Landschaftsaufnahme mit Wiese und Bäumen.

Akti­ons­pro­gramm Ambrosia Bekämpfung in Bayern 

Die Pollen der nord­ame­ri­ka­ni­schen Beifuß-Ambrosie gehören zu den stärksten Aller­gie­aus­lösern. Die Reaktion bei Aller­gikern kann stärker ausfallen als beispiels­weise bei Birken- oder Gräser­pollen. Das Baye­rische Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege führt jährlich ein Akti­ons­pro­gramm zur Bekämpfung der Beifuß-Ambrosie durch.

Bereits ab ein bis drei Pollen pro Kubik­meter Luft reagieren stark empfind­liche Personen aller­gisch, ab zehn Pollen je Kubik­meter Luft klagen die Mehrzahl der Ambrosia-sensi­bi­li­sierten Personen über typische Aller­gie­sym­ptomen wie Heuschnupfen. Zum Vergleich: Bei Birken- oder Gräser­pollen spricht man ab einer Konzen­tration von mehr als 50 Pollen pro Kubik­meter Luft von starker Belastung

Da die Pflanze später als alle heimi­schen Arten blüht, besteht die Gefahr, dass sich die Leidenszeit der Aller­giker um mehrere Wochen pro Jahr verlängert – mit entspre­chenden Folge­kosten für das Gesund­heits­wesen. Im stark betrof­fenen Kanada werden die Kosten pro Jahr mit 50 Millionen Dollar veran­schlagt.

Ein vom Baye­ri­schen Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege geför­dertes Forschungs­vor­haben der Ludwig-Maxi­mi­lians-Univer­sität München hat gezeigt, dass in Bayern bereits ca. 30 Prozent eines kleinen hoch­s­e­lek­tio­nierten Aller­gie­risiko-Kollektivs gegen die Beifuß-Ambrosie sensi­bi­li­siert waren. Die Hälfte davon reagiert bei ausrei­chendem Kontakt mit dem Allergen bereits mit klini­schen Symptomen wie Heuschnupfen oder Binde­haut­ent­zündung. Im schlimmsten Fall kann eine Ambrosia- Allergie zu Asthma führen.

Deshalb sollten Sie die Pflanze in Ihrem Garten oder auf Ihrem Grund­stück recht­zeitig vernichten, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

Als Reaktion auf Ambrosia-Pollen tritt Asthma besonders häufig auf. Wer so eine Pflanze zum Beispiel in seinem Garten sieht, sollte sie sofort mit Hand­schuhen heraus­reißen.
Melanie Huml, Staats­mi­nis­terin

Machen Sie Ambrosia den Garaus!

  • 01 Tipp

    So entfernen Sie die Pflanze:

    Fassen Sie die Pflanze nur mit Hand­schuhen an!

    Weiter­lesen
  • 02 Tipp

    So entfernen Sie die Pflanze:

    Sollte die Pflanze bereits blühen, benutzen Sie bitte eine Fein­staub­maske, damit Sie keine Pollen einatmen.

    Weiter­lesen
  • 03 Tipp

    So entfernen Sie die Pflanze:

    Einzelne Pflanzen und kleine Bestände (bis zu hundert Pflanzen) können Sie selbst entfernen.

    Die Ambrosia muss dazu mit den Wurzeln heraus­ge­zogen und in einem Plas­tiksack in der Müll­tonne entsorgt werden – möglichst vor der Blüte, die etwa Mitte Juli beginnt.

    Weiter­lesen

Meldungen von größeren Ambrosia-Beständen 

Meldungen von größeren Ambrosia-Beständen, also mehr als ca. 100 Pflanzen, sollen möglichst mit aussa­ge­kräf­tigen, beschrif­teten Fotos (Abzüge, Ausdrucke oder CDs) bei der örtlich zustän­digen Kreis­ver­wal­tungs­be­hörde – also dem Land­ratsamt oder der Stadt­ver­waltung – erfolgen.

Nutzen Sie bitte das Melde­for­mular für Meldungen von größeren Ambrosia-Beständen.

Die Bekämpfung größerer Bestände sollte erst nach Bestä­tigung und Beratung durch die Kreis­ver­wal­tungs­be­hörden statt­finden. Die Kreis­ver­wal­tungs­be­hörden melden bestä­tigte Bestände an die Baye­rische Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft.

