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Aktuelles aus der Pflege

Hier finden Sie aktuelle Themen aus dem Bereich Pflege.

Interessenbekundungsverfahren für die Einrichtung von regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege in Bayern

Das bayerische Gesundheits- und Pflegeministerium startet mit dem Interessenbekundungsverfahren für die Einrichtung der regionalen Demenzagenturen mit der Bezeichnung Fachstelle für Demenz und Pflege, zunächst für die Regierungsbezirke Oberfranken sowie Oberpfalz.

Ab sofort haben interessierte Träger die Gelegenheit, sich bis spätestens 11. Oktober 2019 mit einem Grobkonzept zu bewerben. Weitere Informationen finden Sie hier:

Hintergrund

In Bayern sind aktuell 240.000 Menschen von Demenz betroffen, davon werden rund drei Viertel zu Hause betreut und versorgt. In über der Hälfte aller Fälle leben die häuslich Pflegenden mit den Betroffenen in einem gemeinsamen Haushalt.

Ziel der bereits 2013 entwickelten Bayerischen Demenzstrategie ist neben einer bedarfsgerechten Betreuung, Pflege und medizinischen Versorgung insbesondere auch, Menschen mit Demenz bis zuletzt ein möglichst eigenständiges und selbstbestimmtes Leben in der Mitte der Gesellschaft zu ermöglichen, Angehörige und andere nahestehende Personen, die Menschen mit Demenz betreuen und pflegen, zu unterstützen sowie die Gesellschaft für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

In Umsetzung der Bayerischen Demenzstrategie hat das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege zur Optimierung der Lebensbedingungen von Menschen mit Demenz und der sie häuslich Pflegenden die landesweit agierende Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern (ehemaliger Arbeitstitel: Demenzagentur Bayern) eingerichtet, die ihre Arbeit am 01.12.2018 aufgenommen hat. Der Träger der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern ist die Freie Wohlfahrtspflege Landesarbeitsgemeinschaft Bayern. In einem nächsten Schritt wird sukzessive in jedem der sieben Regierungsbezirke eine regionale Fachstelle für Demenz und Pflege (ehemals: regionale Demenzagenturen) aufgebaut.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern ist die zentrale Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema „Demenz“ in Bayern. Sie unterstützt den Wissenstransfer sowie den weiteren Auf- und Ausbau von Versorgungsstrukturen und Hilfsangeboten für Menschen mit Demenz und deren Angehörige. Darüber hinaus fungiert sie als Anlaufstelle für unterschiedliche Beratungs- und Unterstützungsstrukturen, wie beispielsweise die Fachstellen für pflegende Angehörige und die Pflegestützpunkte. Zudem hat die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern auch Teile der Aufgaben der ehemaligen Agentur zum Auf- und Ausbau von Angeboten zur Unterstützung im Alltag übernommen.

Die sieben regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege werden diese Aufgaben nun sukzessive im jeweiligen Regierungsbezirk wahrnehmen. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern wird die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege beim Aufbau bedarfsgerechter Strukturen unterstützen sowie deren Arbeit koordinieren. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern steht den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege als fachlicher Ansprechpartner beratend zur Verfügung. Die Themenbereiche der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege umfassen:

  • Ansätze für Menschen mit Demenz sowie für deren Zu- und Angehörige
  • Angebote zur Unterstützung im Alltag und
  • Beratung in der Pflege.

Die Förderung für alle Fachstellen für Demenz und Pflege erfolgt aus Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie durch die Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern und durch die private Pflegeversicherung. Der Aufbau der Fachstellen für Demenz und Pflege wird von der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet.
Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sind jeweils für einen der sieben bayerischen Regierungsbezirke zuständig und werden ihr Angebot auf den jeweiligen Regierungsbezirk ausrichten. Gegenstand dieser Interessenbekundung ist zunächst, geeignete Träger für

  • die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken sowie für
  • die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberpfalz

zu finden.

