Ältere Dame sprengt den Rasen im Garten.

Für Seniorinnen und Senioren - Gesundheit im Alter

Mit zunehmendem Alter verändern sich unsere Bedürfnisse und Wünsche. Die eigene Gesundheit und damit auch größtmögliche Selbstbestimmtheit zu erhalten, ist eines der Hauptziele. Diese Themen sind auch ein wichtiges Anliegen der bayerischen Gesundheitspolitik.

Die Lebenserwartung hierzulande steigt und wird weiter zunehmen. Schon in wenigen Jahren ist ein Drittel von uns über 60 Jahre alt. Gleichzeitig nimmt die Zahl der Hochbetagten zu. Die Mehrzahl der Kinder, die heute geboren werden, wird mit großer Wahrscheinlichkeit 80 Jahre und länger leben – eine glückliche Entwicklung.

Die Menschen sollen stärker als bisher selbst entscheiden können, wo und wie sie im Alter leben wollen.
Melanie Huml, Staatsministerin

Mehr Raum für…

Was macht ein gutes Leben im Alter aus? Wie nutzen Menschen ab 65 Jahren ihren neu gewonnenen Freiraum? Und wie bleiben sie möglichst lange gesund?

Aktives Leben

Bewegung – Mehr Freiraum für neuen Schwung

Wer kennt es nicht? Man kommt beim Radfahren ein wenig ins Schwitzen und schon fühlt man sich danach besser.
Unser Herz- Kreislauf-System wird gestärkt und die kräftigeren Muskeln verbessern unsere Beweglichkeit und verringern die Verletzungsgefahr – zum Beispiel bei Stürzen. Egal ob Nordic Walking, Wandern, Schwimmen, Tai Chi oder Tanzen – alles, was Spaß macht, ist geeignet, solange man es nicht übertreibt, ausreichend trinkt und sich genügend Ruhepausen gönnt.

Ernährung

Mehr Freiraum für gesunden Genuss

Der Blick in den Spiegel beweist: Unser Körper sieht im Laufe unseres Lebens immer wieder anders aus. Doch nicht nur das, er ändert auch seine Bedürfnisse. So brauchen wir ab 65 Jahren zum Beispiel weniger Energie, da die Muskelmasse geringer wird und der Fettanteil im Körper steigt. Essen wir unser Leben lang gleich viel, nehmen wir also automatisch zu – eine Gemeinheit der Natur. Auch unsere Verdauung sowie der Geschmacks- und Geruchssinn ändern sich. Wenn wir ausreichend Wasser trinken (etwa 1,5 Liter täglich), genug Nährstoffe durch Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, pflanzliche Öle und Fisch zu uns nehmen und unser Essen statt mit Salz öfter mit Kräutern würzen, bleiben wir nachweislich länger gesund. Und fühlen uns darüber hinaus viel wohler in unserer Haut. Auch der maßvolle Umgang mit Alkohol und der Verzicht auf das Rauchen helfen, fit zu bleiben.

Familie und Freunde

Mehr Freiraum für gemeinsamen Austausch

Die Familie, Freunde oder der Kontakt zu ehemaligen Arbeitskollegen machen einen wichtigen Teil der Lebensqualität im Alter aus. Der Austausch mit vertrauten Menschen, Unternehmungen mit Gleichgesinnten sowie die Rücksichtnahme und die Verantwortung für andere tragen nicht nur zu einem sinnerfüllten, sondern auch zu einem gesunden Leben bei. Das soziale Eingebundensein fördert die psychische und physische Gesundheit, etwa den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten und der Selbstständigkeit. Auch die Lebenserwartung wird positiv beeinflusst. Dabei geht es nicht immer darum, möglichst viele, sondern gute und vertrauensvolle Kontakte zu pflegen, auch eine einzelne Vertrauensperson kann da schon ausreichen. Die Familie, die Enkel, Ausflüge mit Freunden oder Engagement in Vereinen sind gute Anlaufstellen, um Anschluss zu finden und sich mit anderen auszutauschen.

Freiheit im Denken

Mehr Freiraum für ein positives Lebensgefühl

Auch wenn wir erwachsen sind und sich unser Leben vermeintlich nicht mehr großartig ändert, gleicht kein Tag dem anderen. Wenn wir uns dessen bewusst sind, bekommt das Leben einen weiteren Winkel, tun sich neue Perspektiven und Möglichkeiten auf, verändern sich Lebensweisen, bekommt unser Gehirn frische Nahrung, die es manchmal erst verdauen muss. Kreativität, Selbstwahrnehmung, Offenheit, ein Interesse für unser Umfeld, Begegnungen mit Menschen und mit sich selbst, das spielerische Annähern an neue Herausforderungen ohne Druck und Stress halten unseren Geist und unseren Körper fit. Und auch Bewegung, eine ausgewogene, leicht verdauliche Ernährung und ausreichend Flüssigkeit wirken sich positiv auf unser Gehirn aus.

