Patientin mit Impfbuch bei Arzt.

Schutzimpfung: Diphtherie

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die früher als „Würgeengel der Kinder“ gefürchtet war, inzwischen aber bei uns in Bayern dank hoher Impfraten eher selten auftritt. Eine Impfung ist daher wichtig. Bei mangelhaftem Impfschutz der Bevölkerung könnte die Erkrankung wieder verstärkt vorkommen.

Diphtherie ist eine bakterielle Infektionskrankheit. Die Krankheit wird hauptsächlich durch Tröpfcheninfektion, also beispielsweise durch Anhusten oder Anniesen, übertragen. Sie nimmt trotz der heutigen Behandlungsmöglichkeiten vielfach einen schweren, teilweise lebensbedrohlichen Verlauf. Gefürchtet sind insbesondere die Kehlkopfdiphtherie mit Erstickungsgefahr sowie Schädigungen des Herzmuskels, die zum Tod führen können. Die Symptome der Diphtherie werden durch einen Giftstoff (Toxin) des Erregers verursacht.

Wie auch bei einigen anderen Krankheiten gilt: Nur eine vor­ beugende Impfung kann den Einzelnen und die Allgemeinheit wirkungsvoll schützen. Dank der hohen Impfraten ist die Erkrankung inzwischen in Deutschland selten geworden. Damit dies so bleibt, sollten alle weiterhin an den regel­mäßigen Impfschutz denken.

Impfung

Bei der Impfung gegen Diphtherie handelt es sich um einen Toxoidimpfstoff, der zweckmäßigerweise als Kombinationsimpfung injiziert wird. Bei Säuglingen wird zur Grundimmunisierung ein Sechsfachimpfstoff empfohlen, der gleichzeitig gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B gerichtet ist.

Bei Kindern und Erwachsenen wird zur Auffrischimpfung in der Regel ein Kombinationsimpfstoff gegen Diphtherie und Tetanus sowie ggf. gegen Keuchhusten und Kinderlähmung verwendet.

Wer soll sich impfen lassen?

Die Impfung gegen Diphtherie ist für jedermann notwendig. Auch bisher noch nicht oder vor mehr als zehn Jahren geimpfte Erwachsene sollten geimpft werden. Ist eine Reise in ein Endemiegebiet geplant, sollte diese frühestens nach der zweiten Impfung angetreten werden. Endemiegebiete sind zum Beispiel die Russische Föderation, Afghanistan, der indische Subkontinent, Indonesien, die Philippinen und einige afrikanische Länder.

Zeitpunkt der Impfung

Im Säuglingsalter, ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, erfolgt eine dreimalige Impfung im Abstand von mindestens vier Wochen. Diese Grundimmunisierung wird mit der vierten Impfung nach vollendetem 11. bis 14. Lebensmonat abgeschlossen.

Auffrischimpfungen sollten nach dem vollendeten 5. bis 6. Lebensjahr und nach vollendetem 9. bis 17. Lebensjahr durchgeführt werden.

Weitere Auffrischimpfungen werden im Erwachsenenalter nach jeweils zehn Jahren möglichst als Kombinationsimpfung gegen zusätzlich Tetanus und ggf. Keuchhusten und Kinderlähmung empfohlen.

Häufigste Impfreaktionen

Gelegentlich treten Rötung, Schwellung und leichte Schmerzen an der Impfstelle auf. Noch seltener werden Allgemeinreaktionen, wie zum Beispiel Fieber und Kopfschmerzen, beobachtet.