Presse­mitteilung

Huml fordert bessere Hospiz-Vergütung – Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin: Kassen sollten 100 Prozent der zuschuss­fä­higen Kosten für stationäre Hospize über­nehmen

Bayerns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terin Melanie Huml dringt auf einen deut­lichen Ausbau der Leis­tungen der gesetz­lichen Kran­ken­ver­si­cherung für stationäre Hospize. Huml betonte am Sonntag mit Blick auf die aktuelle Ster­be­hilfe-Debatte: "Künftig sollten 100 Prozent der zuschuss­fä­higen Kosten für stationäre Hospize von den Kran­ken­kassen über­nommen werden. Denn in diesem Bereich ist eine kosten­de­ckende Vergütung besonders wichtig."

Derzeit werden für stationäre Hospize nur 90 Prozent der zuschuss­fä­higen Kosten bei Erwach­senen über­nommen. Bei Kinder­hos­pizen sind es 95 Prozent. Huml forderte: "Die Versorgung am Lebensende muss in der gesetz­lichen Kran­ken­ver­si­cherung verlässlich abge­si­chert sein. Dafür werde ich mich auch in Berlin einsetzen."

Die Minis­terin verwies darauf, dass sie eine orga­ni­sierte Suizid-Unter­stützung ablehnt. Sie unter­strich: "Zu einem entspre­chenden gesetz­lichen Verbot gehört aber zwingend eine Stärkung der Hospiz- und Pallia­tiv­ver­sorgung. Bayern kümmert sich bereits intensiv darum."

Huml bekräf­tigte zugleich: "Es kann zwar extreme Situa­tionen geben, in denen der Wunsch eines Menschen zu sterben größer ist als sein Lebens­wille. Ich halte es aber nicht für richtig, für diese Einzel­fälle den ärztlich assis­tierten Suizid als vermeint­liche Lösung anzu­bieten. Wir müssen in jedem Fall vermeiden, dass Menschen das Gefühl bekommen, der Gesell­schaft zur Last zu fallen – und deshalb den Weg der Ster­be­hilfe wählen."