Drei Frauen treffen sich.

Frauengesundheit

Frauen sind besonders, und auch ihre Gesundheit ist es. Nur in wenigen Ländern der Welt gibt es so günstige Bedingungen dafür wie in Bayern. Dennoch gilt es auch hier, die Gesundheit von Frauen zu schützen und zu stärken. Das Wissen über frauentypische Risiken und Krankheiten kann viel dazu beitragen.

Es gibt gesundheitliche Beschwerden und Krankheiten, von denen nur Frauen betroffen sind und solche, die bei Frauen viel häufiger als bei Männern auftreten.  Schon vom frühen Kindesalter an zeigen sich erhebliche Besonderheiten. Das Wissen über diese Unterschiede kann dabei helfen, den gesundheitlichen Bedürfnissen von Mädchen und Frauen gerecht zu werden und frauentypische Risiken und Krankheiten frühzeitig zu erkennen und manche zu vermeiden. Durch Vorsorge und einen gesunden Lebensstil können Sie Ihr Risiko zu erkranken deutlich mindern.

Frauen sind besonders, und auch die Gesundheit von Frauen zeigt so manche Besonderheiten. Das Wissen über diese Unterschiede kann dabei helfen, solche Risiken frühzeitig zu erkennen und manche frauentypische Krankheit zu vermeiden. Als bayerische Gesundheitsministerin und Ärztin wünsche ich Ihnen viele Anregungen für ein gesundes Frauenleben.
Melanie Huml, Staatsministerin
Tochter flüstert ihrer Mutter ins Ohr.

Mädchengesundheit: Gesund im Kindes- und Jugendalter

Glücklicherweise wachsen die allermeisten Mädchen in Bayern gesund auf. Einige Gesundheitsrisiken gibt es jedoch, die Mädchen häufiger betreffen oder die für sie eine besondere Gefährdung bedeuten.

Angeborene Schilddrüsen-Unterfunktion

Hypothyreose, die Schilddrüsen-Unterfunktion, führt häufig zu Müdigkeit, Appetitlosigkeit, Gewichtszunahme sowie zu Haarausfall und trockener Haut. Die Unterfunktion der Schilddrüse stellt die häufigste Form angeborener Hormonstörungen dar. Zwei Drittel der Kinder, die mit dieser Erkrankung geboren werden, sind Mädchen. Im Neugeborenenscreening, das schon kurz nach der Geburt durchgeführt wird, werden Kinder auf Stoffwechselstörungen untersucht. Bestehende Erkrankungen können so frühzeitig erkannt und behandelt werden.

Alkohol und Zigaretten

Übermäßiger Alkoholkonsum in der Jugend, so glauben viele, ist eher ein männertypisches Phänomen. Tatsächlich aber werden junge Mädchen im Alter zwischen zehn und 15 Jahren öfter stationär wegen Rauschtrinkens behandelt als männliche Altersgenossen. Der regelmäßige Alkoholkonsum allerdings ist bei Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren geringer als bei gleichaltrigen Jungen.

Um der Gesundheitsgefährdung durch Rauschtrinken bei Jugendlichen wirksam zu begegnen, fördert das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege das Präventionsprojekt „HaLt in Bayern“ an 42 Standorten landesweit. HaLt vermittelt Beratung und Hilfsangebote für Jugendliche, die wegen einer Alkoholvergiftung stationär behandelt werden mussten. Auch für die Eltern gibt es ein individuelles Beratungsangebot.

Wenn junge Mädchen mit dem Rauchen beginnen, sind sie im Durchschnitt 14,7 Jahre alt. Zum Glück ist das Rauchen aber immer seltener ein Thema für Jugendliche: Unter den 12-bis 17-Jährigen rauchen derzeit ca. 12 Prozent, so wenige wie nie seit Beginn der Erhebungen in den 1970er Jahren! Dabei gibt es keine nennenswerten Häufigkeitsunterschiede zwischen Mädchen und Jungen. In höheren Altersgruppen rauchen nach wie vor deutlich mehr Männer als Frauen. Weitere Informationen zum Thema Rauchen erhalten Sie hier.

