Patientin mit Impfbuch bei Arzt.

Schutzimpfung: Haemophilus influenzae Typ b (Hib)

Bis zur Einführung der Schutzimpfung war das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b der häufigste Erreger der eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis). Hib-Meningitis tritt am häufigsten in den ersten beiden Lebensjahren auf und endet oft tödlich.

Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b (Hib) kann eine Vielzahl von Krankheitsbildern hervorrufen. Es war bis zur Einführung der Schutzimpfung der häufigste Erreger der eitrigen Hirnhautentzündung (Meningitis).

Am häufigsten tritt Hib­-Meningitis in den ersten beiden Lebens­jahren auf, insbesondere bei Säuglingen bis zum sechsten Lebensmonat. Sie kann schwere Störungen des zentralen Nervensystems (Hör­ oder Sprachstörungen, Blindheit, Anfallsleiden und schwerste geistige Behinderung) verursachen. Die Sterb­lichkeit bei dieser Erkrankung ist hoch.

Gefürchtet ist auch eine Entzündung des Kehlkopfes (Hib­-Epiglottitis). Sie wird vor allem bei Kindern beobachtet und ähnelt zu Beginn in ihren Symptomen dem Pseudokrupp.

Seit der allgemeinen Impfempfehlung für Säuglinge in Deutschland 1990 ging diese schwere Erkrankung rasch und deutlich zurück.

Impfung

Es handelt sich um einen Impfstoff mit abgetöteten Erregern (Totimpfstoff), der zweckmäßigerweise als Kombinationsimpfung injiziert wird. Bei Säuglingen wird zur Grundimmunisierung ein Sechsfachimpfstoff empfohlen, der gleichzeitig gegen Diphtherie, Tetanus (Wundstarrkrampf), Pertussis (Keuchhusten), Polio (Kinderlähmung), Hib (Haemophilus influenzae Typ b) und Hepatitis B gerichtet ist.

Wer soll sich impfen lassen?

Gefährdet sind vor allem Säuglinge und Kleinkinder. Sie sollten deshalb möglichst früh geimpft werden!

Zeitpunkt der Impfung

Im Säuglingsalter erfolgt, ab dem vollendeten 2. Lebensmonat, die dreimalige Impfung in der Regel als Sechsfachkombinationsimpfung im Abstand von mindestens vier Wochen. Diese Grundimmunisierung wird mit der vierten Impfung nach vollendetem 11. bis 14. Lebensmonat abgeschlossen.

Eine Nachimpfung bei versäumter Impfung wird bis zum Alter von vier Jahren empfohlen. Danach ist sie nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel bei fehlender Milz, sinnvoll.

Häufigste Impfreaktionen

Die Impfung wird in der Regel sehr gut vertragen. Rötung, Schwellung und leichte Schmerzen an der Impfstelle oder geringe Allgemeinreaktionen wie leichtes Fieber werden gelegentlich beobachtet.