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Richtlinie Pflege - WoLeRaF: Demenzsensibler Ausbau von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege

Der Freistaat Bayern fördert den demenzsensiblen Ausbau im Innen- und Außenbereich von Kurzzeit-, Tages- und Nachpflegeeinrichtungen. Träger von eigenständig betriebenen Einrichtungen der Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege können einen Antrag auf Bewilligung einer staatlichen Zuwendung bis zu maximal 75.000 Euro stellen.

Grundlagen und Höhe der Förderung

Im Rahmen einer Projektförderung können pro Projekt bis zu 75.000 Euro für bis zu zwei Jahre für die Errichtung oder von gestalterischen Maßnahmen bei der Umgestaltung von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen für eine demenzsensible Innen- und Außenraumgestaltung gewährt werden.

Die Zuwendung beträgt höchstens 90 Prozent der erforderlichen tatsächlichen Ausgaben.

Es gelten die Nebenbestimmungen für Projektförderungen (ANBestP).

Förderantrag

Jeder Träger von eigenständig betriebenen Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeeinrichtungen, der einen Versorgungsvertrag mit den Pflegekassen nach den §§ 72 ff. SGB XI geschlossen hat oder schließen wird, kann einen Antrag zur Schaffung oder Verbesserung eines demenzsensiblen Lebensumfelds in einer eigenständig betriebenen Einrichtung der Kurzzeitpflege, der Tagespflege oder der Nachtpflege stellen.

Der Antrag ist an die zuständige Regierung, Sachgebiet Wohnungswesen zu richten.

Dem Antrag sind folgende Unterlagen beizufügen:

  • Ausführliche Beschreibung der Maßnahme in freier Form (Gesamtkonzept über das Pflege- und Betreuungsangebot für demenzerkrankte Gäste)
  • Erläuterungsbericht in freier Form über die vorgesehenen Maßnahmen der demenzsensiblen Innen- und Außenraumgestaltung sowie deren baufachliche Umsetzung
  • Nachweis eines bereits bestehenden oder in Aussicht gestellten Versorgungsvertrages mit einer Pflegekasse nach §§ 72 ff. SGB XI
  • Finanzierungsplan für die beantragten Ausgaben

Beispiele für eine Förderung

Gefördert werden können zum Beispiel:

  • baustrukturelle Veränderungen, die der Orientierung, Geborgenheit oder Sicherheit der demenzkranken Pflegebedürftigen dienen
  • die Errichtung einer geschützten Grundstückszufahrt oder eines geschützten Zugangs mit Orientierungshilfen
  • Maßnahmen, die die Orientierung der demenziell erkrankten Menschen steuern, visuelle Barrieren aufheben bzw. vermeiden, zu einer Reduzierung von Angstzuständen beitragen und Geborgenheit vermitteln können
  • Maßnahmen, die der Sinnesanregung dienen und milieutherapeutische Ansätze umsetzen,
  • Maßnahmen aus dem Bereich der intelligenten Assistenzsysteme
  • besonders widerstandsfähige Ausführungen der Installationen im Sanitär- und sichtbaren Heizungsbereich, Gemeinschaftswohnküchen einschließlich der erforderlichen Sicherheits- und Geräteausstattung sowie ortsfestes Gartenmobiliar

Nicht förderfähig sind zum Beispiel:

  • vollstationäre Dauerpflegeeinrichtungen mit situativ belegbaren Plätzen der Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflege
  • mobile Gegenstände, die mit der Gebäude- oder Außenstruktur nicht fest verbunden sind, das heißt entnehm- oder verrückbar im Innen- oder Außenbereich der genannten Einrichtungen verbaut oder beschafft werden
  • Maßnahmen, die im Rahmen der technischen Baubestimmung für barrierefreies Bauen DIN 18040-2:2011-09 vorzusehen sind
  • Ausgaben für ggf. erforderlichen Grunderwerb und Erschließungskosten

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Publikationen zum Thema

  • Förderrichtlinie Pflege (WoLeRaF)