Seniorinnen und Senioren, die Mut machen

  • Heinrich Schardt

    Heinrich Schardt

    Heinrich Schardt:

    „Nach dem Sport hat man einiges im Kopf gelöst.“

    Früher durfte es gern ein bisschen länger und ein bisschen mehr von allem sein. Zwei Marathons zum Beispiel. Oder Ehrgeiz und Stolz. Heute will Heinrich Schardt aus Ingolstadt keine Rekorde mehr brechen, sondern seinen Körper auch mit 65 Jahren einfach nur beweglich und fit halten, damit er seinen Alltag möglichst lange selbstbestimmt bewältigen kann. Dank der Kneipp- und Gymnastikkurse, die der passionierte ehemalige Läufer und gebürtige Oberpfälzer fast täglich leitet, bleibt der Rentner am Ball und tauscht sich regelmäßig mit Gleichgesinnten aus. Auch als es Schardt aufgrund von Mobbingproblemen am Arbeitsplatz psychisch schlecht ging, hat ihn die regelmäßige Bewegung aus seinem Tief geholt. Heute fühlt er sich trotz leichter Arthrose in den Knien und in der Schulter wie 40. Und wenn der Bauch wegen der täglichen Übungen in Form bleibt, stört ihn das auch nicht.

  • Edith Zapf:

    „Mein ganzes Leben erinnert mich daran, gesund zu bleiben.“

    Edith Zapfs Leben nahm von einem Tag auf den anderen eine Wendung. Sie gab das Geschäft auf, pflegte ihre kranke Mutter und erkannte auf einmal, dass es so nicht mehr weitergehen konnte. Denn sie war es, die nicht mehr konnte. Seit dem frühen Burnout brachte die heute 72-jährige Rentnerin aus Rehau in Oberfranken ihr Leben wieder in Ordnung, indem sie sich Zeit nahm und sich daran erinnerte, was im Leben wirklich zählt. Dazu gehört auch eine gute, gesunde Ernährung. Vor allem natürliche Lebensmittel wie Obst, Gemüse und Kräuter sind ihr wichtig, aus dem eigenen Garten, immer frisch zubereitet und am liebsten im Kreise der Familie verzehrt. Dann darf es auch mal ein Stück Kuchen sein. Auch die Arbeit in der Natur, ihr Interesse für Heilkräuter und die tägliche Stunde Yoga halfen ihr dabei, ihren neuen Alltag zu festigen. Der Wunsch, ihre Ärztin möglichst selten sehen zu müssen, geht bis heute ganz gut auf.

  • Reinhard Rahm

    Reinhard Rahm

    Reinhard Rahm:

    „Was Schöneres gibt es eigentlich nicht.“

    Die meisten der Herren, die sich manchmal zu Kaffee, Kuchen und belegten Brötchen treffen, kennen sich seit ihrer Jugend. Sie tragen das gleiche Hemd, sie sind Mitglieder desselben Gymnastikvereins. Einer von ihnen ist Reinhard Rahm, 67-jähriger Rentner aus Regnitzlosau in Oberfranken. Tatsächlich verbindet die Männer noch mehr als der wöchentliche Gymnastikkurs, sie unternehmen Rad- und Wanderausflüge, singen zusammen und helfen sich im Alltag gegenseitig aus. Und wenn es darum geht, die Requisiten für den Abenteuertag herzustellen, der einmal jährlich für die Kinder auf der Wiese seiner Schwägerin nebenan stattfindet, hat Rahm ebenfalls ein tolles Team, das zusammen anpackt. Der dreifache Familienvater und Ehemann hat gerne die ganze Familie um sich – und dann und wann aber auch gern mal seine Ruhe, um seinen Hobbys in der Werkstatt nachzugehen.

  • Esther Singer-Solger

    Esther Singer-Solger

    Esther Singer-Solger:

    „Für mich ist jeder Tag neu.“

    Die Kinder sind mittendrin in der Geschichte, wenn die 68-jährige Dame mit den weißen Haaren vorne im Klassenzimmer von den Bremer Stadtmusikanten erzählt. Diese Geschichten, vor allem Märchen, faszinieren Esther Singer-Solger aus dem niederbayrischen Aldersbach schon seit ihrer Kindheit. Heute gibt sie diese in Märchenstunden, bei Kirchenführungen, bei ihrer Hospizarbeit und in selbst geschriebenen Texten gerne an junge und ältere Menschen weiter. Die Freiheit im Denken und die unstillbare Neugierde treiben sie an. Und diese Begeisterung ist ansteckend. Körperlich muss die Rentnerin, die eigentlich nie in Rente gegangen ist, dagegen sehr auf sich achten, Sport ist nur sehr eingeschränkt möglich. Die Beweglichkeit im Kopf dagegen ist grenzenlos. „Man sollte sich nie als fertig betrachten“, meint die lebensfrohe gebürtige Freisingerin, Mutter, Ehefrau, Telefonseelsorgerin und noch so einiges mehr.

