Untersuchung in der Schwangerschaft. Die Hebamme untersucht eine schwangere Frau.

Berufsbild Hebamme/Entbindungspfleger - Möglichkeiten der Aus- und Weiterbildung

Hebammen und Entbindungspfleger betreuen Frauen und ihre Familien ganzheitlich während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit. Sie sind werdenden Eltern eine wichtige Stütze und leisten einen wertvollen Beitrag zur Frauen- und Kindergesundheit.

Die hochqualifizierte Arbeit der Hebammen und Entbindungshelfer genießt in Deutschland zu Recht großes Vertrauen. Die Anstrengungen von Hebammen für die Gesundheit von Mutter und Kind sind für unser Land unverzichtbar.
Melanie Huml, Staatsministerin

Berufsbild Hebamme/Entbindungspfleger

Für viele werdende Mütter ist die Hebamme bereits vor der Geburt eine wertvolle Ansprechpartnerin. Sie berät über eine für Mutter und Kind gesunde Lebensweise während der Schwangerschaft, klärt über die verschiedenen Geburtsarten auf und verfügt in der Regel über Informationen zu den Angeboten der örtlichen Geburtskliniken und Geburtshäuser. Für viele Frauen, die zum ersten Mal Mutter werden, sind die Ratschläge der Geburtshelfer zur Säuglingspflege und -ausstattung wichtig.

Daneben leisten Hebammen und Entbindungspfleger einen Beitrag zur Gesundheitsvorsorge. Frühzeitig verschaffen sie sich einen Eindruck vom Gesundheitszustand der Mutter und des ungeborenen Kindes. Hierzu gehört das Abhören der Herztöne des Kindes, die Lagebestimmung oder die Untersuchung des Urins der Mutter. So können eventuelle Unregelmäßigkeiten früh erkannt und Risiken vermindert werden. Falls gewünscht und erforderlich, beraten Hebammen und Entbindungspfleger auch über soziale Hilfen und vermitteln bei den betreffenden Stellen.

Während der Geburt begleiten Hebammen bzw. Entbindungspfleger die Mutter, dokumentieren den Verlauf der Geburt und führen regelmäßig Untersuchungen durch. Unmittelbar nach der Geburt kontrolliert die Hebamme den Gesundheitszustand des Neugeborenen. Später leistet sie Hilfe beim ersten Stillen. Schwangerschaft und Geburt sind einschneidende Erlebnisse und stellen für viele Frauen eine körperliche und seelische Herausforderung dar. Eine qualifizierte Hebamme kann in dieser Phase eine große Stütze für die Familien sein. Sie weist auf ärztliche Untersuchungen zur Früherkennung von Krankheiten und auf die Empfehlungen der beim Robert Koch-Institut eingerichteten Ständigen Impfkommission zu einem vollständigen, altersgemäßen Impfschutz hin. In den Wochen nach der Geburt kontrolliert die Hebamme die Rückbildung, pflegt den Nabel des Säuglings und berät in Alltagsfragen rund ums Kind. Spezielle Kurse, unter anderem Beckenbodengymnastik oder Babypflege, runden das Angebot ab. Häufig sind ausgebildete Hebammen und Entbindungspfleger selbstständig tätig. Weitere Optionen sind die Arbeit als angestellte Hebamme/Entbindungspfleger in einer Klinik oder in speziellen Geburtshäusern.

Geburtshelfer mit Baby am Wickeltisch.

Ausbildung

Es gibt in Deutschland 59 Hebammenschulen. Dort kann sich bewerben, wer über einen guten mittleren Schulabschluss verfügt. Bewerberinnen und Bewerber sollten verantwortungsbewusst, ruhig, teamfähig und geduldig sein. Hat die Bewerberin bzw. der Bewerber eine Erlaubnis als Krankenpflegehelfer/in bzw. Krankenpfleger/in oder bereits eine Berufsausbildung erfolgreich abgeschlossen, ist auch ein Haupt­schul­ab­schluss ausreichend.

Die Hebammenschulen sind jeweils einer Klinik angeschlossen. Der theoretische Teil der Ausbildung vermittelt unter anderem Kenntnisse in Anatomie und Geburtshilfe. Der praktische Teil findet in einer Klinik statt und eröffnet Einblick in die unterschiedlichsten medizinischen Abteilungen. Die Ausbildung soll insbesondere dazu befähigen, Frauen während der Schwangerschaft, der Geburt und dem Wochenbett zu beraten und zu betreuen, normale Geburten zu leiten, Komplikationen des Geburtsverlaufs frühzeitig zu erkennen, Neugeborene zu versorgen, den Wochenbettverlauf zu überwachen und eine Dokumentation über den Geburtsverlauf anzufertigen.

Die Ausbildung endet mit einem Staatsexamen. Dieses besteht aus einem schriftlichen, einem mündlichen und einem praktischen Teil.

Zuständigkeit des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege

Das Bayerische Gesundheitsministerium ist zuständig für das Berufsrecht der Hebammen, insbesondere für den Erlass einer Bayerischen Berufsordnung für Hebammen und Entbindungspfleger (BayHebBO) und die Auslegung des auf Bundesebene erlassenen Berufsgesetzes (Hebammengesetz – HebG) sowie der zugehörigen Ausbildungs- und Prüfungsverordnung (HebAPrV).

Zudem ist das Bayerische Gesundheitsministerium zuständig für die Regelung der Vergütung von Hebammenleistungen außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung (Hebammengebührenverordnung-HebGebV). Die Vergütung von Hebammenhilfe im Bereich der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wird auf Bundesebene in einem Vertrag nach § 134a Sozialgesetzbuch – Fünftes Buch – SGB V zwischen den Selbstverwaltungspartnern (Berufsverbänden für Hebammenhilfe und dem Spitzenverband der Krankenkassen) geregelt.

Gesundheitsministerin Huml setzt sich für Hebammen ein

Die stetige Erhöhung der Berufshaftpflichtprämien macht vielen Hebammen zu schaffen und zwingt viele dazu, ihre selbständige Berufstätigkeit aufzugeben. Um auch in Zukunft eine qualitativ hochwertige Versorgung in der Geburtshilfe überall in Bayern zu erhalten, ist ein rasches Gegensteuern unerlässlich. Die Bundesregierung hat bereits erste wichtige Maßnahmen getroffen. Nötig ist aber eine langfristige und grundsätzliche Lösung der Haftpflichtproblematik. Dafür setzt sich Bayern beim zuständigen Bund ein. Die Anstrengungen von Hebammen für die Gesundheit von Mutter und Kind sind für unser Land unverzichtbar.