Wichtig ist es, süchtigen Entwicklungen früh entgegenzuwirken. Das in Nürnberg entwickelte und heute in ganz Bayern und weit darüber hinaus verbreitete Programm „Klasse2000“ für Kinder im Grundschulalter will Sucht und Gewalt vorbeugen und Mädchen und Jungen stark machen für den Schutz der eigenen Gesundheit. Mit großem Erfolg: Rund 2.500 Schulklassen in Bayern sind derzeit dabei.

Informationen zu Tabakprävention und zum Rauchstopp für Jugendliche und für Erwachsene gibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum hält Informationen und Hilfsangebote vor, unter anderem Infotelefone zur individuellen Beratung. Darüber hinaus bieten viele Krankenkassen Kurse und andere Hilfen zur Raucherentwöhnung an. Informationen dazu finden Sie auf den Internetseiten Ihrer Krankenkasse.

Essstörungen

Mehr als 40 Prozent aller Mädchen mit Normalgewicht halten sich für zu dick. Einige sind – ohne objektiven Grund – so unzufrieden mit ihrem Körper, dass sie ein gestörtes Essverhalten entwickeln. Von hier aus ist der in eine gefährliche Essstörung oft nicht weit.

Mädchen sind von Essstörungen, also von Magersucht, Ess-Brechsucht oder Binge-Eating-Störungen, deutlich häufiger betroffen als Jungen. Informationsangebote und Beratung für Jugendliche und für ihre Eltern gibt das Internetportal „bauchgefühl“, eine Initiative der Betriebskrankenkassen. „Der Klang meines Körpers“ ist ein Präventionsangebot für Schulklassen und Jugendgruppen, das das Zentrum für Prävention und Gesundheitsförderung am Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit bereitstellt. Die sehr ansprechende, interaktive Ausstellung wurde kürzlich um ein Modul für Jungen erweitert, da Essstörungen auch für sie immer häufiger zum Thema werden.

Informationsmaterialien zum Thema Essstörungen hält auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bereit.

Sexualaufklärung, Verhütung und Familienplanung

Sexualität, Verhütung und Familienplanung sind wichtige Themen im Leben von Mädchen und Frauen, die je nach Lebensabschnitt manchmal mehr und manchmal weniger im Vordergrund stehen. Ansprechpartner vor Ort sind die staatlich anerkannten Beratungsstellen für Schwangerschaftsfragen. Denn zu ihren Aufgaben gehört neben der Schwangerschaftskonfliktberatung auch die Beratung zu Verhütung, Familienplanung und Sexualität. Kontaktadressen der Beratungsstellen vor Ort in Bayern und auch die Möglichkeit der Online-Beratung finden Sie hier.

Mit dem Jugendportal loveline.de stellt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ein umfangreiches Internetangebot für Jugendliche zu den Themen Liebe, Partnerschaft, Sexualität und Verhütung bereit. Ein entsprechendes Angebot für Erwachsene ist unter dem Portal familienplanung.de zu finden.

Frühe Schwangerschaft

Ein Viertel der Mädchen und ein Fünftel der Jungen haben im Alter von 15 Jahren mindestens einmal Geschlechtsverkehr gehabt. Der Anteil derer, die Verhütungsmittel verwenden, hat sich in den letzten Jahren erhöht. Dies und eine bessere Sexualaufklärung macht sich in einer rückläufigen Zahl an Teenagerschwangerschaften bemerkbar. Dennoch schätzen Fachleute, dass in Deutschland jedes Jahr mehr als 10.000 junge Frauen unter 18 Jahren schwanger werden. An allen Gesundheitsämtern im Freistaat, oder auch in freier Trägerschaft, werden Schwangerenberatungen auch für junge Mädchen und Teenager angeboten. Weitere Informationen über die Beratungsstellen und allgemeine Beratung zum Thema Schwangerschaft finden Sie hier. Informationen und Orientierungshilfen für minderjährige und junge Schwangere sowie ihre Partner bietet auch das Internetportal schwanger-unter-20.de Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung an.

Schwangerschaft

Die Schwangerschaft stellt eine ganz besondere Zeit im Leben einer Frau dar, die viele neue Fragen aufwirft. Nachfolgend finden Sie Wissenswertes aus den Bereichen Schwangerschaft und Mutterschaft. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung stellt einen Ratgeber zur Schwangerschaft zur Verfügung.

