mutter litt zunehmend an Altersschwäche, war im Laufe der Zeit auf den Rohrstuhl angewiesen und zuletzt bettlägerig.

Frau Benz war es immer eine Herzensangelegenheit, dass ihre Eltern in der vertrauten häuslichen Umgebung bleiben können.

Fürsorglich war sie Tag und Nacht für ihre Eltern da. Nur sie weiß, welche körperlichen und seelischen Belastungen tatsächlich damit verbunden sind, wie viel Rücksicht und Aufopferung man tagtäglich aufbringen muss.

Frau Benz hat das alles auf sich genommen. Nicht nur für kurze Zeit, sondern über viele Jahre lang.

Gerade die Pflege im häuslichen Bereich ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit mehr. Ganz im Gegenteil. Man kann ihre Bedeutung nicht oft genug betonen und hervorheben.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Marion Benz

Peter Dodt

Peter Dodt engagiert sich seit 2003 für Menschen, die an Rheuma leiden. Rheuma ist eine Krankheit, die nach wie vor weit verbreitet ist und immer noch als unheilbar gilt.

Vor circa 16 Jahren ist Herr Dodt selbst an Rheuma erkrankt. Die neue Lebenssituation war mit vielen Entbehrungen und Einschränkungen verbunden. Nichts war mehr wie vorher.

In der schwierigen Situation hat er schnell Kontakt mit der Selbsthilfegruppe der Rheuma-Liga Arbeitsgemeinschaft Kitzingen-Volkach aufgenommen. Hier stand aus Altersgründen die Auflösung des Vorstands im Gespräch. Aus der Not heraus hat Herr Dodt kurzentschlossen die Verantwortung übernommen und ist sehr schnell 1. Vorsitzender der Gruppe geworden. Dieses Amt hat er nun schon seit 2003 ununterbrochen inne.

Besonders wichtig ist Herrn Dodt, den Mitgliedern der Gruppe Hilfe zur Selbsthilfe anzubieten. Er versorgt die Betroffenen unter anderem mit Informationen und unterstützt sie mit fachlichen Aktivitäten. Außerdem hat er immer ein offenes Ohr für die Sorgen und Nöte seiner Schützlinge.

Es ist sehr beachtlich, dass sich die Mitgliederzahl unter seiner Führung auf über 330 verdoppelt hat.

Herrn Dodt ist es auch zu verdanken, dass viele Rheuma-Betroffene die „Wasser- und Trockentherapie“ machen können. Dieses Angebot ist sehr beliebt und die Kurse weitgehend ausgebucht. Denn er selbst weiß nur zu gut, dass regelmäßige und gezielte Bewegung, unter Anleitung speziell ausgebildeter Therapeuten, das Leben mit Rheuma erleichtert und dadurch für mehr Lebensqualität sorgt.

Gekonnt motiviert er sein Team in allen Fragen der Selbsthilfegruppe.

Herr Dodt ist Ansprechpartner für sämtliche rheumatischen Probleme und hält Kontakt zu Fachärzten, Sozialverbänden und örtlichen Organisationen. Dabei geht es ihm vor allem darum, Betroffene auf die Selbsthilfegruppe aufmerksam zu machen und auch finanzielle Unterstützung zu finden.

Seine Entscheidungen sind geprägt von sehr viel Weitblick. Deshalb hat er 2017 die Umbenennung des Vorstands in ein sogenanntes „Leitungsteam“ veranlasst. Ziel war es, die Verantwortung seiner Selbsthilfegruppe auf mehrere Schultern zu verlagern.

Seit einigen Jahren ist er auch im Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Kitzingen und beim Runden Tisch der Selbsthilfegruppen für Unterfranken aktiv.

Herr Dodt ist ein herausragendes Vorbild für Menschen mit einer schweren Erkrankung. Er gibt ihnen den Mut, trotz Einschränkungen, Wege zurück ins Leben zu finden.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Peter Dodt

Barbara Eisenmann

Barbara Eisenmanns herausragendes Engagement galt dem Besuch kranker Menschen.

