Der Bayerische Demenzpreis

Das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention verleiht regelmäßig den Bayerischen Demenzpreis. Er dient dazu, herausragende innovative Projekte für Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen auszuzeichnen, diese bekannt zu machen und bayernweit Anregungen für neue Aktivitäten zu geben.

Welche Kriterien muss ein Projekt erfüllen?

Ein Projekt, das für den Bayerischen Demenzpreis eingereicht wird, verfolgt mindestens eine der folgenden Zielsetzungen:

  • Bewusstseinswandel in der Gesellschaft im Umgang mit dem Thema Demenz
  • Verbesserung der Lebensbedingungen und der Lebensqualität für Menschen mit Demenz sowie ihrer An- und Zugehörigen
  • Verbesserung der Möglichkeiten zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben für
    Betroffene sowie An- und Zugehörige

Zudem erfüllt das Projekt folgende Kriterien:

  • Das Projekt wurde in Bayern entwickelt und realisiert.
  • Zum Zeitpunkt der Bewerbung wird es seit mindestens sechs Monaten erfolgreich umgesetzt.

Nicht ausgezeichnet werden können Projekte, die zum Zeitpunkt der Bewerbung vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention als Modellprojekt oder Studie gefördert werden.

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Wer kann teilnehmen?

Zum Wettbewerb um den Bayerischen Demenzpreis aufgefordert sind:

  • Verbände
  • Vereine
  • Kommunen
  • Schulen
  • Organisationen und Einrichtungen des Gesundheits- und Sozialwesens
  • Körperschaften des öffentlichen Rechts
  • Unternehmen

Verleihung des Bayerischen Demenzpreises 2026

Bayerns Gesundheits- und Pflegeministerin Judith Gerlach hat am 13. Oktober 2026 in München den Bayerischen Demenzpreis 2026 verliehen.

Die Preisträger erhalten Geldpreise in Höhe von 5.000 Euro (1. Preis), 3.000 Euro (2. Preis) und 1.000 Euro (3. Preis).

Erster Preis: Projekt „Nachtpflege für Menschen mit Demenz“

Den ersten Preis erhielt der Verein wohlBEDACHT e.V. für das Projekt „Nachtpflege für Menschen mit Demenz“. Mit einem nächtlichen Betreuungsangebot leistet das Projekt einen wertvollen Beitrag zur Entlastung pflegender Angehöriger. Zwischen 17:00 und 9:00 Uhr können bis zu zwölf Übernachtungsgäste von Pflege- und Betreuungskräften durch die Nacht begleitet werden. Abends und morgens steht zudem ein Beschäftigungsangebot zur Verfügung und ein Fahrdienst kann die Übernachtungsgäste abholen und am nächsten Morgen wieder nach Hause bringen.

Gerlach betonte: „Das Nachtpflegeangebot ist eine große Unterstützung für die häusliche Pflege und verbessert die Lebensqualität sowohl der pflegenden Angehörigen als auch der Menschen mit Demenz.“

1. Platz Bayerischer Demenzpreis Verein wohlBEDACHT e.V. für das Projekt „Nachtpflege für Menschen mit Demenz“

1. Platz Bayerischer Demenzpreis Verein wohlBEDACHT e.V. für das Projekt „Nachtpflege für Menschen mit Demenz“

Staatsministerin Judith Gerlach verlieh den 1. Preis an Annette Arand, 1. Vorsitzende von wohlBEDACHT e. V. für das Projekt „Nachtpflege für Menschen mit Demenz“.

Zweiter Preis: Projekt „Lebensmosaik – Miteinander im Moment“

Der zweite Preis ging an die oberfränkische Gemeinde Dörfles-Esbach für das Projekt „Lebensmosaik – Miteinander im Moment“. Die Ministerin erläuterte: „Die Kommune hat gemeinsam mit mehreren Ortsvereinen, der Kirchengemeinde sowie zahlreichen Ehrenamtlichen eine Vielzahl an Teilhabemöglichkeiten auf die Beine gestellt. Dazu zählen neben einem Senioren-Tanzcafé, einer Rollator-Laufgruppe und einem Handarbeitskreise vielfältige weitere Angebote wie beispielsweise Line Dance. Die Angebote verbessern die Teilhabemöglichkeiten von Menschen mit Demenz und ihren Angehörigen und ermöglichen ihnen ein Leben in der Mitte der Gesellschaft.“

Gemeinde Dörfles-Esbach für das Projekt „Lebensmosaik – Miteinander im Moment“

2. Platz Bayerische Demenzpreis Gemeinde Dörfles-Esbach für das Projekt „Lebensmosaik – Miteinander im Moment“

Staatsministerin Judith Gerlach verlieh Matthias Poppe-Mauer, Sozialpädagogischer Leiter der Sozialraumgestaltung, Gemeinde Dörfles-Esbach, den 2. Preis für das Projekt „Lebensmosaik – Miteinander im Moment“.

Dritter Preis

Mit dem dritten Preis wurde das Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach für das „P-Seminar: Spiele für Menschen mit Demenz“ ausgezeichnet. Gerlach erklärte: „Im Rahmen des Seminars setzen sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit dem Thema Demenz auseinander. Sie versetzen sich in die Lebenswelt von Betroffenen und kommen mit ihnen in den Austausch. Zudem konzipieren sie eigenständig zielgruppenorientierte Spiele, die in Tagespflegeeinrichtungen erprobt werden. Das Seminar verbindet schulische Bildung mit gesellschaftlicher Verantwortung – ein wichtiger Beitrag, um einen Bewusstseinswandel in unserer Gesellschaft zu erreichen!“

Bayerischer Demenzpreis (3.) Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach für das „P-Seminar: Spiele für Menschen mit Demenz“

3. Platz Bayerischer Demenzpreis Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach

Staatsministerin Judith Gerlach verlieh den 3. Preis an Sebastian Reuß, Lehrer am Hanns-Seidel-Gymnasium Hösbach, für das „P-Seminar: Spiele für Menschen mit Demenz“ .

