Presse­mitteilung

Huml setzt auf rasche Reform der Pfle­ge­be­dürf­tigkeit – Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin: Bund kommt Forderung des Frei­staats nach

Bayerns Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terin Melanie Huml setzt auf eine rasche Neuordnung der Pfle­ge­be­dürf­tigkeit in Deutschland. Huml betonte am Dienstag anlässlich eines Besuchs im Kran­kenhaus Vils­hofen: "Ich freue mich, dass Bundes­ge­sund­heits­mi­nister Hermann Gröhe dazu im Sommer einen Geset­zes­entwurf vorlegen wird. Damit kommt der Bund auch einer Forderung Bayerns nach. Besonders wichtig ist mir, dass Menschen mit Demenz künftig die gleichen Leis­tungen wie Menschen mit körper­lichen Beein­träch­ti­gungen bekommen."

Huml fügte hinzu: "Mit der Reform werden die bislang drei Pfle­ge­stufen durch fünf Pfle­ge­grade ersetzt. Die Bedürf­nisse des Einzelnen werden in diesem System stärker berück­sichtigt – und es stehen nicht mehr die rein körper­lichen Beein­träch­ti­gungen und die soge­nannte Minu­ten­pflege im Vorder­grund. Mit dem neuen Begut­ach­tungs­system können wir auf die tatsäch­liche Einschränkung der Selbst­stän­digkeit von Pfle­ge­be­dürf­tigen besser eingehen."

Im Zuge der Reform des Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griffs soll auch der Bedarf an Reha­bi­li­tation besser erfasst werden. Huml unter­strich: "Bayern setzt sich bereits seit langem dafür ein, die Reha­bi­li­tation verstärkt zu unter­stützen. Es gilt immer: Reha vor Pflege! Mit der zweiten Stufe der Pfle­ge­reform muss der Reha­bi­li­tation künftig mehr Aufmerk­samkeit geschenkt werden. Das ist ein ganz wich­tiger Schritt, gerade für die Pfle­ge­be­dürf­tigen."

Bereits am 1.1.2015 ist das erste Pfle­ge­stär­kungs­gesetz in Kraft getreten. Es hat zu zahl­reichen Leis­tungs­ver­bes­se­rungen geführt. Mit dem zweiten Pfle­ge­stär­kungs­gesetz wird der Pfle­ge­be­dürf­tig­keits­be­griff refor­miert und so die Pfle­ge­ver­si­cherung auf eine neue Grundlage gestellt. In Zukunft soll der indi­vi­duelle Unter­stüt­zungs­bedarf jedes Einzelnen im Mittel­punkt stehen. Bei dem neuen Begut­ach­tungs­ver­fahren wird nicht mehr ausschließlich die Zeit gemessen, die zur Pflege benötigt wird. Ermittelt wird die Einschränkung der Selbst­stän­digkeit des betrof­fenen Menschen.