Seit 2009 werden die Kreis­ver­wal­tungs­be­hörden außerdem gebeten, zur Verlaufs­do­ku­men­tation das Melde­for­mular „Standort-/Bekämpfungsmeldung“ auszu­füllen.

Meldungen von klei­neren Ambrosia-Beständen 

Einzel­pflanzen und Nester mit weniger als 100 Pflanzen entfernt jeder Finder selbst.

Kleinere Bestände außerhalb von Haus­gärten melden Sie im Rahmen eines vom Staats­mi­nis­terium für Gesundheit und Pflege geför­derten Forschungs­pro­jekts bitte an folgende Adresse:

Projekt­gruppe Biodi­ver­sität und Land­schafts­öko­logie
Hinter’m Alten Ort 9
61169 Friedberg

Tel.: 06031 1609264

Beifuß-Ambrosie-Pflanze.

Fach­pu­bli­ka­tionen

Folgende Fach­pu­bli­ka­tionen stellen wir Ihnen kostenlos zum Download zur Verfügung:

  • Forschungs­vor­haben Beifuß-Ambrosie in Bayern (FOBAB Studien I bis III)
  • Erfah­rungs­be­richte und Akti­ons­pro­gramme 2007 bis 2013
  • Forschungs­vor­haben: Ragweed­pollen- ein bedeut­sames neues Allergen?
  • Bericht zum Forschungs­projekt: Unter­su­chung von Einschlep­pungs-und Ausbrei­tungs­wegen der Beifuß-Ambrosie in Bayern
  • Evalu­ierung von Maßnahmen der Eradi­kation der Beifuß-Ambrosie in Bayern (2. Forschungs­be­richt)
  • Unter­su­chung von Einschlep­pungs-und Ausbrei­tungs­wegen der Beifuß-Ambrosie in Bayern

Um Forschungs­be­richte zur Beifuß-Ambrosie in Bayern herun­ter­zu­laden, schicken Sie bitte eine E-Mail an
download@stmgp.bayern.de.

Die Ambrosia-Erfah­rungs­be­richte 2014 und 2013 mit den Akti­ons­pro­grammen „Ambro­sia­be­kämpfung“ in Bayern 2015 bzw. 2014 finden Sie unter „Publi­ka­tionen zum Thema“ auf dieser Seite.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Ambrosia? 

Die Beifuß-Ambrosie (Ambrosia arte­mi­siifolia) ist eine Pflanze aus der Familie der Korb­blütler. Sie ist auch unter den Bezeich­nungen „Aufrechtes Trau­ben­kraut“, „Beifuß­blätt­riges Trau­ben­kraut“ und im engli­schen Sprachraum als „Ragweed“ bekannt. Die Wuchshöhe des einjäh­rigen Krauts variiert; sie kann eine Höhe von bis zu zwei Metern erreichen, gewöhnlich wird sie 20 bis 150 Zenti­meter hoch.

Die Beifuß-Ambrosie stammt aus Nord­amerika und wurde im 19. Jahr­hundert nach Europa impor­tiert. Sie wird als inva­siver Neophyt ange­sehen. Heute kommt die Pflanze in verschie­denen euro­päi­schen Ländern häufig vor, unter anderem in Ungarn, Italien, der Schweiz und Frank­reich. In Deutschland trat sie bisher selten und unbe­ständig auf. In letzter Zeit wird sie jedoch häufiger gefunden, besonders im städ­ti­schen und sied­lungs­nahen Bereich.

Was ist das Problem bei Ambrosia? 

Gesundheit

Ambro­sia­pollen sind starke Allergene. Sie können zu Heuschnupfen und Asthma führen. Je nach Einwir­kungs­in­ten­sität können auch noch nicht aller­gische Menschen sensi­bi­li­siert werden. Für bereits von einer Allergie gegen heimische Pollen Betroffene kann sich bei einer Ausweitung auf Ambro­sia­pollen die saisonale Leidenszeit um bis zu zwei Monate verlängern, da die Pflanze später als die meisten heimi­schen Arten blüht. Es sind Kreuz­all­ergien mit Melonen und Bananen möglich. Hinsichtlich des Aller­gi­sie­rungs­grades der baye­ri­schen Bevöl­kerung gegenüber Ambrosia wurde vom baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­terium ein Forschungs­auftrag vergeben. Auch außerhalb der Blüh­phase besteht bei Berührung der Pflanze die Gefahr einer Haut­ent­zündung (Kontakt­der­ma­titis), sind Schutz­hand­schuhe bei der Entfernung ratsam.

