Die Bühne bei einer Veranstaltung des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege.

Weißer Engel - Laudationes Unterfranken

Am 02. August 2017 hat Staatsministerin Melanie Huml in Unterfranken den "Weißen Engel" an beispielgebende Personen verliehen, die sich langjährig und regelmäßig im Gesundheit- und/oder Pflegebereich ehrenamtlich engagiert haben.

Gertrud Bausewein

Gertrud Bausewein engagiert sich seit 1999 ehrenamtlich beim Malteser Besuchsdienst, der vom Malteser Hilfsdienst in Würzburg angeboten wird. Ein Ehrenamt, das sich aus ihrer eigenen Lebensgeschichte heraus entwickelt hat. Nachdem ihre Eltern pflegebedürftig wurden, freuten diese sich immer über ihren Besuch. Auch in ihrer Nachbarschaft erfuhr sie, dass es viele ältere Menschen gibt, die kaum noch Kontakt zur Außenwelt haben. So ist es für sie eine Herzensangelegenheit geworden, älteren Menschen mit ihrem Besuch eine Freude zu machen.

Seit 17 Jahre schon ist sie die Ansprechpartnerin für 13 bis 17 Seniorinnen und Senioren und ist einmal im Monat im Juliusspital anzutreffen. Den älteren Bewohnerinnen und Bewohnern schenken Sie etwas sehr Wertvolles – Ihre Zeit. Weit über 2.000 Stunden kamen in den vergangenen Jahren zusammen.

Ihr Aufgabengebiet ist vielfältig. Sie unterstützt die älteren Menschen bei alltäglichen Dingen, liest ihnen die Zeitung vor, geht mit ihnen spazieren und hört vor allem zu. Für ihre „Schützlinge“ ist sie als Unterstützung nicht mehr wegzudenken.

Auch bei Seniorenaktivitäten des Seniorenstifts steht Frau Bausenwein als Begleitperson zur Verfügung. Sie wird von ihren Mitmenschen als sehr treue und zuverlässige Person beschrieben, die selbst nie im Vordergrund stehen möchte.

Kunigunda Dirauf

Kunigunda Dirauf, auch als „guter Geist„ der Familie bekannt, zeichnet sich durch ihre besondere Fürsorge gegen über ihrer Familie aus. Tatkräftig arbeitete sie im Sägewerk und in der Landwirtschaft ihres Mannes mit und zog drei Töchter groß. Zusätzlich kümmerte und pflegte sie  ihre Schwiegereltern bis zu deren Tod. Eine Aufgabe, die mit enormen körperlichen und physischen Belastungen verbunden war.

2003 hat Frau Dirauf ohne Zögern die Pflege der Schwester ihrer Schwiegermutter. Dadurch übernahm sie wieder die Verantwortung für einen Menschen und ist rund um die Uhr für alle Belangen und Bedürfnisse da.

Mit viel Gefühl und Verständnis, aber vor allem auch mit Respekt geht sie mit den Pflegebedürftigen um und stellte ihre Familie immer in den Vordergrund, weswegen ihre eigene Bedürfnisse oft zurück treten musste.

Gerade die Pflege im häuslichen Bereich ist keine Selbstverständlichkeit. Ganz im Gegenteil, sie wird oft in ihre Bedeutung nicht genug betont und hervorgehoben.

Brigitte Gehlofen

Seit 2002 engagiert sich Brigitte Gehlofen ehrenamtlich für den Hospizdienst des Malteser Hilfsdienstes in Würzburg.

Sie betreut schwerstkranke und sterbende Menschen, sie kümmert sich um deren Angehörigen und lässt sie in ihrer Trauer nicht allein. Besonders Kinder und Jugendliche legen ihr am Herzen. Dank dem Engagements von Frau Gehlofen, bietet der Hospizdienst der Malteser in Würzburg seit 2003 spezielle Hospizbegleitungen für Kinder und Jugendliche an.

