Junges Paar schaut aus Fenster.

Illegale Drogen

Illegale Drogen sind Stoffe, die durch ihre chemische Zusammensetzung vor allem auf das menschliche Gehirn einwirken und dadurch Einfluss auf Befindlichkeit, Stimmung, Denken, Wahrnehmung und das Verhalten nehmen. Drogenkonsum birgt immer ein unkalkulierbares Risiko für die körperliche und psychische Gesundheit sowie für das soziale Leben.

Unter illegale Drogen fallen zahlreiche und vielfältigste Substanzen. Diese entfalten ihre Wirkung im Gehirn. Das geschieht, indem die Substanzen den Stoffwechsel körpereigener Botenstoffe (der sogenannten Neurotransmitter) im Gehirn beeinflussen sowie auf spezifische Rezeptoren des Nervensystems einwirken. Dadurch erklären sich deren oft berauschende und bewusstseinsverändernde Effekte.

Durch die Wirkung im zentralen Nervensystem kann es leicht zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen kommen, zum Beispiel dann, wenn sie das Atem- und Hustenzentrum des Konsumenten oder der Konsumentin dämpfen oder einen epileptischen Anfall auslösen. Die Substanzen können auch andere Organsysteme in gefährlicher Weise beeinflussen.

Die meisten illegalen Drogen machen ihre Konsumentinnen und Konsumenten schnell psychisch und/oder körperlich abhängig.

Die gesundheitlichen Risiken ergeben sich nicht ausschließlich aus der gefährlichen Wirkung der Substanz, sondern auch aus der unbekannten Zusammensetzung der Droge bei unklarem Herstellungsprozess. Problematisch sind illegale Drogen außerdem für Konsumentinnen und Konsumenten, da leicht Kontakte zu einem entsprechenden sozialen Umfeld entstehen können.

Das Verbot von Besitz und Herstellung sowie der Handel mit illegalen Drogen sind im Betäubungsmittelgesetz (BtMG) mit seinen Anlagen geregelt.

Es ist verantwortungslos, die Gefahren durch Rauschgift-Konsum zu verharmlosen. Auch Cannabis ist eine gefährliche Droge, die erhebliche gesundheitliche Konsequenzen haben kann.
Melanie Huml, Staatsministerin

Neue Psychoaktive Substanzen

Laut der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle drängen jedes Jahr zahlreiche neu entwickelte psychoaktive Substanzen (NPS) auf den deutschen Markt.

Sie werden meist mit der Absicht hergestellt, die Wirkungen verbotener Drogen zu imitieren. Da diese neuen Substanzen noch nicht im Anhang des Betäubungsmittelgesetzes aufgelistet sind, also nicht unter das internationale Drogenrecht fallen, gelangen diese Drogen nach und nach als sogenannte „legal highs“ oder als „research chemicals“ unter Bezeichnungen wie „Kräutermischungen“, „Pflanzendünger“ oder auch „Badesalz“ auf den deutschen Markt. Über legale Online-Plattformen sind sie auch Jugendlichen besonders leicht zugänglich.

Auch wenn der Erwerb legal ist, die Gesundheitsgefahren können erheblich sein. Nicht selten enthalten NPS (zum Teil giftige) Inhaltsstoffe, deren Dosierung unbekannt ist.

Deshalb ist es für Konsumentinnen und Konsumenten unvorhersehbar, wie die Drogen auf den Körper wirken und welcher gesundheitliche Schaden entsteht.

Suchtprävention in Bayern

Das Bayerische Gesundheitsministerium nimmt gesundheitliche und präventive Aufgaben beim Thema Sucht wahr und unterstützt die Hilfesysteme, vor allem Suchtberatungsstellen vor Ort.

Modellprojekt „BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern“

Das Medikament Naloxon hebt die Wirkungen von Opiaten wie zum Beispiel Heroin auf und kann deshalb bei Vergiftungen beziehungsweise Überdosierungen als Antidot eingesetzt werden. Hierdurch lassen sich zum Beispiel lebensbedrohliche Atembeschwerden vermeiden.

Der Einsatz von Naloxon soll dazu beitragen die Zahl der Menschen verringern, die an ihrem Drogenkonsum sterben.

Bislang durfte Naloxon nur von Ärzten eingesetzt werden. Im bayerischen Modellprojekt „BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern“ werden medizinische Laien geschult, wie sie ein Naloxon-Nasenspray bei Menschen anwenden. Damit sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Naloxon-Notfallgabe durch geschulte medizinische Laien sachgerecht erfolgt. Zielgruppen sind unter anderem Heroinkonsumenten und Menschen, die mit einem Ersatzstoff für Heroin behandelt werden. Auch in Drogenhilfeeinrichtungen sowie in Justizvollzugsanstalten wurde geschult. Das Projekt läuft seit Oktober 2018.

Das Projekt BayTHN wird federführend von der Universität Regensburg in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Bamberg umgesetzt. Beteiligt sind zudem verschiedene Einrichtungen der bayerischen Suchthilfe an den fünf Standorten Regensburg, München, Nürnberg, Ingolstadt und Augsburg.

Das bayerische Gesundheitsministerium fördert das Projekt bis Ende 2020 mit 330.000 Euro.

Bis Mitte 2020 wurden fast 500 Menschen für den Einsatz des Nasensprays im Rahmen des Projekts geschult. In 70 Notfallsituationen kam Naloxon gezielt zum Einsatz und konnte somit Leben retten.