Junges Paar schaut aus Fenster.

Illegale Drogen

Illegale Drogen sind Stoffe, die durch ihre chemische Zusammensetzung vor allem auf das menschliche Gehirn einwirken und dadurch Einfluss auf Befindlichkeit, Stimmung, Denken, Wahrnehmung und das Verhalten nehmen. Drogenkonsum birgt immer ein unkalkulierbares Risiko für die körperliche und psychische Gesundheit sowie für das soziale Leben.

Illegale Drogen sind Stoffe, deren Besitz, Herstellung und Handel auf der Basis des Betäubungsmittelgesetzes (BtMG) verboten ist. Es handelt sich um eine Vielzahl an Substanzen, die vor allem auf das menschliche Gehirn einwirken und dadurch Einfluss auf Befindlichkeit, Stimmung, Denken, Wahrnehmung und das Verhalten nehmen. Das geschieht, indem die Substanzen den Stoffwechsel körpereigener Botenstoffe (der sogenannten Neurotransmitter) im Gehirn beeinflussen sowie auf spezifische Rezeptoren des Nervensystems einwirken. Drogenkonsum birgt daher immer ein unkalkulierbares Risiko für die körperliche und psychische Gesundheit sowie für das soziale Leben. Viele illegale Drogen führen schnell zu psychischer und/oder körperlicher Abhängigkeit. Die gesundheitlichen Risiken ergeben sich nicht ausschließlich aus der Wirkung der Substanz selbst, sondern auch aus der unbekannten Zusammensetzung der Droge bei unklarem Herstellungsprozess.
Zentral ist für das Bayerische Gesundheitsministerium, dass Menschen, die von illegalen Suchtmitteln abhängig sind, unsere Hilfe brauchen. Deshalb sind spezialisierte Angebote für Drogenkonsumenten notwendig, die sie in ihren verschiedenen Lebenslagen gezielt erreichen und unterstützen.

Es ist verantwortungslos, die Gefahren durch Rauschgift-Konsum zu verharmlosen. Auch Cannabis ist eine gefährliche Droge, die erhebliche gesundheitliche Konsequenzen haben kann.
Klaus Holetschek, Staatsminister, MdL

Illegale Drogen

Opiode

Opiate und Opioide sind sehr stark wirkende Schmerz- und Betäubungsmittel mit einem hohen Suchtpotenzial. Als Opioide werden alle morphinähnlich wirkenden Substanzen bezeichnet (synthetisch oder teilsynthetisch hergestellt oder pflanzlicher Ursprung). Als Opiaten werden nur die Betäubungsmittel bezeichnet, die Opium oder Opiumalkaloide – insbesondere Morphin – enthalten.
Opiate und Opioide wirken unmittelbar auf das zentrale Nervensystem. Dadurch erklären sich deren oft berauschende und bewusstseinsverändernde Effekte.
Durch die Wirkung im zentralen Nervensystem kann es leicht zu lebensgefährlichen Nebenwirkungen kommen, zum Beispiel dann, wenn sie das Atem- und Hustenzentrum des Konsumenten oder der Konsumentin dämpfen oder einen epileptischen Anfall auslösen. Die Substanzen können auch andere Organsysteme in gefährlicher Weise beeinflussen.

Cannabis

Cannabis ist eine Gattung von Hanfgewächse mit psychoaktiven Inhaltsstoffe Wirkstoffen, insbesondere dem Tetrahydrocannabinol (THC). Es wird meist in Form von Haschisch (Harz) oder Marihuana (Gras) als Rauschmittel konsumiert. THC wirkt psychoaktiv und kann unter anderem das Fühlen, Denken, Handeln verändern.
Cannabis ist die derzeit am häufigsten konsumierte illegale Droge mit seit 2011 ansteigenden Zahlen. Vergleichbar mit anderen europäischen Ländern haben in Deutschland 7,1 % der Allgemeinbevölkerung (18 – 64 Jahre) in den zurückliegenden 12 Monaten Cannabis konsumiert, in der Altersgruppe der 18 – 25 – Jährigen waren es 17,6 %. Ein zusätzliches gesundheitliches Risiko geht außerdem von den in den letzten Jahren Zeit deutlich zugenommenen THC-Gehalten in den Produkten aus, die in sichergestelltem Haschisch von 4,9 % im Jahr auf 16,7 % im Jahr 2018 gestiegen ist.
Zunehmend besser wird das Gefährdungspotential von Cannabis verstanden. Insbesondere ein jüngeres Alter stellt einen deutlichen Risikofaktor für negative gesundheitliche Wirkungen und teilweise irreversible Folgeeffekte dar. Hierzu zählen, neben der Gefahr einer Abhängigkeitsentwicklung, kognitive Beeinträchtigungen, die Erhöhung des Risikos für die Entwicklung einer psychotischen Erkrankung sowie weiterer psychiatrischer Erkrankungen. Daneben erhöht regelmäßiger Cannabiskonsum das Risiko an Hodenkrebs zu erkranken. Etwa einer von zehn Konsumenten entwickelt einen klinisch bedeutsamen Gebrauch und konsumiert teilweise mehrmals täglich Cannabis. Es kommt oft zu psychosozialen Folgen, wie z. B. einem geringeren Bildungserfolg. Je früher im Leben und je häufiger Cannabis konsumiert wird, desto größer ist das Risiko einer Abhängigkeit, die bei 9 % aller Konsumenten auftritt, aber bei 25 – 50 %, wenn schon als Jugendlicher täglich konsumiert wird. Es kann auch zu psychischen und körperlichen Entzugssymptomen kommen.