Große Risiken: Rauchen und Alkoholkonsum während der Schwangerschaft

Rauchen und Alkoholkonsum gehören zu den Risikofaktoren während der Schwangerschaft, die vermieden werden können. Rauchen erhöht die Gefahr einer Frühgeburt und kann noch zahlreiche andere Komplikationen nach sich ziehen, wie zum Beispiel ein geringeres Geburtsgewicht, ein erhöhtes Risiko für Fehl- und Totgeburten und den plötzlichen Kindstod oder auch eine Begünstigung von Allergien im Kindesalter. Kinder, in deren Umgebung geraucht wird, sind außerdem anfälliger für Infekte der oberen Atemwege und für asthmatische Erkrankungen. In Bayern rauchten im Jahr 2013 ungefähr 5 Prozent aller Schwangeren. Dies ist ein erfreulicher Rückgang im Vergleich zu früheren Jahren. Für alle Raucherinnen gilt: am besten ist es für Ihr Kind, wenn Sie – und gegebenenfalls auch Ihr Partner – damit aufhören. Auch nach der Geburt wird Ihr Kind Ihnen eine rauchfreie Umgebung zu Hause danken. Weitere Informationen und Hilfestellungen finden Sie hier bzw. in der Broschüre „rauchfrei in der Schwangerschaft“,

Frauen, die während der Schwangerschaft Alkohol trinken, gefährden die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes. Man geht davon aus, dass jeder Schluck Alkohol in der Schwangerschaft lebenslange Folgen für das Kind mit sich bringen kann. Auch durch den Konsum geringer Mengen können Wachstumsstörungen, geistige und soziale Entwicklungsstörungen auftreten. Obwohl Alkoholkonsum das Risiko bleibender Schäden beim Kind  in sich birgt, konsumiert der KiGGS-Studie (Kinder- und Jugendgesundheitssurvey) zufolge ungefähr jede siebte  Frau in Deutschland während der Schwangerschaft gelegentlich Alkohol. Fachleute gehen davon aus, dass in Deutschland jährlich 4.000 Kinder mit dem Vollbild des Fetalen Alkohol Syndrom (FAS) und ca. 10.000 weitere Kinder leichter geschädigt (mit sogenannten Fetalen Alkoholspektrumstörungen, FASD) zur Welt kommen. Auf Bayern übertragen wären das zusammen etwa 2.000 betroffene Neugeborene pro Jahr. Auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung finden Sie weitere Informationen hierüber. Die Kampagne „Schwanger? Null Promille!“ bietet schwangeren Frauen, ihren Partnern, Umfeld, der Familie und allen anderen, die die Schwangerschaft begleiten, wichtige und hilfreiche Informationen. Die schädliche Wirkung von Alkohol auf das Ungeborene wird häufig unterschätzt. Die Blogs von verschiedenen (schwangeren) Frauen und (werdenden) Vätern beschäftigen sich unter anderem mit dem Thema Alkoholverzicht während der Schwangerschaft und können jenen, denen es schwer fällt, Hilfestellung und Inspiration bieten.

Schwangerschaft und Impfschutz

Ein unzureichender Impfschutz der Mutter gegen Röteln oder Varizellen (Windpocken) kann eine Gefahr für das ungeborene Kind darstellen. Die Ständige Impfkommission des Robert Koch-Instituts empfiehlt Frauen, die nicht oder nicht ausreichend geimpft sind, sich vor Beginn einer Schwangerschaft gegen Röteln impfen zu lassen. Besteht keine Sicherheit, ob ein ausreichender Impfschutz vorhanden ist, sollte bei Frauen im gebärfähigen Alter eine Antikörperbestimmung durchgeführt werden. Informationen zu Impfungen vor bzw. in der Schwangerschaft finden Sie hier.

Toxoplasmose

Manche Infektionen während der Schwangerschaft können bei ungeborenen Kindern zu schweren Schäden führen, auch wenn die werdende Mutter selbst nur leichte oder keine Krankheitszeichen zeigt. Hier sind insbesondere die Toxoplasmose und die Listeriose zu nennen, gegen die sich Schwangere durch die Beachtung einfacher Regeln schützen können.

