Insektenstich

Lassen Sie sich impfen – für sich und Ihre Mitmenschen

Impfen kann Leben retten. Es ist eine der wirksamsten Vorsorgemaßnahmen, um sich gegen schwere Infektionskrankheiten zu schützen.

Warum sollte ich mich impfen lassen?

Impfungen schützen vor Infektionskrankheiten, die tödlich verlaufen können oder bei denen schwere Komplikationen auftreten können. Schwere Komplikationen sind zum Beispiel eine Hirnhautentzündung, Schädigungen des Herzmuskels, Lähmungen oder Krebs.

Impfen ist aber nicht nur Eigen- sondern auch Gemeinschaftsschutz. Denn nicht nur Sie sind durch einen rechtzeitigen Impfschutz gegen schwere Infektionskrankheiten geschützt. Sind Sie geimpft, sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, dass Sie andere mit einer Krankheit anstecken. Dafür ist es wichtig, dass Sie sich rechtzeitig und vollständig impfen lassen. Damit schützten Sie nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen, die sich selbst nicht impfen lassen können, zum Beispiel Säuglinge oder Menschen mit geschwächtem Immunsystem.

Wenn sich viele Menschen impfen lassen, ist es sogar möglich, Krankheiten auszurotten. Wie erfolgreich Impfungen sind, zeigt zum Beispiel die Ausrottung der Pocken im Jahr 1980 durch konsequente Impfprogramme.

Baby vor Viren schützen

Wer übernimmt die Kosten?

Grundsätzlich werden die von der Ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlenen Standardimpfungen von Ihrer Krankenkasse bezahlt. Das Spektrum der Leistungen, welches über die empfohlenen Standardimpfungen hinausgeht, unterscheidet sich zwischen den einzelnen Krankenkassen. Beispielsweise werden die HPV-Impfungen von einigen Krankenkassen auch nach dem 18. Geburtstag komplett oder teilweise erstattet oder bestimmte Impfungen für die Reise bezahlt. Eine Nachfrage bei Ihrer Krankenkasse lohnt sich!

Welche Impfungen sind wichtig?

Im Impfkalender der STIKO sind alle generell empfohlenen Standardimpfungen für jedes Lebensalter aufgeführt.

Besondere Impfempfehlungen

Für bestimmte Personengruppen gibt es außerdem besondere Impfempfehlungen, zum Beispiel für Personen, die in medizinischen oder kinderbetreuenden Berufen, in Berufen mit viel Publikumsverkehr oder im Ausland arbeiten.

Die STIKO empfiehlt weitere Impfungen:

Fragen Sie hierzu auch Ihre Ärztin oder Ihren Arzt!

Beruf, Praktikum und Reise

Manche Berufe haben ein erhöhtes Risiko, mit bestimmten Krankheitserregern in Kontakt zu kommen. Deshalb ist es sinnvoll, dass Sie sich vor der Aufnahme der Tätigkeit durch die empfohlenen Impfungen schützen. Dies gilt auch, wenn Sie ein Praktikum machen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, Ihnen die Impfungen anzubieten, die für Ihre berufliche Tätigkeit empfohlen werden.

Impfempfehlungen gibt es auch für Reisen in bestimmte Länder. Bei der Einreise in manche Länder müssen Sie sogar bestimmte Impfungen (zum Beispiel die Impfung gegen Gelbfieber) nachweisen. Je nach aktuellem Impfstatus, Reiseland, Art und Dauer der Reise, Saison, geplanten Aktivitäten und möglichen vorbestehenden Grunderkrankungen kann Ihre individuelle Impfempfehlung unterschiedlich ausfallen. Deshalb sollten Sie frühzeitig vor der Reise einen Termin für eine Reiseimpfberatung, zum Beispiel bei einer spezialisierten Ärztin oder einem spezialisierten Arzt vereinbaren.

Auffrischungsimpfungen

Bei den meisten Impfstoffen reicht eine einzige Impfdosis nicht aus.

Oft sind mehrere Impfungen in kürzerem Abstand empfohlen (Grundimmunisierung). Manche Impfungen müssen auch in regelmäßigen Abständen wiederholt werden, damit der Schutz nicht abnimmt (Auffrischungsimpfung).