Sie kümmert sich aber nicht nur um sterbenskranke Kinder und ihre Familien, sondern übernimmt auch die Verantwortung für die Vorbereitung und Ausbildung von neuen Kinderhospizhelferinnen und –helfern. Auf ihre Initiative hin gibt es eigene Supervisionsangebote für die Helferinnen und Helfer, die sich im Kinderhospizdienst engagieren.

Im Jahr 2006 baute sie die erste Trauergruppe für Kinder und Jugendliche beim Malteser Hilfsdienst auf und 2011 wurde mit ihrer Unterstützung ein eigenständig geförderter Kinderhospizdienst gegründet. Seitdem ist Frau Gehlofen zusammen mit dem hauptamtlichen Koordinator als Ehrenamtliche für den Kinderhospizdienst verantwortlich.

Darüber hinaus übernimmt sie viele Termine im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Kinderhospizdienstes.

Brigitte Klee

Brigitte Klee engagiert sich seit über 10 Jahren ehrenamtlich im Besuchsdienst des Alten- und Pflegeheimes „Haus Franziskus“ in Ochsenfurt.

Ein- bis zweimal wöchentlich nimmt sie sich für die Menschen im Haus Franziskus Zeit.

Durch Ihren Besuch schenkt sie den Bewohnerinnen und Bewohnern Aufmerksamkeit und geht auf ihre persönlichen Bedürfnisse ein. Vor allem vermittelt sie das Gefühl, dass diese nicht alleine sind. Sie ist eine liebevolle Bezugsperson, die zuhört und sich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern unterhält, was sie unbezahlbar macht. Nebenbei bewirtet sie in der hauseigenen Cafeteria die Bewohnerinnen und Bewohner und die Gäste.  Außerdem arbeitet sie aktiv im Seniorenteam der Kirchengemeinde St. Andreas mit. Ihr gekonnter Umgang mit älteren Menschen und Ihre Hilfsbereitschaft machen Ihre Arbeit besonders wertvoll.

Rosemarie Knechtel

Seit Langem engagiert sich Rosemarie Knechtel vielseitig ehrenamtlich. Viele Jahre lang hat sie den Verein „Aktion Freude schenken“ unterstützt. Zurzeit ist sie sehr aktiv bei den „Offenen Hilfen der Lebenshilfe Main-Spessart“ und als Leiterin der Ehrenamtsbörse der Stadt Gemünden.
Besonders hervorzuheben ist ihr Engagement für Aphasiker und Schlaganfallpatientinnen und –Patienten.

Über fünf Jahre lang hat sie sich als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Kommunikationsgruppe Aphasie und Schlaganfall in Gemünden engagiert. Stets hatte sie die Bedürfnisse jedes Einzelnen im Blick gehabt und die Gruppe um positive Impulse bereichert. Bei ihr fühlte sich jeder gesehen und angenommen.
Sie rief sogar ein Chorprojekt mit den Teilnehmern der Kommunikationsgruppe ins Leben und ist oft gemeinsam mit diesen aufgetreten.

Inzwischen haben hauptamtliche Mitarbeiter des Zentrums für Aphasie und Schlaganfall die fachliche Leitung der Gruppe übernommen.
Für Frau Knechtel war es aber nie eine Option ihr ehrenamtliches Engagement aufzugeben. Sofort hat sie sich der Selbsthilfegruppe für Aphasie und Schlaganfall in Karlstadt angeschlossen. Durch Planung von Ausflügen unterstützt sie die Gruppe, welche sich jeden Donnerstag zum Informationsaustausch und gegenseitiger Unterstützung trifft.

Besonders am Herzen liegt Frau Knechtel, dass auch Mitglieder im Rollstuhl ohne Probleme an den Bustouren teilnehmen können.

