Krankenhaus von innen.

Gesund­heits­system

In Deutschland gibt es Spit­zen­me­dizin für alle – unab­hängig von Einkommen, Alter, sozialer Herkunft und persön­lichem Krank­heits­risiko – und das bei im inter­na­tio­nalen Vergleich sehr geringen Warte­zeiten.

Die persön­liche Gesundheit ist für viele Menschen das höchste Gut. Mit dem Entstehen der modernen Indus­trie­ge­sell­schaften Ende des 19. Jahr­hun­derts haben Gesundheit und medi­zi­nische Versorgung zunehmend auch poli­tische Bedeutung bekommen. Seither sind viele Bereiche, die mit der Gesundheit zusam­men­hängen, durch Gesetze geregelt.

Das deutsche Gesund­heits­system ist ein soge­nanntes duales Kran­ken­ver­si­che­rungs­system. Versi­chern kann man sich zum einen in der Gesetz­lichen Kran­ken­ver­si­cherung (GKV), zum anderen exis­tieren private Kran­ken­ver­si­che­rungen (PKV). Circa 85 Prozent der Gesamt­be­völ­kerung Deutsch­lands sind gesetzlich versi­chert. Gesetzlich Versi­cherte können sich privat zusatz­ver­si­chern.

Seit der Gesund­heits­reform 2007 muss jeder, der in Deutschland seinen Wohnsitz oder gewöhn­lichen Aufenthalt hat, eine Kran­ken­ver­si­cherung haben. Das ist nahezu voll­ständig erreicht.

Das deutsche Gesund­heits­system zeichnet sich noch durch zwei weitere Beson­der­heiten aus: die Selbst­ver­waltung und das Sach­leis­tungs­prinzip in der GKV.

Kran­ken­kassen und Kassen­ärzt­liche Verei­ni­gungen sind Körper­schaften des öffent­lichen Rechts mit Selbst­ver­waltung. Sie erfüllen daher die ihnen gesetzlich über­tra­genen Aufgaben in eigener Verant­wortung. Der Staat setzt dazu nur den recht­lichen Rahmen und führt eine Rechts­auf­sicht. Das bedeutet, dass diese Körper­schaften nicht unmit­telbar Teil der staat­lichen Verwaltung sind und eine Fach­auf­sicht des Staates sowie ein damit verbun­denes Weisungs­recht nicht bestehen.

Zudem gibt es eine gemeinsame Selbst­ver­waltung der Leis­tungs­er­bringer und Kosten­träger. Anstelle staat­licher Vorgaben sollen diese gemeinsam viele Aspekte des Gesund­heits­systems näher ausge­stalten. Wich­tigstes Organ auf Bundes­ebene ist hier der Gemeinsame Bundes­aus­schuss (G-BA). Der G-BA hat neben zahl­reichen anderen Aufgaben in einer Reihe von Fällen zu entscheiden, welche medi­zi­ni­schen Leis­tungen in den Leis­tungs­ka­talog der GKV kommen und welche nicht.

Tür mit der Aufschrift “Patientenanemdlung".

Durch das Sach­leis­tungs­prinzip erhalten GKV-Versi­cherte medi­zi­nische Leis­tungen, ohne in Vorleistung gehen zu müssen. Die Leis­tungs­er­bringer wie zum Beispiel Ärzte, Apotheken, Hebammen und andere Anbieter von Gesund­heits­leis­tungen, rechnen direkt mit den Kran­ken­kassen bzw. in der vertrags­ärzt­lichen Versorgung mit den Kassen­ärzt­lichen Verei­ni­gungen ab.

Inter­na­tionale Vergleiche des deut­schen Gesund­heits­systems sind schwierig, weil Gesund­heits­systeme komplex und in die Gesamt­ge­sell­schaft unter­schiedlich einge­bettet sind. In Deutschland zum Beispiel ist die Bevöl­kerung vergleichs­weise älter. Berück­sichtigt man diesen Umstand, dann gehört Deutschland innerhalb der OECD- Staaten nicht mehr zu den Ländern mit den höchsten Anteilen der Gesund­heits­aus­gaben am Brut­to­in­lands­produkt.

Deutschland hat auf der Leis­tungs­seite eines der besten Gesund­heits­systeme weltweit. Neben dem umfang­reichen medi­zi­ni­schen Leis­tungs­ka­talog sind in Deutschland Warte­zeiten auf Arzt­termine und Kran­ken­haus­be­hand­lungen – auch in der GKV – sehr gering. Das Gleiche gilt für Zuzah­lungen, was zusammen mit der großen Wahl­freiheit bei Ärzten und Kran­ken­häusern einen leichten Zugang zum Gesund­heits­system ermög­licht. Und zwar unab­hängig von Einkommen, Alter, sozialer Herkunft und persön­lichem Krank­heits­risiko.