Presse­mitteilung

Huml will Versorgung von Demenz­kranken deutlich verbessern

Gesund­heits­mi­nis­terin stellt beim ersten Baye­ri­schen Fachtag Demenz in München die Vielfalt der im Rahmen der Baye­ri­schen Demenz­stra­tegie statt­fin­denden Projekte vor

Bayerns Gesund­heits­mi­nis­terin Melanie Huml will die Versorgung von demenz­kranken Menschen im Frei­staat deutlich verbessern. Huml betonte am Mittwoch anlässlich des ersten Baye­ri­schen Fachtags Demenz in München: "Die stark zuneh­mende Zahl der Demenz-Erkran­kungen ist besorg­nis­er­regend. Wir müssen sicher­stellen, dass die Betrof­fenen auch in Zukunft eine ange­messene Betreuung und Pflege erhalten können."

Die Minis­terin fügte hinzu: "Im Rahmen der Baye­ri­schen Demenz­stra­tegie gibt es bereits in unter­schied­lichen Lebens­be­reichen Projekte, die wir weiter ausbauen wollen. Mein Ziel ist es, Menschen mit Demenz und ihren Ange­hö­rigen eine größt­mög­liche Lebens­qua­lität zu gewähr­leisten."

Derzeit leben in Bayern etwa 220.000 Menschen mit einer Demenz­er­krankung. Etwa 70 Prozent davon sind Frauen. Der Gesund­heits­report Bayern geht für die nächsten 20 Jahre von einem Anstieg um mehr als 50 Prozent auf rund 340.000 Pati­enten aus, sollte in der Therapie kein Durch­bruch erzielt werden.

Huml, die selbst Ärztin ist, unter­strich: "Wir verstehen Demenz nicht nur als medi­zi­nische und pfle­ge­rische Heraus­for­derung. Denn es gibt kaum einen gesell­schaft­lichen Bereich, der nicht davon berührt wird. Aus diesem Grund sind alle Baye­ri­schen Staats­mi­nis­terien in die Umsetzung der Demenz­stra­tegie einbe­zogen." Die Minis­terin ergänzte: "Unser Ziel ist es, einen Bewusst­seins­wandel im Umgang mit der Krankheit Demenz herbei­zu­führen. Wir wollen die Rahmen­be­din­gungen dafür schaffen, den Erkrankten ein Leben in der Mitte unserer Gesell­schaft zu ermög­lichen."

Im Rahmen der im Jahr 2013 ins Leben geru­fenen Demenz­stra­tegie fördert das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium bereits eine Vielzahl von erfolg­reichen Projekten für Betroffene und Ange­hörige. Unter­stützt werden etwa soge­nannte "Demenz­paten", die sich in ihrem Umfeld ehren­amtlich für eine neue Kultur im Umgang mit Menschen mit Demenz einsetzen

Das mit über 70.000 Euro geför­derte Bewe­gungs­pro­gramm "GESTALT-kompakt" der Friedrich-Alex­ander-Univer­sität Erlangen-Nürnberg wendet sich an ältere Menschen mit erhöhtem Demenz­risiko. Es animiert dazu, sich regel­mäßig körperlich zu bewegen, um so der Krankheit vorzu­beugen.

Hauptziel des Projekts "Menschen mit Demenz im Kran­kenhaus" ist es, konkrete Hilfen für demen­tiell erkrankte Menschen und deren Ange­hörige bei einem Kran­ken­haus­auf­enthalt zu entwi­ckeln und in den Klinik­alltag einzu­führen. Dazu gehören auch entspre­chende Mitar­bei­ter­schu­lungen.

Darüber hinaus fördert der Frei­staat mehr als 500 nied­rig­schwellige Angebote, um die Lebens­be­din­gungen der Betrof­fenen und ihrer Familien zu verbessern. Für die Förderung des Auf- und Ausbaus von nied­rig­schwel­ligen Betreu­ungs­an­ge­boten sowie für Modell­vor­haben zur Erprobung neuer Versor­gungs­kon­zepte und  -struk­turen insbe­sondere für Pfle­ge­be­dürftige mit Demenz­er­krankung stehen jährlich 1,7 Millionen Euro zur Verfügung.

In diesem Jahr neu gestartet ist das vom Baye­ri­schen Gesund­heits- und Pfle­ge­mi­nis­terium geför­derte Forschungs­projekt "Baye­ri­scher Demenz Survey" der Friedrich-Alex­ander-Univer­sität Erlangen-Nürnberg. Im Rahmen dieses Projekts werden Menschen mit Demenz sowie pfle­gende Ange­hörige in drei baye­ri­schen Regionen (Dachau, Erlangen und Kronach) befragt, um Informationen über den Verlauf der Demenz­er­krankung sowie über die Versorgung im häus­lichen Umfeld zu gewinnen.

Huml erläu­terte: "Auf der Basis der gewon­nenen Erkennt­nisse können dann Hand­lungs­stra­tegien entwi­ckelt werden. Das ist ein wesent­licher Beitrag zur Verbes­serung der Versor­gungs­si­tuation von Menschen mit Demenz sowie der Situation der pfle­genden Ange­hö­rigen." Das Baye­rische Gesund­heits­mi­nis­terium fördert das Projekt für den Zeitraum von Februar 2015 bis Dezember 2016 mit über 500.000 Euro.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter:

http://www.stmgp.bayern.de/pflege/demenz/index.htm