Luzia Löfflad

In der Pfarrgemeinde St. Josef in Oberndorf engagierte sich Luzia löffelt seit 2010 einmal pro Woche beim Besuchsdienst. Ihr war es besonders wichtig, Menschen am Krankenbett zu besuchen und sie nicht alleine zu lassen. Vor allem solche, die wenig oder gar keinen Besuch bekamen Mit großer Aufmerksamkeit ist sie auf die persönlichen Bedürfnisse der Kranken eingegangen. Ihre besonderen Stärken lagen vor allem im Zuhören und im Führen von Gesprächen. Sie leistete so einen Beitrag zum Wohlbefinden der Kranken und letztlich auch zu deren Genesung. Dabei wurde sie als ehrenamtliche Besucherin mit „Zeit im Gepäck“ wahrgenommen. Zeit, in der sie Ihre eigenen Bedürfnisse zurückgestellt hat, um anderen etwas Gutes zu tun.

Stolze 15 Jahre war sie außerdem im Besuchsdienst des Krankenhauses St. Josef in Schweinfurt engagiert. Auch hier war sie ein immer gern gesehener Gast. Jede Woche, 15 Jahre lang investierte sie  Zeit für die Patientinnen und Patienten des St. Josefs Krankenhauses.

Bereitwillig übernahm sie auch Behördengänge und Besorgungen von Dingen des täglichen Bedarfs für die Kranken. Durch ihr freundliche Auftreten und ihr Lächeln verbreitete sie eine positive Stimmung in dem tristen Klinikalltag. Aus gesundheitlichen Gründen kann sie sich seit letztem Jahr  nicht mehr  ehrenamtliches engagieren.

Ella Ludwig

Ella Ludwig engagiert sich seit über elf Jahren als Leiterin der „Kreuzbund Sucht Selbsthilfegruppe Gerolzhofen 1“. Die Gruppe hat aktuell etwa 20 Mitglieder.

Mit sehr viel Empathie hilft sie Menschen, die Probleme mit Suchtmitteln haben oder unter der Suchterkrankung eines Angehörigen leiden. Als Gruppenleiterin organisiert sie regelmäßig Gruppenabende und Veranstaltungen und unterstützt die Gruppenmitglieder dabei, selbstbestimmt ihren Alltag zu bewältigen. Wenn es nötig ist, stellen sie auch den Kontakt zu professionellen Hilfeeinrichtungen her.

Durch ihren persönlichen Einsatz und ihre besondere soziale Kompetenz und Lebenserfahrung leistet sie einen wesentlichen Beitrag dazu um Gruppenbesucher vor Rückfällen zu bewahren. Dabei zeichnet sie sich besonders durch ihre außerordentliche Hilfsbereitschaft, ihr freundliches Wesen und ihre zurückhaltende und zuversichtliche Art aus. Unzählige Stunden ihrer Freizeit investierte sie für die verantwortungsvolle Aufgabe, suchtkranken Menschen und deren Angehörigen zu helfen.

Es ist ein schweres, aber vor allem auch ein sinnstiftendes und bereicherndes  Ehrenamt, welches Frau Ludwig begleitet.

Gabriele Reusch

Durch die aufopfernde Pflege mehrerer Familienangehöriger hat sich Gabriele Reusch verdient gemacht. In den letzten 17 Jahren hat sie trotz der enormen Belastungen und vielen Entbehrungen die Herausforderung der Pflege immer wieder angenommen. Ohne zu zögern und höchst fürsorglich pflegte sie ihre Eltern bis zu ihrem Tod. Kurz darauf übernahm sie selbstredend die Pflege ihrer an Demenz erkrankten Tante,  welche 2014 diese verstarb.

Seit 2015 pflegt sie nun ihren Ehemann Felix, der halbseitig gelähmt und an den Rollstuhl gefesselt ist. Sie ermöglicht so ihren Ehemann weiterhin in der Vertrautheit des eigenen Zuhauses  zu leben.

Monsignore Paul Leuchs, der mit Frau Reusch nicht verwandt war, aber im Haus ihrer Tante gelebt hat, versorgte sie auch mit. Er war altersbedingt beeinträchtigt und konnte die alltäglichen Dinge des Lebens nicht mehr ohne Hilfe verrichten.

