Ärztin kommuniziert mit Patientin über den Bildschirm.

Telemedizin-Projekte in Bayern

Elektronische EKG-Übertragung bei akutem ST-Hebungsinfarkt

Projektbeginn: vor 2012

Projektziel

Ziel ist durch die elektronische Übertragung von EKGs aus den Notarzteinsatzwägen in das Interventionszentrum im Klinikum Augsburg eine schnellere Behandlung von Herzinfarktpatienten im Herzkatheter zu erreichen, was die Überlebensrate der Patienten positiv beeinflusst.

Projektbeschreibung

Der akute Herzinfarkt stellt die führende Todesursache in Deutschland dar. Eine frühestmögliche Diagnosestellung wird durch die Ableitung eines 12-Kanal-EKG durch die Rettungskräfte bzw. den Notarzt am Auffindeort des Patienten gewährleistet. Ziel einer optimalen Versorgung ist die schnellstmögliche Wiedereröffnung des verschlossenen Herzkranzgefäßes mittels Herzkatheter in einem Interventionszentrum, die entscheidend für die Prognose des Patienten ist.

Durch eine leitlinienempfohlene Übertragung des EKG an das Interventionszentrum kann dort bereits die Diagnose bestätigt und simultan zur Anfahrt des Patienten das Katheterlabor und das Interventionsteam vorbereitet werden. Durch dieses Vorgehen wird die Zeit zwischen Arztkontakt und Gefäßwiedereröffnung im Schnitt um 30 Minuten bzw. 25 % verkürzt.
Rettungsdienste, Notärzte, kooperierende Regionalkrankenhäuser können eine optimale Infarktversorgung anbieten. Das 'Heimatkrankenhaus' erhält den bereits schnellstmöglichen und in der optimalen Therapieform (Katheterintervention) versorgten Infarktpatienten absprachegemäß am Tag nach der Akutintervention zuverlegt.
Die logistische Lücke zwischen Infarktversorgung vor Ort und Intervention im Krankenhaus wird durch die telemetrische Daten- und EKG-Übertragung geschlossen. Dadurch wird eine weitere Qualitätssteigerung der Versorgung von Patienten mit akutem Herzinfarkt in Bayern möglich.