Von 1995 bis 2018 war sie sehr aktiv im ökumenischen Krankenhaus- und Altenheimbesuchsdienst der römisch-katholischen Pfarrgemeinde Ebelsbach und der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Gleisenau.

Ihr Ehrenamt hat Frau Eisenmann inzwischen beendet, da der Besuchsdienst seinen Dienst leider 2018 eingestellt hat.

Über 20 Jahre lang war es ihre Herzensangelegenheit, kranke Menschen mit einem Besuch am Krankenbett zu erfreuen. Als Gesprächspartnerin, Trösterin und Hoffnungsgeberin war sie bei den Patientinnen und Patienten sehr willkommen.
Besonders bei denen, die ihre Familien nicht vor Ort hatten oder alleine gelebt haben.

Besucht hat Frau Eisenmann die kranken Gemeindemitglieder vor allem in Kliniken und in Seniorenheimen und hat sich dabei auch nie davor gescheut, selbst Verantwortung zu tragen. So hat sie von 2013 bis zur Auflösung des Besuchsdienstes 2018 die Besuchsdienstgruppe geleitet.

Eine ihrer Aufgaben war die Planung der vierteljährlichen Zusammenkünfte aller Helferinnen. Die Treffen waren ihr besonders wichtig, denn dort konnten sich die Helferinnen untereinander austauschen. Häufig hat Frau Eisenmann Referentinnen und Referenten dazu eingeladen.

Darüber hinaus war Frau Eisenmann für die Einteilung der Besuchsdienste zuständig. Dank ihrer überzeugenden Art und ihrer Zuverlässigkeit konnte sie die Helferinnen immer wieder motivieren, ihre Zeit für einen Besuch und ein Gespräch am Krankenbett einzubringen.

Sie selbst war als Besucherin ein gern gesehener Gast. Von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Besuchsdienstgruppe wurde sie respektiert und sehr geschätzt.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Barbara Eisenmann

Günther Haberland

Günther Haberland engagiert sich seit 1988 im evangelischen Wohnstift St. Paul in Würzburg. Das sind inzwischen schon über 30 Jahre. Eine wirklich beachtliche Zeit. Ihm liegt es besonders am Herzen, älteren Menschen mit seinem Besuch eine Freude zu machen.

Durch seine Anwesenheit schenkt er den Bewohnerinnen und Bewohnern Aufmerksamkeit und geht auf ihre persönlichen Bedürfnisse ein. Vor allem vermittelt er ihnen das Gefühl, nicht alleine zu sein.

Begonnen hat Herr Haberland sein Ehrenamt, zusammen mit seiner Ehefrau Erika, mit der Betreuung der Kaffeenachmittage für die Bewohnerinnen und Bewohner sowie für die Gäste des Hauses.

Die Kaffeenachmittage sind noch immer sehr beliebt im Wohnstift St. Paul und werden seit jeher zahlreich besucht. Gerne werden auch Geburtstage der Bewohnerinnen und Bewohner in diesem Rahmen gefeiert.

All die Jahre hat Herr Haberland Kaffee und Kuchen serviert und hat mit seiner geselligen und empathischen Art für gute Unterhaltung gesorgt. Seit 2014 kann er altersbedingt leider nur noch gelegentlich bei Veranstaltungen aushelfen.

Was er aber immer noch sehr aktiv betreibt, ist der Hol- und Bringdienst im Wohnstift St. Paul. Jeden Sonntag nimmt er sich circa drei Stunden Zeit, um die Seniorinnen und Senioren des Wohnstifts zu den Gottesdiensten im Haus zu begleiten. Einige ältere Menschen schaffen es oft nicht eigenständig, an den Gottesdiensten teilzunehmen und sind auf Hilfe angewiesen.

