Drei Schwarz-Weiß-Fotos in den Händen einer älteren Person.

Der Bayerische Demenzpreis

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verlieh am 2. Dezember 2016 zum zweiten Mal den Bayerischen Demenzpreis. Er dient dazu, herausragende innovative Projekte für demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen auszuzeichnen und diese bekannt zu machen und bayernweit Anregungen für neue Aktivitäten zu geben. Der Bayerische Demenzpreis ist Teil der Bayerischen Demenzstrategie.

Der Bayerische Demenzpreis ist Teil der Bayerischen Demenzstrategie und wird 2018 wieder verliehen.

Den Menschen ist zunehmend bewusst, dass Demenz jeden betreffen kann – ganz unmittelbar oder durch die Demenzerkrankung eines nahestehenden Menschen. Demenziell Erkrankte und ihre Angehörigen sind auf Unterstützung angewiesen. Sie brauchen ein Umfeld, das sie auffängt und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Wir sind also alle gefragt!
Melanie Huml, Staatsministerin

Wer kann teilnehmen?

Zum Wettbewerb um den Bayerischen Demenzpreis aufgefordert sind

  • Verbände
  • Vereine
  • Kommunen
  • Schulen
  • Organisationen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Unternehmen.

Folgende Kriterien müssen erfüllt sein:

Das Projekt

  • verfolgt insbesondere eine der folgenden Zielsetzungen:
    • Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz
    • Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität für Menschen mit
      Demenz und ihre Angehörigen
    • Verbesserung der Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für
      Betroffene und Angehörige
  • wurde in Bayern entwickelt und realisiert.
  • wird zum Zeitpunkt der Bewerbung seit mindestens sechs Monaten erfolgreich umgesetzt.

Preise

Es werden drei Preise mit Zweckbindung zugunsten von Aktivitäten im Sinne der umseitig genannten Zielsetzung verliehen:

1. Preis: 3.000 Euro
2. Preis: 2.000 Euro
3. Preis: 1.000 Euro

Wer sind die Gewinner 2016?

Den ersten Preis hat in diesem Jahr die Alzheimer Regionalgruppe Aschaffenburg und die Beratungsstelle Demenz Untermain für ihr Projekt eines Tanzkurses für Menschen mit und ohne Demenz gewonnen. Der Tanzkurs bietet ein soziales Miteinander, in dem die/der demenziell Erkrankte von ihrem/seiner Tanzpartner/-in als kompetent erlebt werden. Das Projekt nutzt den positiven emotionalen Effekt der Musik ebenso wie therapeutische Komponenten. Das Projekt verbessert die Lebensqualität der Menschen mit Demenz und ihrer Angehörigen.

Der zweite Preis ging in diesem Jahr an Gerontopsychiatrische Fachkoordination (GeFa) Mittelfranken der Angehörigenberatung e. V.. Im Rahmen des Projekts bestehen verschiedene Formen von kulturellen Angeboten, an denen Menschen mit und ohne Demenz teilnehmen. Es werden Museums- sowie Stadtführungen durchgeführt. Teil des Projekts sind u. a. auch eine Konzertreihe der Nürnberger Symphoniker für Menschen mit Demenz sowie Hephata – ein inklusives Jazzkonzert. Das Projekt verbessert die Möglichkeiten der Betroffenen und ihrer Angehörigen zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Das Klinikum Dritter Orden München-Nymphenburg erhielt den dritten Preis für die Einführung eines pflegerischen Demenzkonzepts. Durch Fortbildungen initiiert das Projekt beim Krankenhauspersonal eine Haltungsänderung gegenüber den Patienten mit Demenz. Kontinuierlich werden Mitarbeiter zum pflegerische Demenzbeauftragten weitergebildet. Es existiert eine Arbeitsgruppe „Pflegerisches Demenzkonzept“, die u. a. Arbeitshilfen entwickelt. Das „Dienstags-Cafe“ wurde für Patienten mit kognitiver Einschränkung aus allen Fachbereichen des Klinikums ins Leben gerufen. Der Erfolg des Projekts basiert auf dem Bewusstseinswandel des Krankenhauspersonals.