Land­wirt­schaft und Gartenbau

Als bekämp­fungs­wür­diges und proble­ma­ti­sches Unkraut ist die Beifuß-Ambrosie in land­wirt­schaft­lichen und gärt­ne­ri­schen Flächen bislang nicht aufge­fallen. Lediglich auf einzelnen Schnitt- und Pflück­blu­men­feldern wurde die Pflanze bisher entdeckt. Aller­dings kann die Beifuß-Ambrosie bei stär­kerem Auftreten zu einem Hauptun­kraut in der land­wirt­schaft­lichen Produktion werden, wie das Beispiel vieler Flächen in Südost­europa zeigt. Durch die späte Keimung ab April tritt die Beifuß-Ambrosie besonders in Somme­rungen und Reihen­kul­turen wie Sonnen­blumen und Mais als Proble­mun­kraut auf. Ein einmal stärker befal­lener Standort ist nach­haltig konta­mi­niert, da die Samen im Boden bis zu 40 Jahre keim­fähig bleiben können. In Haus- und Klein­gärten tritt die Pflanze vermehrt in der Nähe von Vogel­fut­ter­plätzen auf.

Wie sieht die Situation mit Ambrosia in anderen Ländern aus? 

In der schwei­ze­ri­schen Pflan­zen­schutz­ver­ordnung ist Ambrosia aufgrund der hohen Gesund­heits­gefahr als besonders gefähr­licher Neophyt gelistet, für den Melde- und Hand­lungs­pflicht gilt (PSV, SR 916.20). Vergleichbare Einstu­fungen liegen auch in den USA sowie in Frank­reich und Ungarn vor.

Wie erkenne ich Ambrosia? 

Folgende Merkmale sind charak­te­ris­tisch für die Beifuß-Ambrosie:

  • Keim­blätter und erste Laub­blätter in kreuz-gegen­stän­diger Blatt­stellung
  • doppelt fieder­teilige Blätter, die an der Ober- sowie an der Unter­seite grün gefärbt sind
  • behaarter Stängel, der sich im Herbst rötlich verfärben kann
  • die männ­lichen Blüten­stände befinden sich trau­ben­artig am Ende der Triebe (daher der Name: Trau­ben­kraut)
  • Stängel sind oft stark verzweigt, abhängig von der Konkur­renz­si­tuation

Bild­ma­terial finden Sie bei der Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL).

Mit welchen Pflanzen wird die Beifuß-Ambrosie leicht verwechselt? 

  • Gemeiner Beifuss (Arte­misia vulgaris): Blätter ober­seitig grün, unter­seitig weiß­filzig. Stängel nicht behaart.
  • Weißer Gänsefuß (Cheno­podium album): unge­teilte Blätter, regel­mäßig bis unre­gel­mäßig gezähnt, unbe­haart. Vieläs­tiger Blüten­stand
  • Zurück­ge­bo­gener Amaranth (Amaranthus retrof­lexus): eiförmige, unge­fie­derte Laub­blätter. Stängel, Blatt­stiele und Blat­t­un­ter­seite teil­weise rot-violett gefärbt. Dichte Blüten­ähren.
  • Hunds­pe­ter­silie (Aethusa cynapium): Laub­blätter zwei- bis dreifach gefiedert mit fiederspal­tigen, spitzen Blättchen. Weiße Blüten in dolden­för­migem Blüten­stand.
  • Hunds­ka­mille (Anthemis arvensis): Blätter fieder­schnittig mit schmal-lanzett­lichen Abschnitten, einzelne Blüten­köpfchen mit gelben Schei­ben­blüten und Kranz weißer Strah­len­blüten.

Bild­ma­terial zu den genannten Pflanzen finden Sie im Inter­net­an­gebot der Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL).

Wo finde ich Ambrosia am ehesten? 

