Pressemitteilung
13.11.2025
Nr. 220
Gerlach will Suchthilfe weiter verbessern – Bayerns Präventionsministerin übernimmt Schirmherrschaft für DigiSucht in Bayern
Bayerns Gesundheits- und Präventionsministerin Judith Gerlach will die Suchthilfe in Bayern weiter verbessern. Darauf hat die Ministerin anlässlich der Übernahme der Schirmherrschaft über die digitale Suchtberatung „DigiSucht“ in Bayern am Donnerstag hingewiesen.
Die Ministerin betonte: „Gerade bei Fragen und Problemen im Zusammenhang mit dem oft schambesetzten und stigmatisierenden Thema Sucht bietet das Internet in seiner Anonymität einen besonders niedrigschwelligen Zugang zu Hilfen. Genau hier setzt die Plattform ‚DigiSucht‘ an und bietet suchtgefährdeten und suchtkranken Menschen und deren Angehörigen anonymen und sicheren Zugang zu digitaler Suchtberatung. Der Kontakt ist dabei zeitlich und örtlich flexibel.“
Gerlach unterstrich: „Es ist wichtig, dass wir im Bereich der Sucht unsere Kräfte bündeln und passgenaue Unterstützung anbieten. In Zusammenarbeit mit der Landesstelle für Glücksspielsucht in Bayern werden wir das Angebot von ‚DigiSucht‘ auch um das Thema Glücksspiel nochmals verstärken.“
Bisher hat die Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern (LSG) unter der Website https://playchange.de/ Online-Beratungen zu glücksspielbezogenen Problemen angeboten. Indem „PlayChange“ künftig über „DigiSucht“ organisiert und damit noch sichtbarer wird, können Synergieeffekte genutzt und mehr Menschen erreicht werden. Hilfesuchende können zukünftig die Glücksspielberatung sowohl unter https://playchange.de/ als auch unter https://www.suchtberatung.digital/ erreichen, wodurch die Schwelle noch weiter sinkt, Hilfe in Anspruch zu nehmen.
Der Geschäftsführer der Landesstelle Glücksspielsucht in Bayern, Konrad Landgraf, sagte: „‚PlayChange‘ ist ein sehr erfolgreiches Projekt der LSG. Dank des Zusammenschlusses mit ‚DigiSucht‘ können wir künftig noch mehr Menschen mit glücksspielbezogenen Problemen erreichen – sowohl direkt Betroffene als auch deren Angehörige.“
Die Ministerin erläuterte: „Unsere Beratungsplattform ‚DigiSucht‘ Bayern wird sehr gut angenommen. Seit dem Start im Jahr 2022 haben sich bis 30. September 2025 über 4.500 Menschen auf der Plattform registriert. Hier bekommen Suchtkranke und ihre Angehörigen ein umfassendes niedrigschwelliges digitales Hilfsangebot. Bei über der Hälfte konnten wir direkten Kontakt zu den Hilfesuchenden herstellen und das Beratungsangebot wurde angenommen. Dabei beteiligen sich nahezu alle bayerischen Suchtberatungsstellen auf der Plattform. Zudem hat das Bayerische Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung am Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit über 300 Beraterinnen und Berater in der Anwendung der Plattform sowie zu digitaler Suchtberatung geschult.“
Die „DigiSucht“-Plattform wird in Bayern vom Bayerischen Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung (ZPG) am LGL in Zusammenarbeit mit der Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe (KBS) koordiniert. Unabhängig von der Art des Suchtproblems kann die Plattform zu Beratungszwecken genutzt werden. Per E-Mail oder in Text- und Video-Chats können Betroffene sowie Angehörige mit professionellen Suchtberaterinnen und -beratern der psychosozialen Suchtberatungsstellen in Kontakt treten. Neben der Übermittlung von Nachrichten können auch Termine für einen direkten Austausch per Text- oder Video-Chat gebucht werden. Auch hybride Beratungskonzepte aus digitaler und analoger Beratung vor Ort (sogenanntes Blended Counseling) sind möglich.
Unter https://www.suchtberatung.digital/ ist die Beratungsplattform „DigiSucht“ seit Oktober 2022 erreichbar. Eine bundeslandspezifische Zuordnung erfolgt durch Abfrage der Postleitzahl.