Zuverlässig begleitet sie Herr Haberland zum Gottesdienst und bringt sie wieder in ihre Wohnbereiche zurück. Und das oft ganze vier Stockwerke hoch und runter. Auf ihn ist einfach Verlass!

Außerdem hat er die letzten eineinhalb Jahre seine Ehefrau Erika zu Hause gepflegt. Seine Ehefrau hat in diesem Jahr ein schönes Zimmer im Wohnstift St. Paul bekommen. Was sehr schön ist, denn das Wohnstift ist für das Ehepaar über die Jahre schon zum zweiten zu Hause geworden.

Bei allem, was Herr Haberland macht, strahlt er eine unglaubliche Freude aus, die sich fast zwangsläufig auf die älteren Menschen überträgt. Er nimmt am Leben der Heimbewohnerinnen und -bewohner teil und lässt sie auch an seinem Leben teilhaben. Und das schon so viele Jahre lang.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Günther Haberland

Brigitte Keller

Nachdem Brigitte Keller ihre eigene Krebserkrankung überstandenen hatte, hat sie 2009 eine Selbsthilfegruppe mitgegründet: die „Frauenselbsthilfe nach Krebs“, Regionalgruppe Würzburg.

Aktuell ist Frau Keller die stellvertretende Vorsitzende der Gruppe.

Die Diagnose Krebs bringt das Leben erkrankter Frauen und ihrer Angehörigen erheblich ins Wanken. Das weiß sie nur zu gut. Deshalb ist es ihr ein besonderes Anliegen, Frauen mit Krebs zu helfen und sie darin zu unterstützen, neue Perspektiven zu entwickeln für ein Leben mit oder nach einer Erkrankung.

Einmal im Monat organisiert Frau Keller Gruppentreffen, in denen sie einen Rahmen für gegenseitige Unterstützung schafft. Durch Gespräche, Erfahrungsaustausch und Fachinformationen setzt sie sich gemeinsam mit den Gruppenteilnehmerinnen mit der schweren Krankheit auseinander.

Außerdem haben die Betroffenen die Möglichkeiten an Workshops teilzunehmen oder sich zum Beispiel über gesunde Ernährung beraten zu lassen.

Frau Keller liegt es auch am Herzen, die Öffentlichkeit für das Thema Brustkrebs zu sensibilisieren. Zudem organisiert sie Patiententage unter dem Motto „Alles, was der Seele gut tut“. Außerdem ist sie mit ihrer Gruppe beim Gesundheitstag in Würzburg und beim jährlich stattfindenden Brustkrebsforum in der Frauenklinik Würzburg vertreten.

Frau Keller ist es auch wichtig, dass die Prozesse im onkologischen Bereich weiter optimiert und ausgebaut werden. Daher pflegt sie regen Austausch mit der Frauenklinik in Würzburg.

Eine weitere wichtige Kooperation besteht mit dem „Comprehensive Cancer Center“ in Mainfranken. Gemeinsam hat sie schon mehrere Veranstaltungen und Patiententage durchgeführt.

Seit 2011 wirkt sie aktiv beim „Runden Tisch“ für die Vertreterinnen und Vertreter der unterschiedlichen Krebs-Selbsthilfegruppen mit.

Frau Keller ist nicht nur ein Organisationstalent, in ihr steckt auch ein kreativer und innovativer Geist. Sie hat zusammen mit ihrer Mitgründerin eine sogenannte „Patiententasche“ entwickelt. In der Tasche sind ein liebevoll genähtes Herzkissen und eine ausführliche Patientenmappe mit Hinweisen über ihre Selbsthilfegruppe und spezielle Informationen zum Thema Brustkrebs.

Ihre „Frauenselbsthilfegruppe nach Krebs“ ist eine sehr wichtige Anlaufstelle für betroffene Frauen.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Brigitte Keller

Rosemarie Leiter

Rosemarie Leiter engagiert sich seit ihrer Jugend für das Wohl ihrer Mitmenschen. Vor allem kümmert sie sich um Kinder, Seniorinnen und Senioren, Kranke und Sterbende.

