Kranke Familie mit Taschentüchern im Bett.

Grippe (Influenza)

Erreger der Grippe sind Influenza-Viren (Gruppen A, B und C). Diese „echte“ Grippe ist keine harmlose Erkrankung. Sie lässt sich aber durch eine Impfung verhindern bzw. abmindern. 

Anste­ckung über Viren

Unter Grippe (Influenza) versteht man eine schwere Erkrankung der Atemwege durch Influenza-Viren. Dazu treten Begleit­re­ak­tionen am ganzen Körper auf. Erreger der Grippe sind Influenza-Viren (Gruppen A, B und C). Die Viren können ihre gene­ti­schen Informationen verändern. Deswegen können jede Herbst- und Winter­saison neue Krank­heits­aus­brüche mit anderen Virusstämmen auftreten.

Anders als das Influenza-B-Virus ist das Influenza-A-Virus zu stär­keren Verän­de­rungen in der Lage, was zu globalen Epidemien führen kann.

Die „echte“ Grippe: Symptome und Krank­heits­verlauf

Häufig wird fälsch­li­cher­weise nicht zwischen einem sog. „grip­palen Infekt“ und einer Grippe (Influenza) unter­schieden, weil beide Erkran­kungen ähnliche Symptome haben. Ein grip­paler Infekt, umgangs­sprachlich als Erkältung bezeichnet, kündigt sich schon früh durch Vorzeichen an. Eine Grippe tritt schlag­artig auf. Die echte Grippe, ausgelöst von Influenza-Viren, ist eine deutlich schwerere Erkrankung als ein grip­paler Infekt und unter­scheidet sich auch durch den erheblich lang­wie­ri­geren Verlauf von der Erkältung.

Die Grippe ist keine harmlose Erkältung, sondern eine schwer­wie­gende Infektion. Die Schutz­impfung ist die beste Vorbeugung.
Melanie Huml, Staats­mi­nis­terin
Fieberthermometer.

Die echte Grippe wird als Tröpf­chen­in­fektion meist durch Husten oder Niesen und über die Hände über­tragen. Innerhalb von wenigen Tagen führt sie zu den typi­schen Krank­heits­zeichen mit schlag­artig begin­nendem Fieber, Kopf- und Glie­der­schmerzen sowie Halsweh und Husten. Bei einer unkom­pli­zierten Grippe bilden sich die akuten Krank­heits­zeichen in der Regel innerhalb von fünf bis sieben Tagen zurück. Besonders bei älteren Pati­enten ist eine länger anhal­tende Schwäche typisch.

Die Über­wa­chung der Influenza basiert auf folgenden Grund­lagen:

  • 01 Grundlage

    Laut Infek­ti­ons­schutz­gesetz (IfSG) sind Labo­ra­torien und Ärzte, die Influ­en­za­viren nach­weisen, verpflichtet, das dem zustän­digen Gesund­heitsamt zu melden.

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  • 02 Grundlage

    Diese über­prüfen und ergänzen die Meldungen und leiten sie an die zuständige Landes­stelle, das Baye­rische Landesamt für Gesundheit und Lebens­mit­tel­si­cherheit (LGL), weiter.

    Zum LGL

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  • 03 Grundlage

    Die Landes­stellen leiten die Daten zur bundes­weiten Auswertung an das Robert Koch-Institut (RKI) weiter.

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  • 04 Grundlage

    Die Zahl der Virus­nach­weise stellt jedoch nur einen Bruchteil der tatsäch­lichen Erkran­kungen dar, da bei den meisten Grip­pe­er­kran­kungen keine viro­lo­gische Diagnostik erfolgt. 

    Deshalb gibt es als weiteres System der Influ­en­za­über­wa­chung die Arbeits­ge­mein­schaft Influenza (AGI) unter Feder­führung des RKI. In diesem System wird die Influenza- Akti­vität regis­triert. Das geschieht durch die Beob­achtung der Häufigkeit von akuten Atem­weg­sin­fekten in den Melde­praxen in ganz Deutschland.

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Da nicht jeder Erkrankte einen Arzt aufsucht und jeder Atem­weg­sinfekt im Labor auf Influ­en­za­viren unter­sucht wird, muss von einer Dunkel­ziffer ausge­gangen werden.

Anders als eine Erkältung kann eine Impfung gegen die „echte“ Grippe helfen, um eine Infektion zu verhindern. In unserem Impf­ka­lender finden Sie weiter­füh­rende Informationen zur Impfung gegen Influenza.

Schutz­impfung: Saisonale Virus- Grippe (Influenza)

Lesen Sie mehr über die Grip­pe­impfung in unserem Impf­ka­lender – wer und wann man sich impfen lassen soll und was die häufigsten Impf­re­ak­tionen sind.