Die Toxoplasmose wird durch einen Parasiten (Toxoplasma gondii) verursacht, der vor allem durch rohes Fleisch und Katzenkot übertragen wird. Eine Erstinfektion der Frau in der Schwangerschaft kann zur Infektion des ungeborenen Kindes mit nachfolgenden Schädigungen an Augen und Hirn oder dem Risiko eines Abortes führen. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch rohes bzw. ungenügend behandeltes Fleisch und Fleischprodukte oder durch kontaminierte Nahrung und Erde (zum Beispiel Katzenkot oder Gartenarbeit). Verzichten Sie daher auf rohes Fleisch/Fleischprodukte, zum Beispiel in Form von Tartar, Mett, Mettwurst oder Rohwurst. Rohes Gemüse und Früchte sollten Sie vor dem Verzehr gründlich waschen. Tragen Sie zur Gartenarbeit am besten Handschuhe und achten Sie auf sorgfältiges Händewaschen nach Garten-, Feld- oder anderen Erdarbeiten, dem Besuch von Sandspielplätzen und vor dem Essen. Weitere Informationen wie Sie sich selbst und Ihr Kind insbesondere während der Schwangerschaft schützen können, erhalten Sie hier.

Listeriose

Manche Infektionen während der Schwangerschaft können bei ungeborenen Kindern zu schweren Schäden führen, auch wenn die werdende Mutter selbst nur leichte oder keine Krankheitszeichen zeigt. Hier sind insbesondere die Toxoplasmose und die Listeriose zu nennen, gegen die sich Schwangere durch die Beachtung einfacher Regeln schützen können.

Die Listeriose wird durch Bakterien (Listerien) verursacht.  Während eine Infektion bei der werdenden Mutter meist nur leichte Symptome hervorruft, kann sie beim ungeborenen Kind eine  Früh- oder Totgeburt, Blutvergiftung oder Hirnhautentzündung auslösen. Die Listeriose wird vor allem durch nicht erhitzte, vom Tier stammende Lebensmittel (zum Beispiel Rohwurst wie Salami, Rohmilch, Rohmilchkäse) übertragen. Schützen Sie sich und Ihr Kind durch Verzicht solcher Lebensmittel und beachten Sie nachfolgende Informationen der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung.

Ernährung in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft gilt wie auch sonst, dass im Normalfall eine vielseitige und vollwertige Ernährung alles liefert, was zur Deckung des Nährstoff- und Vitaminbedarfs der Mutter, und auch des Ungeborenen, notwendig ist. Für Schwangere gelten – mit Ausnahme der Beachtung einiger Ernährungsrisiken – keine anderen Regeln. Schwangere Frauen sollten  daher darauf achten, dass sie sich möglichst ausgewogen und vollwertig, mit frischen Lebensmitteln, viel Obst und Gemüse ernähren und welche Genussmittel sie zu sich nehmen. Damit schaffen sie für sich und ihr ungeborenes Kind eine solide Basis für einen guten Start ins Leben. Mehr Informationen zu einer gesunden Ernährung in der Schwangerschaft finden Sie auf den Webseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung oder auch auf der Plattform „Gesund ins Leben. Netzwerk junge Familie“. Netzwerk junge Familie“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

Das vom Bayerischen Ministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Projekt Gesund leben in der Schwangerschaft „GeliS“ untersucht ein Lebensstilprogramm, durch das Schwangere mit übermäßiger Gewichtszunahme zu einer gesunden Lebensweise angehalten werden können, um negative Folgen für Mutter und Kind zu vermindern.

Medikamente während der Schwangerschaft

In Bayern nehmen ungefähr 70 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter mindestens ein Medikament regelmäßig ein. Hier erfahren Sie, welche Medikamente Sie ohne Bedenken in der Schwangerschaft und Stillzeit einnehmen dürfen.

Schwangere informiert sich beim Arzt.
Apps: Schwanger & Essen, Baby & Essen, Kind & Essen

Apps: Schwanger & Essen, Baby & Essen, Kind & Essen

Informationen zu Ernährung und Bewegung in der Schwangerschaft und zum gesunden Aufwachsen in der Kindheit gibt es in Hülle und Fülle. Doch welche Quelle ist verlässlich und seriös? Die App-Trilogie „Schwanger & Essen“, „Baby & Essen“ und „Kind & Essen“ basiert auf aktuellen Empfehlungen der Wissenschaft und den Handlungsempfehlungen des Netzwerks Gesund ins Leben. Ohne auf hilfreiche Features, wie Kalender und Checks, zu verzichten, liefern die Apps wichtige Informationen zu ausgewogener Ernährung, Bewegung und gesundem Aufwachsen in Schwangerschaft, Säuglingsalter und frühen Kindheit.