Die Beifuß-Ambrosia ist licht- sowie wärme­be­dürftig und keimt vorrangig auf offenen Flächen bei fehlender Konkurrenz durch andere Pflanzen. Sie wird bei uns bisher vor allem auf folgenden Flächen ange­troffen:

  • Gestörte Flächen wie Baustellen, Neubau­ge­biete, Schutt­halden, Deponien
  • Weg- und Stra­ßen­ränder (Bankette),
  • Vogel­fut­ter­stellen in Haus­gärten,
  • Schnitt- und Pflück­blu­men­felder.

Wie weit ist Ambrosia in Bayern verbreitet? 

Derzeit sind 363 größere Bestände syste­ma­tisch doku­men­tiert worden. Die Dunkel­ziffer dürfte jedoch weit höher liegen. Mit dem baye­ri­schen Akti­ons­pro­gramm Ambro­sia­be­kämpfung begann 2007 eine syste­ma­tische Erfassung mit wissen­schaft­licher Begleitung.

Wie soll man Ambrosia bekämpfen? 

Die einfachste und sicherste Methode ist das Ausreißen der Einzel­pflanzen mitsamt der Wurzel. Bleibt die Wurzel im Boden (zum Beispiel bei der Mahd), kann die Pflanze in kurzer Zeit neue Blüten und Samen bilden. So kann mit geringem Arbeits­aufwand ein nach­hal­tiger Bekämp­fungs­erfolg erzielt werden. Bei großen Beständen (über circa 100 Pflanzen) sollte vor der Bekämpfung das Land­ratsamt bzw. die Stadt­ver­wal­tungen zur Bestä­tigung und Wahl der geeig­neten Methode kontak­tiert werden.

Wann sollte man Ambrosia am besten bekämpfen? 

Die Pflanzen sollten zum einen groß genug sein, um erkannt und um weniger leicht verwechselt zu werden, zum anderen noch nicht in der Blüh­phase sein, da dann die Aller­gi­sie­rungs­gefahr steigt und aufwän­digere Schutz­maß­nahmen erfor­derlich sind. Die beste Zeit ist je nach den klima­ti­schen Verhält­nissen der Saison zwischen Juni und Mitte Juli, vor dem Blüh­beginn der Pflanzen.

Lohnt es sich über­haupt, Ambrosia zu bekämpfen? 

Ambrosia ist in Deutschland im Vergleich zu den Ländern Südfrank­reich, Schweiz, Ungarn und Nord­italien noch relativ am Anfang ihrer Verbreitung. Dort entstehen erheb­liche Kosten bei der Bekämpfung und im Gesund­heits­wesen. In der Provinz Quebec (Kanada) müssen jährlich etwa 50 Mio. kana­dische Dollar für Bekämp­fungs- und Gesund­heits­maß­nahmen aufge­wendet werden. Nur im Früh­stadium ist eine Ausbreitung noch beherrschbar. Die Chance ein Übel recht­zeitig und buch­stäblich an der Wurzel zu packen besteht jetzt noch – niemand weiß für wie lange. Wir sollten diese Chance nutzen.

Wann ist Ambrosia am gefähr­lichsten?

Während der Blütezeit, da sich die Allergene in den Pollen befinden. Pro Pflanze können etwa eine Milliarde Pollen gebildet werden. Die Blütezeit kann saison­ab­hängig von Mitte Juli bis zum ersten Frost reichen. Saison­hö­he­punkt sind August und September.

Können mich die Pollen­flug­in­for­ma­ti­ons­dienste recht­zeitig warnen? 

Inter­net­nutzer können die aktu­ellen Pollen­flug­daten -auch für Ambrosia- für Deutschland über den gemein­samen Service der Stiftung Deut­scher Polle­n­in­for­ma­ti­ons­dienst (PID) und des Deut­schen Wetter­dienstes (DWD) abrufen.

Was kann der Einzelne vorbeugend tun, um eine Ausbreitung zu verhindern? 