Ziele und Aufgaben der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege

Grundsätzliche Ziele und Aufgaben der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sollen dabei sein:

1. Ist-Analyse zu regionalen Angeboten zu Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege

In einem ersten Schritt erhalten die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege Kenntnisse zu bestehenden und fehlenden Angeboten in den jeweiligen Regierungsbezirken durch die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern.

Auf dieser Grundlage sollen regionale Akteure, wie beispielsweise Landkreise, Kommunen, Wohlfahrtsverbände sowie private und zivilgesellschaftliche Initiativen in den Blick genommen und weitere Angebote aus den Themenbereichen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege im jeweiligen Regierungsbezirk identifiziert und in einer Datenbank, die von der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern entwickelt wurde, eingespeist und laufend aktualisiert werden. Sofern erforderlich, wird eine Bedarfsanalyse bei den relevanten Stakeholdern im jeweiligen Regierungsbezirk durchgeführt.

2. Unterstützung beim Auf- und Ausbau von Angeboten zu Demenz, Angeboten zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege

Ziel ist, dass in allen Regionen bedarfsgerechte Strukturen zu Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege zur Verfügung stehen. Auf Grundlage der Ist-Analyse werden gemeinsam mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern lokale Bedarfe identifiziert und Strategien zum Auf- und Ausbau von Angeboten zur Unterstützung im Alltag erarbeitet- insbesondere auch mit Fokus auf ländliche Regionen mit bisher wenigen Angeboten. Dazu sind vielfältige Umsetzungsstrategien denkbar, wie beispielsweise Angebot von Vorträgen, Durchführung von Veranstaltungen, Sammlung guter Beispiele, (aufsuchende) Beratung möglicher Initiatorinnen und Initiatoren sowie regelmäßiges und aktives Zugehen auf Akteure in verschiedenen Formaten, wie beispielsweise in Form von Veröffentlichungen in Amts- und Mitteilungsblättern, Kirchenboten usw.

Darüber hinaus werden (potenzielle) Träger bei der Gründung und Erhaltung von Angeboten in den Bereichen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege beraten und unterstützt. Das umfasst sowohl Informationsweitergabe, fachliche Beratungen, Unterstützung bei der Konzepterstellung, Erschließen von Fördermöglichkeiten und Unterstützung bei der Antragstellung bzw. Schulung.

Zudem werden neue Ideen und Projekte zur Weiterentwicklung der Aufgabenbereiche entwickelt, mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern abgestimmt und entsprechend weiter verfolgt.

3. Regionale Koordination und Vernetzung der lokalen Angebote

Ziel ist, dass die Netzwerkpartnerinnen und -partner in den Regionen fundierte Informationen, Unterstützung in ihren Handlungsfeldern und fachliche Beratung erhalten. Dazu kooperieren die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege mit den lokalen Akteuren und versuchen, weitere Akteure einzubinden.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sind für den Austausch innerhalb eines Regierungsbezirks bezogen auf verschiedene Zielgruppen zuständig, wie Austauschtreffen z.B. für Fachstellen für pflegende Angehörige, Pflegestützpunkte, pflegende Angehörige sowie Anbieter von Angeboten zur Unterstützung im Alltag.

Darüber hinaus vernetzen sich die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege mit den verschiedensten regional tätigen Netzwerken und Stakeholdern aus dem Gesundheits- und Pflegebereich sowie aus dem Altenhilfebereich und anderen relevanten Akteuren, wie beispielsweise den Gesundheitsregionenplus, den Mitarbeitenden in den bayerischen Landkreisen und kreisfreien Städten sowie den Regierungen, gerontopsychiatrische Koordinationsstellen der Bezirke, Alzheimer Gesellschaften, der Bayerischen Architektenkammer, Hausärztinnen und -ärzten, Vertreterinnen und Vertretern der Kirchen, des Einzelhandels usw. und arbeiten eng mit diesen zusammen.