 

Laden im (Apple iTunes) App Store. Jetzt bei Google Play (Store).

Mehr

Baby-Kompass Bayern

Der Baby-Kompass Bayern des Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege bietet wichtige Empfehlungen zur Gesundheitsvorsorge rund um die Themen Stillen, Ernährung der stillenden Mütter, Säuglingsernährung, medizinische Prophylaxe und Impfungen.

Mehr

Baby-Timer

Der Baby-Timer des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration stellt eine Orientierungshilfe dar für den Zeitraum von der Feststellung der Schwangerschaft bis zum dritten Lebensjahr des Kindes.

Mehr

Erwachsenenalter

Rauchen

Rauchen ist eine der wichtigsten verhaltensbedingten Gesundheitsgefährdungen. In Bayern rauchten im Jahr 2013 knapp 18 Prozent aller Frauen über 15 Jahren. Man geht von 15.000 bis 18.000 Toten in Bayern pro Jahr infolge des Rauchens aus. Tabakrauch erhöht das Risiko für eine Vielzahl von Erkrankungen, darunter Krebs (zum Beispiel Lungen-, Blasen, Gebärmutterhalskrebs), chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Frauen reagieren empfindlicher auf die schädlichen Substanzen im Tabakrauch als Männer und sind daher besonders gefährdet. Rauchen gilt auch als Risikofaktor für vorzeitig einsetzende Wechseljahre, verringerte Fruchtbarkeit, Osteoporose (Knochen¬schwund) und einen beschleunigten Alterungsprozess. Durch Rauchen und die gleichzeitige Einnahme der „Pille“ vervielfacht sich das Risiko für einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. In der Schwangerschaft führt Rauchen zu einem erhöhten Risiko für Fehlbildungen, zu niedrigem Geburtsgewicht sowie Fehl- und Totgeburten. Zusammenhänge gibt es auch mit Krebserkrankungen bei Kindern und dem plötzlichen Kindstod.

Rauchen kann süchtig machen – Nikotin ist eine Droge mit hohem Suchtpotenzial. Dementsprechend schwer ist es, mit dem Rauchen wieder aufzuhören, aber viele Raucherinnen und Raucher möchten es: Im Jahr 2012 zum Beispiel haben in Deutschland 63 Prozent mindestens einmal versucht, mit dem Rauchen aufzuhören. Hilfen und Informationen zu Raucherentwöhnung bieten auch die Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung mit Angeboten zum Rauchstopp sowohl für Jugendliche als auch für Erwachsene. Auch das Deutsche Krebsforschungszentrum hält Informationen und Hilfsangebote, u.a. Infotelefone zur individuellen Rauchstopp-Beratung, vor. Darüber hinaus bieten viele Krankenkassen Kurse und andere Hilfen zur Raucherentwöhnung an. Informationen dazu finden Sie auf den Internetseiten Ihrer Krankenkasse.

Brustkrebs

Jedes Jahr erkranken um die 10.000 Frauen in Bayern an Brustkrebs. Brustkrebs ist damit der häufigste bösartige Tumor bei Frauen. Ab einem Alter von 30 Jahren steht Frauen eine jährliche Tastuntersuchung der Brust beim Frauenarzt zu. Der Arzt wird Sie auch zur Selbstuntersuchung der Brust anleiten, so dass Sie monatlich beide Brüste und die Achseln abtasten können. Wer sich und seinen Körper gut kennt, kann besser Veränderungen frühzeitig feststellen. Im Alter zwischen 50 und 69 werden Sie außerdem alle zwei Jahre zur Teilnahme am Mammographie-Screening eingeladen. Informieren Sie sich über Möglichkeiten der Vorsorgeuntersuchungen und nutzen Sie diese! Weitere Informationen zu Brustkrebs, Vorsorgeuntersuchungen, Diagnose und Therapie finden Sie zum Beispiel auf den Webseiten des Deutschen Krebsinformationsdienstes. Neben der Brustkrebsvorsorge stehen Ihnen weitere Krebsvorsorgeuntersuchungen zu. Eine Übersicht finden Sie hier.

