Mädchen mit Kopfhörern.

Hör- und Lärmschutz – earaction – Is it loud?

Das menschliche Gehör ist ununterbrochen im Einsatz. Selbst im Schlaf werden Geräusche wahrgenommen. Erfahren Sie hier, wie unser Ohr funktioniert und wie Sie sich vor Schädigungen durch Lärm schützen können.

Das menschliche Gehör macht keine Pause. Selbst im Schlaf funktioniert das Gehör als Warnsystem, indem es manche Geräusche wahrnimmt und andere herausfiltert. Hören heißt nicht nur Sprache und Umwelt wahrzunehmen. Schädigungen des Gehörs können neben der Schwerhörigkeit auch zu Gleichgewichtsproblemen und Schwindel führen. Lautstärke, Stress oder übertriebene Hygiene können das Gehör zum Teil sogar dauerhaft schädigen.

Die Gefahr für das Gehör bei Konzerten und Besuchen in Diskos wird oft unterschätzt. Auch der übertriebene Gebrauch von MP3-Playern kann unangenehme Folgen haben. Immer häufiger sind junge Menschen von Lärmschwerhörigkeit betroffen.
Klaus Holetschek, Staatsminister

Das Ohr

Klicken Sie mit der Maus in die Zeichnung, um Informationen zu Namen und Funktion des jeweiligen Bereichs sowie zu Beschwerden und Erkrankungen zu erhalten.

Querschnitt durch das menschliche Ohr

Ohrmuschel - interner LinkOhrmuschel - interner LinkGehörgang - interner LinkGehörgang - interner LinkTrommelfell - interner LinkTrommelfell - interner LinkPaukenhöhle - interner LinkPaukenhöhle - interner LinkOhrtrompete - interner LinkOhrtrompete - interner LinkSchnecke - interner LinkSchnecke - interner LinkHörnerv - interner LinkHörnerv - interner LinkBogengänge - interner LinkBogengänge - interner LinkSteigbügel - interner LinkSteigbügel - interner LinkAmboss - interner LinkAmboss - interner LinkHammer - interner LinkHammer - interner LinkSchädelknochen - interner LinkSchädelknochen - interner Link

Das Gehör

Testen Sie Ihr Gehör! Finden Sie heraus, wie unterschiedlich Sie Tonhöhen wahrnehmen und erfahren Sie, wie dramatisch sich Hörschäden auswirken. Wir empfehlen Ihnen bei diesen Hörversuchen Kopfhörer zu verwenden.

Vorsicht! Bei den Ohrexperimenten muss die Systemlautstärke gezielt eingestellt werden. Für Schäden durch unsachgemäße oder eigenmächtige Einstellungen haftet ausschließlich der Anwender!

Referenzton und Grundeinstellungen für Hörversuche und Hörtest

Damit die Hör- und Schalldemos in etwa in der angegebenen Lautstärke (Dezibel) über Ihre Ohrhörer auch ausgegeben werden, muss die System- bzw. Programmgrundlautstärke auf etwa 50 Prozent eingestellt werden. Der abspielbare Referenzton ist dann etwa 40 Dezibel laut und sollte in ruhiger Umgebung zwar leise aber schon gut zu hören sein.

Stimmt das nicht, können Sie die Systemlautstärke so nachstellen, dass Sie den Referenzton zwar leise aber schon gut hören.

Wenn ein Pegelmessgerät verfügbar ist, kann man die Systemlautstärke genau so einstellen, dass der Testton mit einem Ohrhörer beim Messgerät die Anzeige 40 Dezibel erzeugt.

MP3-Player Messung

Das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung verleiht Hörtestgeräte an Schulen, mittels derer die Schallpegel von MP3- Playern gemessen werden können. Weitere Informationen dazu erhalten sie hier.

Die Hochschule München hat ein vereinfachtes Messsystem für MP3-Player entwickelt, das bei dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit ausgeliehen werden kann.

Hörschaden

Eine wichtige Erkenntnis ist, dass sich Musik, Sprache und Geräusche aus unterschiedlichen Tönen (Frequenzen) zusammensetzen. Da eine Lärmschädigung vor allem bestimmte Frequenzbereiche betrifft, wird dadurch beispielsweise die Sprachverständlichkeit stark beeinflusst.

  • 01 Krankheit

    Krankheiten und Beschwerden des Ohrs

    Tinnitus

    Wodurch kommt’s?

    Ein Tinnitus kann viele verschiedene Ursachen haben. Meist ist weder eine Ursache noch ein Auslöser nachweisbar (idiopathischer Tinnitus). Tinniti können auch Folge übermäßiger Lärmbelastung sein.