Dabei sollen keine parallelen Strukturen entstehen, sondern vorhandene Strukturen genutzt und weiterentwickelt werden.

4. Schulungen, Fortbildungen, Fachveranstaltungen und Fachvorträge

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sind die Plattform für Wissenstransfer in den Bereichen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege im jeweiligen Regierungsbezirk.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege bieten bedarfsgerechte Informationsveranstaltungen und Workshops, insbesondere für Träger von Angeboten zur Unterstützung und Beratung in der Pflege, an. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern entwickelt Workshops für weitere Adressaten, z.B. für den Einzelhandel (wie Supermarkt, Bäcker, Metzger, Arztpraxen und Apotheken), öffentliche Verwaltungen (wie Bürgerämter, Friedhofsamt, Standesamt), öffentliche Veranstalter von Kultur- und Freizeitangeboten (wie Opernhäuser, Konzertveranstalter) sowie Polizeidienststellen. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege führen diese, in Kooperation mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, in den Regionen durch. Ergänzend entstehen Handreichungen und Arbeitshilfen für die genannten Zielgruppen.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege initiieren regionale Veranstaltungen zu den Themenbereichen Angeboten zu Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege bzw. beteiligen sich aktiv daran. Auch eine Beteiligung an regionsübergreifenden Aktionen, wie Bayerische Demenzwoche, Fachtage Demenz, FTD Week u.a. ist vorgesehen.

Darüber hinaus werden Fachvorträge für unterschiedliche Akteursgruppen, wie beispielsweise Kommunen, Wohlfahrtsverbände, private Initiatorinnen und Initiatoren, ggf. in Kooperation mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern, angeboten.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege kommunizieren die in ihrem Aufgabenspektrum gewonnenen Erfahrungen an die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern. Dabei werden sowohl erfolgreiche Ansätze als auch Problemstellungen weitergegeben. Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern informiert die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege über neue Erkenntnisse aus der Wissenschaft, die von den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege je nach Bedarf in Praxiskonzepte überführt werden.

5. Regionale Öffentlichkeitsarbeit (auch Publikationen)

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern übernimmt die landesweite Außendarstellung, die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege wirken insbesondere regional. Alle Maßnahmen der regionalen Öffentlichkeitsarbeit sind mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern abzustimmen und sind Bestandteil der bayernweiten Kommunikationsstrategie.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege informieren die Öffentlichkeit über ihre Arbeit. Sie betreiben eine stets aktuelle, professionelle Website, auf der sie der Öffentlichkeit und dem Fachpublikum insbesondere über ihre Arbeit und die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege berichten, über Unterstützungs- und Hilfsangebote für Menschen mit Demenz und die häuslich Pflegenden informieren und auf Veranstaltungen hinweisen. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege publizieren regelmäßig einen elektronischen Newsletter für die Fachwelt und die interessierte Öffentlichkeit, mindestens einmal pro Quartal.

Die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern erarbeitet sowohl eine digitale Darstellung aller vorhandenen Angebote für Menschen mit Demenz und ihre häuslichen Pflegepersonen zu den Themen Demenz, Angebote zur Unterstützung im Alltag sowie Beratung in der Pflege in einer inhaltlich abgestimmten vollständigen Datenbank unter Beachtung der datenschutzrechtlichen Vorschriften sowie eine Übersicht zu allen relevanten Veröffentlichungen für die benannten Zielgruppen. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege ergänzen diese Informationen und erstellen bedarfsgerecht darüber hinausgehende Materialien mit einem Regionalbezug, wie z.B. Publikationen von guten Beispielen sowie entsprechende Wegweiser.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege erstellen einen Imageflyer über ihren Aufgabenbereich und ihre Tätigkeit. Darüber hinaus nehmen sie sowohl an regionalen Veranstaltungen als auch an regionalen und überregionalen Fach- und Publikumsmessen sowie Tagungen teil.

