Patientin mit Impfbuch bei Arzt.

Schutzimpfung: Masern

Masern sind eine hoch ansteckende Virusinfektion. Wer sollte sich impfen lassen?

Masern gehören zu den weltweit ansteckendsten Viruskrankheiten. Die Erkrankung beginnt in der Regel mit starken grippeähnlichen Symptomen, nach einigen Tagen entwickelt sich der typische Masernausschlag mit erneutem Fieberanstieg. Begünstigt durch die vorübergehende Schwächung des Immunsystems kommt es bei etwa 10 Prozent der Erkrankten zu Komplikationen.

Am häufigsten sind Mittelohrentzündungen und Lungenent­zündungen. Bei etwa einem von 1.000 Erkrankten wird als seltene Komplikation eine Gehirnentzündung beobachtet, die bleibende Schäden verursachen kann und im schlimmsten Fall tödlich verläuft.

An Masern erkrankte Säuglinge und Kleinkinder haben zudem ein etwas erhöhtes Risiko, an einer besonders seltenen, Jahre später auftretenden Form einer Gehirnentzündung zu erkranken, die schleichend verläuft und tödlich endet.

Die komplikationsreiche Erkrankung Masern lässt sich durch eine hohe Durchimpfungsrate vollständig zurückdrängen, da nur der Mensch Überträger ist. Dieses wichtige Ziel der Welt­gesundheitsorganisation (WHO) haben regional bereits einige Länder, zum Beispiel in Nord­- und Südamerika oder Skandinavien, erreicht. In Deutschland ist dies noch nicht ganz gelungen.

Zur Ausrottung der Masern ist nämlich ein hoher Immunschutz in der Bevölkerung von über 95 Prozent notwendig.

Schulkinder sind in Deutschland inzwischen meist recht gut und vollständig geimpft, jedoch erfolgt die Impfung bei Kleinkindern oft (zu) spät, und insbesondere die wichtige zweite Masernimpfung im Kindesalter fehlt bei vielen Jugendlichen oder jungen Erwachsenen. An Masern erkranken daher übrigens nicht nur ungeimpfte Kinder, sondern auch zunehmend nicht oder nicht ausreichend geimpfte (junge) Erwachsene. Aus diesem Grund empfiehlt die STIKO seit dem Jahr 2010 eine Masernimpfung für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die Impflücken aufweisen.

Impfung

Es handelt sich um einen Lebendimpfstoff, der als Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) oder noch zusätzlich gegen Windpocken (MMRV) verfügbar ist und ent­sprechend den Angaben des Impfstoffherstellers subkutan oder in den Muskel injiziert wird.

Wer soll sich impfen lassen?

  • Alle Kinder möglichst frühzeitig ab dem 11. Lebensmonat.
  • Eine Impfung ist bereits ab einem Alter von 9 Lebensmonaten möglich und empfohlen, wenn Ansteckungsgefahr vorliegt oder das Kind in einer Gemeinschaftseinrichtung betreut wird. Bei Versäumnis einer zeitgerechten Impfung wird eine möglichst rasche Nachholung empfohlen.
  • Alle Erwachsenen, die nach 1970 geboren sind und die in der Kindheit nicht oder nur einmal geimpft wurden beziehungsweise deren Impfstatus unbekannt ist.
  • Neben dem eigenen Schutz sollten insbesondere Erwachsene, die im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen beschäftigt sind, an die Komplettierung des Masernimpf­schutzes zum Schutz vor Übertragung auf die von ihnen betreuten Personen denken.
  • Ungeimpfte oder einmal geimpfte Personen mit Kontakt zu an Masern erkrankten Personen (möglichst innerhalb von drei Tagen).

Zeitpunkt der Impfung

Die Erstimpfung erfolgt zwischen dem vollendeten 11. und 14. Lebensmonat, bei bevorstehendem oder aktuellem Besuch einer Kindertagesstätte bereits ab dem 9. Lebensmonat. Bis zum Ende des 2. Lebensjahres sollten zwei MMR­ bzw. MMRV­ Impfungen durchgeführt sein. Wenn die Erstimpfung vor dem 12. Lebensmonat liegt, muss die zweite MMR-­Impfung bereits zu Beginn des 2. Lebensjahres erfolgen. Die zweite MMR-­Impfung kann bereits vier Wochen nach der ersten Impfung erfolgen und sollte so früh wie möglich durchgeführt werden.

Empfohlen wird die MMR-­Impfung auch für alle nach 1970 geborenen Erwachsenen mit unklarem Impfstatus, ohne MMR­-Impfung oder mit nur einer Impfung in der Kindheit.

Häufigste Impfreaktionen

Die Impfung wird allgemein gut vertragen. Kurz andauernde Rötung und Schwellung an der Impfstelle und Fieber sind wie bei vielen Impfungen als Ausdruck des angeregten Immunsystems möglich. Als Reaktion auf die Impfung können in seltenen Fällen nicht ansteckende Impfmasern mit Fieber und Hautausschlag auf­treten. Der Verlauf der Impfmasern ist aber im Vergleich zu natürlichen Masern wesentlich leichter. Selten werden Fieberkrämpfe beobachtet.

Infektionsschutz – Masern

Weiterführende Links sowie viele weitere Informationen zum Thema Masern, z.B. über Symptome und Krankheitsverlauf, finden Sie in der Rubrik Infaktionsschutz.

Mehr