Ein Außenstehender kann nur schwer nachvollziehen, welche Einsatzbereitschaft sie jeden Tag von neuem aufgebracht hat und mit welchen Sorgen und Nöten sie seit 17 Jahren zu Recht kommen muss.

Hildegard Roth

Hildegard Roth ist musikalisch sehr talentiert und engagiert sich dafür, andere an ihrer Begeisterung zur Musik teilhaben zu lassen.

Seit 1996 bereitet sie mit ihren musikalischen Darbietungen Menschen eine Freude. Ihre Fertigkeiten eignete sie sich autodidaktisch an und pflegt diese auch im Alter von 82 Jahren immer noch.

Jeden Montag besucht sie die Gäste der Tagespflege im Seniorenzentrum Kleinostheim, um gemeinsame Stunden mit ihnen bei Volksliedern zu verbringen. Insbesondere in der Faschings- und Adventszeit ist sie seit 21 Jahren mit Instrumenten wie Akkordeon, Gitarre, Zither, Mundharmonika und Flöte präsent.

Mit ihrer Musik verbreitet sie stets gute Laune und Lebensfreude. Auch bei den Kaffeenachmittagen des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes in Aschaffenburg sorgt sie für musikalische Unterhaltung. Denn sie begleitet die dortigen Singstunden mit ihrem Akkordeon. Ihrer „Singrunde“ machen vor allem die regelmäßigen Auftritte in Seniorenheimen und in Kirchen besonders Spaß Außerdem engagiert die sich für den Verein „Johannes-Gemeinschaft“ in Mainaschaff.

Besonders hervorzuheben ist, dass sie sich aufgrund einer starken Sehbehinderung selbst mit starken körperlichen Einschränkungen auseinandersetzen muss, doch  davon lässt sie sich weder in ihrem Engagement noch in ihrer Begeisterung für die Musik beeinflussen. Trotz ihrer Erkrankung nimmt sie weiterhin die regelmäßigen Termine für die musikalische Begleitung „Ihrer“ Gruppen wahr. Besonders bemerkenswert ist Frau Roths Eifer,  ihre Freude an der Musik und ihre Treue zu den einzelnen Gruppen, denen sie sich verpflichtet fühlt.

Ihr persönliches Engagement ist beispielhaft.

Hartmut Schmitt

Hartmut Schmitt unterstützt seit 2011 regelmäßig einmal im Monat den Malteser Hospizdienst auf der Palliativstation der Uniklinik Würzburg.
Dank seiner einfühlsamen Art gelingt es ihm, mit schwerstkranken Menschen über Tod und Sterben zu sprechen. Er schafft es, in schwierigen Lebenssituationen für sie da zu sein. Er hört zu ohne zu urteilen, hält mit aus, redet und schweigt – wie die Situation es erfordert.

Ebenso ist er für die Angehörigen da, die nach dem Tod eines geliebten Menschen Hilfe und Halt benötigen. Dank seines großen Mitgefühls und seiner Stärke, trauernde Menschen so anzunehmen wie sie sind, finden die Betroffenen Trost, Zuwendung und oft auch neue Wege ins Leben zurück.
Aufgeschlossen nimmt Hartmut Schmitt regelmäßig an den monatlich stattfindenden Gruppensupervisionen und Fortbildungen teil.

Als zweiter männlicher Hospizhelfer ist er im Team auf der Palliativstation der Uniklinik Würzburg sehr willkommen und wird äußerst geschätzt. Für männliche Patienten ist es oft sehr schön, bei doch überwiegend weiblichem Personal im Krankenhaus, sich mit einem männlichen Hospizhelfer austauschen zu können. Auch im Seniorenzentrum St. Thekla in Würzburg macht sich Herr Schmitt ehrenamtlicher Hospizhelfer verdient.

Es ist ein emotional höchst forderndes Ehrenamt.