Ihr Engagement ist sehr vielseitig. Sie hält Verbindung zur Kirche ebenso wie zur Gemeinde und zu Senioren- und Hospizeinrichtungen. In allen Bereichen leistet sie Herausragendes.

Seit 2002 ist Frau Leiter als ehrenamtliche Hospizbegleiterin im Malteser Hospizdienst – Stadt und Land – in Schweinfurt aktiv. Sie übernimmt die psychologische Begleitung von schwererkrankten, sterbenden und trauernden Menschen.

Sie hat aber nicht nur den unbedingten Willen, für sterbende und schwerstranke Menschen und deren Angehörige da zu sein. Sie scheut auch nicht davor, organisatorische Verantwortung zu übernehmen.

Anfangs hat Frau Leiter als Einsatzleiterin die Hospizeinsätze koordiniert. 2010 wurde eine hauptamtliche Koordinatorin eingestellt. Seither ist sie als stellvertretende Einsatzleiterin aktiv. Sie führt zum Beispiel Erstkontakte durch und nimmt an Vernetzungs- und Austauschtreffen teil.

Aktuell ist sie für rund 60 Hospizbegleiterinnen und Hospizbegleiter zuständig. Im Durchschnitt war sie 368 Stunden pro Jahr im Einsatz. In dieser Zeit hat sie fast 220 Menschen begleitet. Das ist wirklich sehr beachtlich.

Des Weiteren engagiert sich Frau Leiter seit 1990 in der Altenbetreuung in Hergolshausen. Dort ist sie als 2. Vorsitzende im Seniorenkreis aktiv.

Außerdem hat sie 2008 den Helferkreis der Pfarreiengemeinschaft Luisenhöhe mitgegründet. Auch hier übernimmt sie die Einsatzleitung und ist auch selbst als Helferin aktiv. Sie unterstützt zum Beispiel pflegende Angehörige und kümmert sich um kranke Seniorinnen und Senioren aus Ihrer Heimatgemeinde.

Man spürt geradezu, wie viel Herzlichkeit Frau Leiter ausstrahlt. Durch ihr vielfältiges Engagement in unterschiedlichen Bereichen gibt sie so vielen Menschen Hoffnung, Mut und Wärme.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Rosemarie Leiter

Ursula Pfister

Von 1990 bis 2017, das sind 27 Jahre, hat sich Ursula Pfister ehrenamtlich in der ökumenischen Krankenhaushilfe im Leopoldina Krankenhaus in Schweinfurt engagiert.

Liebevoll wurde sie dort „Grüner Engel“ genannt, weil sie während ihrer Besuche immer einen grünen Kittel getragen hat.

Jeden Mittwochvormittag hat sie sich um die mobile Patientenbücherei gekümmert. Die Bücher wurden von ihr sorgfältig sortiert, katalogisiert, eingebunden und in die Regale eingeordnet. Mit einem Wagen hat sie die Bücher regelmäßig in die Zimmer der Patientinnen und Patienten transportiert.

Frau Pfister selbst ist eine leidenschaftliche Leserin. Daher war sie bei der Auswahl der Bücher eine gute Ratgeberin. Den Bücherbestand hat sie auch mit ihren eigenen Büchern immer wieder aufgefüllt.

Sie war auch immer eine sehr gute Gesprächspartnerin für die Patientinnen und Patienten. Auch dadurch hat sie zum Wohlbefinden und letztlich zur Genesung der Kranken beigetragen. Denn manchmal braucht es einfach eine liebevolle Bezugsperson wie sie, die nur zuhört oder unterhält.

Außerdem hat sie die Patientinnen und Patienten durch kleine Besorgungen unterstützt.