    Inwieweit Stress, Angst, Überforderung oder psychische Erkrankungen zu einem Tinnitus führen, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend geklärt. Rund die Hälfte der Erkrankten mit einem chronischen Tinnitus berichtet von erheblicher Stresseinwirkung.

    Der objektive Tinnitus kann gemessen werden. Es handelt sich entweder um Strömungsgeräusche von Blutgefäßen durch Verengungen oder klickende Töne, die durch Muskelzuckungen im Mittelohr oder Gaumen entstehen. Andere Ursachen können Herzklappenerkrankungen, Blutarmut oder ein Tumor im Bereich der Kopfschlagader sein.

    Woran erkenne ich’s?

    Dauerton im Ohr (Rauschen, Pfeifen, Sausen, Klingeln) ohne äußere Geräuschquelle

    Wie kann man’s heilen?

    Verhaltensänderung, Erlernen von Techniken, den Dauerton zu überhören

  • 02 Krankheit

    Krankheiten und Beschwerden des Ohrs

    Mittelohrentzündung

    Wodurch kommt’s?

    Ursache der akuten Mittelohrentzündung ist in achtzig Prozent der Fälle ein Virus-Infekt der Schleimhäute der oberen Atemwege. häufige Erreger sind beispielsweise Rhinoviren, Influenza (Gripp)-Viren. Allerdings können sich dabei rasch die im Nasen-Rachne-Raum und in den Tuben vorkommenden Keime vermehren. So entsteht darüber hinaus eine bakterielle Infektion

    Woran erkenne ich’s?

    Stechende Schmerzen im Ohr, Druck- und Völlegefühl im Ohr, Hörminderung und möglicherweise auch Ohrgräusche (Tinnitus) sowie Schwindelgefühle

    Wie kann man’s heilen?

    Arzt aufsuchen, üblicherweise werden abschwellende Nasensprays oder Nasentropfen und entzündungshemmende und schmerzstillende Medikamente verabreicht, auch Antibiotika können angebracht sein.

  • 03 Krankheit

    Krankheiten und Beschwerden des Ohrs

    Hörsturz

    Wodurch kommt’s?

    Stress, Flüssigkeitsmangel, schlechte Durchblutung, die zu Sauerstoffmangel führt, die Haarzellen verhungern

    Woran erkenne ich’s?

    Schlechteres Hören, zunächst nur bei tiefen Tönen

    Wie kann man’s heilen?

    Ja, wenn der Hörsturz rechtzeitig möglichst in den ersten vierundzwanzig Stunden medikamentös durch den Ohrenarzt therapiert wird – deshalb sofort zum Ohrenarzt! Liegen bestimmte Ursachen vor, kommt eventuell auch eine hyperbare Sauerstofftherapie (Überdruckkammer) in Frage. Gleichzeitig ist es bereits im akuten Stadium sinnvoll, gezielt zu entspannen und Stress abzubauen.

    Der Betroffene muss zur Ruhe kommen, weil jeder Stress zu einer Verschlechterung der Situation führen würde!

  • 04 Krankheit

    Krankheiten und Beschwerden des Ohrs

    Knalltrauma

    Wodurch kommt’s?

    Trommelfellriss, Bruch der Gehörknöchelchen, Schädigung der Haarzellen, lauter Knall wie etwa Pistolenschuss oder Schlag auf’s Ohr

    Woran erkenne ich’s?

    Schlechteres Hören, Ohrensausen, Gefühl wie Watte im Ohr

    Wie kann man’s heilen?

    Hängt von der Schwere des Schadens ab; Innenohrschäden meistens nicht

  • 05 Krankheit

    Krankheiten und Beschwerden des Ohrs

    Partysyndrom

    Wodurch kommt’s?

    Beginnender Lärmschaden, meist durch Dauerlärm (Mp3-Player, Disco, etc.), seltener durch Knall oder Explosion

    Woran erkenne ich’s?

    Schlechter Hören bei Hintergrundgeräuschen

    Wie kann man’s heilen?

    Heilen nein, nur stoppen durch bewussten Umgang mit der Lautstärke

  • 06 Krankheit

    Krankheiten und Beschwerden des Ohrs

    Vertäubung

    Wodurch kommt’s?

    Ursache der vorübergehende Hörschwellenverschiebung (Vertäubung) ist eine längere, laute Schalleinwirkung mit mehr als 80 dB(A)

    Woran erkenne ich’s?

    Dumpfes Hören, manchmal Ohrgeräusche wie Pfeifen oder Rauschen

    Wie kann man’s heilen?

