Presse­mitteilung

Huml dringt auf deut­liche Korrek­turen am Pflege-TÜV – Bayerns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terin begrüßt Reform­be­reit­schaft bei CDU und SPD

Bayerns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terin Melanie Huml dringt auf deut­liche Korrek­turen am soge­nannten Pflege-TÜV. Huml betonte am Montag in München: "Die aktuelle Reform­be­reit­schaft bei CDU und SPD ist zu begrüßen. Nun muss rasch für umfas­sende Ände­rungen gesorgt werden. Notwendig ist ein Bewer­tungs­system, das sich mehr an den wich­tigen pfle­ge­re­le­vanten Bereichen und der Ergeb­nis­qua­lität ausrichtet – und das die Menschen in der Wahl einer Einrichtung wirklich unter­stützen kann."

Die Minis­terin hatte bereits vor einigen Monaten den Pflege-TÜV scharf kriti­siert. Sie bekräf­tigte am Montag: "Künftig muss statt der Doku­men­tation der Mensch stärker im Mittel­punkt stehen – und die Frage, wie es ihm geht. Die jetzige Regelung ermög­licht kein realis­ti­sches Bild der Qualität einer Pfle­ge­ein­richtung."

Der Pflege-TÜV war am 1. Juli 2009 einge­führt worden. Dabei bewerten die Pfle­ge­kassen mit Noten die Qualität einer Pfle­ge­ein­richtung. Ihre Darstellung in den so genannten Trans­pa­renz­be­richten soll die Leis­tungen von Einrich­tungen der ambu­lanten, teil- und voll­sta­tio­nären Pflege sowie die Qualität dieser Leis­tungen für pfle­ge­be­dürftige Personen und ihre Ange­hö­rigen vergleichbar machen.

Aller­dings fließt vor allem die richtige Doku­men­tation in die Noten ein. Huml betonte: "Zwar ist richtig verstandene Doku­men­tation in der Pflege ein Instrument der Quali­täts­si­cherung. Aber wir müssen kritisch hinter­fragen, was wirklich doku­men­tiert werden muss."

Das Baye­rische Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terium hat bereits Initia­tiven ergriffen, um den Büro­kra­tie­aufwand im Pfle­ge­be­reich zu verringern. Es begleitet das Projekt "ReduDok“ (Redu­zierung der Doku­men­tation) von Einrich­tungs­trägern, der Fach­stelle für Pflege- und Behin­der­ten­ein­rich­tungen (Heim­auf­sicht) München und dem Medi­zi­ni­schen Dienst der Kran­ken­ver­si­cherung (MDK) sowie das entbü­ro­kra­ti­sierte Doku­men­ta­ti­ons­modell der Ombudsfrau für Pflege. Kritisch werden hierbei die Doku­men­ta­tions- und Kommu­ni­ka­ti­ons­struk­turen in Pfle­ge­ein­rich­tungen analy­siert sowie wichtige Anre­gungen zum Büro­kratie-Abbau gegeben.

Huml fügte hinzu: "Das Baye­rische Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terium wird dem Landes­pfle­ge­aus­schuss noch im November die Einrichtung eines Begleit­gre­miums zur Entbü­ro­kra­ti­sierung vorschlagen." Sie unter­strich zugleich: "Der beste Pflege-TÜV sind die Pfle­ge­be­dürf­tigen selbst und ihre Ange­hö­rigen. Sie müssen sich einen eigenen Eindruck bei der Entscheidung für eine Einrichtung verschaffen. Es reicht nicht aus, sich auf Broschüren und Inter­net­auf­tritte zu verlassen."