Presse­mitteilung

Ein Jahr Baye­rische Ethik­kom­mission für PID – Gesund­heits­mi­nis­terin Huml: Bislang über rund 50 Anträge entschieden

Die Baye­rische Ethik­kom­mission für Präim­plan­ta­ti­ons­dia­gnostik (PID) hat seit ihrer ersten Sitzung vor einem Jahr über rund 50 Anträge entschieden. Darauf hat Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml am Mittwoch in München hinge­wiesen. Sie fügte hinzu: "Die meisten Anträge hat die Kommission zustimmend bewertet. Abge­lehnt wurden nur fünf von 48 Anträgen."

Die Minis­terin betonte: "Bayern stellt sicher, dass die medi­zi­ni­schen Möglich­keiten verant­wor­tungs­be­wusst genutzt werden. Die Kommission leistet dazu einen wich­tigen Beitrag. Klar ist: Die PID darf auf keinen Fall als ein Selek­ti­ons­in­strument wahr­ge­nommen werden. Oberste Prio­rität hat vielmehr immer der Schutz des Lebens."

Als Präim­plan­ta­ti­ons­dia­gnostik wird die gene­tische Unter­su­chung eines durch künst­liche Befruchtung erzeugten Embryos bezeichnet, bevor er in die Gebär­mutter über­tragen wird. Dabei wird gezielt etwa nach Erbkrank­heiten oder Chro­mo­so­men­a­no­malien gesucht. Die PID darf nach dem Embryo­nen­schutz­gesetz nur in Ausnah­me­fällen unter strengen Voraus­set­zungen vorge­nommen werden – und nur in den dafür zuge­las­senen vier Zentren in Bayern. Zwei davon befinden sich in München, weitere Standorte sind Planegg-Martinsried und Regensburg.

Die Baye­rische PID-Ethik­kom­mission mit Sitz in München trat am 9. März 2015 erstmals zusammen. Ihre Aufgabe ist es zu prüfen, ob eine medi­zi­nische Indi­kation vorliegt, die ausnahms­weise zur Vornahme einer PID berechtigt. Die Kommission arbeitet unab­hängig und unpar­teiisch. Jeder Einzelfall unter­liegt strenger Vertrau­lichkeit. Bei der Entscheidung werden die maßgeb­lichen psychi­schen, sozialen und ethi­schen Gesichts­punkte berück­sichtigt.

Daher setzt sich die Ethik­kom­mission für PID aus acht Mitgliedern zusammen, die unter­schied­lichen Fach­rich­tungen ange­hören. Es handelt sich um vier Medi­ziner verschie­dener Fach­rich­tungen (Repro­duk­ti­ons­me­dizin, Human­ge­netik, Pädiatrie sowie Psych­iatrie und Psycho­the­rapie), einen Ethiker, einen Juristen, einen Pati­en­ten­ver­treter und einen Vertreter einer Selbst­hil­fe­or­ga­ni­sation für Menschen mit Behin­derung.

Minis­terin Huml unter­strich: "Ich freue mich, dass wir für die Kommission heraus­ra­gende Persön­lich­keiten gewinnen konnten." Vorsit­zende ist die Repro­duk­ti­ons­me­di­zi­nerin Frau Professor Dr. Ursula Zollner. Stell­ver­tre­tender Vorsit­zender ist der Ethiker Professor Dr. Arne Manze­schke.

Weitere Informationen zur PID-Kommission finden Sie unter: http://www.stmgp.bayern.de/service/pid/pid_kommission.htm.