Wechseljahre

Im Erwachsenenalter erleben Frauen häufig Veränderungen körperlicher aber auch psychischer Natur. Die Wechseljahre (Klimakterium) haben Auswirkungen auf den Körper, betreffen aber auch häufig die Psyche. Meistens beginnen die Wechseljahre zwischen dem 40. und 50. Lebensjahr. Im Durchschnitt sind Frauen auch Anfang 50, wenn Sie ihre letzte Regelblutung (Menopause) bekommen. In den Wechseljahren nimmt die Produktion des weiblichen Geschlechtshormons, Östrogen, ab. Viele, jedoch nicht alle Frauen erleben in dieser Phase Schweißausbrüche, Schwindel oder Hitzewallungen. Symptome die so heftig sind, dass eine Behandlung notwendig wird haben allerdings die wenigsten.

  • 01 Fakt

    Wussten Sie außerdem, dass …?

    …mehr Frauen als Männer infolge einer Muskel-Skelett-Erkrankung in ambulanter Behandlung sind?

  • 02 Fakt

    Wussten Sie außerdem, dass …?

    …40 Prozent der Frauen in Ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erlebt haben?

  • 03 Fakt

    Wussten Sie außerdem, dass …?

    …33 Prozent der Frauen (Männer 22 Prozent) an psychischen Störungen leiden?

  • 04 Fakt

    Wussten Sie außerdem, dass …?

    …in Bayern doppelt so viele Frauen wie Männer (4 Prozent im Vergleich zu 2 Prozent) einen problematischen Konsum von Medikamenten aufweisen?

    Während mehr Männer als Frauen eine Alkoholabhängigkeit entwickeln, sind Frauen mehr als Männer gefährdet, von Arzneimitteln wie Schlafmitteln abhängig zu werden. Die Koordinierungsstelle der bayerischen Suchthilfe kann Auskunft zu Suchthilfeeinrichtungen in Bayern geben.

Seniorenalter

Frauen werden in Bayern im Durchschnitt 83,1 Jahre alt und damit fast fünf Jahre älter als Männer. Ungefähr vier von fünf der über neunzigjährigen Pflegebedürftigen und zwei Drittel aller an Demenz Erkrankten sind Frauen.

Osteoporose

Der Begriff Osteoporose (im Volksmund: Knochenschwund) beschreibt eine krankhafte Verminderung der Knochenmasse mit einhergehender erhöhter Knochenbrüchigkeit, die meist bei älteren Men­schen auftritt. Osteoporose betrifft insbesondere Frauen. Frauen ab dem 50. Lebensjahr geben fast vier Mal so häufig wie Männer der gleichen Altersgruppe eine ärztlich diagnostizierte Osteoporose an. Zahlreiche chronische Erkrankungen, auch Stoff­wechsel- und Hormonerkrankungen, können Osteoporose auslösen. Darüber hinaus können auch Faktoren wie Bewegungs­mangel, Rauchen, Fehlernährung und bestimmte Medikationen die Ausbildung einer Osteoporose begünstigen. Weitere Informationen sind in der Osteoporose-Broschüre des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege sowie auf den Internetseiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zu finden.

Stürze

Mit steigendem Alter werden Stürze häufiger. Gut die Hälfte der Krankenhausfälle nach einem Sturz betreffen Frauen ab 65 Jahren. Viele dieser Stürze sind gezielte Sturzrisikoprävention, zum Beispiel durch Anpassungen der Wohnumgebung zu Hause oder durch die Teilnahme an speziellen Bewegungsangeboten, vermeidbar. Projekte zur Vermeidung von  Stürzen und sturzbedingten Verletzungen bieten manche Hausarztpraxen oder Sportverbände an.

Gesund älter werden

Das Internetangebot „Gesund & aktiv älter werden“ der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet neutrale, seriöse, fachlich geprüfte und qualitativ hochwertige Gesundheitsinformationen. Neben wertvollen Tipps finden Sie aktuelle Meldungen, Literatur und Links.