6. Zusammenarbeit mit dem Auftragnehmer der wissenschaftlichen Begleitung sowie der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern und den anderen regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege

Im Einführungsprozess der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege übernimmt die Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern die fachliche Beratung und Unterstützung der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege und begleitet die Mitarbeitenden der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege im Rahmen eines Qualifizierungskonzeptes weiter.

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege arbeiten eng mit der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern zusammen und vernetzen sich untereinander in Form von Dialogforen. Dazu werden im Rahmen von bayernweiten Austauschtreffen Informationen an die regionalen Partner weitergeleitet und umgekehrt. Zudem dienen sie dem Erfahrungsaustausch und der Vorstellung von Best-Practice Modellen aus den Regionen.

Der Aufbau der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern und der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege werden von Seiten der Evangelischen Hochschule Nürnberg wissenschaftlich begleitet. Eine Bereitschaft zur engen Zusammenarbeit mit der wissenschaftlichen Begleitung, den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege und der Fachstelle für Demenz und Pflege Bayern wird ebenso vorausgesetzt wie die enge Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege, der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern und die private Pflegeversicherung sowie dem Landesamt für Pflege. Die wissenschaftliche Begleitung erstreckt sich auf alle Aspekte des gesamten Projekts.

7. Beratung über vorhandene Angebote (Lotsenfunktion)

Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege übernehmen eine Lotsenfunktion in ihrer Region. Sie beraten Menschen mit Demenz, andere pflegebedürftige Menschen sowie pflegende Angehörige und andere nahestehende Personen über Angebote für Menschen mit Demenz sowie Angebote zur Unterstützung im Alltag und vermitteln passende Beratungsangebote.

Bei der Umsetzung der Aufgabe sind Kooperationen von Trägern möglich. Die Beratung in den regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege muss neutral und unabhängig von Trägerinteressen erfolgen. Maßnahmen zur Sicherung der Neutralität sind im Konzept der jeweiligen regionalen Fachstelle für Demenz und Pflege darzustellen. Die regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege sollen telefonisch, per E-Mail und persönlich erreichbar sein. Termine vor Ort zur Beratung von (potenziellen) Trägern sowie Anbietern sind vorgesehen. Eine Verfügbarkeit sollte von Montag bis Freitag gewährleistet werden.

Anforderungen an die Träger und die Bewerbung

Der Träger einer regionalen Fachstelle für Demenz und Pflege muss über folgende Kenntnisse und Erfahrungen verfügen (Nachweis kann durch eine Eigenerklärung mit Auflistung der Maßnahmen unter Angabe der Durchführungszeiträume oder aussagekräftigen Referenzen Dritter – möglichst im Zeitraum der letzten drei Jahre – erbracht werden):

  • Kenntnisse der bayerischen Unterstützungs- und Versorgungsstrukturen für Menschen mit Demenz und andere Pflegebedürftige, insbesondere im jeweiligen Regierungsbezirk
  • Erfahrung in der Durchführung und Koordination von Projekten, die sich mit der Versorgung von Menschen mit Demenz befassen
  • Erfahrung in der Moderation von Netzwerken im Gesundheits- und Pflegebereich
  • Erfahrung im Bereich der Schulung von Fachkräften und Ehrenamtlichen im Gesundheits- bzw. Pflegebereich
  • Erfahrung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit
  • Zusammenarbeit mit Selbsthilfeorganisationen für Menschen mit Demenz bzw. mit Selbsthilfeorganisationen der Angehörigen von Menschen mit Demenz und der häuslich Pflegenden.

