Drei Schwarz-Weiß-Fotos in den Händen einer älteren Person.

Der Bayerische Demenzpreis

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege verleiht regelmäßig den Bayerischen Demenzpreis. Er dient dazu, herausragende innovative Projekte für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen auszuzeichnen, diese bekannt zu machen und bayernweit Anregungen für neue Aktivitäten zu geben.

Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen sind auf Unterstützung angewiesen. Sie brauchen ein Umfeld, das sie auffängt und ihnen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ermöglicht. Wir sind also alle gefragt!
Klaus Holetschek, Staatsminister, MdL

Verleihung des Bayerischen Demenzpreises 2020

Am 30.06.2021 wurde zum vierten Mal der Bayerischen Demenzpreis verliehen. Der Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek hat die folgenden herausragende Projekte ausgezeichnet.

Erster Preis

Jochen Misof, Einrichtungsleiter und Verantwortlicher für das Projekt „Leasinghühner" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Jochen Misof, Einrichtungsleiter und Verantwortlicher für das Projekt „Leasinghühner" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020

Der erste Preis ging an das Projekt „Leasinghühner“ des Seniorenzentrums Johann Hinrich Wichern aus Forchheim in Oberfranken. Ziel des Projekts ist es, mit der Betreuung der Hühner für Menschen mit Demenz eine sinnhafte Aufgabe zu schaffen und durch das Leasingangebot Kontakte zu Menschen, die nicht in der Einrichtung leben, zu ermöglichen. Die Einrichtung beteiligt zum Beispiel auch Kindergartenkinder. Die Einrichtung unterstützt mit diesem Projekt nicht nur den Bewusstseinswandel zum Thema Demenz und im Umgang mit Betroffenen, sondern verbessert auch die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Demenz.

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Ja

Zweiter Preis

Annette Weigand-Woop, Projektleiterin für das Projekt „Interkulturelle Beratung und Unterstützung für Menschen mit Demenz" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Annette Weigand-Woop, Projektleiterin für das Projekt „Interkulturelle Beratung und Unterstützung für Menschen mit Demenz" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020

Mit dem zweiten Preis wurde das Projekt „Interkulturelle Beratung und Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihre pflegenden Angehörigen“ des Vereins Helfende Hand International – HeHanI e. V. aus Nürnberg in Mittelfranken ausgezeichnet. Der Verein bietet kultursensible Begleitung sowie Beratung und veranstaltet Gesundheitskurse sowie niederschwellige kultursensible Angebote. Der Projektträger fördert und stärkt durch seine Angebote deren Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Damit trägt das Projekt „Interkulturelle Beratung und Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen“ zu einer Verbesserung der Lebensbedingungen der betroffenen Menschen bei.

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Ja

Dritter Preis

Sabine Hirsch, Pflegedienstleiterin und Verantwortliche für das Projekt „Stationsübergreifende Demenzbetreuung im Akutkrankenhaus" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Sabine Hirsch, Pflegedienstleiterin und Verantwortliche für das Projekt „Stationsübergreifende Demenzbetreuung im Akutkrankenhaus" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020

Mit dem dritten Preis wurde das Projekt „Stationsübergreifende Demenzbetreuung im Akutkrankenhaus“ des Kommunalunternehmens Krankenhäuser des Landkreises Amberg-Sulzbach, St. Anna Krankenhaus, gewürdigt. Das St. Anna Krankenhaus bietet Patientinnen und Patienten mit Demenz im eigens geschaffenen, demenzgerecht gestalteten „Sonnenstüberl“ Aktivierung und Betreuung durch eine Pflegefachkraft und geschulte Ehrenamtliche. Der Krankenhausaufenthalt ist durch die stationsübergreifende Demenzbetreuung für die Betroffenen mit einer geringeren Belastung verbunden und ermöglicht eine schnellere Genesung. Das Projekt verbessert die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten mit Demenz.

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Ja

Darüber hinaus wurden folgende drei weitere Projekte mit einer Anerkennung gewürdigt:

Mit der „Praxisstudie zum herausfordernden Verhalten von Bewohnern mit extremen Verhaltensauffälligkeiten im Altenheim“ setzt sich das Caritas Altenheims St. Franziskus Kolbermoor mit den herausfordernden Verhaltensweisen der Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz – weit über das übliche Maß im Rahmen des Pflegeprozesses – intensiv auseinander. Da die gewonnenen Ergebnisse in vielfältige Maßnahmen umgesetzt wurden, konnte herausforderndes Verhalten reduziert und die Lebensqualität der Bewohnerinnen und Bewohner verbessert werden.