Frau Pfister wird als zuverlässig, aufmerksam, aufgeschlossen und besonnen beschrieben. Gerade deshalb war sie im Leopoldina Krankenhaus ein gern gesehener und sehr geschätzter Gast. Nach 27 Jahren hat sie sich ihren Ruhestand nun redlich verdient.

Sie hat in den vergangen Jahren vielen Menschen den oftmals belastenden Aufenthalt im Krankenhaus erleichtert. Dabei war sie immer mit sehr viel Herzblut im Einsatz.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Ursula Pfister

Margita Pohl

Leider konnte Margita Pohl bei der Verleihung nicht anwesend sein. Die Auszeichnung hat der zweite Bürgermeister der Stadt Würzburg, Dr. Adolf Bauer für sie entgegengenommen.

Margita Pohl engagiert sich seit 1997 tatkräftig beim HALMA Helferkreis e. V. in Würzburg.

Der Helferkreis ist eine Gruppe geschulter Laien, die sich für die Unterstützung und Begleitung von psychisch erkrankten älteren Menschen und Menschen mit Demenz, im häuslichen Umfeld einsetzt.

Seit über 22 Jahren ist Frau Pohl schon im Rahmen der Alltagsbegleitung für die Belange der Betroffenen da.

Dabei hat Frau Pohl ganz unterschiedliche Aufgaben. Zum Beispiel unterstützt sie vorwiegend ältere Menschen mit Demenz im Haushalt und begleitet sie zu Terminen. Außerdem führt sie viele Gespräche und nimmt sich sehr viel Zeit für gemeinsame Unternehmungen.

Bereits 15 Menschen hat sie über die Jahre betreut und begleitet – zum Teil über viele Jahre hinweg. Derzeit besucht sie wöchentlich noch drei ältere Damen, um die sie sich bereits seit zwei bis drei Jahren liebevoll kümmert.

Den älteren Menschen begegnet sie mit sehr viel Empathie, Aufmerksamkeit und Achtsamkeit. Außerdem sind ihre Fachkenntnisse als gelernte Krankenschwester von unschätzbarem Wert.

Frau Pohl ist nicht nur für die älteren Damen, die an Demenz erkrankt sind, eine Kraftquelle und eine große Bereicherung, sondern auch für die pflegenden Angehörigen, die sie durch ihr Engagement enorm entlastet.

Sie ist auch immer offen für Neues. Daher nimmt sie regelmäßig an Fortbildungen und an den Austauschtreffen im Rahmen der fachlichen Begleitung teil.

Frau Pohl engagiert sich auch für Menschen mit Demenz. Demenz ist ein Thema, das uns die nächsten Jahre immer mehr beschäftigen wird.

Dass es der unbedingte Wille von Frau Pohl ist, Gutes zu tun, wird auch daran deutlich, dass sie sich in ihrer heimatlichen Pfarrgemeinde ehrenamtlich engagiert.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Dr. Adolf Bauer nimmt die Auszeichnungen für Norma Roth und Margita Pohl entgegen

Norma Roth

Leider konnte Norma Roth bei der Verleihung nicht anwesend sein. Die Auszeichnung hat der zweite Bürgermeister der Stadt Würzburg, Dr. Adolf Bauer für sie entgegengenommen.

Frau Roth ist seit 2009 ehrenamtlich beim Malteser Hilfsdienst e. V. in der Hospizarbeit aktiv. Für den Malteser Hilfsdienst ist sie regelmäßig auf der Palliativstation des Universitätsklinikums Würzburg und anderen Einrichtungen im Einsatz. Sie übt dieses anspruchsvolle Ehrenamt ununterbrochen mit einer besonders hohen Einsatzbereitschaft und Hingabe aus.

Frau Roth trägt dazu bei, dass die Lebensqualität und Selbstbestimmung schwerstkranker Menschen soweit wie möglich erhalten bleiben. Eine höchst emotionale ehrenamtliche Tätigkeit. Denn wo der Tod allgegenwärtig ist, ist die psychische Belastung enorm.

