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Infektionsmonitor Bayern

Das bayerische Gesundheitsministerium informiert Sie zu aktuellen Infektionskrankheiten und klärt Sie über Schutzmaßnahmen auf.

Hantavirus

Die Rötelmaus überträgt den Hantavirus.
Rötelmaus

Hantavirus-Infektionen in Bayern

Seit Beginn des Jahres 2017 wird ein erhöhtes Auftreten von humanen Hantavirus-Infektionen in Deutschland, besonders in Süddeutschland, festgestellt. Auch in Bayern wurden bisher deutlich mehr Hantaviruserkrankungen als im gleichen Zeitraum des Vorjahres 2016 gemeldet. Betroffen sind bisher vor allem die Regionen Unterfranken und der Bayerische Wald. In Deutschland herrscht der Serotyp Puumalavirus vor. Das Vorkommen von Hantavirusinfektionen beim Menschen steht in engem Zusammenhang mit der Populationsgröße der Reservoirtiere. In Deutschland werden krankmachende Hantaviren vor allem von Rötelmäusen und Brandmäusen auf den Menschen übertragen. Mögliche weitere Virusreservoire sind die Gelbhalsmaus, Feldmaus, Erdmaus und die Wanderratte.

Stand der Information: 27.07.2017

Wie kann man sich mit Hantaviren anstecken?

Die infizierten Nager erkranken selbst nicht, scheiden aber große Virusmengen mit Kot, Urin oder Speichel aus. Der Mensch infiziert sich durch Schmierinfektionen über die Hände nach Kontakt mit lebenden oder toten Nagetieren bzw. deren Ausscheidungen oder wenn kontaminierter Staub aufgewirbelt wird und die Erreger dabei eingeatmet werden. Eine Übertragung von Hantaviren von Mensch zu Mensch findet bei den in Europa vorkommenden Virustypen nicht statt.

Wie kann man eine Erkrankung durch das Hantavirus-Virus erkennen?

In vielen Fällen verläuft eine Infektion mit Hantaviren beim Menschen unbemerkt, d.h. ohne Symptome oder der Krankheitsverlauf ist so leicht, dass die Infektion dem Betroffenen gar nicht auffällt. Der in Deutschland dominierende Hantavirustyp „Puumala“ verursacht eine relativ milde Form eines hämorrhagischen Fiebers, bei dem es selten zu Komplikationen kommt. Mögliche Symptome sind grippeähnliche Symptome und plötzliches Fieber (über 38,5 °C) sowie Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Es kann zur Beeinträchtigung der Nierenfunktion bis zum Nierenversagen kommen, selten zur Beteiligung der Lunge oder deutlich sichtbaren, äußeren Blutungen. Wir empfehlen Ihnen bei entsprechendem Verdacht einen Arzt zu konsultieren. Die Diagnose einer Hantavirus-Infektion wird in der Regel anhand des Krankheitsbildes, der Blut/Urinwerte und des Nachweises von Antikörpern gegen Hantaviren im Blut gestellt (sog. IgM- und IgG-ELISA).

Wie kann man sich vor einer Hantavirusinfektion schützen?

  • Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen sollten vermieden werden.
  • Besondere Vorsicht ist bei Tätigkeiten in Räumen (Schuppen, Keller, Dachböden, Gartenhäuschen), in denen Mäuse hausen, aber auch im Freien z.B. bei Kompost- oder Holzarbeiten, Ausbringen von Gartenerde oder Nagetierbissen geboten.
  • Staubentwicklung sollte bei Reinigungsarbeiten in kontaminierten Räumen durch vorheriges Befeuchten vermieden werden.
  • Kann eine Staubentwicklung nicht vermieden werden, oder liegt ein sichtbarer Mäusebefall vor, sollten Einweghandschuhe und eine Atemschutzmaske getragen werden.
  • Bei Entsorgung von Nagetierkadavern und Exkrementen sollten diese vorher mit Desinfektionsmitteln benetzt werden.
  • Mäuse und Ratten in Wohn- und Arbeitsstätten sollten entsprechend bekämpft werden.
  • Lebensmittel und Abfälle sollten vor Nagetieren geschützt aufbewahrt werden.
  • Vor dem Betreten von Räumen, in denen Mäuse gehaust haben, gut lüften und ggf. Atemschutzmasken tragen.

Weitere Informationen:

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