Weitere Würdigungen

Über die Geldpreise hinaus gab es drei weitere Anerkennungen für herausragende Projekte.

Anerkennungen erhielten:

  • der Pflegestützpunkt der Region Landshut für das Projekt „Ein Dings bitte“: Demenzsensibler Umgang mit Kundinnen und Kunden,
  • das Pflegezentrum Sebastianspital am Wöhrder See / NürnbergStift für die „Hausgemeinschaft für Menschen mit mittelschwerer und schwerer Demenz in Kombination mit der MAKS-s-Therapie als strukturierende Einheit“ sowie
  • das Klinikum Neumarkt für das Projekt „Unterstützung auf 4 Pfoten – Therapiehunde auf der Akutgeriatrie“.
Bayerischer Demenzpreis: Anerkennung für Pflegestützpunkt der Region Landshut für das Projekt „Ein Dings bitte: Demenzsensibler Umgang mit Kundinnen und Kunden“

Anerkennung Bayerischer Demenzpreis Pflegestützpunkt der Region Landshut

Staatsministerin Judith Gerlach verlieh Dr. Sandra Aschenbrenner, Leiterin des Pflegestützpunktes der Region Landshut eine Anerkennung für das Projekt „Ein Dings bitte: Demenzsensibler Umgang mit Kundinnen und Kunden“ im Rahmen des Bayerischen Demenzpreises 2026.

Bayerischer Demenzpreis: Anerkennung für das Pflegezentrum Sebastianspital am Wöhrder See/NürnbergStift mit seiner Hausgemeinschaft für Menschen mit mittelschwerer und schwerer Demenz

Anerkennung Bayerischer Demenzpreis Sebastianspital

Staatsministerin Judith Gerlach verlieh Kathrin Jaworek, Pflegedienstleiterin und stellvertretende Leiterin des Pflegezentrums Sebastianspital am Wöhrder See / NürnbergStift, eine Anerkunng für das Projekt "Hausgemeinschaft für Menschen mit mittelschwerer und schwerer Demenz n Kombination mit der MAKS-s-Therapie als strukturierende Einheit" eine Anerkennung im Rahmen des Bayerischen Demenzpreises 2026.

Bayerischer Demenzpreis: Anerkennung für Klinikum Neumarkt mit dem Projekt „Unterstützung auf 4 Pfoten – Therapiehunde auf der Akutgeriatrie“, Judith Gerlach

Anerkennung Bayerischer Demenzpreis Klinikum Neumarkt

Staatsministerin Judith Gerlach verlieh Christopher Simon, Demenz-/ Delirmanagement Klinikum Neumarkt, für das Projekt „Unterstützung auf 4 Pfoten – Therapiehunde auf der Akutgeriatrie“ eine Anerkennung im Rahmen des Bayerischen Demenzpreises 2026.

Preisträger des Bayerischen Demenzpreises 2024

Den ersten Preis erhielt die Kommune Markt Obergünzburg für das Projekt „Gesundes Mittagessen von Senioren gekocht“. Einmal im Monat kochen und speisen Menschen mit Demenz zusammen mit Seniorinnen und Senioren. Das Projekt verbindet ein gesundes Essen mit dem Erleben von sozialer Gemeinschaft. Die Aktivitäten der Teilnehmenden stärken deren Selbstwertgefühl und Ressourcen. So verbessert das Projekt neben der Teilhabe auch die Lebensqualität der Teilnehmenden. Darüber hinaus treibt das regelmäßige Angebot den Bewusstseinswandel in der Kommune im Umgang mit dem Thema Demenz voran.

Der zweite Preis ging an die Berufsgenossenschaftliche Unfallklinik Murnau für das Projekt „Team ORANGE“, das demenz- und delirsensible Strukturen und Prozesse im unfallchirurgisch geprägten Klinikalltag multiprofessionell umsetzt. Es umfasst beispielsweise die Begleitung der betroffenen Personen von der Notaufnahme zur Diagnostik oder auch zur OP, im Aufwachraum sowie auf Station. Dies verbessert deren Orientierung und das Wohlbefinden – und damit deren Genesung und Lebensqualität.

Mit dem dritten Preis wurde das Caritas Pflegezentrum St. Hildegard in Pöttmes für das Projekt „Reduktion von Psychopharmaka durch Alternativen in der Pflege“ ausgezeichnet. In einem individuellen Tagesrhythmus der Bewohnerinnen und Bewohner eingebettet, werden von geschulten Mitarbeitenden ätherische Öle im Rahmen der Aromapflege angewendet und pflegerische Berührungen gezielt eingesetzt. Diese nicht-medikamentösen Interventionen ermöglichen es, den Einsatz von oftmals nebenwirkungsreichen Psychopharmaka auf ein notwendiges Minimum zu reduzieren, was einen positiven Effekt auf die Lebensqualität der Betroffenen hat.

Darüber hinaus wurden folgende drei weitere Projektträger mit einer Anerkennung gewürdigt:

  • Projekt „Meet Dementia“ der Joseph-von-Eichendorff-Schule Eichendorf
  • Projekt „Kegelbahn“ der Caritas Wohn- und Pflegezentrums St. Gotthard gGmbH in Hengersberg
  • Projekt „VR-Brille für Erlebnisse und Erinnerungsarbeit aus dem Wohnort für Demente und Bettlägerige“ des Seniorenzentrums der AWO in Rödental