Um optimal geschützt zu sein, ist es wichtig, dass Sie sich zum empfohlenen Zeitpunkt impfen lassen. Falls Sie eine Impfung dennoch verpasst haben, sollten Sie diese unbedingt so früh wie möglich nachholen. Auch wenn Sie eine Impfung nicht wie empfohlen im Kindesalter erhalten haben, ist es bei manchen Impfungen wichtig, diese im Erwachsenenalter nachzuholen. Dies gilt zum Beispiel für Masern, Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten und Polio.

Selbst wenn Sie empfohlene Abstände zwischen Impfungen überschritten haben, muss die Impfserie in der Regel nicht neu begonnen werden, Sie können Sie zu einem späteren Zeitpunkt nachholen.

Generell gilt: Jede Impfung zählt!

Junge Erwachsene

Impfung gegen Humane Papillomviren (HPV)

Fast jeder sexuell aktive Mensch infiziert sich einmal im Leben mit humanen Papillomviren (HPV). Häufig sind HPV-Infektionen harmlos. Bestimmte HPV-Typen können allerdings verschiedene Krebsarten und Genitalwarzen bei Frauen und Männern auslösen.

Um sich zuverlässig gegen die häufigsten Hochrisiko-HPV-Typen zu schützen, sollte die Impfung gegen HPV frühzeitig erfolgen. Manche Impfstoffe schützen gleichzeitig auch vor Genitalwarzen. Die HPV-Impfung ist für Mädchen und Jungen von 9 bis 14 Jahren empfohlen – idealerweise vor dem ersten Sexualkontakt. Bis zum 18. Lebensjahr wird sie als Nachholimpfung empfohlen. Aber auch für über 18-Jährige ist die Impfung oft noch sinnvoll.

Erfahren Sie mehr über HPV:

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)

Die FSME ist eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks. Die FSME wird durch Viren ausgelöst, die hauptsächlich durch Zeckenstiche übertragen werden. Spätfolgen, wie anhaltende Kopfschmerzen oder Lähmungserscheinungen sind möglich. Da nahezu ganz Bayern vom Robert Koch-Institut als FSME-Risikogebiet eingestuft ist, wird in Bayern die FSME-Impfung öffentlich empfohlen. Auch bei Reisen sollten Sie sich unbedingt erkundigen, ob eine FSME-Impfung empfohlen wird.

Für einen kompletten Impfschutz sind drei Impfungen innerhalb von zwölf Monaten erforderlich. Wichtig ist, auch an die Auffrischungsimpfungen zu denken!

Erfahren Sie mehr über FSME:

Erzieherin in Krippe spielt mit Kind Glockenspiel.

Masern

Masern sind eine sehr ansteckende Infektionskrankheit, die Lungen- oder Gehirnentzündungen auslösen kann. Sie kann lebensbedrohlich sein, wenn kein Impfschutz besteht. An Masern erkranken nicht nur Kinder, sondern auch nicht oder nicht ausreichend geimpfte (junge) Erwachsene. Wenn Sie zwei Impfungen gegen Masern erhalten haben, sind Sie lebenslang vor Infektionen geschützt.

Deutschland unterstützt das Ziel der WHO, Masern in Europa zu eliminieren. Dies gelingt nur, wenn sich alle impfen lassen. Unterstützen Sie uns bei diesem wichtigen Ziel!

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Ja
Masern – keine harmlose Kinderkrankheit

Erfahren Sie mehr über Masern:

Gibt es Nebenwirkungen?

Moderne Impfstoffe sind sicher und wirksam: Die Ständige Impfkommission (STIKO) prüft auch nach der Zulassung eines Impfstoffs auf Basis der weltweit wissenschaftlichen Erkenntnisse die Sicherheit und Wirksamkeit der entsprechenden Impfstoffe und wägt auf dieser Basis ihre Empfehlungen gründlich ab. So werden nur Impfungen empfohlen, deren Nutzen bei Weitem die geringen Risiken überwiegt.

