Presse­mitteilung

Huml besorgt über Ster­be­hilfe-Debatte – Gesund­heits­mi­nis­terin zum Start der „Woche für das Leben“: Bayern setzt auf Ausbau der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung

Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml hat sich anlässlich der am 18. April begin­nenden "Woche für das Leben" besorgt über die Ster­be­hilfe-Debatte in Deutschland geäußert. Huml forderte am Freitag: "Alten und schwerst­kranken Menschen darf nicht das Gefühl vermittelt werden, dass sie der Gesell­schaft zur Last fallen. Vielmehr muss ihnen ein Leben in Würde und möglichst ohne Schmerzen bis zuletzt möglich sein. Deshalb setzt Bayern auf einen weiteren Ausbau der Palliativ- und Hospiz­ver­sorgung."

Die Minis­terin betonte: "Das Sterben sollte viel stärker als Teil des Lebens betrachtet werden – als ein Vorgang, der weder künstlich verlängert noch verkürzt werden soll. Es dürfen keine Möglich­keiten zur assis­tierten Selbst­tötung und zur Tötung auf Verlangen eröffnet werden. Auch eine orga­ni­sierte Ster­be­hilfe lehne ich strikt ab."

Huml begrüßte zugleich den von Bundes­ge­sund­heits­mi­nister Hermann Gröhe vorge­legten Gesetz­entwurf zur Verbes­serung der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung in Deutschland. Darin ist zum Beispiel eine Stärkung der vertrags­ärzt­lichen Versorgung und der Pallia­tiv­pflege sowie der statio­nären und ambu­lanten Hospiz­ver­sorgung vorge­sehen.

Die Minis­terin fügte hinzu: "Aller­dings sehe ich bei verschie­denen Punkten noch Nach­bes­se­rungs­bedarf. Das gilt insbe­sondere für die Höhe der Vergütung der statio­nären Hospize und der ambu­lanten Hospiz­dienste. Auch sollten weiter­ge­hende Rege­lungen zur Finan­zierung der Ster­be­be­gleitung in statio­nären Pfle­ge­ein­rich­tungen geschaffen werden. Hierfür werde ich mich auf Bundes­ebene einsetzen."

Die "Woche für das Leben" ist eine gemeinsame Initiative der Deut­schen Bischofs­kon­ferenz und des Rates der Evan­ge­li­schen Kirche in Deutschland. Sie steht in diesem Jahr unter dem Leit­thema: "Sterben in Würde".

Im Frei­staat gibt es bislang 16 stationäre Hospize mit 162 Plätzen sowie ein statio­näres Kinder­hospiz im schwä­bi­schen Bad Grönenbach. In Kürze (24.04.2015) wird im schwä­bi­schen Iller­tissen ein Hospiz eröffnen. Weitere stationäre Hospize in Bayern sind im nieder­baye­ri­schen Nieder­al­teich sowie in Neustadt a. d. Waldnaab in der Ober­pfalz geplant. Das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium fördert den bedarfs­ge­rechten Aufbau statio­närer Hospize mit bis zu 10.000 Euro pro Platz.

Aktuell verfügen in Bayern 94 Kran­ken­häuser über ein pallia­tiv­me­di­zi­ni­sches Angebot. Zudem fördert das Baye­rische Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terium den Aufbau spezia­li­sierter ambu­lanter Palliativ-Teams (SAPV) mit einer Anschub­fi­nan­zierung von bis zu 15.000 Euro pro Team. Bislang gibt es im Frei­staat 32 SAPV-Teams für Erwachsene sowie 4 Teams für Kinder und Jugend­liche. Weitere SAPV-Teams sind im Entstehen, z. B. für das Versor­gungs­gebiet Miesbach/Bad Tölz-Wolfrats­hausen oder Kaufbeuren/Ostallgäu.