Patientin mit Impfbuch bei Arzt.

Schutzimpfung: Rotaviren (RV)

Bis zum Alter von drei Jahren haben 90 Prozent der Kinder diese Infektion durchgemacht. Dank der guten medizinischen Versorgung hierzulande sind Todesfälle selten. Gerade für Säuglinge stellen die durch das Virus verursachten Brechdurchfälle allerdings ein nicht zu unterschätzendes Risiko dar.

Rotaviren (RV) sind sehr ansteckend und verursachen Durchfälle und Erbrechen (Gastroenteritis), besonders bei Säuglingen und Kleinkindern. Vor Einführung der allgemeinen Impfempfehlung für Säuglinge im Jahr 2013 haben etwa 90 Prozent aller Kinder diese Infektion bis zum Alter von drei Jahren durchgemacht.

Die durch Rotaviren verursachten Brechdurchfälle können besonders bei Säuglingen in kurzer Zeit zu einem bedrohlichen Flüssigkeits- und Salzverlust führen, welcher im Krankenhaus behandelt werden muss. Jährlich war dies in Deutschland bei etwa 20.000 Kindern nötig. Todesfälle sind jedoch – dank der guten medizinischen Versorgung – selten. Erfahrungen in Ländern, in denen die RV-Impfung schon länger allgemein empfohlen ist (wie USA, Österreich, Belgien) zeigen, dass bei hohen Impfraten auch bei nicht geimpften Personen weniger RV-Infektionen auftreten (Herdenschutz).

Impfung

Seit Juli 2013 wird allen Säuglingen die Impfung gegen Rotaviren ab dem Alter von 6 Wochen empfohlen. Es handelt sich hier um eine Lebendimpfung, die als Schluckimpfung verabreicht wird. Derzeit stehen zwei verschiedene Impfstoffe zur Verfügung, die auch gleichzeitig zur empfohlenen Sechsfachimpfung gegeben werden können. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass beide Impfstoffe schwere Krankheitsverläufe von Rotavirus-Infektionen verhindern können. Je nach Impfstoff sind zwei oder drei Impfdosen im Abstand von mindestens vier Wochen für einen vollständigen Impfschutz notwendig.

Wer soll sich impfen lassen?

Die Schluckimpfung ist für alle Säuglinge möglichst frühzeitig ab dem Alter von sechs Wochen empfohlen.

Zeitpunkt der Impfung

Die erste Schluckimpfung sollte frühzeitig bereits ab dem Alter von 6 Wochen, möglichst spätestens ab dem Alter von 12 Wochen, erfolgen. Die Schluckimpfung kann gleichzeitig mit anderen empfohlenen Impfungen im Säuglingsalter erfolgen. Je nach Impfstoff sind für den vollständigen Impfschutz eine oder zwei weitere Impfungen notwendig, die im Abstand von mindestens vier Wochen durchgeführt werden sollten. Ein früher Beginn (bis spätestens 12. Lebenswoche) und damit rechtzeitiger Abschluss der Impfserie bis spätestens – je nach Impfstoff – zum Alter von 24 Wochen bzw. 32 Wochen ist wichtig, da das Risiko für sehr seltene Komplikationen mit dem Alter ansteigt.

Häufigste Impfreaktionen

Die Schluckimpfung wird allgemein gut vertragen. Es können vorübergehend Fieber, Durchfall oder Erbrechen auftreten. Gelegentlich wurden nach der Impfung Erkältungssymptome und selten Nebenwirkungen wie Blutbeimengungen im Stuhl oder Hautausschlag beobachtet.

Nach der ersten Teilimpfung besteht möglicherweise ein geringfügig erhöhtes Risiko, dass sich ein Darmabschnitt in einen anderen einstülpt, eine sogenannte Invagination. Dabei ist zu beachten, dass bei allen Säuglingen grundsätzlich das seltene Risiko für eine Invagination besteht, welches nach Impfung möglicherweise minimal ansteigt. Es ist daher grundsätzlich und auch innerhalb einer Woche nach der Impfung wichtig, bei Anzeichen, die auf eine Invagination hindeuten, zum Beispiel starke Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen oder blutige Stühle, umgehend einen Arzt aufzusuchen.