Ergänzend hat der Bewerber noch folgende Darstellungen zu geben und Angaben zu machen:

  • Darstellung der Unternehmens bzw. Trägerstruktur: Der Bewerber hat den Aufbau seiner Organisation darzustellen und ein Organigramm beizufügen. Zudem soll mittels einer Personalübersicht die Personalstruktur quantitativ (aktuelle Gesamtzahl der Mitarbeiter) und qualitativ (Mitarbeiterprofile) erläutert und Aussagen zu dem geplanten eingesetzten Personal (insbesondere Qualifikation) für die regionale Fachstelle für Demenz und Pflege getroffen werden.
  • Neutralität: Es muss zwingend sichergestellt sein, dass ein neutrales, nicht von Trägerinteressen geleitetes Handeln bei der Erfüllung der Aufgaben gewährleistet werden kann. Der Nachweis der Neutralität ist durch eine Eigendarstellung zu erbringen, in der erläutert wird, wie diese Vorgabe erreicht wird.
  • Während der gesamten Laufzeit der Modellförderung muss den Zuwendungsgebern eine feste Ansprechpartnerin bzw. ein fester Ansprechpartner zur Verfügung stehen. Die regionale Fachstelle für Demenz und Pflege hat ihren Sitz im jeweiligen Regierungsbezirk zu nehmen.

Sofern vorhanden, bitten wir um eine Darstellung der Eignung des Bewerbers im Hinblick auf die Besonderheiten der Region, für die die Bewerbung erfolgt (beispielsweise Kenntnisse über besondere regionale Beratungsanforderungen, regionale Netzwerke etc.).

Interessierte haben die Gelegenheit, sich bis spätestens 11. Oktober 2019 mit einem Grobkonzept zum Aufbau und Betrieb einer regionalen Fachstelle für Demenz und Pflege um eine Förderung zu bewerben. Durch die Abgabe einer Interessenbekundung entsteht kein Anspruch auf Förderung der Maßnahme durch die Fördergeber und keine Entschädigung für die gemachten Aufwendungen im Interessenbekundungsverfahren. Es ist vorgesehen, dass die drei geeignetsten Bewerbungen zur Vorstellung ihres eingereichten Konzeptes zu einer Sitzung des Vergabeausschusses für Modellprojekte gem. § 45 c SGB XI eingeladen werden. Die Sitzung ist in der Kalenderwoche 43 geplant. Danach hat der durch die Fördergeber ausgewählte Bewerber Gelegenheit, sein Konzept ggf. zu überarbeiten und einen entsprechenden Förderantrag zu stellen. Die Entscheidung hierzu erfolgt im Einvernehmen zwischen den Fördergebern. Das Interessenbekundungsverfahren ist kein Vergabeverfahren, ein Anspruch auf Förderung besteht nicht. Es ist geplant, dass die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken und die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberpfalz jeweils am 1. Dezember 2019 ihre Arbeit aufnehmen.

Möglich ist auch ein gemeinsames Konzept verschiedener Träger in einem Verbundsystem. Das Grobkonzept sollte die geplanten Ziele und Aufgaben aufgreifen und konkrete Maßnahmen zur Umsetzung beschreiben sowie die angedachte Personalstruktur widerspiegeln. Ferner ist dem Grobkonzept ein vorläufiger Kosten- und Finanzierungsplan beizufügen. Im Einvernehmen mit den Verbänden von GKV und PKV wird entschieden, welchem der vorgelegten Konzepte gefolgt werden soll.