Neben dem eigentlichen Demenzpreis gab es in diesem Jahr auch drei Anerkennungen. Sie gingen zum einen an die WerdenfelserWeg GbR. Der „Werdenfelser Weg“ ist ein verfahrensrechtlicher Ansatz im Rahmen des geltenden Betreuungsrechts. Ziel ist es, die Entscheidungsprozesse über die Notwendigkeit freiheitsentziehender Maßnahmen auf ein unumgängliches Minimum zu reduzieren. Er bemüht sich, verbleibende Risiken gemeinsam abzuschätzen und gemeinsam verantwortungsvolle Einzelfallentscheidungen zu fördern. Durch den Werdenfelser Weg fand bei den beteiligten Professionen ein Bewusstseinswandel im Umgang mit freiheitsentziehenden Maßnahmen statt, der zu einem Rückgang an Fixierungen führte. Damit trägt der Werdenfelser Weg auch zur Verbesserung der Lebensqualität von Menschen mit Demenz bei.

Zudem erhielt auch die Allgäu GmbH – Gesellschaft für Standort und Tourismus für sein Interkommunales Projekt „Kontaktstellen der Demenzhilfe Allgäu“ eine Urkunde. Das breit angelegte Projekt nutzt durch interkommunale Vernetzung Synergien. Es bietet eine Plattform für Vereine und Initiativen für Menschen mit Demenz und bietet u. a. Angehörigengruppen sowie Betreuungsgruppen. Hervorzuheben ist die Sozialraumorientierung. Das Projekt treibt den Bewusstseinswandel voran und verbessert die Lebensqualität der Betroffenen und deren Angehörigen.

Auch das AZURIT – Seniorenzentrum Abundus Fürstenzell erhielt eine Anerkennung für sein Projekt Fürstenzeller Konzept für Menschen mit Demenz. Es handelt sich um ein bedürfnisorientiertes differenziertes Gesamtkonzept, das z. B. je nach Ausprägung der Demenzerkrankung verschiedene Wohnformen und pflegerische Konzepte vorsieht. Es handelt sich um ein an Bedürfnissen orientiertes und differenziertes Gesamtkonzept mit den Angeboten „Wohngruppe“, „Behüteter Wohnbereich“ und „Pflegeoase“. Das ganzheitliche Konzept wurde wissenschaftlich evaluiert und verbessert nachweislich die Lebensqualität der in der Einrichtung lebenden Menschen mit Demenz.

Hochauflösende Bilder der Veranstaltung finden Sie unter folgendem Link. Geben Sie als Zugang das Wort „Würzburg“ ein.

Bilder der Projekte 2016

Bilder der 3 Gewinnerprojekte 2016

Hier finden Sie Bilder von der Veranstaltung in diesem Jahr im Mainfränkischen Museum:

  • Einstiegsbild zur Veranstaltung Bayerischer Demenzpreis 2016

    Die Verleihung des Bayerischen Demenzpreises fand heuer in Würzburg statt.

    Mehr
  • Melitta Varlam moderierte den Abend.

    Mehr
  • Gesundheits- und Pflegeministerin Melanie Huml und Landtagspräsidentin Barbara Stamm bei der Demenzpreisverleihung.

    Mehr
  • Demenzpreis 2016: Musikerin Dr. Sarah Straub und Melanie Huml in Würzburg

    Musikalische Begleitung gab es durch Dr. Sarah Straub.

    Mehr
  • Neben den Preisverleihungen gab es in diesem Jahr auch Anerkennungen für hervorragende Projekte, wie hier das Projektteam AZURIT.

    Mehr
  • Ein weiteres hervorzuhebendes Projekte ist das interkommunale Projekt der Kontaktstellen der Demenzhilfe Allgäu.

    Mehr
  • Anerkennung Projekt Werdenfelser Weg

    Eine Anerkennung gab es auch für das Projekt Werdenfelser Weg.

    Mehr
  • Die Verleihung war auch in diesem Jahr wieder gut besucht.

    Mehr
  • Den mit 1.000 Euro dotierten dritten Preis gewann das Klinikum dritter Orden München-Nymphenburg für die Einführung eines pflegerischen Demenzkonzeptes.

    Mehr
  • Den zweiten Preis, und damit 2.000 Euro, gewann die Gerontopsychatrische Fachkoordination Mittelfranken der Angehörigenberatung e.V..

    Mehr
  • Die Gewinner des ersten Preises war heuer die Alzheimer Gesellschaft Aschaffenburg mit ihrem Tanzkurs für Menschen mit und ohne Demenz.

    Mehr
  • Staatsministerin Melanie Huml und Landtagspräsidentin Barbara Stamm mit der Jury des Bayerischen Demenzpreises.

    Mehr

Publikationen zum Thema

  • Die Bayerische Demenzstrategie

  • Begleitung von Pfle­ge­be­dürf­tigen – Ein Ehrenamt für mich?