Neue psychoaktive Substanzen

Laut der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle drängen jedes Jahr zahlreiche neu entwickelte psychoaktive Substanzen (NPS) auf den deutschen Markt.
Sie werden meist mit der Absicht hergestellt, die Wirkungen verbotener Drogen zu imitieren. Da diese neuen Substanzen noch nicht im Anhang des Betäubungsmittelgesetzes aufgelistet sind, gelangen diese Drogen nach und nach als sogenannte „legal highs“ oder als „research chemicals“ unter Bezeichnungen wie „Kräutermischungen“, „Pflanzendünger“ oder auch „Badesalz“ auf den deutschen Markt. Über legale Online-Plattformen sind sie auch Jugendlichen besonders leicht zugänglich.
Auch wenn der Erwerb legal ist, können die Gesundheitsgefahren gravierend sein. Nicht selten enthalten NPS gesundheitlich bedenkliche, z. T. giftige Inhaltsstoffe, deren Menge im Produkt unbekannt ist.
Deshalb ist es für Konsumentinnen und Konsumenten unvorhersehbar, wie diese Drogen auf den Körper wirken und welcher gesundheitliche Schaden entsteht.

Suchtprävention und Suchthilfe in Bayern

Das Bayerische Gesundheitsministerium unterstützt Maßnahmen zur Aufklärung über die gesundheitlichen Risiken des Konsums illegaler Drogen und Hilfemöglichkeiten für die Betroffenen. Auch die Psychosozialen Suchtberatungseinrichtungen vor Ort stellen mit ihrem breiten Unterstützungsangeboten für Konsumenten und deren Angehörige sicher, dass Hilfe gezielt ankommt.

Modellprojekt „BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern“

Das Medikament Naloxon hebt die Wirkungen von Opiaten wie zum Beispiel Heroin auf und kann deshalb bei Vergiftungen beziehungsweise Überdosierungen als Antidot eingesetzt werden. Hierdurch lassen sich zum Beispiel lebensbedrohliche Atembeschwerden vermeiden.Der Einsatz von Naloxon soll dazu beitragen die Zahl der Menschen verringern, die an ihrem Drogenkonsum sterben.
Bislang durfte Naloxon nur von Ärzten eingesetzt werden. Im bayerischen Modellprojekt „BayTHN – Take-Home-Naloxon in Bayern“ werden medizinische Laien geschult, wie sie ein Naloxon-Nasenspray bei Menschen anwenden. Damit sollen die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, dass die Naloxon-Notfallgabe durch geschulte medizinische Laien sachgerecht erfolgt. Zielgruppen sind unter anderem Heroinkonsumenten und Menschen, die mit einem Ersatzstoff für Heroin behandelt werden. Auch in Drogenhilfeeinrichtungen sowie in Justizvollzugsanstalten wurde geschult. Das Projekt läuft seit Oktober 2018.
Das Projekt BayTHN wird federführend von der Universität Regensburg in Kooperation mit der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Universität Bamberg umgesetzt. Beteiligt sind zudem verschiedene Einrichtungen der bayerischen Suchthilfe an den fünf Standorten Regensburg, München, Nürnberg, Ingolstadt und Augsburg.
Das bayerische Gesundheitsministerium fördert das Projekt bis Ende 2020 mit 330.000 Euro.
Bis Mitte 2020 wurden fast 500 Menschen für den Einsatz des Nasensprays im Rahmen des Projekts geschult. In 70 Notfallsituationen kam Naloxon gezielt zum Einsatz und konnte somit Leben retten.