Förderung

Das gesamte Vorhaben wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP), der Arbeitsgemeinschaft der Pflegekassenverbände in Bayern und dem Verband der Privaten Krankenversicherung e.V. nach § 45c Abs.1 Satz 1 Nr. 1 i.V.m. § 45a Abs.1 Satz 2 und Satz 5 SGB XI gemeinsam gefördert. Die Förderung der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege erfolgt als Projektförderung im Rahmen einer Anteilfinanzierung (Art. 44 i.V.m. Art. 23 Bayerische Haushaltsordnung (BayHO). Die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung (ANBest-P) bzw. die Allgemeinen Nebenbestimmungen für Zuwendungen zur Projektförderung an kommunale Körperschaften (ANBest-K) werden Bestandteil des Zuwendungsbescheides. Für die Errichtung und das Betreiben der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken sowie der Fachstelle für Demenz und Pflege Oberpfalz ist jeweils eine Förderung von insgesamt maximal 153.000 Euro pro Jahr (inkl. Veranstaltungen) bei Gesamtkosten von mindestens 170.000 Euro vorgesehen. Die Förderung erfolgt als Anteilfinanzierung im Rahmen der zum Entscheidungszeitpunkt zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel. Eigenmittel des Trägers in Höhe von mindestens 10 Prozent der Gesamtkosten werden vorausgesetzt. Die regionale Fachstelle für Demenz und Pflege muss die Grundsätze der Wirtschaftlichkeit und Sparsamkeit erfüllen. Außerdem gelten für die Bewilligung die Bestimmungen der Verordnung zur Ausführung der Sozialgesetze (AVSG), insbesondere §§ 83ff. AVSG, die Bestimmungen des Bayerischen Reisekostenrechts und das Bayerische Verwaltungsverfahrensgesetz (BayVwVfG), insbesondere die Art. 48, 49 und 49a BayVwVfG. Gefördert werden ausschließlich Personal- und Sachkosten, eine Förderung von Investitionskosten ist nicht möglich.

Die Gewährung der Zuwendung ist im Sinne des EU-Beihilferechts als Ausgleichsleistung für die Erbringung einer Dienstleistung von allgemeinem wirtschaftlichem Interesse im Rahmen des DAWI-Freistellungsbeschlusses Nr. 2012/21/EU der Kommission vom 20.12.2011 geplant. Bei Vorliegen der entsprechenden Voraussetzungen auf Seiten des Trägers (Unterschreiten der Förderhöchstgrenze) ist ggf. auch eine Gewährung als DAWI-De-minimis-Beihilfe nach der Verordnung (EU) Nr. 360/2012 der Kommission vom 25.04.2012 denkbar.

Die Förderung der regionalen Fachstellen für Demenz und Pflege ist im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel vorerst für die Dauer von 36 Monaten vorgesehen, mit einer weiteren Verlängerungsoption um 24 Monate. Da die Fachstelle für Demenz und Pflege Oberfranken bzw. Oberpfalz am 1. Dezember 2019 ihre Arbeit aufnehmen soll, wird im Falle einer positiven Auswahlentscheidung ein Beginn zu diesem Zeitpunkt vorausgesetzt. Der Standort der regionalen Fachstelle für Demenz und Pflege befindet sich im jeweiligen Regierungsbezirk in Bayern. Sollte der Zuwendungsempfänger noch keinen Standort in dem jeweiligen Regierungsbezirk in Bayern haben, ist unmittelbar nach Erteilung des Zuwendungsbescheids ein derartiger Standort einzurichten.

Wir würden uns über Ihre Bewerbung sehr freuen. Ihre Interessenbekundung richten Sie bitte bis zum 11. Oktober 2019 per Post an:

Digitalisierung und Technik der Pflege

Digitalisierung und Technik sind wichtige Handlungsfelder, um die zunehmenden Aufgaben in der Pflege zu bewältigen. In der täglichen Pflegearbeit gibt es bereits gute und bewährte Hilfsmittel. Derzeit machen neue Schlagworte wie E-Health, Smart Home, Digital Rescue und Ambient Assisted Living (AAL) die Runde. Aber wie werden sie angenommen?

Um die modernen Hilfsmittel einzusetzen, müssen Entscheider und Pflegekräfte in ihrem Umgang geschult werden. Mehr Technik und Digitalisierung stoßen bei Pflegebedürftigen wie Pflegekräften vielerorts auf Vorbehalte und Ablehnung. Solche Stolpersteine gilt es ernst zu nehmen und insbesondere bei Innovationen und Weiterentwicklung von technischen Hilfsmitteln durch Ingenieure und Techniker zu berücksichtigen.

5. Fachtagung „Gestaltung von Digitalisierung und Technik für die Pflege (Pflege Digital)“

Die 5. Fachtagung „Gestaltung von Digitalisierung und Technik für die Pflege (Pflege Digital)“ fand am 11. April 2019 in München statt. Die diesjährige Tagung beleuchtete, welche Potentiale in den neuen Technologien für Pflegekräfte, aber auch für Pflegebedürftige und Menschen mit Handicap stecken.