Die Beifuß-Ambrosie überlebt nur durch Samen­bildung. Vorbeu­gende Maßnahmen beruhen daher einer­seits auf einer Vermeidung der Einbringung von Ambrosia-Samen auf eine Fläche. Eine weitere Möglichkeit ist die Verhin­derung der Keimung der sich in einem Boden befin­denden Samen. Folgende Maßnahmen können daher empfohlen werden:

  • Keine Vögel außerhalb der Haus­gärten füttern (ausge­nommen, es ist Vogel­futter nach­weislich ohne Ambrosia-Samen).
  • Keine Vogel­fut­ter­reste außerhalb der Haus­gärten oder an wenig kontrol­lierten Plätzen ablagern.
  • Verwenden Sie kein Vogel­futter, das mit Ambrosia-Samen verun­reinigt ist. Beim Einkauf sollten Sie nach Ambrosia-freiem Vogel­futter fragen. Die Fläche unter der Futter­stelle sollte auf Vorkommen der Beifuß-Ambrosie beob­achtet werden.
  • Offenen oder wenig bewach­senen Boden durch Ansaat und gezielte Begrünung vermeiden.
  • Gefundene Einzel­pflanzen recht­zeitig vor der Blüte und Samen­bildung entfernen.
  • Wieder­be­grünung nach größeren Entfer­nungs­ak­tionen. Wuchs­stellen der Beifuß-Ambrosie auch in den Folge­jahren kontrol­lieren (da mehrere Jahr­zehnte keim­fähig).

Was sind die Ursachen einer zuneh­menden Verbreitung? 

Während die Pollen mit dem Wind trans­por­tiert werden, können die Samen nicht weit fliegen. Haupt­ur­sache für die Verbreitung ist der Mensch. Siehe „Was kann man vorbeugend tun um eine Ausbreitung zu verhindern?“

Es gibt wissen­schaft­liche Hinweise, dass zusätzlich der Klima­wandel eine Ausbreitung begünstigt.

Wie lange sind Ambrosia-Samen keim­fähig?

Ambro­si­a­samen können bis zu 40 Jahre keim­fähig bleiben.

Wann und wo und wie soll ich entdeckte Bestände melden? 

Größere Bestände (ab circa 100 Pflanzen) sollten Sie Ihrer Kreis­ver­wal­tungs­be­hörde (Land­ratsamt oder kreis­freie Stadt) möglichst mit Melde­form­blatt und beilie­genden aussa­ge­kräf­tigen Fotos (gege­be­nen­falls digital) melden. Alter­nativ ist auch ein Herb­ar­beleg möglich: Pflan­zen­blätter und -stängel zwischen Papier trocknen (nicht in Plas­tiktüte!). Eine möglichst genaue Orts­be­stimmung ist besonders wichtig. Die Kreis­ver­wal­tungs­be­hörden über­prüfen die Meldung und beraten Sie bei den weiteren Schritten. Die Befalls­flächen werden über die Landes­mel­de­stelle doku­men­tiert und in den Folge­jahren bis zur Besei­tigung regel­mäßig über­wacht.

Kleinere Bestände außerhalb von Haus­gärten können Sie in gleicher Weise im Rahmen eines Forschungs­pro­jekts direkt an die mit dem Frei­staat Bayern zusam­men­ar­bei­tende Forschungs­ein­richtung melden. Sie unter­stützen damit die Erwei­terung des noch unzu­rei­chenden Kennt­nis­stands über die Verbreitung in Bayern sowie die Beant­wortung weiterer Frage­stel­lungen.

Adresse:
Projekt­gruppe Biodi­ver­sität und Land­schafts­öko­logie
Hinter´m Alten Ort 9
61169 Friedberg
Telefon: 06031 160-9264
E-Mail: meldung@ambrosiainfo.de

Wer berät mich bei Fragen zu Ambrosia? 

Beratung zu Fragen der Bekämpfung erhalten Sie bei Ihrem Land­ratsamt oder Ihrer Stadt­ver­waltung. Allge­meine Auskünfte hinsichtlich der gesund­heit­lichen Proble­matik erteilt das örtlich zuständige Gesund­heitsamt. Bei indi­vi­du­ellen Fragen zu gesund­heit­lichen Problemen im Zusam­menhang mit Ambrosia sind Haus­ärzte und Aller­go­logen erste Ansprech­partner. Land­wirte und Garten­bau­be­triebe werden von den Ämtern für Ernährung, Land­wirt­schaft und Forsten hinsichtlich einer effek­tiven Bekämpfung beraten.