Die kompletten (Lebens-)Geschichten unserer vier Protagonisten, sowie spannende Informationen zum Thema stehen Ihnen zum Download zur Verfügung:

Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter.

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Spot zur Jahresschwerpunktkampagne 2017/18  „Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter“

Eine Gesellschaft des Langen Lebens

Auf die Gesellschaft des „Langen Lebens“ müssen sich auch Prävention und Gesundheitsförderung einstimmen. Ältere Menschen sind eine vielfältige Gruppe mit unterschiedlichen gesundheitlichen Voraussetzungen, Möglichkeiten und Bedürfnissen. Diese Vielfalt muss angemessen berücksichtigt werden. So gesund wie möglich älter zu werden und das Leben selbstbestimmt gestalten zu können, hat höchsten Einfluss auf die Lebensqualität.

Dafür setzte sich Gesundheitsministerin Melanie Huml 2017/2018 auch mit der Kampagne „Mein Freiraum. Meine Gesundheit. In jedem Alter“ ein. Im Bayerischen Präventionsplan hat sie das „Gesunde Älter werden in einem selbstbestimmten Lebensumfeld“ als eines von vier zentralen Handlungsfeldern festgelegt.

  • 01 Ziel

    Ziele sind:

    Älter werden in Gesundheit und bei guter Lebensqualität

  • 02 Ziel

    Ziele sind:

    Berücksichtigung der Diversität älterer Menschen

  • 03 Ziel

    Ziele sind:

    Aufrechterhaltung eines eigenverantwortlichen und selbstständigen Lebens

  • 04 Ziel

    Ziele sind:

    Unterstützung der sozialen Integration und gesellschaftlichen Teilhabe älterer und pflegebedürftiger Menschen

  • 05 Ziel

    Ziele sind:

    Nutzung der Chancen und Potentiale einer älterwerdenden Gesellschaft

Dazu gibt es bereits heute landesweit viele Angebote und Projekte unterschiedlichster Träger. Unsere Initiative Gesund.Leben.Bayern. hat Leuchtturmprojekte angestoßen, die beispielhaft neue Wege gehen. Dazu gehören

  • Verbesserung der Selbständigkeit von Hochbetagten durch eine wirkungsvolle vor- und nachstationäre Versorgung, ein Modellprojekt in der Stadt Rödental
  • Alter und Sucht, ein Forschungsprojekt zur Suchtgefährdung und Suchterkrankungen im Alter
  • Age in Motion – Alter in Bewegung, ein Kooperationsprojekt der Ludwig-Maximilians-Universität München und dem Bayerischen Staatsballett
  • GESTALT: GEhen, Spielen, TAnzen als Lebenslange Tätigkeiten – ein Bewegungsprogramm als Beitrag zur Prävention von Demenzerkrankungen
  • Sturzprävention im Alter, ein Projekt der TU München zur Verringerung der Sturzhäufigkeit im Rahmen der hausärztlichen Versorgung
  • Sturzprävention in der Stadt Würzburg, ein gemeindenahes Programm für Seniorinnen und Senioren
  • Schwungvoll miteinander – Tipps und Infos zum Sport mit Älteren für Übungsleiter in bayerischen Sportvereinen

Ein wesentliches Merkmal aller Angebote ist die Stärkung vorhandener Potentiale und Fertigkeiten älterer Menschen. Dazu gehört auch, mit eingeschränkten Fähigkeiten angemessen umzugehen. Besonders berücksichtigt wird die Situation von Menschen in besonderen Lebenslagen, etwa in sozial schwieriger Situation

Ein einschneidendes Ereignis ist häufig der Übergang von der Berufstätigkeit in den Ruhestand. Der Schritt in die „Nacherwerbsphase“ ist ein wichtiger Ansatzpunkt für Gesundheitsförderung und Prävention . Hier haben wir die Einrichtung eines äußerst erfolgreichen Programms der Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau zur „Betriebsübergabe – ein Gesundheitsthema“ unterstützt.

Aus dem Bayerischen<br />
Präventionsplan

Aus dem Bayerischen
Präventionsplan

„Überholte Bilder, die das Alter ausschließlich als Abbau von Fähigkeiten und Lebensqualität sehen, müssen hinterfragt werden. Es gilt, die Rolle älterer Menschen in der Gesellschaft neu zu denken und dabei den Leitgedanken, möglichst lange selbstbestimmt zu leben und an der Gesellschaft aktiv teilzuhaben, in den Mittelpunkt zu stellen.“

Gesundes Altern im selbstbestimmten Lebensumfeld: eines der vier zentralen Handlungsfelder im Bayerischen Präventionsplan!

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Gesunder, glücklicher älterer Herr zeigt mit beiden Daumen nach oben.