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Ja
13. KWA Symposium: Lebensdienliche Sicherheit durch Hightech!?

Das Landespflegegeld in Bayern

Mitte 2018 hat das Bayerische Kabinett den Gesetzentwurf zur Einführung des Bayerischen Landespflegegeldes beschlossen, der anschließend vom Bayerischen Landtag verabschiedet wurde.

Die Einführung des Landespflegegeldes ist ein Baustein des Pflege-Paketes für Bayern. Ziel des Pflege-Paketes ist es, eine zukunftsfähige Infrastruktur in der Pflege weiterzuentwickeln und Pflegebedürftige bestmöglich zu unterstützen. So sollen Millioneninvestitionen auch die stationäre Pflege bei der Schaffung neuer Kurzzeitpflegeplätze unterstützen und zur Entlastung von Familien mit pflegebedürftigen Angehörigen beitragen.

Wer bekommt das Landespflegegeld?

Mit dem Landespflegegeld unterstützt die Bayerische Staatsregierung pflegebedürftige Menschen mit 1.000 Euro pro Jahr zusätzlich.

  • Menschen, die mit Pflegegrad 2 oder höher eingestuft worden sind (Bescheid der Pflegekasse) können einen Antrag auf Landespflegegeld stellen.
  • Der Hauptwohnsitz des Antragstellers muss in Bayern liegen.
  • Das Landespflegegeld ist unabhängig davon, ob der Pflegebedürftige in einem Pflegeheim untergebracht ist oder zuhause lebt und dort versorgt wird.

Was müssen Sie tun, um das Landespflegegeld zu erhalten?

  • Sie müssen Ihren Antrag auf Landespflegegeld für das laufende Pflegejahr bis spätestens 31. Dezember schriftlich beim Bayerischen Landesamt für Pflege (Landespflegegeld, Postfach 1362, 92203 Amberg) einreichen.
  • Das Antragsformular ist unter www.bestellen.bayern.de oder unter www.landespflegegeld.bayern.de/antrag.asp zum Download erhältlich.
  • Wenn Ihr erster Antrag auf Landespflegegeld bewilligt wurde, müssen Sie für die darauffolgenden Jahre keinen neuen Antrag mehr stellen. Für die Folgejahre wird die Leistung ohne neuen Antrag gewährt. Bitte informieren Sie das Bayerische Landesamt für Pflege, wenn sich Änderungen ergeben, die Ihren Anspruch auf das Landespflegegeld betreffen (zum Beispiel eine Änderung des Pflegegrades oder ein Wegzug aus Bayern). Besteht kein Anspruch mehr, wird der Bescheid entsprechend zurückgenommen.

Kontakt

Wenn Sie noch Fragen zum Landespflegegeld haben, senden Sie einfach eine E-Mail an landespflegegeld@lfp.bayern.de.

Publikationen zum Thema

  • Das Bayerische Landespflegegeld

  • Antrag auf Landespflegegeld 2019

Mobile Augenuntersuchung mit älterer Dame

Augenärztliche Versorgung im Pflegeheim

Durch ein mobiles, telemedizinisch-vernetztes Augenuntersuchungssystem (MTAU) soll der Zugang zu einer hochwertigen augenärztlichen Versorgung gerade für Patienten in Pflegeheimen erleichtert werden. Eine bessere augenärztliche Versorgung wird das Sehvermögen verbessert. Stürze können vermieden werden. Außerdem können Pflegebedürftige besser am gesellschaftlichen Leben teilhaben, wenn sie zum Beispiel selbst Zeitung lesen können. Mit Hilfe mobiler Untersuchungsgeräte und der Nutzung von Kommunikationsstrukturen kann die augenärztliche Versorgung im ländlichen Raum verbessert werden.