Mädchen wird geimpft

Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Influenza? 

Die Influenza (auch genannt echte Grippe) ist eine fieber­hafte Erkrankung der Atemwege, die durch Influ­en­za­viren verur­sacht wird. In unseren gemä­ßigten Breiten tritt sie jährlich im Spätherbst/Winter/Frühjahr (meist von Nov. bis April) auf (saisonale Influenza). Das klinische Bild einer echten Influenza-Erkrankung kann sehr unter­schiedlich sein. Es reicht von sympto­marmen bis zu schwersten Verläufen mit tödlichem Ausgang. In der Regel ist die Erkrankung gekenn­zeichnet durch plötzlich auftre­tendes hohes Fieber über 39 Grad Celsius, Schüt­tel­frost, Muskel­schmerzen, Schweiß­aus­brüche, allge­meine Schwäche, Kopf­schmerzen, Hals­schmerzen und trockenen Reiz­husten.

Die wich­tigste Vorbeu­ge­maß­nahme ist die Grip­pe­impfung. Bestimmte gegen Influ­en­za­viren wirksame Medi­ka­mente können bei rech­zei­tiger Einnahme eine Influ­en­za­er­krankung verhindern oder abschwächen.

Bei schwerem Erkran­kungs­verlauf kann die Betei­ligung anderer Organe oder eine bakte­rielle Zweit­in­fektion zu Kompli­ka­tionen zum Beispiel Lungen­ent­zündung oder Herz­mus­kel­ent­zündung führen, die für bestimmte Alters- und Risi­ko­gruppen eine besondere Gefahr darstellen.

Die jähr­lichen Grip­pe­wellen weiten sich in Abständen von mehreren Jahren zu größeren Ausbrüchen (Epidemien) aus. Es kann aber auch durch die Entstehung eines neuen Influ­en­za­virus-Subtyp zu einer Pandemie kommen.

Was sind Grip­pe­viren (Influ­en­za­viren)?

Die Influ­en­za­viren sind sog. Ortho­my­xo­viren, (orthos: richtig, myxo: Schleim), von denen drei verschiedene Typen exis­tieren: Influ­en­za­virus A, Influ­en­za­virus B und Influ­en­za­virus C . Influenza-C-Viren sind für Erkran­kungen des Menschen von geringer Bedeutung und verur­sachen im Gegensatz zu den Influenza-A und -B-Viren keine schweren Symptome.

Was löst beim Menschen die Influenza / saisonale Grippe aus? 

Die Grippe beim Menschen wird verur­sacht von Influ­en­za­viren vom Typ A und Typ B. Heute sind mehrere Subtypen des Influ­en­za­virus A bekannt, die nach der Herkunft ihres sog. Hämaglu­tinins (H) und ihrer sog. Neurami­nidase (N) klas­si­fi­ziert werden.
Hämaglu­tinin (H) und Neurami­nidase (N) sind Ober­flä­chen­ei­weiße der Virus­hülle, die eine entschei­dende Rolle beim Eindringen in die Körper­zellen, bei der Frei­setzung neu gebil­deter Viren aus befal­lenen Körper­zellen und damit für die Ausbreitung von Mensch zu Mensch, spielen.

Derzeit sind 16 Sero­typen von Hämag­g­lu­tinin und 9 von Neurami­nidase bekannt. Die Influenza ist eine Infektion, die unter­schied­liche Tier­arten, zum Beispiel verschiedene Säuge­tiere, Vögel, und den Menschen befallen kann. Influenza-B-Viren führen norma­ler­weise nicht zu so schweren Epidemien wie Influenza-A-Viren.

Wie steckt man sich mit Influenza an? 

Tröpfchen beim Ausatmen oder Husten führen zur Über­tragung von Influ­en­za­viren. Es ist sehr wahr­scheinlich, dass man sich beim Kontakt mit dem Erreger auch anstecken kann. Bis zu 24 Stunden vor Auftreten der ersten Symptome können bereits andere Menschen ange­steckt werden.

Kann man sich durch Impfung vor der Grippe schützen? 

Ja. Auf Grund der sich ständig verän­dernden Influ­en­za­viren werden die Impf­stoffe jährlich an die voraus­sichtlich vorherr­schenden Influ­en­za­viren ange­passt. Eine Infektion mit den jeden Winter zirku­lie­renden Influ­en­za­viren bedeutet für Kinder, Jugend­liche und Erwachsene mit einem Grund­leiden, zum Beispiel Herz­kreis­lauf­krank­heiten oder chro­ni­schen Lungen­er­kran­kungen, und für ältere Menschen (über 60 Jahre) eine erhöhte Gefährdung. Bei ihnen kommt es im Krank­heits­verlauf häufiger zu Kompli­ka­tionen wie zum Beispiel bakte­ri­ellen Lungen­ent­zün­dungen, die tödlich enden können.