    Unbedingt Ruhe und wenn die Symptome mehrere Stunden anhalten sofort zum Arzt

Risiko

Verminderte Hörfähigkeit, beispielsweise nach einem lauten Konzertbesuch, kann verschiedene Gründe haben. Gehörtechnisch ist insbesondere die Dosis der Geräusche ausschlaggebend. Relevant ist die Dauer, über die Ihr Gehör den Geräuschen ausgesetzt war, sowie die Lautstärke der Geräusche.

Bei einer Verdoppelung der Schallenergie (d.h. wenn sich der Pegel um nur 3 dB erhöht) und gleichzeitiger Halbierung der Einwirkzeit, bleibt die Wirkung (Dosis) auf das Gehör nahezu gleich. Wissenschaftlichen Erkenntnissen zufolge besteht zunehmende Gefahr für die Ohren, wenn sie acht Stunden und länger pro Tag einem Wert von mehr als 85 Dezibel ausgesetzt sind.

Einem Schallpegel von 100 dB – das ist zum Beispiel der Durchschnittswert, der in Diskotheken erreicht wird – sollte das Ohr maximal 15 Minuten täglich ausgesetzt werden.

Vorsorge und Schutz

  • Gehörschutz.

    Gehörschutz.

    Wie können Sie vorbeugen?

    Dämmung, Dämpfung, Kapselung

    Der wirksamste Schallschutz kann erreicht werden, wenn die Lärmquelle eingekapselt oder die Schallausbreitung behindert wird. Hierfür gibt es verschiedene Dämm- und Dämpfungsmaterialien.

    Informationen hierzu erhälten Sie beim Lautsprecherzubehör, im Baumarkt oder bei den Akustikspezialisten.

  • Konzert.

    Konzert.

    Wie können Sie vorbeugen?

    Lärmquelle und Lärmpause

    Abstand zur Lärmquelle

    Stellen Sie sich in der Disco/auf dem Rockkonzert nicht direkt neben oder vor die Boxen. Je größer die Entfernung, desto besser ist das für Ihre Ohren! Abstand verdoppeln reduziert den Pegel um 6 dB. Abstand verdoppeln reduziert den Pegel um 6 db. Benutzen Sie einen Gehörschutz (zum Beispiel Schaumstoff-Ohrstöpsel).

    Lärmpause

    Wenn Sie glauben, mit dem Lärm ist es wie mit der Müdigkeit („eine kurze Pause und ich bin wieder fit“), dann haben Sie sich getäuscht! Eine kurzzeitige Erholung in leiser Umgebung bringt Ihren Ohren nur wenig.

    Also gönnen Sie ihnen ihre wohlverdiente lange Pause!

    Musik leiser machen

    Machen Sie Ihre Musik nicht zu laut und hören Sie lieber über Lautsprecher als über Kopfhörer.

    Nicht vergessen: Halb so laut Musik hören, ist zehnmal mehr Schutz für Ihre Ohren

  • Jugendlicher beim Ohrenarzt.

    Jugendlicher beim Ohrenarzt.

    Wie können Sie vorbeugen?

    Hörtest und Arztbesuch

    ACHTUNG

    Mittelohrentzündungen oder ähnliche Erkrankungen müssen rechtzeitig und richtig behandelt werden und Sie sollten auch dann zum Ohrenarzt gehen, wenn Sie das Gefühl haben, die anderen nuscheln und Sie hören irgendwie anders.

  • Frau mit einem Wasserglas.

    Frau mit einem Wasserglas.

    Wie können Sie vorbeugen?

    Flüssigkeitszufuhr

    Denken Sie daran, ausreichend zu trinken. Aber bedenken Sie: Durch Flüssigkeitsaufnahme wird Ihr Blut verdünnt und damit die Durchblutung Ihrer Haarzellen in der Schnecke verbessert.

Auf der Seite des Bayerischen Staatsministeriums für Umwelt und Verbraucherschutz finden Sie aktuelle Verordnungen und Gesetze zum Thema Lärmschutz in Bayern.

Projekt earaction

Earaction wurde im Jahr 2003 von der damaligen Fachhochschule München (Projektleiter Professor Bernhard Kurz) und unter Förderung des damaligen Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit, Ernährung und Verbraucherschutz entwickelt.

Im Juli 2004 wurde die erste earaction-Version vorgestellt.

Seit Januar 2005 ist earaction über das Internet verfügbar. Es wird betreut vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege in Kooperation mit Professor Bernhard Kurz.

Publikationen zum Thema

  • Fenster mit sehr gutem Schall- und Wärmeschutz – Klima schützen – Kosten sparen

  • EG-Umgebungslärmrichtlinie

  • Parkplatzlärmstudie