Presse­mitteilung

Huml fordert offe­neren Umgang mit Demenz – Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin: Den Betrof­fenen ein Leben in der Mitte unserer Gesell­schaft ermög­lichen

Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml fordert einen offe­neren Umgang in der Gesell­schaft mit der Krankheit Demenz. Huml betonte am Sonntag: "Demenz ist eine der folgen­schwersten Alters­krank­heiten. Obwohl immer mehr Menschen daran leiden, wird diese Krankheit noch immer zu sehr tabui­siert. Das muss sich ändern!"

Die Minis­terin verwies darauf, dass am 15. April in München der erste Baye­rische Fachtag Demenz statt­findet. Dabei werden heraus­ra­gende Projekte zur Baye­ri­schen Demenz­stra­tegie vorge­stellt. Huml unter­strich: "Wir brauchen einen Bewusst­seins­wandel im Umgang mit der Krankheit. Für demenz­kranke Menschen muss ein Leben in der Mitte unserer Gesell­schaft möglich sein. Dafür will das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium die erfor­der­lichen Rahmen­be­din­gungen schaffen."

Dem Gesund­heits­report Bayern zufolge leben im Frei­staat derzeit rund 220.000 Menschen mit Demenz. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen. Bis zum Jahr 2020 ist in Bayern mit einem Anstieg der Zahl der Demenz­kranken um rund 20 Prozent auf circa 270.000 zu rechnen, wenn das Erkran­kungs­risiko auf dem bishe­rigen Niveau bleibt. Bis 2032 würde sich in diesem Fall ihre Zahl sogar um mehr als 50 Prozent auf rund 340.000 erhöhen.

Huml betonte: "Die zuneh­mende Anzahl von Menschen mit Demenz ist besorg­nis­er­regend. Mit unserer Baye­ri­schen Demenz­stra­tegie erar­beiten wir deshalb für alle Lebens­be­reiche inno­vative Ansätze und Lösungen. Wir haben neue Wohn­formen für Menschen mit Demenz geschaffen und spezielle Betreu­ungs­an­gebote aufgebaut, um die Betrof­fenen zu unter­stützen und deren Ange­hörige zu entlasten. Darüber hinaus haben wir die Aus- und Fort­bildung der Pfle­ge­kräfte verbessert."

Die Minis­terin ergänzte: "Die Diagnose Demenz ist für Betroffene und Ange­hörige sehr belastend und löst Zukunfts­ängste aus. Die mit der Krankheit einher­ge­henden Wesens­ver­än­de­rungen sind oft befremdlich und können leicht zu Miss­ver­ständ­nissen führen. Es ist deshalb wichtig, Menschen jeden Alters umfassend über das Krank­heitsbild zu infor­mieren. Wir müssen Menschen mit Demenz so annehmen, wie sie sind. Wir müssen ihnen mit Verständnis begegnen – und ihre Würde in allen Phasen der Erkrankung bewahren. Dafür ist eine breite Aufklä­rungs- und Öffent­lich­keits­arbeit notwendig."

So fördert das Baye­rische Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terium unter anderem den "Baye­ri­schen Demenz Survey". Im Zuge des im Februar 2015 gestar­teten Projektes sammelt das Inter­dis­zi­plinäre Zentrum für Health Tech­nology Assessment und Public Health der Friedrich-Alex­ander-Univer­sität Erlangen-Nürnberg in drei baye­ri­schen Regionen (Dachau, Erlangen und Kronach) Informationen darüber, wie Demenz­er­kran­kungen verlaufen und wie die betrof­fenen Personen und deren Ange­hörige im häus­lichen Umfeld versorgt werden.

Huml erläu­terte: "Auf Basis dieser Ergeb­nisse werden Hand­lungs­stra­tegien entwi­ckelt. Der Baye­rische Demenz Survey soll somit einen wesent­lichen Beitrag zur Verbes­serung der Versorgung von Menschen mit Demenz sowie der Situation der pfle­genden Ange­hö­rigen leisten. Das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium fördert das Projekt für den Zeitraum von Februar 2015 bis Dezember 2016 mit über 500.000 Euro."

Darüber hinaus hat das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium beispiels­weise einen Leit­faden für Kran­ken­häuser zur verbes­serten Versorgung von Pati­enten mit Neben­dia­gnose Demenz entwi­ckelt. Zudem werden spezielle Projekte in statio­nären Alten­pfle­ge­ein­rich­tungen gefördert.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

http://www.stmgp.bayern.de/pflege/demenz/index.htm