Frau Roth engagiert sich auch in der Kinderhospizarbeit. Sie betreut Kinder zu Hause. Das liegt ihr nämlich besonders am Herzen.

Ihr ist es aber auch wichtig, den Hospizgedanken in die Öffentlichkeit zu tragen. Daher leistet sie beim Malteser Hilfsdienst sehr aktive Öffentlichkeitsarbeit. Außerdem hält sie Vorträge in der Palliativakademie des Juliusspitals Würzburg, in Schulen und Kindergärten.

Frau Roth ist eine Frau, die ihren Mitmenschen große Sicherheit vermittelt. Sicherheit, die sie durch ihre langjährige Erfahrung gesammelt hat. Dadurch schafft sie Linderung, wo Heilung nicht mehr möglich ist. Sie ist ein großes Vorbild für ihre Mitmenschen.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Dr. Adolf Bauer nimmt die Auszeichnungen für Norma Roth und Margita Pohl entgegen

Heike Thein

Heike Thein hat sich durch ihre unerschütterliche Mutterliebe und große Hingabe verdient gemacht.

Es war im Jahre 2013, als sich ihr ganzes Familienleben schlagartig verändert hat. Ihr Sohn Jonas brach kurz vor seinem 18. Geburtstag plötzlich bewusstlos zusammen. Durch ein Aneurysma in seinem Kopf kam es zu massiven Blutungen zwischen Klein- und Stammhirn. Jonas wurde zum schweren Pflegefall und ist seitdem Tag und Nacht auf Hilfe angewiesen.

Jonas kann sich nicht bewegen, nicht sprechen und nur schlecht hören. Er ist komplett gelähmt, lediglich den Kopf kann er leicht zur Seite bewegen und mit den Augen zwinkern.

Doch Frau Thein, hat nie mit dem Schicksal ihres Sohnes gehadert, sondern es als ihre Lebensaufgabe angenommen, ihren Sohn zu unterstützen und gemeinsam dieses neue Leben zu bestreiten.

Voll Liebe und Aufopferung pflegt sie ihn nun schon seit über fünf Jahren. Ihren Beruf hat sie dafür aufgegeben. Ihr Ehemann Jürgen und ihre Tochter Franziska stehen ihr unterstützend zur Seite.

Jonas wird als Kämpfernatur beschrieben. Er will am Leben teilhaben. Eine Eigenschaft, die er wohl von Frau Thein haben muss. Denn auch sie hat den „Kopf nicht in den Sand“ gesteckt, sondern versucht mit ihrer Familie alles Mögliche, ihm diesen Wunsch zu erfüllen.
Mit Hilfe einer Sprachtafel hat die Familie gelernt, über Augenaufschlag und Kopfschütteln zu kommunizieren.

Die Familie hat einen sehr aufwändigen Hausumbau hinter sich. So hat sie es möglich gemacht, dass Jonas weiterhin zu Hause wohnen kann.

Außerdem hat Frau Thein einen behindertengerechten Bus angeschafft, um Jonas in einem speziell für seine Bedürfnisse gebauten Liegerollstuhl transportieren zu können.

Und das ist nur ein kleiner Ausschnitt der kleinen und großen Dinge, die sie täglich für ihren Jonas tut.

Frau Thein und Jonas versuchen, auch gemeinsam Unternehmungen zu machen. Er ist auch bei der Veranstaltung anwesend. Frau Theins Tochter und ihr Mann sind auch mit gekommen.

Außenstehende können sich nicht vorstellen, was diese Situation Jonas, bedeutet. Genauso wenig, wie viel Kraft und Willensstärke Frau Thein als Mutter benötigt, um ihm das zu geben, was er möchte und was er braucht.

Weißer Engel Unterfranken - Verleihung vom 29. April 2019 - Heike Thein