Nach der Schutzimpfung kann es zu kurzfristigen Impfreaktionen kommen. Diese klingen in der Regel nach wenigen Tagen komplett ab. Dazu gehören zum Beispiel Rötungen oder Schwellungen an der Einstichstelle oder Fieber, Kopf-, Gliederschmerzen und Unwohlsein. Dabei handelt es sich um eine Folge der Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff. Die Reaktion zeigt also an, dass das Immunsystem mobilisiert wurde.

Es kommt nur sehr selten vor, dass eine Impfung langfristig die Gesundheit beeinträchtigt. Der Nutzen einer Impfung überwiegt bei weitem die Risiken!

Impfkomplikationen

In seltenen Fällen können Impfkomplikationen, also über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgehende Folgen, auftreten. Dies sind zum Beispiel allergische Reaktionen oder Herzmuskelentzündungen nach Impfung mit bestimmten COVID-19-Impfstoffen.

Impfschäden

Impfschäden sind nochmals deutlich seltener. Ein sogenannter Impfschaden ist die gesundheitliche und wirtschaftliche Folge einer über das übliche Ausmaß einer Reaktion auf eine Schutzimpfung (Impfreaktion) hinausgehende gesundheitliche Schädigung. Es handelt sich um Komplikationen, die dauerhaft erhalten bleiben und das Leben der Betroffenen beeinträchtigen.

Nebenwirkungsmeldung

Der Verdacht auf eine über das normale Maß einer Impfreaktion hinausgehende Folge einer Impfung muss nach dem Infektionsschutzgesetz unter anderem durch die Ärzteschaft an das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) gemeldet werden. Die Meldepflicht ist auch Teil der kontinuierlichen Überwachung eines Arzneimittels nach der Zulassung. Aber nicht nur Beschäftigte in Gesundheitsberufen, auch jede geimpfte Person oder ihre Angehörigen können Verdachtsfälle von Nebenwirkungen oder Impfkomplikationen nach Impfung unter anderem online melden.

Weitere Informationen zu Nebenwirkungen finden Sie hier:

Studierende mit Smartphones

Impfmythen

Zum Thema Impfungen kursieren viele Fehlinformationen, die verunsichern und Zweifel an der Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe erzeugen sollen. Deshalb ist es besonders wichtig, sich nur mittels zuverlässiger Quellen und stets aktuell zu informieren. Gerade bei überspitzten oder polarisierenden Nachrichten sollten Sie unbedingt kritisch hinterfragen, ob es sich um valide Informationen handelt. Eine Beratung erfolgt am besten durch qualifiziertes Fachpersonal. Lassen Sie sich zum Beispiel von Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt beraten. Außerdem können Sie sich für alle Fragen rund ums Impfen auch an Apotheken und Ihr örtliches Gesundheitsamt wenden.

Erfahren Sie mehr über Impfmythen:

An wen kann ich mich bei Fragen wenden?

Eine Impfung kann das Risiko vieler Infektionskrankheiten erheblich verringern. Lassen Sie überprüfen, ob Ihr Impfschutz noch vollständig ist, auch wenn Sie Ihren Impfpass nicht mehr finden sollten. Machen Sie bei Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt einen Termin für einen Impfpasscheck und lassen Sie sich beraten. Außerdem können Sie sich dafür auch an Apotheken sowie Ihr örtliches Gesundheitsamt wenden.

Publikationen zum Thema

  • Flyer zur HPV-Impfung für Jugendliche

  • Lassen Sie sich impfen. Ihr Schutz ist sein Schutz.

  • Impfen ab 60 Jahre – Gut geschützt in jedem Alter

  • LAGI-Flyer zum Thema Impfen

  • LAGI-Flyer zum Thema Impfen – in ukrainischer Sprache

  • Das neue Masernschutzgesetz

  • Poster Schutzimpfung-jetzt.de

Aus dem Bayerischen<br />
Präventionsplan

Aus dem Bayerischen
Präventionsplan

Die weitere Steigerung der Impfraten ist eine der Zukunftsaufgaben, die im Bayerischen Präventionsplan festgehalten sind. Gelingen kann dies durch die Zusammenarbeit der vielfältigen Akteure aus Wissenschaft, Gesundheitspolitik, Forschung, Ärzteschaft, Öffentlichem Gesundheitsdienst und der Kostenträger.

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