Daher empfiehlt die Ständige Impf­kom­mission am Robert-Koch-Institut (STIKO) diesen Gruppen seit Jahren die jähr­liche Grip­pe­schutz­impfung. Die gesetz­lichen Kran­ken­kassen über­nehmen die Kosten für die Grip­pe­impfung gemäß den STIKO-Empfeh­lungen. Auch medi­zi­ni­sches Personal in Kran­ken­häusern und in der Alten­pflege soll geimpft werden, auch damit die von ihnen betreuten Personen nicht mit Influenza ange­steckt werden. Zur Zeit wird vorrangig die Impfung der Gruppen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Verlauf der Erkrankung empfohlen.

Gibt es Todes­fälle durch die saisonale Influenza? 

Bei der jähr­lichen Grip­pe­welle sind nach einer neuen Schätzung des Robert-Koch-Instituts im Durch­schnitt 10.000 Influenza bedingte Todes­fälle zu beklagen.

Wird man durch die Grip­pe­schutz­impfung krank? 

In Deutschland stehen grund­sätzlich sehr gut verträg­liche und wirksame Grip­pe­impf­stoffe zur Verfügung. Als Ausdruck der normalen Ausein­an­der­setzung des Körpers mit dem Impf­stoff kann es gele­gentlich innerhalb von ein bis drei Tagen an der Impf­stelle zu leichten Schmerzen, Rötung und Schwellung kommen, gele­gentlich auch zu Verhär­tungen oder Schwellung der zuge­hö­rigen Lymph­knoten. Eben­falls kann es nach der Impfung zu grip­pe­ähn­lichen Allge­mein­sym­ptomen kommen. Alle anderen Kompli­ka­tionen sind sehr selten. Ihr Arzt wird Sie vor der Impfung über mögliche Neben­wir­kungen aufklären.

Woher bekomme ich weitere aktuelle Informationen zur Influenza / saiso­nalen Grippe? 

Aktuelle Informationen erhalten Sie beim Baye­ri­schen Landesamt für Gesundheit und Lebens­mit­tel­si­cherheit sowie beim Robert-Koch-Institut.

Wie erkennt man die Krankheit? 

Die Influenza-Erkrankung kann von sympto­marmen bis zu schwersten Verläufen mit tödlichem Ausgang führen. Übliche Kenn­zeichen der Erkrankung sind: plötzlich auftre­tendes hohes Fieber, Schüt­tel­frost, Muskel­schmerzen, Schweiß­aus­brüche, allge­meine Schwäche, Kopf­schmerzen, Hals­schmerzen und trockener Reiz­husten. Eine endgültige Diagnose sollte aber immer durch eine ärzt­liche Person gestellt werden. Diese entscheidet auch über die Arznei­mit­tel­the­rapie. Von einer Selbst­be­handlung oder einer unkon­trol­lierten Einnahme von Arznei­mitteln ist wegen möglicher Neben­wir­kungen dringend zu warnen.

Kann man sich etwa durch einen Mund-Nasen-Schutz oder Arznei­mittel schützen? 

Das Risiko einer Infektion kann durch einen eng anlie­genden Mund-Nasen-Schutz (wie er in der Chir­urgie und der Inten­siv­me­dizin verwendet wird) verringert werden. Einlagige Masken sind unwirksam.
Das gene­relle Tragen von Atem­schutz­masken oder Mund-Nasen-Schutz durch die Allge­mein­be­völ­kerung während einer Influ­en­za­pan­demie lässt aber keine wesent­liche Redu­zierung der Über­tragung von Influ­en­za­viren erwarten und wird daher auch nicht empfohlen. Denn jede Kontakt­person könnte eine Infek­ti­ons­quelle sein. Fami­li­en­an­ge­hörige, insbe­sondere Kinder, und Freunde stellen wegen des engeren Kontakts eine erheblich wirk­samere Infek­ti­ons­quelle dar als zum Beispiel flüchtige Kontakt­per­sonen in der U-Bahn. Folglich müsste der Mund-Nasen-Schutz ständig, auch zuhause, getragen werden, um wirksam zu sein; dies ist nicht prak­ti­kabel.

Bei einer Pandemie sollten sich aber in jedem Fall alle schützen, die mit Erkrankten Kontakt haben (siehe auch RKI-Ratgeber/Merkblätter für Ärzte). Weitere allge­meine Ratschläge sind zum Beispiel: Einweg­ta­schen­tücher verwenden, auf gute Hände­hy­giene achten, Massen­ver­an­stal­tungen meiden.