Wie kann ich mich bei der Ambro­sia­be­kämpfung schützen? 

Die Pollen der Ambrosia arte­mi­siifolia sind starke Allergene. Grund­sätzlich sollten die Pflanzen daher vor der Blütezeit entfernt werden, da während der Blütezeit hohe Pollen­kon­zen­tra­tionen in der Luft auftreten. Die Berührung der Pflanze kann außerdem zu entzünd­lichen Reak­tionen der Haut führen.

Empfohlene Schutz­maß­nahmen

a) Vor der Blütezeit:
  • Lange Hosen, lange Ärmel und Garten- oder Arbeits­hand­schuhe verhindern den Haut­kontakt mit der Pflanze.
b) Zusätzlich während der Blütezeit:
  • Aller­giker sollten keine Bekämp­fungs­maß­nahmen blühender Ambro­sia­be­stände durch­führen.
  • Beim Ausreißen blühender Pflanzen sollten die Atemwege durch eine Einmal-Fein­staub­maske (zum Beispiel Baumarkt, Fach­handel für Arbeits­schutz­aus­rüstung) geschützt werden.
  • Ausreißen bevorzugt am Nach­mittag, da die Pollen haupt­sächlich in den Vormit­tags­stunden frei­ge­setzt werden.
  • Ein Arbeits­kittel verhindert, dass die Pollen in der Kleidung hängen bleiben und zum Beispiel ins Haus verschleppt werden.
  • Wenn die Pflanze nicht zu groß ist, sollte ihr vor dem Ausreißen eine Plas­tiktüte über­ge­stülpt und sie mit dem Restmüll entsorgt werden.
  • Zum Schluss Arbeits­kittel ausziehen, mit der Außen­seite nach innen zusam­men­rollen und in die Wäsche geben. Duschen und Haare waschen.

Wie entsorge ich entfernte Ambro­sia­pflanzen?

Die Pflanzen sollten in einer Plas­tiktüte mit dem Restmüll entsorgt werden (Verbrennung). Pflanzen nicht in die Biotonne oder auf den Kompost geben.

Kann ich mich auf Ambrosia aller­go­lo­gisch testen lassen? 

Grund­sätzlich gibt es Test­lö­sungen für den Hauttest, Ambrosia wird jedoch von den meisten Aller­go­logen noch nicht im jewei­ligen Test­standard mitge­testet. Auch Labor­tests (nach Blut­pro­ben­ent­nahme) zur Erfassung von IgE-Anti­körpern gegen Ambrosia sind verfügbar. Eine ambro­sia­spe­zi­fische Testung ist auch im Rahmen des vom baye­ri­schen Gesund­heits­mi­nis­terium in Auftrag gege­benen Forschungs­vor­habens möglich.

Ansprech­partner ist:

Priv.-Doz. Dr. Ruëff, Klinik und Poli­klinik für Derma­to­logie und Aller­go­logie
Klinikum der Univer­sität München
Frau­en­lobstr. 9-11
80337 München

Kann man sich als Ambrosia-Aller­giker desen­si­bi­li­sieren lassen? 

Es sind kommer­zielle Behand­lungs­ex­trakte verfügbar. Besteht aufgrund der Schwere des Krank­heits­bilds die Indi­kation zu einer Hypo­sen­si­bi­li­sierung, sind die Kosten durch die Kran­ken­kasse zu tragen. Die Behandlung erfolgt in Form von Injek­tionen am Oberarm und wird übli­cher­weise über mehrere Jahre durch­ge­führt. Im güns­tigsten Fall kann damit die aller­gische Reak­ti­onslage beseitigt werden, manchmal tritt nur ein Still­stand ein.

Wo bekomme ich weitere Informationen? 

Die ausführ­lichsten Informationen mit umfang­reichem Bild­ma­terial sind im Internet aufge­führt. Eigene Informationen sowie eine Liste mit Links stellt die Landes­an­stalt für Land­wirt­schaft (LfL) zur Verfügung.
Auf der Inter­net­seite des Julius Kühn-Instituts, Bundes­for­schungs­in­stitut für Kultur­pflanzen (38104 Braun­schweig), steht eine Bera­tungs­bro­schüre zum Download zur Verfügung.