Ärztin kommuniziert mit Patientin über den Bildschirm.

Telemedizin-Projekte in Bayern

Förderung des telemedizinischen Konsiliararztsystems 'Pädexpert' in der ambulanten Kinder- und Jugendmedizin - Pädexpert

Projektbeginn: 2012

Projektziel

Ziel des Projektes ist der Aufbau eines telemedizinischen Konsiliararztsystems, das bei schwierigen medizinischen Fragestellungen eine Abstimmung hinsichtlich Diagnostik und Behandlung zwischen den niedergelassenen Allgemeinpädiatern und den Experten der pädiatrischen Subdisziplinen ermöglicht. Durch ein telemedizinisches Konsiliararztsystem in der ambulanten Kinder- und Jugendheilkunde in Bayern kann eine verbesserte Versorgung, insbesondere auf dem Land, gesichert werden. Die Zusammenarbeit zwischen Allgemeinpädiatern und pädiatrischen Subdisziplinen wird intensiviert und strukturiert.

Projektbeschreibung

Grundidee des Projektes ist es, die Zusammenarbeit zwischen hausärztlich tätigen Pädiatern und fachärztlich tätigen Pädiatern zu intensivieren. Für die Patienten bedeutet dies, dass die wohnortnahe pädiatrische Versorgung gestärkt wird und die Kompetenz des Arztes vor Ort kontinuierlich erweitert wird. Dazu wird ein Software-Verfahren entwickelt, an dem sich alle Pädiater in Bayern beteiligen können. Mit Hilfe dieser IT-Lösung kann jeder fachärztlich tätige Experte im Freistaat von einem hausärztlich tätigen Kollegen online konsultiert werden. Der Patient erhält so über seinen pädiatrischen Hausarzt eine zusätzliche Expertenberatung, die bei der weiteren Behandlung hilfreich ist.

Bei Pädexpert werden spezielle Fragestellungen, die über die allgemein-pädiatrische Kompetenz hinausgehen, mit den niedergelassenen Spezialpädiatern der Kollektivversorgung bearbeitet. Für die Online -Beratung sind medizinische Indikationen zu wählen, bei denen eine persönliche Patientenvorstellung zur Konsultation eines Experten nicht unbedingt notwendig ist. Dies ist der Fall, wenn objektive medizinische Daten, wie Anamnese, Laborparameter, bildgebende Diagnostik, klare Symptomkonstellationen, Leitsymptome, etc. den Krankheitsfall ausreichend und zweifelsfrei beschreiben. Um die Qualität der Falldarstellung zu erhöhen, werden standardisierte Algorithmen entwickelt, die nach den Vorgaben der Leitlinien und auch in Absprache mit der jeweiligen Fachgesellschaft erarbeitet und dann regelmäßig aktualisiert werden sollen.

Ein derartiges telemedizinisches Konsiliararztsystem lässt sich grundsätzlich für alle diagnostischen und therapeutischen Arbeitsschritte implementieren, angefangen von der Indikationsstellung, einfachen Basisdiagnostik, erweiterte Diagnostik, Feststellung der Arbeitsdiagnosen, Therapievorschlag, Therapiebegleitung, Verlaufsbeurteilung, Therapieende und Remissionsprophylaxe.

Projektträger

Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte, Landesverband Bayern (BVKJ)

Dr. Martin Lang

Vorsitzender des BVKJ-Landesverbandes Bayern