Soge­nannte anti­virale Arznei­mittel können nach ärzt­licher Verordnung zur Verhin­derung und vor allem zur Behandlung einer Erkrankung einge­setzt werden. Den wirk­samsten Schutz bietet ein spezi­fi­scher Impf­stoff, der aber erst in der Pandemie, wenn das verur­sa­chende Virus bekannt ist, produ­ziert werden kann.

Welche Vorbe­rei­tungen gibt es für den Fall der Fälle? 

Die Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation hat alle Staaten aufge­fordert, sich auf eine Influ­en­za­pan­demie vorzu­be­reiten. Das Robert-Koch-Institut hat den gemeinsam von Bund und Ländern getra­genen Natio­nalen Influ­en­za­pan­de­mieplan Anfang 2005 veröf­fent­licht. Der Plan enthält gemeinsame Empfeh­lungen des Bundes und der Länder zur Vorbe­reitung auf eine Pandemie und für Maßnahmen im Pande­miefall. Ein Akti­onsplan, der die Maßnahmen vor einer Pandemie und im Pande­miefall detail­liert darlegt, ist im April 2005 als Teil 3 des Influ­en­za­pan­de­mie­plans veröf­fent­licht worden.
Bayern hat eben­falls einen Influ­en­za­pan­demie-Rahmenplan erstellt.
Insbe­sondere die möglichst früh­zeitige und umfas­sende Verfüg­barkeit eines Impf­stoffs im Falle einer Pandemie halten Bund und Länder für vordringlich. Erkrankte Menschen können mit anti­vi­ralen Arznei­mitteln behandelt werden. Durch die Bevor­ratung anti­vi­raler Arznei­mittel in den einzelnen Ländern soll im Pande­miefall die thera­peu­tische Versorgung erkrankter Menschen sicher­ge­stellt werden, weil man annimmt, dass im Falle einer welt­weiten Pandemie die Produk­ti­ons­ka­pa­zi­täten der Hersteller rasch erschöpft sind.

Bayern hat anti­virale Arznei­mittel für die Therapie von insgesamt 20 Prozent der Bevöl­kerung bestellt und erfüllt damit in vollem Umfang den natio­nalen Pande­mieplan und die Empfeh­lungen der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation (WHO).

Der Pande­mieplan sieht auch vor, dass jedes Land und jeder Stadt- oder Land­kreis seine Planung hinsichtlich der Anfor­de­rungen durch eine Pandemie über­prüfen soll. Auch die baye­ri­schen Kran­ken­häuser sind dabei, ihre Vorbe­rei­tungen zu treffen.

Soll man sich auch weiterhin gegen die saisonale Grippe impfen lassen? 

Eine Impfung gegen saisonale Influenza wird weiterhin empfohlen.

Wer ist im Falle einer Pandemie gefährdet? 

Eine exakte Vorhersage über die gefähr­deten Perso­nen­gruppen lässt sich vor einer Pandemie schwer treffen. Bei der Influ­en­za­pan­demie 1918/1919, der bis heute schwersten Pandemie starben vor allem jüngere Menschen.
Von der Neuen Influenza waren in Deutschland bislang vor allem Menschen mit Grun­d­er­kran­kungen und Schwangere am meisten gefährdet.

Was ist eine Pandemie? 

Unter Pandemie (grie­chisch pan = alles, demos = Volk) versteht man den länder­über­grei­fenden oder sogar welt­weiten Ausbruch einer Krankheit.

Zu einer Influ­en­za­pan­demie kommt es durch die Entstehung eines neuar­tigen Influ­en­za­virus, das sich wirksam von Mensch zu Mensch verbreiten kann. Das Immun­system ist auf diesen neuen Erreger nicht vorbereit ,da er zuvor nicht in der mensch­lichen Bevöl­kerung verbreitet war.

Nach der Einteilung der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sation werden verschiedene Bereit­schafts- und Pande­mie­phasen unter­schieden.

Wie viele Menschen würden erkranken oder sterben? 

Die Auswir­kungen einer Pandemie können vorher nur unter Vorbehalt abge­schätzt werden, da man die Eigen­schaften eines Erregers und seine Verbreitung in der Bevöl­kerung nicht vorher­sagen kann. Die schwerste saisonale Influ­en­za­welle der vergan­genen Jahre 1995 und 1996 kostete in Deutschland rund 30.000 Menschen das Leben, durch­schnitt­liche Influ­en­za­wellen verur­sachen im Durch­schnitt 10.000 Todes­fälle in Deutschland, und dies, obwohl für die aktuell zirku­lie­renden Grip­pe­viren immer ein Impf­stoff zur Verfügung steht.

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