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Jakob Hartman, Heimleiter und Verantwortlicher für das Projekt „Praxisstudie zum herausfordernden Verhalten von Bewohnern mit extremen Verhaltensauffälligkeiten im Altenheim" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Jakob Hartman, Heimleiter und Verantwortlicher für das Projekt „Praxisstudie zum herausfordernden Verhalten von Bewohnern mit extremen Verhaltensauffälligkeiten im Altenheim" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020

Das Projekt „Klettern trotz(t) Demenz“ der Diakoniestation Oberasbach der Diakonie im Landkreis Fürth gGmbH steigert durch das Sportangebot an einer alternsgerechten Kletterwand das Selbstbewusstsein und das Selbstwertgefühl von Menschen mit Demenz und verbessert deren Teilhabemöglichkeiten.

❯ Link zum Projekt

Gudrun Schuster, Projektleiterin für das Projekt „Klettern trotz(t) Demenz" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Gudrun Schuster, Projektleiterin für das Projekt „Klettern trotz(t) Demenz" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020

Im Rahmen des Projekts „Die Frankengartler und ihr grünes Quartier am Streitberger Berg“ des Seniorenzentrums Martin Luther in Wiesenttal werden im Garten des Seniorenzentrums Hochbeete bewirtschaftet und die Ernte zum Kochen oder für Dekorationszwecke verwendet. Das Projekt hat durch die Beteiligung eines Kinderhauses einen generationenübergreifenden Aspekt. Die Bewohnerinnen und Bewohner besuchen im Rahmen des Projekts auch öffentliche Orte, wie z. B. Gärtnereien und beteiligen sich an Aktionen mit dem Obst- und Gartenverein. Das Projekt unterstützt nicht nur den Bewusstseinswandel im Umgang mit dem Thema Demenz sondern verbessert insbesondere die Teilhabemöglichkeiten der Bewohnerinnen und Bewohner mit Demenz.

❯ Link zum Projekt

Alexandra Dauer, Einrichtungsleiterin und Verantwortliche für das Projekt „Die Frankengartler und ihr grünes Quartier am Streitberger Berg" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Alexandra Dauer, Einrichtungsleiterin und Verantwortliche für das Projekt „Die Frankengartler und ihr grünes Quartier am Streitberger Berg" mit dem bayerischen Gesundheits- und Pflegeminister Klaus Holetschek am 30.06.2021 bei der Verleihung des Bayerischen Demenzpreis 2020
Staatsminister Klaus Holetschek

„Mein Ziel ist es, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz sowie ihrer Angehörigen in Bayern weiter zu verbessern. Dafür brauchen wir kreative Initiativen. Wie das gehen kann, zeigen uns die Preisträger des Bayerischen Demenzpreises: Sie tragen mit ihren innovativen Projekten dazu bei, dass Betroffene ein Leben in der Mitte der Gesellschaft führen können und sind Vorbilder für ganz Bayern.“

— Klaus HoletschekStaatsminister, MdL

Teilnahmevoraussetzungen zum Bayerischen Demenzpreis

Wer kann teilnehmen?

Zum Wettbewerb um den Bayerischen Demenzpreis aufgefordert sind

  • Verbände
  • Vereine
  • Kommunen
  • Schulen
  • Organisationen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Unternehmen.
Logo Bayerische Demenzstrategie: Festhalten, was verbindet.

Wann war für den Bayerischen Demenzpreis 2020 Bewerbungsschluss?

Der Bewerbungsschluss war am 29. März 2020.

Kriterien für die Bewerbung

Das Projekt

  • verfolgt insbesondere eine der folgenden Zielsetzungen:
    • Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz
    • Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität für Menschen mit
      Demenz und ihre Angehörigen
    • Verbesserung der Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für
      Betroffene und Angehörige
  • wurde in Bayern entwickelt und realisiert.
  • wird zum Zeitpunkt der Bewerbung seit mindestens sechs Monaten erfolgreich umgesetzt.

Preisgelder

Es werden drei Preise mit Zweckbindung zugunsten von Aktivitäten im Sinne der oben genannten Zielsetzung verliehen:

1. Preis: 3.000 Euro
2. Preis: 2.000 Euro
3. Preis: 1.000 Euro

Publikationen zum Thema

  • Die Bayerische Demenzstrategie

  • Was geht. Was bleibt. Leben mit Demenz – Faltblatt zur Wanderausstellung